Die Lippischen Spitzen nehmen die Themen der Woche auf's Korn, die aus der Reihe tanzten. Kleine, spitze Bemerkungen zu großen und weniger großen Vorkommnissen, die sagen wollen: Leichter wird's, wenn man's leichter nimmt.
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Lippische Spitzen, 1. August 2010
Nicht jeder, der in Lippe mit einem Wohnmobil unterwegs ist, frönt dem mobilen Freizeitleben. Manche Dame und die dazugehörigen Herren im Hintergrund freuen sich auch auf hüft-schwunghaften Umsatz. Und nicht zuletzt weil auch der Haushalt der Stadt Horn-Bad Meinberg etwas Schwung vertragen könnte, will die Kommune nun Parkplatzgebühren von den Damen des rollenden Gewerbes. Die Kommune argumentiert mit „geordneten Verhältnissen". Dass die bei den Rollkommandos Priorität A haben, darf bezweifelt werden.
Vollkommen nackt steht mittlerweile auch Augustdorf da: Im Haushalt der Gemeinde geht nichts mehr - und das Haushaltssicherungskonzept geht gar nicht, meint der Kreis. Bis 2014 sollte Augustdorf den Haushalt ausgleichen können, fordert die Aufsicht. Die Überschuldung droht so sehr, dass hier auch Einnahmen aus Parkplätzen nichts mehr retten könnten.
Den Lohn ihrer Müh hat die Blombergerin Linda Stahl in Barcelona erfahren. Dort wurde sie neue Speerwurf-Europameisterin. 66 Meter 81 und Stahl-harte Nerven brachten den Titel. Die Speerwerferin - eine Lippische Spitze der anderen Art. Kompliment.
Weit werfen ist Kür, weit denken wäre Pflicht gewesen. Doch nicht mal dazu reichte es bei einer Detmolder Auszubildenden, die ihre Arbeitgeberin - eine Parfümeriekette - beklaut hatte. 140 hochwertige Pflegeprodukte hatte sie mitgehen lassen, um die dann im Internet zu Geld zu machen. Dummdreist ist unser Urteil, das des Gerichtes sind 14 Monate auf Bewährung. Der Arbeitgeber ließ ihr zudem nur noch eine Wahl: Come on and find out, oder auf deutsch: Verdufte.
Neue Woche, neue Themen: Wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 25. Juli 2010
In Kalletal-Varenholz geht das bürgerfreundliche Verhalten baden. Erst wollten die Pächter des Badesees am Freizeitzentrum nur noch Campinggäste und Kalletaler Bürger zu Wasser lassen, wogegen die Stadt Rinteln mit einer Klage drohte. Daraufhin bekamen die Pächter kalte Füße und öffneten wieder für alle - und zwar für alle, die bereit sind, schlappe acht Euro Eintritt zu zahlen. Kinder kommen für sechs Euro ins kühle Nass. Preise, die auch nicht viel diplomatischer klingen als „Ihr müsst leider draußen bleiben".
FDP-Frau Marianne Thomann-Stahl darf auch unter Rot-grün weiter Ostwestfalen-Lippe regieren. Qualität bekommt so Toleranz. Oder liegt es einfach daran, dass die Regierungspräsidentin mehr OWL als FDP auf der Zunge hat? Backen aufblasen à la Guido ist Frau Thomann-Stahls Sache nicht - was ja auch helfen kann.
Die Zulassungsstelle des Kreises lässt private Kunden ins Netz gehen. Dort können die sich einen Termin organisieren und auch schon Vorarbeiten leisten, in dem man seine Daten eingibt. Allerdings geht's auch weiter konventionell: In Lippe sind die meisten Autoanmelder nach unter 30 Minuten wieder draußen. Viel Zeit kann man also nicht sparen, vielleicht dann doch eher den Weg übers Internet.
Und den Bock der Woche liefert der Kreis Lippe dann auch noch: „Der Kreis engagiert sich für Bürokratieabbau in der Schaf- und Ziegenhaltung", hieß es in einer Pressemitteilung, die zu einer Pressekonferenz mit 200 Schafen einlud. Wir finden: so viel Sommerloch ist gar nicht, dass man jede Sau durchs Dorf treiben muss - auch wenn die in Gestalt von Schaf oder Ziege daher kommt.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 18. Juli 2010
In Lippe hat eine angebliche Wunderheilerin ihren Opfern Geld aus der Tasche gezogen. Durch die Segnung von Geld würden sich alle Leiden in der Familie des Angesprochenen in Luft auflösen. Zur Segnung wird das Geld in einen Umschlag gesteckt - ganz trickreich wird der dann gegen einen leeren ausgetauscht. Merke: Viel Geld kann ein Segen sein, gesegnetes Geld ist schlicht Blödsinn - und wer darauf reinfällt, muss schon ziemlich mit dem Klammersack... also: er muss recht leichtgläubig sein.
Wer Sorgen hat, hat auch Likör - sagt der Volksmund. Wer Wünsche hat, braucht auch einen Investor - sagen wir. Landrat Friedel Heuwinkel wünscht sich ein Hotel in direkter Nachbarschaft zur Lipperlandhalle. Dadurch soll die Halle besser für Kongresse vermarktet werden können. Die Wunschliste könnte man erweitern: Auf Autobahnanschluss und einen nah gelegenen Flughafen legen Kongressmacher immer Wert. Aber: Ohne Investor wird die Lipperlandhalle vermutlich bleiben, was sie ist: ein Geheimtipp.
In der NRW-Landesregierung stehen jetzt wieder Schäfer-Stündchen auf dem Plan. In dieser Woche wurde die Lagenserin Ute Schäfer wieder zur Ministerin - dieses Mal für Familie, Bildung, Jugend, Kultur und Sport. Viel Zuständigkeit, wenig Geld und regieren als Minderheit - so spannend war's für die Lipperin beim letzten Mal nicht. Aber der Lipper an sich kann ja ganz gut mit knappen Mitteln.
Lustig ist das Studentenleben: Aus 2.000 Bierkisten haben die Studenten an der Hochschule OWL in Detmold einen Pavillon gebaut. 30.000 Schrauben halten den Budenzauber zusammen. Was die jungen Leute dabei gelernt haben? Vielleicht, dass es im Sommer durchaus überlebensrettenden Charakter hat, den Unterschied zwischen einer Bierkiste und einem Kasten Bier zu kennen.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 11. Juli 2010
Die Bayern haben dem Volk erstmal eine ins Gesicht gesteckt. Ne dicke Zigarre gegen das Rauchen quasi. In Bayern geht in Sachen dampfendes Laster in der Gastronomie nun bald gar nichts mehr. Nun knüpfen sich die Nichtraucherschützer die anderen Bundesländer vor - und die Politik hat ein Sommerthema, zu dem auch der letzte Hinterbänkler was sagen kann. Wir finden: Föderalismus ist doof (in dieser Sache) - und wir blicken neidvoll auf Länder Europas, in denen man den Bürgern ihre Mündigkeit lässt.
Rot-grün in NRW will jetzt den Nationalpark Senne-Egge/Teutoburger Wald durchdrücken - was der hiesige CDU-Landrat ja auch mit Leidenschaft will. Und rot-grün will auch einen Kommunalrat einrichten, der OWL mehr Gewicht in NRW geben soll - was der hiesige CDU-Landrat an vorderster Front eingefordert hat. So langsam hegen wir Zweifel, an welcher Stelle Friedel Heuwinkel bei der Landtagswahl sein Kreuzchen gemacht hat.
Und auch die lippische SPD-Landtagsabgeordnete Ute Schäfer kommt zu neuen Ehren. Sie soll wieder Ministerin werden - dieses Mal für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Von 2002 bis 2005 war sie Schulministerin und auch danach hat sie für Bildungspolitik vehement gestritten. Doch in der Ehe mit grün muss Frau Opfer bringen: Das Schulministerium geht an die Grünen. Ob Ute Schäfer da einfach so zusehen kann?
Und dann noch eine Sparmeldung, die einen einfach so dahin schmelzen lässt: Die Stadt Bad Salzuflen kappt die Winterdienste in einigen Ortsteilen. Was sich bei Temperaturen jenseits der 30 Grad ganz entspannt verkünden lässt, ohne dass das Volk murrt.
Heiße Woche, schattige Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 4. Juli 2010
Das Risiko von Insolvenzen ist in Lippe mittelgroß, sagt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Weitaus höher ist demnach das Ausfallrisiko im Kreis Gütersloh und in Bielefeld. Im Kreis Höxter hingegen gibt es die geringste Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen zahlungsunfähig werden. Creditreform hätte es auch auf den Nenner bringen können: Wo in OWL kräftig gewirtschaftet wird, wird auch kräftig pleite gegangen.
Die Stadtverwaltung in Blomberg ist prima, meinen die Bürger. Die wurden dazu befragt von Schülern der Klasse 9a des Hermann-Vöchting-Gymnasiums. Was wohl passieren würde, wenn Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Bürger befragen würden, wie zufrieden sie mit den Blomberger Schülern sind?
Sechs lippische Politiker gehörten zur Bundesversammlung, die erst hängte und würgte, bevor sie im dritten Wahlgang Christian Wulff zum neuen Bundespräsidenten wählte. Die Lipper und 1.238 weitere Mitglieder lieferten ein Lehrstück darüber ab, was passiert, wenn man politische Interessen bedient und nicht die von Bürgern. Nun gehen die Blicke nach vorne - mit neuem Präsidenten und ersten Wetten, wie lange die Bundesregierung noch durchregieren kann.
Der Landesverband wartet weiter auf einen neuen Landesverbandsvorsteher: Die Bewerbungsfrist für die Aufgabe wurde bis zum 31. August verlängert. Ein Headhunter hat sich auf den Weg gemacht - und dieser Kopfjäger muss dieses Mal die richtige Beute machen, damit der Verband künftig ohne Störfeuer aus dem eigenen Haus arbeiten kann. Waidmanns Heil.
Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 27. Juni 2010
In der Kürze liegt die Würze. Das haben die Akteure des 5. Teutoburger Wald Tourismustages nun auch erkannt und schlagen Sagenhaftes vor: Allen Ernstes finden sie, dass mit den Begriffen „land des hermann", „Mühlenkreis" und „Wittekindsland" der Teutoburger Wald zu wenig vermarktet wird. Und sie schlagen als Alternative Bahnbrechendes vor: Das Logo mit Namen „Teuto". Übrigens 1616 wurde der Osning in Teutoburger Wald umbenannt. Da kann man ja nur 400 Jahre später auch mal auf „Teuto" als Marke kommen.
Die Wirtschaftsjunioren Lippe hauen der derzeitigen Bundesregierung auf die Finger. In einer Umfrage unter Bundesbürgern ermittelten die Junioren eine Schulnote von 3,8 für die Leistungen der Regierung. So schlecht sei die große Koalition während ihrer ganzen Amtszeit nicht gewesen, kommentiert der Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren das Ergebnis. Mag sein - aber die große Koalition ist Geschichte, das Duo Merkel/Westerwelle ist es (noch) nicht.
Der Finanzausschuss in Bad Salzuflen will die Vergnügungssteuer von 12 auf 13 Prozent erhöhen. Das würde 29.000 Euro jährlich einbringen. Ob der Betrag die Stadtkasse wirklich weiterbringt? Das Sparkonzert in Bad Salzuflen ist vieles, eines ist es schon jetzt nicht: vergnügungssteuerpflichtig.
Neue Woche, neue Themen: Wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 20. Juni 2010
In Lage soll die Miegelstraße in Morgensternstraße umbenannt werden. Bei der Namensgeberin Agnes Miegel ist die Politik der Meinung, dass die Dame eine ziemlich NS-nahe Dichterin war. Eine gute Überlegung - aber nachzudenken ist auch mal darüber, warum diese Überlegung 65 Jahre brauchte, um zu Taten zu führen.
Die Maritim-Gruppe ist richtig gut - in der Selbstvermarktung. Zwar hat sie ein 10prozentiges Umsatzminus zu verkraften - verkauft wird das aber als Erfolg, der auf eine verstärkte Verkaufs- und Marketingstrategie zurückzuführen sei. Zahlen werden da deutlicher, wenn man sie lesen kann: Die Auslastung der 49 Häuser lag bei 53 Prozent. Experten sagen, dass jenseits der 60 Prozent die Rentabilität anfangen würde. Ein Erfolg also?
Gar nicht so clever in der Selbstvermarktung ist TBV-Spieler Michael Kraus. Sein Weggang nach Hamburg ist schon lange Thema. Nun haben die Hamburger gesagt, dass sie das Geld für die Ablöse nicht hätten. Was aber soll der TBV weiter mit dem Handball-Talent? Einem Mitarbeiter in der Wirtschaft auf Abwegen würde man nun unterstellen, er habe eh schon innerlich gekündigt. Ob Mimi Kraus nun noch für Lemgo ganz bei der Sache und am Ball sein kann?
Kalletal setzt mal auf Anschluss und mal auf Abwege. Lahme Internetverbindungen sind nun teilweise von gestern, weil die technischen Voraussetzungen für DSL-Anschlüsse nun durchgeboxt wurden. Doch während es in der elektronischen Kommunikation nach vorne geht, geht es in der politischen Kommunikation so was von nach hinten los, dass es wohl bald externer Hilfe bedarf, um die Streithähne mal wieder auf Kurs zu bringen.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 13. Juni 2010
Lippische Spitzen, 13. Juni 2010
Die Lemgoer Ratsmöbel im Sitzungssaal sind ausgesessen - doch mit der Neuanschaffung tut man sich politisch korrekt schwer. Das Geld ist zwar da, aber hätte man das richtige Gespür bewiesen, wenn man davon Sitzmöbel kaufte. Vielleicht wären ja auch Stehpulte viel besser, weil jetzt Macher- und nicht Sitzqualitäten gebraucht werden.
Ausgesessen hat es sich auch für den ehemaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden im Oerlinghauser Rat, Frank Böning - zumindest auf dem CDU-Ticket. Im Rat will der Mann bleiben, der auf dem Parteitag der rechtspopulistischen pro NRW erwischt wurde. Und da ist er wieder, der Hang zum Selbstgerechten bei Politikern. Hätten die Oerlinghauser pro NRW gewollt, hätten sie doch pro NRW gewählt. Wollen sie aber nicht - und das ist auch gut so.
Auch ältere Damen haben das Zeug zum gefallenen Mädchen. Eine 94jährige stürzte in Bad Salzuflen und fiel einen Abhang hinunter. Dort blieb sie dann auch hilflos bis zum nächsten Tag. Dann kam sie auf den Hund - beziehungsweise der Hund kam auf sie, der von der Rettungshundestaffel. Ein echtes Happy End - schön.
Der Bürgermeister von Schlangen soll nur noch bis zu 10.000 Euro ohne Ratsbeschluss ausgeben dürfen. Klingt derbe nach Misstrauen, soll aber keines sein. Klingt aber doch so... Jedenfalls reicht es der den Antrag stellenden CDU nicht, wenn der Bürgermeister alle drei Monate sagt, wo das Geld geblieben ist. Und fehlendes Vertrauen ist doch... Misstrauen, oder nicht?
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 6. Juni 2010
Lippische Spitzen, 6. Juni 2010
„Lippe - wir sind das L in OWL", so heißt der Slogan, mit dem eine neue Standortkampagne für Lippe gestartet wurde. Der Text kommt mir irgendwie bekannt vor - aber egal. Der Verweis auf das L kann aber auch nach hinten los gehen, denn genau da steht das L in OWL. Die Flucht nach vorn würde so gehen: „In OWL sind wir zwar ganz hinten, aber im Leben ganz weit vorne." Marketingleute, da geht doch noch was.
Gewerbetreibende in Lemgo kratzt es zum Teil so überhaupt nicht, dass es eine veränderte Gestaltungs- und Werbesatzung gibt. Darin festgelegt ist beispielsweise, wie Werbung in der Stadt aussehen muss - und dass sie eine Genehmigung braucht. Vielleicht steht manch einem Händler einfach nicht der Sinn nach „arm aber schön".
Möglicherweise hatte er den kleinen Koffer schon mal gepackt, als der Bundespräsident Horst Köhler das Ende seiner Dienstfahrt ankündigte und der Name Norbert Lammert für den Nachfolger aufgerufen wurde. Zwei Tage später weiß es Fast-MdB Cajus Caesar, der dann für Lammert in den Bundestag nachgerückt wäre, schon wieder besser. Das Köfferchen bleibt, wo es ist - und Cajus Caesar auch, weil Christian Wulff den Präsidenten geben wird.
Dumm gelaufen: Gleich zweimal in einer Nacht ist ein Lipper mit Alkohol am Steuer erwischt worden. Bei ersten Mal war er mit 102 Stundenkilometern durch die geschlossene Ortschaft gebrettert. Das zweite Mal fand nur zwei Stunden später statt. Also: Punkte in Flensburg und Führerschein weg. Vorher war dem Mann aber schon was anderes abhanden gekommen.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 23. Mai 2010
Hoppela: Da gibt Landrat Friedel Heuwinkel mal nen Denkanstoß in Richtung schlanke Verwaltung - und schon sind alle auf dem Baum als hätte der Mann die feindliche Übernahme ausgerufen. Was er aber nicht tat. Vielleicht war er einfach ein bisschen früh dran, die Sparknute der öffentlichen Haushalte wird aber schon bald viele zum Zusammenrücken zwingen.
Etwas billiger soll's auch in Kalletal werden. Der Bürgermeister der gebeutelten Kommune soll seinen Vorzimmermitarbeiter vor die Tür setzen, fordert die Kommunalaufsicht. Als Grund wird die Haushaltslage angeführt und nicht etwa, dass Bürgermeister und Mitarbeiter alte Bekannte und Inhaber des gleichen Parteibuches sind. Wollte der Mitarbeiter seinen schon arg angeschossenen Bürgermeister schützen: Er würde die Notbremse ziehen.
Ein Detmolder Hartz IV-Empfänger mutierte zur Überraschungsfigur. Der Lippe pro Arbeit wurde ein Kontoauszug zugespielt, wonach der Mann 70.000 Euro flüssig gehabt haben muss - wesentlich erzielt auch durch den schwunghaften Handel mit Ü-Ei-Figuren. Clever aber nicht clever genug. Denn wer clever im Internet klickert, findet den Mann unter Nickname bei Ebay wieder. Ach dickes Ei.
Eigentlich freuen sich Gastronomen über ein hohes Verkehrsaufkommen, weil es gute Umsätze verspricht. In Horn-Bad Meinberg liegt der Fall anders. Die von der B1 vertriebenen Damen haben nun ihre Fahrgeschäfte in Form von Wohnmobilen am Parkplatz Waldschlösschen aufgestellt. Der Verkehr führt zu Umsatzeinbußen in einem nahen Café. Obwohl: Bei so viel Andrang müsste es doch für den ein oder anderen heißen: abwarten und Tee trinken.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische spitzen, 16. Mai 2010
Blitz, bumm, ticktick - so die Kurzform einer Geschichte ohne Gleichen aus Horn-Bad Meinberg: Dort hatten sich zwei Männer erst vom Starenkasten blitzen lassen, dann rückten sie dem zu Leibe, um das Beweismaterial unbrauchbar zu machen. Nach eingeworfener Scheibe und angezündetem Gerät machten sie sich vom Acker, ließen aber ihr Auto da. Für die Polizei ein leichtes Spiel - und für die Täter wohl genug Anlass, mal nen Idiotentest zu machen.
Die kommunalen Spararien kann man so oder so anpacken - am besten, man nimmt dabei die Bürger mit. Wenn die erst anfangen, sich gegenseitig mit Neid und Missgunst zu überziehen, wird es schwierig: In Bad Salzuflen moppert der Stadtsportverband, dass beim Sport 20.000 Euro eingespart werden sollen, für neue Sitzbänke aber ein ähnlicher Betrag ausgegeben wurde. Eine Diskussion, die man sich sparen könnte - wenn man z. B. einen gewissen Prozentsatz auf wirklich alles einsparen wollte.
Irgendwo muss sich auch bei einer Gurkentruppe doch eine Positivmeldung schießen lassen - bitte sehr. Arm-inia Bielefeld hat in der gerade abgeschlossenen Spielzeit einen Besucherrekord aufgestellt: 251.300 Menschen kamen in der Saison in die SchücoArena. Das sie dabei nicht nur den Eintritt sondern auch viel Leidensfähigkeit aufbrachten, steht auf einem anderen Blatt des Fast-Pleite-Vereins.
Ein Bad Salzufler hatte 172 Verträge mit dem Bezahlfernsehen Sky abgeschlossen. Die so erlangten Receiver mit SmartCards brachte er unter's Volk, um seine Drogensucht zu finanzieren. Der geschädigte Sender hatte scheinbar gar nicht hingeguckt und die Receiver ohne Zögern ausgeliefert. Der Sky-Werbeclaim: „Das Besondere sehen" gilt scheinbar nichts im eigenen Haus.
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Lippische Spitzen, 9. Mai 2010
Die lippische Polizei macht nun endgültig blau. Zunächst werden die 300 Polizisten im Außendienst in die neue Uniform gesteckt, später dann auch der Rest. Die Landesboutique der Polizei hatte die Klamotten vorher ein Jahr lang testen lassen. Versuchen Sie das mal mit dem Kleidungsfachgeschäft ihres Vertrauens hinzubekommen. Eines wären Sie nach dem Probejahr auf jeden Fall: Out.
Die Ortsdurchfahrt durch Lage-Heiden kostet ein Heidengeld - und das nicht zuletzt, weil die eigentlich erledigte Baumaßnahme nun ein Nachspiel erfährt. Teile der Straße müssen noch einmal aufgerissen werden, weil die Baufirma in den Straßenbelag eine Bügelfalte eingearbeitet hat, die sich nun als Sprungschanze erwies. So etwas gibt es übrigens seit ewigen Jahren auch auf der A33 zwischen Sennelager und Stukenbrock. Dort regeln Tempobeschränkungen das Dilemma, die Bügelfalte bleibt.
Das Kinothema ist in Detmold ganz von der Rolle: Während Lage schon bald guckt und knutscht und Popcorn ist, hat Detmold einem interessierten Investor einen Korb gegeben. Der wollte auf die grüne Wiese, die Stadt sieht den kommenden Filmpalast aber auf dem Hasselter Platz. Und wir sind gespannt, ob mal wieder ein Großprojekt im Nirwana verschwindet.
Verschwinden soll auch der Oerlinghauser CDU-Fraktionschef Frank Böning - und zwar aus dem Rat. Das wünschen sich die Grünen im Rat. Der Mann hatte dem Parteitag der Rechtsaußen-Gruppierung „pro NRW" beigewohnt und war mit diesem Besuch am rechten Rand dumpfer - also: dummerweise im Fernsehen aufgefallen, auch wenn er sich notdürftig hinter einer Hand zu verstecken versuchte. Der Mann mag ja tun, was er will - aber er sollte eine klare Furche ziehen, damit Parteiprofile nicht verwischen. Das hülfe auch der CDU.
Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 2. Mai 2010
Der Circus Kalletali verlängert die Spielzeit: Vom Bürgermeister verlangt die Mehrheit aus SPD, Grünen und UKB nun den sofortigen Rauswurf des Vorzimmermitarbeiters. Der junge Mann hatte zwar auch schon einmal unter dem früheren SPD-Bürgermeister Klaus Fritzemeier treue Dienste geleistet, ist aber unter CDU-Bürgermeister Andreas Kager in den Ruch der Vetternwirtschaft gelangt. Der Mann im Vorzimmer ist auch in der CDU. Klüngel und die Folgen also auch im Kalletal - nur wie lange erträgt der Ort den Zoff?
Der Interessengemeinschaft Gesundheitsstandort Bad Salzuflen sind die geplanten Bänke für den Konzerthallenvorplatz zu teuer. Jetzt soll alles noch einmal auf ‚null'. Dabei ist es in Deutschland doch gar nicht unüblich, für Bänke, äääh: Banken viel Geld auszugeben.
Eine schlichte Maßnahme greift beim Landesverband Lippe für fast alle Fälle: Gegen leichte Damen an der Lopshorner Allee helfen gefällte Bäume, und Schlagbäume sind es auch, die der Walpurgisnacht an den Externsteinen Einhalt gebieten sollen. Nur ein Gerücht ist, dass ein Schlagbaum auch helfen soll, bei der Auswahl des nächsten Landesverbandsvorstehers etwas sorgfältiger vorzugehen.
Dörentrup mit Stäbchen: Ermittler der Bundespolizei haben dort eine Lagerhalle auf den Kopf gestellt. Es geht dabei um den Visa-Missbrauch durch Chinesen. Aufgefallen war der am Flughafen Hannover. Und nun ermittelt die Polizei gegen eine Frau, die Arbeitskräfte aus China nach Deutschland eingeschleust haben soll. Scheinbar ist die Dame (r)eis-kalt in ihrer Raffgier.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 25. April 2010
Warum nur ist ein Mann in Bad Salzuflen splitterfasernackt in einem Bekleidungsgeschäft aufgetaucht? Na, vermutlich, weil er Klamotten nötig hatte. Aber es kommt noch schlimmer: Im Polizeibericht heißt es wortwörtlich, Zitat: „Er soll auch schon mit Brille und Anzug bekleidet unterwegs gewesen sein." Das ist ja einfach unerhört...
Das DRK in Bad Salzuflen ist nicht ganz unclever im Marketing: Es lud ein zum Menü bei Kerzenschein, Leckere mediterrane Köstlichkeiten in gemütlicher Atmosphäre wurden versprochen. Wie gemütlich nun ein Zentrum für Transfusionsmedizin ist, lassen wir mal dahingestellt. Das die Rotkreuzler viel rot sahen, lag aber wohl auch daran, dass sie heute zu Tisch bitten, wo sie früher schlicht zur Ader ließen.
Der Lemgoer an sich kümmert sich um jeden Dreck: Rund 1.000 freiwillige Helfer haben dem Stadtgebiet einen Frühjahrsputz verpasst. Mit dabei waren 55 Vereine und Organisationen. Teilweise haben historische Trecker den Krempel aus der Stadt gebracht. Dass die Traktoren umweltpolitisch vielleicht auch nicht so ganz das Gelbe vom Ei sind, lassen wir mal unbeachtet - und wundern uns, dass man die Leute mit nem kollektiven Müllerlebnis vom Sofa holen kann. Gut so.
Die Hauptschule Brake in Lemgo will keine Grundschüler. Die wollte ihr nämlich die Stadt zuschanzen, weil sie die schadstoffbelasteten Pavillons der Grundschule dicht machen muss. Und weil die Hauptschulrektorin gerade so in Wallung war, kritisierte sie auch noch eine mögliche Zusammenlegung der Hauptschulen. Die Hauptschule habe keine Lobby, so ihre Meinung. Vielleicht hätte sie aber eine Zukunft - zusammengelegt zum Beispiel.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 18. April 2010
Wussten wir nicht immer schon, dass die Linke ein ziemlich bunter Haufen ist? Deren komplette Bad Salzufler Ratsfraktion hat jetzt allerdings die Linkspartei verlassen und sich zur „Bunten Liste Bad Salzuflen" formiert. Die Mutterpartei habe die Ortspartei seit der Kommunalwahl nicht unterstützt, sagt man über den Grund. Weltverbesserer, die - auch in anderen Parteien ist üblich, dass die Basis die Mutter ernährt und nicht umgekehrt.
Der Teutoburger Wald zieht um: 100 lippische Jungbäume wurden in dieser Woche ins Emschertal nach Oberhausen verpflanzt. Die Schenkung aus Lippe ist ein Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Nur böse Zungen behaupten, dass dahinter die Botschaft steckt: Wenn ihr Ruhrpötter nicht zu uns kommt, dann kommt unser Wald eben zu euch.
Zur Generalabrechnung kommt es nun für vier Verantwortliche des früheren Schieder Möbelkonzerns. Anklage wurde in dieser Woche erhoben, wann der Prozess in Detmold am Landgericht startet, ist noch nicht absehbar. Die Justiz muss da erst noch dicke Bretter in Form von Aktenordnern und anderen Beweismitteln bohren. Voller Demuth ist der Schiedergründer nicht gerade: Er macht längst schon wieder andere Möbel-Geschäfte. Vielleicht sind es seine vorerst letzten...
Es war einmal... viel Charme in Kalletal. Seitdem sich die politischen Verhältnisse geändert haben, ist es vorbei mit den parteiübergreifenden Gemeinsamkeiten. Stattdessen Hauen und Stechen um Rässelchen und Förmchen frei nach dem Motto: Setzt du dich auf meine Brille, brenne ich dir ein Loch in dein Sofa. Schön ist das nicht - fürs Vertrauen in Politiker nicht und schon gar nicht für die wirklich drängenden Probleme. Bei denen ist den Bürgern egal, wer sie löst - nur anpacken könnte man das mal wieder.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 11. April 2010
Die lippische Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete Gudrun Kopp leistet Entwicklungshilfe der anderen Art. In der Diskussion um die Kampfdörfer in der Senne fordert sie die Besonnenheit der Beteiligten - um sich dann doch festzulegen. Unerlässlich sei die geplante Übungsanlage und jederzeit rückbaubar. Das sollte sie auch sein, denn je nach Ausgang der britischen Wahlen kann ein Rückzug der Briten schon relativ bald akut werden.
Akut wird's möglicherweise auch für einen Arzt aus Lippe. Der soll den Drogenersatzstoff Methadon gegen Bares an einen Süchtigen abgegeben haben - in Bausch und Bogen. Eigentlich muss der Ersatzstoff unter Aufsicht genommen werden. Der Empfänger soll aber ganze Wochenrationen mit auf den Weg bekommen haben. So hilft die Therapie - dem Arzt.
Erst war man in Lippe beleidigt, dass man den NRW-Tag nicht bekam - nun bekommt man ihn 2012, was auch nicht ganz recht scheint. Kreis und Stadt Detmold hatten sich auf 2014 eingeschossen. Nun gilt es, früher Geld aufzutreiben. Der Clou: Das eh schon bestehende Straßentheaterfestival wird Bestandteil des NRW-Tages. Alter Wein in neuen Schläuchen - nichts dagegen, wenn er schmeckt.
Lippische Schulabgänger machen künftigen Arbeitgebern häufig Probleme durch Unterbelichtung. 61 Prozent der von der IHK befragten Unternehmen beklagen, dass es bei den Abgängern mit dem Rechnen nicht so klappt. Auch der mündliche und schriftliche Ausdruck besteche mehr durch Un- als durch Vermögen. Jeder Zweite ließe zudem geeignete Umgangsformen vermissen. Nach der Generation Golf und der Generation Umhängetasche nun also: Generation blöd?
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, Ostern 2010
Was für ein Fest. Die dicksten Eier der Region haben sich hier versammelt. Auf der Hitliste auf Platz 1: Damm-Eier. Die Chaostruppe aus Bielefeld lässt weiter Köpfe rollen: Nun musste Sportgeschäftsführer und Interimstrainer Detlev Dammeier herhalten. Der künftige Trainer soll auch der Sportgeschäftsführer sein, begründete der Aufsichtsrat den Schritt. Wichtiger wäre doch die Antwort auf die Frage gewesen: Wann eigentlich spielt Arminia mal wieder, sagen wir mal: Fußball?
Der Bahn ein Ei ins Nest gelegt haben Horn-Bad Meinberger Bürger: „Dieser Bahnhof - ein Schandfleck; zuständig ist die Deutsche Bahn AG" ist die Aufschrift eines Schildes, dass die Bürger an die Bahnstrecke gestellt haben, weil der Bahnhof verwahrlost. Die Bahn wird auch in diesem Fall machen, was sie am besten kann: rumeiern, ignorieren und: zu spät kommen.
Als unbelehrbare Eierköpfe erwiesen sich zwei Detmolder in Münster. Einer von ihnen fuhr mittags gleich dreimal rückwärts gegen einen Baum. Als die Polizei dazu kamen, hatten sie gleich den richtigen Riecher. Die Lipper konnten sich vor Alkohol kaum auf den Beinen halten. Widerständig zeigten sich die kräftig betankten Herren, als es um die Entnahme einer Blutprobe ging. Der Führerschein wurde trotz des Vorfalls nicht einkassiert - es gab gar keinen.
Die Kalletaler Koalition aus SPD, Grünen und UKB will möglicherweise vors Oberverwaltungsgericht ziehen, um doch noch eine Wiederholung der Kommunalwahl für den Ortsteil Lüdenhausen durchzusetzen. Da war während der Stimmauszählung das Wahllokal zeitweise unrechtmäßig verschlossen gewesen. Falsch gelaufen, aber der Sinn der Beschreitung des langen Klageweges bleibt trotzdem gut versteckt.
Finden Sie, was Sie suchen - frohe Ostern. Und dann: Neue Woche, neue Themen. Wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 28. März 2010
Ende im Gelände - am 19. Mai soll der Noch-Landesverbandsvorsteher Andreas Kasper abgewählt werden. Der falsche Doktor fällt langsam - und er fällt weich. Die nächsten fünf Jahre stehen ihm monatlich 5.400 Euro zu, so er keinen neuen Job antritt. Ein neuer Job sei kaum realistisch, äußerte sich Kasper und macht dafür Internet-Suchmaschinen verantwortlich, die seinen Diebstahl geistigen Eigentums auf immer und ewig preisgeben werden. Waren es auch die Internet-Suchmaschinen, die ihm damals die Texte anderer für seine geklaute Doktorarbeit offenbarten?
Ganz zaghaft geht man in Detmold an die Erhöhung der Parkgebühren. Die erste Stunde bleibt alles beim Alten, darüber hinaus soll man für 10 Eurocent nur noch sechs statt bisher acht Minuten Parkzeit bekommen. Kommunale Defizite lassen sich so nicht ausgleichen. Die Mehreinnahmen sollen allen Ernstes in die Erneuerung der Parkscheinautomaten fließen. Ein selbsterhaltendes System. Kaum auszudenken, was passieren würde, wenn man auf die Automaten einfach verzichten würde...
Ein Musiker aus Oerlinghausen hatte seine Geige in einer Ruhrgebiets-S-Bahn liegen lassen. Der 3.000 Euro teure Klangkörper konnte zwei Wochen später wiedergefunden werden - durch ein paar Klicks des Musikers im Internet. Da wurde das Instrument zum Kauf angeboten. Ein getarnter Polizist vereinbarte mit dem Anbieter einen Besichtigungstermin und beschlagnahmte dann das gute Stück. Cleverer Musiker, für den gelten kann: Der Könner surft und geigt.
Wenn man den Kämmerer des Kreises Lippe nach seinem Befinden fragt, müsste man eigentlich zur Antwort bekommen: Geht gerade so. Einmal nämlich noch ist der Haushalt als ausgeglichen über die Bühne gegangen. Geht die Entwicklung so weiter, dann sind im kommenden Jahr die Rücklagen aufgebraucht. Wo das Geld fehlt, muss der Grips ran - so gesehen kann man sich auf den sicher knappen Haushalt 2011 fast schon wieder freuen.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 21. März 2010
Eine wortgewandte auf den Punkt kommende Dame mit Doppelnamen und Bindestrich schrieb uns das hier, Zitat: „...weil die Presse zu unserer Ausstellung und auch danach doch etwas „dürftig" war, möchte ich Sie bitten, noch einmal eine Pressemitteilung zu drucken (...) zumal wir keine Kaninchen oder Hühner ausstellen, sondern nur Frauenkunst." Liebe Frau Doppelname-Bindestrich, wir drucken zwar nichts, verspüren aber durchaus, den durch Ihre Zeilen entstehenden Druck. Und wir freuen uns auf Kaninchen- und Hühnerzüchter, weil das so freundliche Menschen sind...
Vorhang auf für die Schlussvorstellung des Kasper-Theaters: Erst soll der Innenminister prüfen, parallel aber wird schon mal vorsorglich ein Abwahlantrag gestellt und dann wollen die politischen Fraktionen gemeinsame Sache machen, um einen Neuanfang für den Landesverband hinzukriegen. Wie den allerdings der scheidende Landesverbandsvorsteher hin bekommen will, dem bisher noch kein Wort der Entschuldigung über die Lippen ging, bleibt rätselhaft. Seit dieser Woche aber steht fest: aus dem Kasper-Theater wird ein Tourneetheater für den Hauptdarsteller.
Bei der Agentur für Arbeit in Detmold kam auch etwas weg - nämlich 8.000 Euro. Die soll eine Mitarbeiterin bei der Messe „Berufe live" abgezwackt und in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. 8.000 Euro - das sind etwa 22 Hartz IV-Regel-Monatssätze. Wie sich die anfühlen, könnte die Mitarbeiterin erfahren, wenn das Gericht sie entsprechend verknackt. „Berufe live" in anderer Gestalt...
Google Street View bringt Bürger in Wallung, Politiker ins Grübeln und die Rathäuser an die Arbeit: In Lemgo konnte sich der Rat nicht zu einer Resolution gegen die Erfassung von Straßen und Häusern in der Stadt durchringen. In Detmold hat man Google geschrieben, was bei Street View nicht hinein darf. Google interessiert das bisher nicht - und uns interessiert, ob wir nicht mit der echten Welt schon genug zu tun haben, als dass uns die virtuelle auf den Baum bringen kann.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 14. März 2010
Ein lippischer Polizist muss vor den Kadi, weil er das Knöllchen einer Bekannten vernichtet haben soll. Unterdrückung einer Urkunde nennt sich das im Fachchinesisch. Aufgeflogen war die Aktion, als ein Freund der Frau das Ganze mitbekommen hat und daraufhin zur Polizei ging. Sicher, Freundschaftsdienste haben ihre gesetzlichen Grenzen - aber, und da wird die Betroffene auch schon drauf gekommen sein: Auch Freundschaften kommen an Grenzen...
Steckenpferde kann man aus dem Rennen nehmen. Das klappt allerdings nicht, wenn der Antrag keine Mehrheit findet. In diesem Fall unterlag die SPD im lippischen Kreistag. Gewinner ist der Landrat, der weiter über eine ordentliche, ganze Pressestelle, über die Loge in der Lipperlandhalle und über die kostenaufwändig eingeführte Behördenrufnummer 115 verfügen darf. Sparen war auch schon mal einfacher.
Um die Kampfdörfer in der Senne ist genau das entstanden - ein Kampf nämlich. Einerseits ein Kreis Gütersloh, der die britischen Planungen genehmigt hat und die Briten, die schon mal während der Einspruchsfrist das Baggern angefangen haben - andererseits der Naturschutzbund NRW, der genau das für rechtswidrig hält. Nun wird geklagt und der Baustopp beantragt - und der Gerichtssaal wird Kampfdorf, irgendwie.
Wenn's der Kuh zu bunt wird, geht sie auf's Eis. Ziemlich bunt trieb's auch ein 16 - 18jähriger in Detmold-Berlebeck. Er lief im Schnee auf ein Auto zu, rollte sich mit Schwung über die Motorhaube ab und verschwand im Dunkel. Wenn Mutprobe, dann Blödprobe - ansonsten hat der junge Mann vielleicht zu viele von den falschen Filmen gesehen.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 5. März 2010
Der NRW Tag kommt nach Lippe. 2012 sollen Detmold und der Kreis den lang ersehnten Tag ausrichten. Die FDP in Horn-Bad Meinberg schießt jetzt aber quer. Sie fürchtet, dass alle Kommunen sich über die Kreisumlage am Fest beteiligen. Außerdem hat Horn-Bad Meinberg nichts vom NRW Tag, sagen die freien Demokraten. Da frage ich mich - was haben wir von diesem Einwurf? Man könnte auch Fragen: Warum stehen in Detmold Hinweisschilder auf Horn-Bad Meinberg bzw. die Externsteine. Hat Detmold etwas davon?
Da haben sich viele zu früh gefreut. Der Brite baut Kampfdörfer in der Senne. Eigentlich hatte man lange gedacht: Die haben kein Geld dafür. Jetzt hat man sogar die Widerspruchsfrist missachtet und ratzfatz Tatsachen geschaffen. Der Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge schimpft und leider muss man wohl erkennen, dass dies wenig bringt. Gebaut werden die Dörfer so oder so.
Voll cool ist eine Idee der Lemgoer St. Nicolai Gemeinde. Nach einem Spendenterminal und Spendeninternetseiten kommt der neuste Clou aus den Hosentaschen der Kirchgänger. Per SMS kann man für die Neugestaltung der Außenanlagen spenden. Es bleibt die Frage - darf ich mein Handy dann im Gottesdienst anlassen und statt Kollekte smsen?
Tolle Vorschläge von einem ehemaligen Landratskandidaten für Lippe und jetzigen Bundestagsabgeordneten. Die Pleite-Griechen sollen doch einfach ihre Inseln vor der Küste verkaufen.
Hmmm... Der Bund der Steuerzahler gibt 1,8 Billionen Euro Schulden für Deutschland an. Liebe Sylturlauber, wenn es nach MdB Frank Schäffler geht, fahren sie besser in den Spreewald. Sylt wird vielleicht schon bald an die Schweizer verkauft.
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Lippische Spitzen, 28. Februar 2010
Die Stadt Detmold lädt ein - und zwar die Presse zum Gespräch über den Internationalen Frauentag 2010 und die Auswirkungen in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Geschlechterverhältnisse. Bitte, was ist da los? Die Erklärung folgt dabei auf dem Fuße, Zitat: „Die Sicherung und Entwicklung der Gleichstellung von Frauen steht dabei im Mittelpunkt." Zitat Ende. Ist nach 30 Jahren Gleichstellungsbeauftragte nicht irgendwann auch mal alles gleichgestellt? Und überhaupt: D i e Wirtschaftskrise ist doch unstrittig weiblich - oder?!
Margot Käßmann ist auch weiblich, 1,54 Promille sind eher ein bisschen kerlig, das Bedauern jedoch ist nicht etwa sächlich - sondern Dutzmännlich. Der Landesuperintendent der Lippischen Landeskirche Martin Dutzmann nämlich ist traurig über den Rücktritt der Bischöfin nach ihrer Trunkenheitsfahrt. Er lobte sie besonders wegen ihrer Haltung zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan - und wir finden: vor der versammelten Presse hat sie mit ihrer Rücktrittserklärung ihren Mann oder ihre Frau gestanden. Egal aber auch, jedenfalls ist Margot Käßmann keine Frau von Gejammer sondern von großartiger Haltung.
Die Runde der lippischen SPD-Fraktionsvorsitzenden ist eine reine Männerrunde. Und die befürchtet den finanziellen Kollaps für Lippes Kommunen. Schon in zwei Jahren werde keine mehr einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen. Die Genossen wollen nun eine sinkende Kreisumlage und größere Sparanstrengungen. Wo man noch was sparen könnte? Na, vielleicht kommen sie nach dem Gehörten drauf...
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Lippische Spitzen, 21. Februar 2010
Na, das geht ja mächtig nach vorne los: Am SchiederSee wird jetzt die Gastronomie an einen Blomberger Betreiber verpachtet. Im vergangenen Jahr wurde vom Kreis noch der große Wurf angekündigt: Das Freizeitzentrum SchiederSee als Ganzes sollte von einem Holländer vermarktet werden, Musterhäuser bald gebaut werden und überhaupt eine neue Zeit hereinbrechen. Nun sind wir also wieder in der Realität, der See dümpelt, die Tulpen sprießen bald - und noch nicht ein Tulpenkopp hat ein Ferienhaus am SchiederSee gekauft.
Auch durch die Decke kracht Horn-Bad Meinberg. Die Übernachtungszahlen hätten sich im Vergleich zu Lippe und NRW positiv entwickelt, lässt man uns wissen. Um dann zu sagen, dass die Hotelübernachtungen um 5 Prozent runter gegangen seien, die Übernachtungen in Pensionen aber um 5 Prozent rauf. Bleibt unterm Strich ein Minus von 2,7 Prozent. Und wir fragen uns: Gibt minus und minus ein Plus - oder ist das Minuswachstum was Positives, wenn es immerhin Wachstum ist?
Die Straßenmeisterei Halle guckt salztechnisch auf Grund - und lässt so Leopoldshöhe (k)alt aussehen. Der Winterdienst wurde eingestellt. Vielleicht hat der Winter ein Einsehen und stellt sich jetzt auch bald ein. Zwischenzeitlich aber werden Salz-Frachter aus Chile in Hamburg begrüßt als liefe Queen Mary daselbst in den Hafen ein. Der Untergang des Abendlandes bekommt mal wieder Aufschub.
Wo der Salzeinkauf generalstabsmäßige Planung hat missen lassen, zeigt die Detmolder Werbegemeinschaft, wie man sich von Frost zu Frost hangelt. Man gründet die Arbeitsgruppe „Weihnachtsmarkt", um der Stadt endlich was Weihnachtlich-Feierliches angedeihen zu lassen. Politische Vertreter, Polizei und Feuerwehr sollen in der Gruppe auch mitmischen - und wir ahnen: Weihnachten wird auch 2010 kein Wunschkonzert.
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Lippische Spitzen, 14. Februar 2010
In Lemgo hat NRW-Innenminister Ingo Wolf die Kommunen aufgerufen, die einheitliche Behördenrufnummer 115 auszubauen. 20 der bundesweit 25 bisher teilnehmenden Modellregionen lägen in NRW, sagte der Minister stolz. Über fünf Millionen Menschen könnten so auf den Dienst zugreifen. Ihr Aufruf ist ja ganz schön, Herr Minister - Anrufe allerdings wären noch schöner. Aber da hält sich der bisher wenig geneigte Bürger doch ganz schön zurück.
Immer weniger Lipper halten das Geld zusammen, wie das Klischee es eigentlich will. Der Grund ist ebenso einfach wie ernüchternd: Sie haben keines mehr. 470 Privatinsolvenzen gab es in 2009. Mehr Schuldner weist in OWL nur Bielefeld auf. Besonders gut steht im OWL-Vergleich der Kreis Gütersloh da. Was aber nicht heißt, dass da alle mehr haben. Viel mehr haben ein paar wenige ganz besonders viel.
Gesucht wird: mal wieder ein neuer Landesverbandsvorsteher. Der bisherige hatte sich die Aufforderung von CDU, Grünen und Freien Wählern schnell zueigen gemacht, sich beruflich umzuorientieren. Mit diesem Denkprozess wird er ein Weilchen zu tun haben, denn die Aufforderung kam ja nicht von ungefähr: Andreas Kasper neigte in der Vergangenheit zu geistigem Diebstahl. Als neuerlich darüber berichtet wurde, war sich Politik schnell einig: Schluss mit Kaspertheater.
Ganz zuletzt begannen die gespielten Stücke aber auch wirklich zu langweilen: Bei der durch Andreas Kasper abgeschriebenen Doktorarbeit zeigte der Zweitautor auf die Uni, die besser hätte aufpassen müssen. Bei den Schilderungen über zwei abgekupferte Buchtitel zeigte Kasper auf die Medien und sagte: die berichten kampagnenartig. Und wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld. Achtung, Zitat, Herr Kasper - und zwar aus Wikipedia: „Kasper ist der komische Held des Kaspertheaters (...) mit derb-naiver Handlung." Zitat Ende. Zumindest derb war das hiesige Theater nicht.
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Lippische Spitzen, 7. Februar 2010
Dummdumm hieß zwar nicht Geschoss, aber es war wohl der Zustand der Schießenden. In Lage hatten sich Unbekannte die Nordwestbahn vorgenommen und für acht Einschüsse gesorgt. Der Zug war vollbesetzt, als fünf Seitenscheiben zerbarsten. Es ist nicht anzunehmen, dass die Täter den Schuss nicht gehört haben - aber trotzdem stimmt es auch irgendwie.
Gänzlich hohl ist auch der Abwurf von Gegenständen von Brücken der A2 oder der A33. Vorgekommen ist das mittlerweile zum dritten Mal - und immer ging es ziemlich knapp an Katastrophen vorbei. Was für die Werfer vielleicht noch Dumme-Jungen-Streich ist, ist für den Staatsanwalt im Zweifel ein Mordversuch. Tödliche Langeweile ist nämlich mehr als eine Formulierung.
Wegen technischer Probleme auf der Strecke Bielefeld - Lemgo hat sich die Eurobahn in dieser Woche bei ihren Fahrgästen entschuldigt. Als Trost verteilte man Schokolade und sagte so merci für die Geduld. Es ist nur ein Gerücht, dass die Fahrgäste wie im Chor angestimmt haben sollen: Ich will keine Schokolade, ich will lieber eine Bahn...
Das Elend ist groß, jetzt fängt auch das Finanzamt an zu jammern: 150 Millionen Euro habe man allein im Finanzamt Detmold im Jahr 2009 weniger eingenommen. Begründet wird's mit der Wirtschaftskrise und Veränderungen bei der Erbschaftssteuer. Und wir fragen uns: Ist das eigentlich eine Nachricht? Und wir suchen nach denen, die im Krisenjahr 2009 deutlich mehr eingenommen haben. Das wäre mal ne Meldung...
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Lippische Spitzen, 31. Januar 2010
Allez hop sagen die Leopoldshöher Grünen und wollen, dass ihre Gemeinde an der Landesinitiative „100 neue Alleen für Nordrhein-Westfalen" teilnimmt. Das sieht gut aus, sorgt für weniger Lärm, weniger Schadstoffe und für weniger Staub, sind die Grünen überzeugt. 80 Prozent der Kosten trägt das Land - und da ist den Grünen dann auch egal, dass Jürgen Rüttgers der obergrüne Ideengeber des Alleenprogramms ist. Bäumchen, wechsle dich...
Um die 400 Menschen aus Lippe mussten im vergangenen Jahr zum Idiotentest - ein paar weniger als im Jahr davor. Den Test müssen hauptsächlich solche Menschen machen, die häufiger mit Alkohol oder Drogen am Steuer aufgefallen waren. Und wenn der Vorturner einer solchen Medizinisch-Psychologischen Untersuchung dann auffordert: Gehen Sie mal über die weiße Linie - dann meint er auch gehen und nicht etwa schniefen...
Geht die SchiederSee-Hoffnung mal wieder baden? Die angeheuerten niederländischen Projektplaner jedenfalls sind mit ihren Aktivitäten kaum spürbar. Sie wollten einen Ferienhauspark bauen, scheitern aber bisher schon am Aufbau ihrer Internetseite. Der letzte Eintrag zum Thema SchiederSee ist von August 2009. Der Tümpel ist eben irgendwie doch ein Saisongeschäft.
Die Salzlagerhalle in Augustdorf ist leer, Nachschub nicht in Sicht. Von einer Notsituation spricht der Bürgermeister und äußert, dass der Lieferengpass beim Streusalz noch weiter anhält. Kritische Geister könnten auf die Idee kommen, dass dem Lieferengpass im Winter ein Bestellengpass im Herbst voraus ging. Nun ist es zu spät - aber auch die Verursacher des Mangels wollen nicht ins Rutschen kommen, ganz gleich wo sie sind.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 24. Januar 2010
Warum hat das Krokodil so einen platten Kopf? Weil der Kasper immer mit der Flitsche drauf haut... Jetzt ging's andersrum: Der Staatsanwalt hat zugeschlagen - auf den Kasper ohne Doktor. Und der steckt den 9.000 Euro schweren Straf-Hieb reumütig weg. Der Landesverbandsvorsteher hat's aber auch nicht leicht: Im Landesmuseum des Landesverbandes wird kommenden Sonntag das Puppenspiel „Kaspar auf geheimnisvoller Spur" gezeigt. Als sei's ein Stück des Staatsanwalts.
Früher fuhren die Deutschen nach Polen, um sich billig mit neuen Zähnen und anderen Schönheitsartikeln zu versorgen. Jetzt soll es auch hier umgekehrt gehen. Ein polnischer Investor will in der Bad Salzufler Klinik am Kurpark eine Klinik für Schönheitschirurgie einrichten. Einer vorher dort geplanten Mutter und Kind-Klinik hatten die Politiker eine Absage erteilt. Vielleicht sind sie ja für Facelifting zu haben - das ließe auch die Stadt gut aussehen.
Eine italienische Parlamentsabgeordnete sorgte hier bei uns für hektische Betriebsamkeit. Dass sich die Mafia ausgerechnet in Detmold breit gemacht haben soll, ließ die einen staunen und die anderen ganz fix dementieren. Was wiederum die italienische Politikerin nicht wundert: Die deutsche und die italienische Staatsanwaltschaft würden nicht gerade gut miteinander arbeiten. Im Hintergrund oder im Untergrund arbeitet die Mafia - oder auch nicht. Irritazione totale...
Alles halb so wild - sagen die Sparkassen in Lippe beim Rückblick auf das Jahr 2009. Sie haben vergleichsweise gute Ergebnisse hingelegt. Doch auch für Bänker gilt: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und da ist auch 2010 kein Ponyhof. Aber gut wird's, wenn die Sparkässler auch 2011 sagen können: alles halb so wild... ewig grüßt das Murmeltier.
Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 17. Januar 2010
So funktioniert die Annäherung der Kulturen: Da sich beim Hallenfußball auch eine türkische Mannschaft qualifiziert hatte, bot man in Augustdorf auch Hähnchenschnitzel und Geflügelwurst an, Als das Team, nämlich der TSV Horn dann Meister wurde, leerte man ein paar Kisten Bier, die der Vereinsvorsitzende spendierte. Wir lernen: Fleisch kann eine Glaubensfrage sein - Bier ist eine Frage von Durst.
Die St. Nicolai-Gemeinde in Lemgo lässt ihre Mitglieder die Arbeit machen: Im Internet kann der Gottesdienst für den 24. Januar mit vorbereitet werden. Die Geschichte macht Mitläufer zu Mitmachern. Und wir erkennen: Kirche geht modern - oder Kirche geht langsam baden.
Ein Detmolder Musiker ist am Düsseldorfer Flughafen teuer gelinkt worden. Ein Unbekannter lenkte ihn ab, ein Komplize schaffte in der Zeit das Gepäck des Detmolders beiseite. Ein Fagott und zwei Klarinetten im Gesamtwert von 50.000 Euro verschwanden so auf Nimmerwiedersehen. Die Instrumente sind zwar nicht fagotten, aber verloren...
Das Leben ist bunt. Aber ein Swingerclub in der Wilhelmsburg in Lage war dann doch des Bunten zu viel. Nun ist die Immobilie unter den Hammer gekommen. Zugeschlagen hat jemand, um dort ein asiatisches Restaurant zu eröffnen. Und dieser Jemand ist ein Asiate und kommt von Mallorca. Das Leben ist globalisiert.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran. :-)
Lippische Spitzen, 10. Januar 2010
Ganz großes Kino in Schlangen: Dort wurde eine Touristinformation eingeweiht, die auf der Suche nach Hotels hilft und GPS-Geräte verleiht. Die lippische Touristenhochburg Schlangen - wie sehr haben wir sie doch bisher verkannt. Oder helfen die GPS-Geräte, ein Hotel zu finden, weil das nächste brauchbare Haus doch weit von Schlangen entfernt ist?
Der Klima- und Umweltausschuss in Bad Salzuflen hat was gegen Pilze, gegen Heizpilze ganz genau. Die seien Energiefresser und umweltfeindlich seien sie auch. Jetzt hoffen die Politiker auf den freiwilligen Verzicht von Gastronomen und Gästen. Beten, hoffen, warten kann eine Lösung sein, muss aber nicht. Helfen könnte ja auch, wenn man Außengastronomie nur zulässt, wenn das Wetter danach ist. Der Sommer jedenfalls blieb bisher Pilz-frei.
Geht's nach den Grünen in Lemgo, dann ist das so genannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz ein Bumerang für den städtischen Haushalt. Eine Million Euro an Belastungen kämen zusätzlich auf den Lemgoer Etat zu und noch einmal 700.000 Euro Anteil an Hartz IV-Geldern. Auch der CDU-Bürgermeister protestiert gegen die vermeintlichen Beschleuniger aus Berlin - wohl mit wenig Aussicht auf Erfolg. Rohrkrepierer hatte es dort in den vergangenen Wochen auch so schon mehr als genug gegeben.
Und doch gibt es Wachstum - an der falschen Stelle. Die Rettungsleitstelle des Kreises Lippe hat 2009 20 Prozent mehr Notrufe entgegen genommen. Und da sind die politisch motivierten Hilferufe noch gar nicht mit drin.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 3. Januar 2010
Das neue Jahr ist gut für ein paar neue Vorsätze. Ob daraus dann mehr wird, hängt von den Akteuren ab:
Beispielsweise könnten sich die Kalletaler Streithähne im Rat doch zum Vorsatz gemacht haben, 2010 mal die wirklich wichtigen Dinge anzugehen und für die zu arbeiten, die sie gewählt haben: Für die Bürger. Die Realität aber ist anders: Im Zirkus Kalletali dreht sich seit Wochen alles um die Frage, ob vom Bürgermeister der Vize einen Vize braucht - oder eben nicht. Die Ratsmitglieder vertreten vehement ihre Meinungen dazu, aber nicht den Bürger.
Der TBV Lemgo könnte sich zum Vorsatz gemacht haben, 2010 mal wieder zu gewinnen. Im Moment aber geht's mehr um den Verein an sich, um Vertragsverhandlungen, um Sponsorengelder und um ein nicht gerade wild zum Sieg entschlossenes Team. Wir wünschen uns: Bespaßt endlich mal wieder eure Fans, Sponsoren und Medien - und holpert nicht so durch die Rückrunde.
Unternehmer könnten sich zum Vorsatz gemacht haben, gerade in Krisenzeiten mal wieder über die eigene Ethik nachzudenken. Das würde auch die Mitarbeiter in schwieriger Zeit motivieren. So lange aber Unternehmer wie bei der insolventen OHS in Bad Salzuflen mit ihren Mitarbeitern ein mieses Spiel spielen und klammheimlich Maschinen verschwinden lassen wollen - so lange mag das zwar Vorsatz sein - aber kein guter.
Jugendliche hätten sich vornehmen können, nicht alles zu machen, was ihr Kopf an schwachsinnigen Gedanken produziert. Aber auch hier: Fehlanzeige. In Augustdorf warfen zwei Jugendliche einen Eisklotz in die Frontscheibe eines fahrenden LKW. Es ging glimpflich aus - und für die Jungs flüchtend in den Wald.
Neues Jahr, die Zeiten waren noch nie so schlecht... wie schon immer, Ihnen ein Gutes.
Lippische Spitzen, Weihnachten 2009
Das Frohe Fest galt nicht für alle: Eher ein rohes Fest erlebten die Mitarbeiter der Bad Salzufler Firma OHS Kunststoffverarbeitung. Deren Geschäftsleitung versuchte, nachdem sie die Mitarbeiter in Weihnachtsferien geschickt hatte, die Maschinen abzutransportieren. Die wiederum gehören der Firma SEG in Niedersachsen, beide Firmen gehören demselben Unternehmer. Der wird nun zum Unterlasser, nachdem die OHS am 23. Dezember Insolvenzantrag stellen musste. Mit unternehmerischer Ethik hatte das Ganze nichts zu tun - und wir finden: Gauner muss man Gauner nennen.
Einen Klein-Krieg liefern sich die Bundeswehr in Augustdorf und die Aktion Tier. Die Tierschutzorganisation wirft der Bundeswehr vor, 30 verwilderte Katzen nicht artgerecht zu behandeln. Der Oberst hatte Futterhäuschen versetzen lassen, worauf ihr im Internet vorgeworfen wird, sie liefere die Tiere dem Verhungern aus. Wir stellen im Hinblick auf die Bundeswehr fest: Von Afghanistan nach Absurdistan ist es nur ein kleiner Schritt.
Mobbing, psychische Belastungen am Arbeitsplatz sowie wachsender Leistungsdruck in lippischen Unternehmen und Veraltungen nimmt stetig zu. Sagt der VdK-Kreisverband Lippe-Detmold in einer dreiseitigen Pressemitteilung grammatikalisch etwas holprig. Woran der Verband die Behauptung fest macht, bleibt im dreiseitigen Nebel der Mitteilung verborgen. Bei Kürzungen des sagen wir mal: Artikels ist man allerdings gebeten, den Autoren kurz zu kontakten. Wir fragen uns: Wann fängt eigentlich Leistungsdruck bei Journalisten an - und wann wird's zu Mobbing?
Weniger Mobbing als mehr Sicherheit im Verkehr bedeuten wohl die Sperrungen von Parkplätzen entlang der B1. Die hat Straßen.NRW vorgenommen, so dass Prostituierte in ihren sagen wir mal: Wohnmobilen an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert werden. Vorher hatte es schon reichlich Unfälle gegeben, weil wuschige Freier den fließenden Verkehr nicht mehr recht im Blick hatten. Die Sperrung ist also quasi ein Verhüterli.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 20. Dezember 2009
Die einen kriegen die Kurve beim Klima schützen nicht, die anderen hadern wegen der Verteilung der Steuergeschenke - und in Lippe werden echte Probleme angepackt. Die neuen Autobahn-Rastanlagen bei Bad Salzuflen sollen nun den Namen Lipperland bekommen. Die Bielefelder Seite könnte aber auch noch Ravensberger Land für sich beanspruchen. Und das Bundesverkehrsministerium sagt: Alles geregelt: Beide Seiten müssen gleich heißen. Bei soviel Liebe zum Kirchturmdenken fragen wir uns: Wie haben wir eigentlich die Globalisierung hinbekommen?
Auch ein echtes Megathema sind die für Lage und Detmold diskutierten Großkinos. Lage hat schon ja gesagt, Detmold überlegt noch. Und der geneigte DVD-Sammler fragt sich: Was soll das? In Großstädten funktionieren Großkinos, in kleineren Kommunen machen schon kleine Kinos schlapp. So what?
Wilhelm Gräfer ist ein Auslaufmodell. Der Mann war Lemgos Bürgermeister von 1923 bis 1945. Wer während der Juden-Deportationen Bürgermeister war, kann nicht zum Vorbild taugen, meinte nun der Lemgoer Rat nicht einstimmig. Die Folge: Die Wilhelm-Gräfer-Realschule ist den Namen des Patrons los. Eine Erklärung, warum solche Entscheidungen erst 64 Jahre nach Kriegsende fallen, hat noch niemand geliefert.
Aber manchmal braucht es eben Zeit, bevor man weiß, was wirklich im Busch ist: Beispiel Bad Salzuflen. Da wächst den neun Gärtnern der Kurpark wahrlich über den Kopf. Immer mehr Pflanzen, immer weniger Mitarbeiter, urteilt ein Landschaftsarchitekt. Oder andersrum: Der allgegenwärtige Sparwahn sorgt für Wildwuchs - so oder so.
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Lippische Spitzen, 13. Dezember 2009
Mathe ist toll – wenn man es denn kann. Das hat die Stadt Bünde im Kreis Herford jetzt von einem Architekturbüro aus Detmold lernen müssen. Eben jenes soll sich bei der Planung für den Ausbau eines Gymnasiums mal eben um die Kleinigkeit von einer Million Euro verrechnet haben. Um so viel soll das Ganze jetzt teurer werden. Nicht mit uns, sagt der Stadtrat und hat damit korrekt 1 und 1 zusammen gezählt.
Und noch mal Mathe – diesmal aber eher zum Thema Subtraktion. In Lemgo ist man auf der Suche nach 2 Millionen Euro, die irgendwo eingespart werden sollen. Wo der Rotstift genau malen soll, das müssen jetzt die Ratsfraktionen herausfinden. Klingt im Fall Lemgo nach der Quadratur des Kreises. Hoffen wir mal, das die Politiker auch in Geometrie sattelfest sind.
Die Wilhelmsburg in Lage wird immer mehr zum Objekt der Begierde. Nachdem Pläne für einen Swingerclub in den traditionsgeladenen Gemäuern bekannt geworden sind, gibt es jetzt noch eine Variante ohne körperlichen Vollkontakt. Ein Mehrgenerationenhaus für Jung, Alt und Vereine soll es sein. Böse Zungen könnten jetzt meinen: bis auf kleine oder auch größere Details ist das doch… Nein lassen wir das.
Der Naturpark Teutoburger Wald will die Gemeinde Augustdorf mächtig nach vorne bringen. Knapp 10.000 Euro gibt er dazu, damit im Bereich des Römertagegeländes – festhalten – Ruhebänke und Informationstafeln entstehen können. Wow. Ein weiteres touristisches Highlight in Lippe ist damit geboren. Glückwunsch.
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Lippische Spitzen, 6. Dezember 2009
Alles frisch? Nicht immer, wie eine Pressemitteilung aus dem Kreishaus belegt. Am 4. Dezember teilt man uns mit, dass seit immerhin schon dem 1. Oktober eine neue Straßenverkehrsordnung in Kraft ist. Und, so schreibt man, der Kreis Lippe habe mit der Umsetzung bereits begonnen - na immerhin. Das Spannendste dann auf Seite 2: ein Zusatzschild kann nun die Fahrbahn zum Skaten freigeben. Die Nachricht im Dezember wäre doch, wo der Kreis das erste dieser Schilder angeschraubt hat, oder?
In Zeiten der Krise freut man sich über jeden Strohhalm. So einen hat sich Phoenix Contact in Blomberg gegriffen: Man macht dort im Januar nicht länger Kurzarbeit - sondern mal kurz Langarbeit. Die Auftragslage gibt's her, aber nur kurz. Im Februar soll es wieder Kurzarbeit geben, dann bis Juli. Für die Kurzen allerdings hat man ein Herz: Die bisherigen Azubis werden alle in längere Verträge übernommen.
Die Wilhelmsburg in Lage soll eine Burg des paarweisen Glücks werden - zu neudeutsch soll dort ein Swingerclub entstehen. Der Investor aus Werther im Kreis Gütersloh muss aber erst einmal den Zuschlag bei der Zwangsversteigerung bekommen. Und ob ihm dann nicht noch der ein oder andere Anwohner in die Paar-ade fährt - das ist auch noch nicht raus.
Outsourcing ist betriebswirtschaftliches Fachchinesisch aus besseren Zeiten. Doch jetzt ist Schluss: mit besseren Zeiten, mit Outsourcing und mit China auch. Zumtobel in Lemgo holt nach China ausgelagerte Produktionen zurück, um hier Arbeitsplätze zu schaffen. Der Chinese wird die Deutschen für Schlitzaugen halten - wir halten die Zumtobler für verantwortungsvoll.
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Lippische Spitzen, 29. November 2009
Hermann macht Eindruck: Das Hermannsdenkmal gehört zu den 15 beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland. Der Deutsche Tourismusverband hat das mittels einer Online-Umfrage herausgefunden. Allerdings haben daran auch nur 2.500 Internetnutzer mitgemacht. Wer da wohl wie oft für Hermann geklickt hat. Wir wissen's nicht, hätten aber so eine Idee...
Die Deutsche Telekom räumt ihr Detmolder Call-Center. Im Frühjahr ziehen die meisten Mitarbeiter ins Call-Center nach Bielefeld um. Die zuständige Gewerkschaft sagte, dass sich Unternehmen und Beschäftigte auf einen Interessensausgleich geeinigt hätten. Konzentrationsstrategie nennt die Telekom ihr Treiben. Und das meint nachweislich nicht die Konzentration der CallCenter-Mitarbeiter...
Bei der Lippischen Landeskirche geht's ans Eingemachte - mal wieder. Drei Millionen Euro muss sie aus der Rücklage nehmen, um den Haushalt 2010 im Griff zu haben. Und die Kirchenoberen gehen endlich auch an die Substanz: Sie trennen sich beispielsweise vom unrentablen Haus Stapelage und nehmen selbstkritisch unter die Lupe, was für wirtschaftliche Schieflage sorgt. Es hat sich wohl durchgesprochen: Betriebswirtschaft ist keine Glaubensfrage - auch in der Kirche nicht.
Das so genannte Römertagegelände in Augustdorf soll Freizeitstätte werden. Bürger wollen das über ein Bürgerbegehren durchdrücken und die Freizeitadresse in Eigenleistung entwickeln. Der Gemeinderat hatte zuvor mehrheitlich befürwortet, die Fläche an einen Landwirt zu verpachten. Bürgerengagement ist gut, ein Bürgerbegehren auch - wenn es denn eines ist. Gemunkelt wird auch, dass man auch in der Verwaltung das Freizeitvergnügen befürworte - vielleicht handelt es sich dann doch mehr um ein Verwaltungsbegehren...
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Lippische Spitzen, 22. November 2009
Zum Sparen müssen Argumente her. Und so führt die Stadt Lemgo als Begründung für den Verzicht auf eine Beleuchtung des Südrings eine Erkenntnis an, die wir so noch nicht auf dem Block hatten: In einer Pressemitteilung schreibt man, dass man wegen der hohen Betriebskosten darauf verzichtet hätte, zumal (Achtung!) Kraftfahrzeuge über eigene Lichtquellen verfügen. Wir stellen fest, dass diese bahnbrechende Erkenntnis des 21. Jahrhunderts die Leuchtenindustrie ganz schön ins Schwitzen bringen wird - und wir meinen auch, dass nicht jede große Leuchte auch über genügend Strahlkraft verfügt.
Auch in Lemgo lernen wir noch mehr: Handball-Spiele sind jetzt auch in Kurz-Version zu haben. Bei der Gurken-Nummer des TBV gegen die Rhein-Neckar-Löwen - das Ergebnis war sage und schreibe 22 : 38 - beendeten zahlreiche Zuschauer ihre Teilnahme, als es denn gar nicht mehr zu ertragen war. Vorher lieferten sie ein gellendes Pfeifkonzert ab - und waren doch nicht die größten Pfeifen in der Lipperlandhalle.
Die Stadt Detmold will heraus bekommen, was Menschen aus Augustdorf, Blomberg, Lage, Lemgo, Schlangen und Horn-Bad Meinberg am Einkauf in Detmold reizt oder hindert. Die Sache mit dem Reiz ist vielleicht noch einfach zu beantworten: In Detmold gibt es Dinge, die es auf dem Land nicht gibt. Interessanter wird's, wenn Detmolder woanders kaufen - weil es woanders Dinge gibt, die es in Detmold so nicht gibt vielleicht...
Die Spezialdemokraten wollen weiter Partei der Mitte sein sagte uns SPD-Kreisgeschäftsführer Rainer Brinkmann nach dem Dresdner Parteitag der SPD. Doch da wird's langsam eng - also in der Mitte und wohl auch in der SPD. Die CDU firmiert bereits unter „Die Mitte." Die „Neue Mitte" hatte Gerhard Schröder bereits 1998 für sich beansprucht und später ein wenig verheizt. Haben die Sozis doch schon wieder ein Problem: Ein Linksrutsch wird nicht goutiert, ein Rechtsrutsch verbietet sich von selbst - und in der Mitte ist's arg eng für ein eigenes Profil.
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Lippische Spitzen, 15. November 2009
Die Altersteilzeit soll zum Ende des Jahres in Rente gehen - was der lippische SPD-Bundestagsabgeordnete Dirk Becker verhindern will. Seine Fraktion habe einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt. Zuversicht schadet ja nicht, aber Oppositionserfahrungen muss der Sozi erst noch machen.
Bei Weidmüller in Detmold hängt der Haussegen deutlich schief. Viele Mitarbeiter sind gegen die geplante Streichung von 200 Stellen auf die Straße gegangen. Während die Wirtschaftskrise das Unternehmen voll erfasst hat, vermutet die IG Metall, dass man die Mitarbeiter nicht wegen der schlechten Auftragslage sondern aus allgemeinen Rationalisierungsgründen entsorgen will. Die Gewerkschafter geben den Lautsprecher, während sich das Unternehmen in Schweigen hüllt. Transparentes Handeln geht anders.
Und noch einmal Gewerkschaft: Im Streit zwischen ver.di und der Lippischen Nervenklinik Dr. Spernau haben die Kontrahenten extrem viel Ausdauer bewiesen. Nach über einem halben Jahr wurde der Nervenkrieg um die Einführung eines Tarifvertrages nun entschärft. Man hat sich zu vorläufigem Frieden verpflichtet und will nun einen Haustarifvertrag schließen. Möge die Übung gelingen - wir jedenfalls verbreiten gern und lieber positive Nachrichten.
Die Party ist vorbei - nun will Lippes FDP-Frau Gudrun Kopp mehr Nachdenklichkeit in Sachen Mauerfall: 20 Jahre nachdem das ostdeutsche Volk auch für freie Wahlen demonstriert habe, wäre nun die Gruppe der Nichtwähler die Größte der Republik. Mehr politische Transparenz und Teilhabe am politischen geschehen soll Abhilfe schaffen, meint Gudrun Kopp. Mit andere Worten hätte sie sagen können: Die Mauer ist weg, nun mauern die Politiker.
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Lippische Spitzen, 8. November 2009
Eltern durchleben diesen Kampf jeden Tag. Denn jeden Tag testen die Kinder aus, wie weit sie gehen dürfen. In dieser Woche ist dieses Machtspiel auch sehr beliebt in den Städten und Gemeinden. Nehmen wir den neuen Rat in Kalletal. Es war die erste Sitzung nach der Bundestagswahl. Da hat die CDU Fraktion den Saal verlassen, weil sie ihren zweiten stellvertretenden Bürgermeister nicht bekommen hat. Also das Kind von meinen Nachbarn schmeißt sich auch immer auf den Boden und brüllt, wenn es seine Süßigkeiten nicht bekommt.
In Leopoldshöhe sind Rastazöpfe und Reaggemusik angesagt. Nur das mit dem Gras rauchen wird nichts. Denn die Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen hat in ihrer Koorperationsvereinbarung festgelegt, dass man sich für den Klimaschutz einsetzen möchte.
Wenn der Hausverwalter dreimal klingelt, gibt's in Lage jetzt Abos fürs Bezahlfernsehen. Dort haben Betrüger sich laut den Bewohnern als Hausverwalter ausgegeben und den ihnen erklärt, dass sie jetzt ein neues Abo fürs Bezahlfernsehen haben. 17 Euro kostet das monatlich. Unser Tipp: hören Sie Radio Lippe. Das ist bis auf den Strom kostenlos und warnt sie vor solchen Betrügern.
Ein Grunzen geht durch Lippe. Die Schweinegrippe greift um sich und die Impfung verunsichert die Menschen. Soll ich mich impfen lassen oder nicht - selbst viele Halbgötter in Weiß sind sich nicht sicher.
Ein Gutes hat das Ganze aber: wie uns bestätigt wurde, gibt's jetzt endlich an allen lippischen Schulklos Seife und Papiertücher.
Lippische Spitzen, 1. November 2009
Die FDP hat vor der Bundestagswahl gesagt: Das Entwicklungshilfeministerium könnte man abschaffen. Getan hat man es nicht und so bekommt auch eine lippische Bundestagsabgeordnete einen gut dotierten Posten. Die bisherige energiepolitische Sprecherin der FDP, Gudrun Kopp, aus Lage ist neue Staatssekretärin im Entwicklungshilfeministerium. Bleibt festzustellen, dass ein Ministerium bei Kopps persönlicher Entwicklung geholfen hat.
Wahlversprechen sind auch für den ehemaligen Detmolder Bürgermeisterkandidat Stephan Grigat ein Thema. Nach einem Unterirdischen Wahlergebnis trat er vom Fraktionsvorsitz zurück, und jetzt ist er plötzlich wieder da. Kurz vor der entscheidenden Sitzung tauchte in der Fraktion die Frage auf, ob er den Posten doch noch will. Er wollte - dem Vernehmen nach wollte das aber nicht jeder der Christdemokraten. Wahl ist Wahl und Ergebnis ist Ergebnis und allen konnte man es noch nie recht machen.
Rot und Grün in Schieder Schwalenberg wollen mehr Leben in die Stadt bringen. Aus Hiddenhausen im Nachbarkreis Herford will man deshalb ein Förderprogramm - „Jung kauft alt" - adaptieren. Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber Hiddenhausen hat relativ solide Finanzen, ein attraktives Kulturprogramm und eine direkte Autobahnanbindung. Und so ist das Programm wohl eher ein netter Trick und Zückerchen für neue Bewohner, als ein Problemlöser für Schieder Schwalenberg.
Ein Pastor aus Süddeutschland hätte gerne Viagra von der Kasse. Deshalb klagt er im Moment vor einem Detmolder Gericht. Seine private Krankenversicherung will die Kosten fürs Medikament nämlich nicht bezahlen. Eindeutig ein rein evangelisches Problem.
Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 25. Oktober 2009
Der TBV Lemgo ist gerade nicht auf der Höhe seiner Schaffenskraft unterwegs. Fans und Beobachter üben harsche Kritik an der spielerischen Leistung des Turn- und Ballspielvereins. Die Spieler präsentieren sich währenddessen mit anderen Tätigkeiten: Mimmi Krause rettet in einer Kampagne die Robben und Logi Geirsson kümmert sich um die Vermarktung seines Haargels in Island. Wir urteilen: Da mögen die Lemgoer spielen, wie sie können - Hauptsache, die Haare liegen...
Der Streik der Gebäudereiniger ist in Lippe angekommen. In der Bezirksregierung haben acht Putzkräfte Wischmop und Besen unbeachtet in der Ecke gelassen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Spätestens, wenn der Streik beendet ist, wird auch in dieser Behörde mal wieder richtig Staub aufgewirbelt.
Wir lieben die Doppeldonnerstage bei Radio Lippe und Doppel-Whopper mögen wir auch. Aber nicht alles, was doppelt ist, ist deshalb auch doppelt gut. In Blomberg saß ein Mann bei der Polizei, der einen Vorladungstermin wegen eines Ladendiebstahls hatte. Vorher hatte er ganz gepflegt einen weiteren Ladendiebstahl begangen. Die Polizei konnte Ähnlichkeiten erkennen und musste dem Mann doch irgendwie dankbar sein: Mittäter und Diebesgut aus dem zweiten Klau hatte er direkt vor der Wache geparkt.
Die Begeisterung für die neue Impfung gegen die Schweinegrippe ist nicht gerade ansteckend. Von 400 angefragten Ärzten in Lippe können sich gerade mal 74 vorstellen, diese Impfe zu verabreichen. Das Serum setzt bisher nur einen so richtig unter Begeisterungsfieber: Die Pharma-Industrie.
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Lippische Spitzen, 18. Oktober 2009
Die lippischen Arbeitnehmer sind immer seltener krank. So lautet eine Schlagzeile dieser Woche, weil nach Arbeitgeberverbandsangaben der Krankenstand noch einmal gesunken ist. Die Schlagzeile ist ganz sicher eines: Falsch. Denn niemand sucht sich aus, ob er krank wird oder nicht. Wohl aber entscheidet jeder selbst, ob er sich krank schreiben lässt, oder nicht. Die richtige Schlagzeile ist also: die lippischen Arbeitnehmer stehen enorm unter Druck. Ob der krank macht?
Der Landesverband Lippe wird politisch aufgeblasen. Reichten für den Landesverbandsvorsteher bisher zwei Stellvertreter, sollen es künftig fünf sein. Dabei geht es wohl weniger um zu erwartende Abwesenheiten des Chefs als mehr um die Bedienung politischer Interessen. Ob die Stellvertreter-Inflation die richtige Botschaft ist? Oder trägt sie einen Teil zu der Bürgermeinung bei, die da oben machten ja doch, was sie wollen. Oder sie lassen sich eben dabei vertreten...
In Lemgo räumt Politik ab - und zwar sich selbst: Bei Grünen und SPD schmeißen Funktionsträger hin, weil sie meinen, nach desaströs verlaufenen Wahlen müsste mal ein neuer Wind hinein. Bei der SPD meint man darüber hinaus, wenn sich der Vorsitzende als zweimal gescheiterter Spitzenkandidat schon nicht bewege, dann müssten das wenigstens die Stellvertreter tun. Erfahrungen sind gut, doch leider hat man sie immer erst, nachdem man sie gebraucht hätte.
Die Detmolder Wortmann-Gruppe ist bester Schuhhersteller 2009 - das meint eine Branchen-Fachzeitschrift. Das Unternehmen habe sich zu einem der ganz Großen in der Branche entwickelt, ohne die Bodenhaftung zu verlieren, heißt es. Vielleicht liegt das ja an den Schuhen?
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Lippische Spitzen, 4. Oktober 2009
Keine neue Heimat für straffällig gewordene Jugendliche - zumindest nicht in Horn-Bad Meinberg. Mit großer Mehrheit hat der Rat den Vorstoß einer Berliner Gesellschaft für ein entsprechendes Wohnprojekt abgeschmettert. Der Grund: Man fürchtet Nachteile für den Tourismus im Ort. Wir meinen: Berliner Jugendliche zu integrieren ist ja auch was anderes als sie zu exportieren.
Das Niedrig Energie Institut in Detmold schickte eine Einladung auch an die Presse, um ein aktuelles Bauprojekt zu besichtigen. Helm und Sicherheitsschuhe seien mitzubringen, Hund und Kinder hingen durften nicht. Liebe Niedrigenergie-Menschen, wir sind zwar das Familienradio schlechthin, Hunde müssen aber auch bei uns leider draußen bleiben, Kinder sind da unter gebracht, wo sie gut untergebracht sind - und in Ermangelung von Helm und Sicherheitsschuhen mussten wir leider bleiben, wo wir waren. Wir laden aber gerne zu uns ein und empfehlen: Bringen Sie Kopfhörer und gute Laune mit.
Ehrenamt verdient Anerkennung - meint der Kreis Lippe. Weshalb er ab diesem Jahr den lippischen Ehrenring als besondere Auszeichnung vergeben will. In jedem Jahr werden künftig sechs Ringe vergeben - bis man da beim letzten Ehrenamtlichen angekommen ist, wird's was dauern. Da loben wir uns die Ehrenamtskarte: die funktioniert nach dem Motto „Wer was gibt soll auch was bekommen." Und das ohne Wartezeit...
In Sachen Nationalpark bohrt Landrat Friedel Heuwinkel sprichwörtlich dicke Bretter. Weil andere in NRW nicht mehr wollen, macht sich der Landrat wieder Hoffnung auf solch einen Park für Lippe. Die Hoffnung ist zwar schön, die Bretter aber noch nicht durch - zumal der Widerstand gegen das Vorhaben auch Ausdauer beweist. Wir empfehlen weitermachen - wissen aber auch noch nicht so recht, auf welcher Seite.
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Lippische Spitzen, 27. September 2009
Showdown in Detmold: Zwei Minister geben sich den Rest. Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück beenden ihren Bundestagswahlkampf mit einem gemeinsamen Auftritt in der Provinz. Danach ist Durchatmen angesagt - vermutlich bei dem ein oder anderen Detmolder. Und zum Schluss hilft dann doch nur, was für alle Kandidaten gilt: BHW. Beten, hoffen, warten. Zum Beispiel auf Fakten ab 18 Uhr bei Radio Lippe.
Kaum ist die Kommunalwahl durch, da werden schon die wirklichen Probleme angegangen. Die Detmolder SPD möchte gerne die Ortsvorsteher in Ortsbürgermeister umbenennen und ihnen mehr Bedeutung geben. Schlanke Verwaltung geht anders - und die Modellregion OWL in Sachen Bürokratieabbau ist auch eher ein Thema von gestern.
Die Statistik gibt's her: Fast jeder vierte Lipper hat einen Migrationshintergrund. Ähnlich ist's im Kreis Herford und in Bielefeld. Wir sagen: Na und? Und wir halten fest: Besser Migration als gar keinen Hintergrund...
In Lippe kracht es offenbar besonders oft. Die Unfallhäufigkeit ist in OWL nur in Bielefeld noch höher als in Lippe. So sagt's die Versicherungswirtschaft in ihrer Regionalstatistik. Und wir sagen - jetzt besser nix. Gute Freundschaften sind schließlich so schnell zerstört, wenn man erst anfängt, mit Lippern über ihre Autofahrqualitäten zu diskutieren.
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Lippische Spitzen, 20. September 2009
Daniel Stephan hat sich aus der Deckung gewagt. Der geschasste Sportliche Leiter des TBV erhob in einem Zeitungsinterview Vorwürfe gegen den Verein und er deutete auch Probleme mit dem Hauptsponsor an. Auch eine Woche nach seiner Freistellung seien Stephan die Gründe dafür nicht benannt worden. Kommunikation ist eben nicht das, was man sagt - sondern das, was ankommt. Und das ist in der Krisenkommunikation des Vereins regelmäßig ziemlich wenig.
Die Stadt Blomberg beklagt, dass das Land NRW nicht den Mumm zu einem einheitlichen Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen habe. Anwohner fordern solche eine Regelung für bestimmte Plätze in Blomberg, an denen es immer wieder zu Konfrontationen durch Betrunkene komme. Ein zweischneidiges Schwert: Einerseits bekommt man die Gesellschaftskrankheit Alkoholismus nicht durch ein Platzverbot in den Griff, andererseits gibt es sogar Länder in der Welt, die das öffentliche Kaugummi kauen verbieten. Kurzum: Es kann was gehen, wenn man mehr macht als nur die Zustände zu bejammern.
Fünf lippische Milchbauern jammern nicht nur, sie tun auch was: Die Milch ihrer Kühe kippen sie seit dieser Woche ins Feld. Damit wollen sie ein Zeichen setzen oder eben kippen - und zwar gegen Überproduktionen und Dumpingpreise. Die Aktion hat Gesprächswert - der Eindruck aber, den die Bauern damit bei den Molkereikonzernen machen, dieser Eindruck dürfte begrenzt sein: Milch macht zwar müde Männer munter, aber verkippte Milch macht Molkerei-Manager nicht zwingend sensibler.
Den Mut zum halben Schritt haben die Blomberger im Straßenverkehr. Mit der Aktion Shared Spaces deckt die Stadtverwaltung auf begrenztem Raum in der Innenstadt alle Verkehrsschilder zu. Einen besseren Verkehrsfluss soll es so geben und langsamere Autos. Bis 31. Oktober traut sich die Stadt diese Aktion zu - ein ganzer und mutiger Schritt wäre gewesen, es bei der Verhängung der Schilder auch zu belassen. Weil es nicht nur Täter braucht sondern Überzeugungs-Täter.
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Lippische Spitzen, 13. September 2009
Hermann ließ heiraten. Am 9.9. haben sich acht Paare, die eigentlich mal neun sein sollten, im Schatten des Hermannsdenkmals trauen lassen. Etwas überschwänglich hieß es aus dem hermannbüro sinngemäß, der Vorgang sei wohl historisch. Dort, wo es immer nur um Auseinandersetzung und Konflikte ging, hätten sich nun Menschen erstmals vereint. Was wir in das Reich der Fabel verweisen: Spricht man mit alt eingesessenen Detmoldern, dann erfährt man: Da hat sich immer schon was vereint am Hermann - allerdings im Schutz und Dunkel der Nacht.
Nach der Kommunalwahl will der ein oder andere es immer noch nicht wahr haben – in diesem Fall die Kalletaler SPD nicht: Es geht um einen sehr knapp entgangenen Ratssitz. Jetzt wollen die Sozis noch einmal nachzählen lassen. Und wir fragen uns: Kann man Wahlen so lange auszählen, bis einem die Ergebnisse passen?
Der Lipper an sich hat den Schuss – zwar spät, aber immerhin doch – gehört. Im vergangenen Jahr haben die Menschen hier 335 illegale Waffen der Polizei übergeben. In diesem Jahr sind es jetzt schon eintausend. Zeit wird’s, denn nur bis Jahresende geht straffrei aus, wer zwar eine Waffe, aber nicht den Schein dazu hat. Danach knallt’s – und das nicht aus dem Lauf sondern von höherer Stelle.
Varus hier in Lippe oder war es nicht? Der Streit geht in eine neue Runde. Bei Kalkriese sind einige neue Fundstücke aufgetaucht und dazu eine von Germanen errichtete Wallanlage. Zwei Fragen drängen sich auf: Erstens – ist es nicht egal, ob die Schlacht nun hier oder 50 Kilometer weiter entfernt stattgefunden hat? Und zweitens: Wer zweitausend Jahre braucht, um ein paar Indizien auszubuddeln – wie lange braucht der, um der Wahrheit auf den Grund gegangen zu sein?
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Lippische Spitzen, 6. September 2009
Augustdorfs Bürgermeister Dr. Andreas Wulf möchte mehr Aufträge für die heimischen Handwerker von der Bundeswehr. Die Grenze für Auftragsvergaben ohne Ausschreibung sollte voll ausgenutzt werden, schlägt er vor. Und: Der Bürgermeister moniert, dass die Preisvorgaben der Bundeswehr zu niedrig und folglich für die Augustdorfer Handwerker nicht lukrativ genug seien. Das Beklagen kann man ja verstehen, aber: so lange es jemanden gibt, der es zu den vorgegebenen Preisen macht, so lange, Herr Bürgermeister sprechen wir von Marktwirtschaft...
Immer weniger Schüler bewegen sich in Lippe aus eigener Kraft in die Schule. Dafür setzen immer mehr auf öffentliche Verkehrsmittel. Waren es vor neun Jahren noch 35.000, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Bildungseinrichtung kamen, sind es augenblicklich nur noch 26.000. Zwischen zunehmendem körperlichem Umfang von Kindern und Jugendlichen und zunehmender Nutzung von Bus und Bahn - gibt es da einen Zusammenhang?
Ein Druckmittel ist keines mehr: Der Gesundheitsausschuss im Landtag hat festgestellt, dass die bestreikte Nervenklinik Dr. Spernau in Bad Salzuflen auch mit Leiharbeitern den Betrieb aufrecht erhalten kann. Mit denen wurden nämlich die ausgesperrten Streikenden ersetzt. Wie lange aber Streikende und Bestreikte die Auseinandersetzung um Tarifverträge noch aushalten können, die schon Monate dauert, dazu hat der Landtag naturgemäß keine Antwort. Die kennt nur der Wind.
„Opel fahrn is, wie wennze fliechst" - sagen Opel-Fahrer, die der Marke nicht immer gut getan haben. Auch am SchiederSee sorgten sie bei einem Treffen von Fans des ziemlich ramponierten Herstellers für vieles, für Imagepflege aber nicht. 26 von 250 sagen wir mal: Autos wurden von der Polizei einkassiert, weil sie technisch aufgemotzt alles waren - nur eben nicht mehr wirklich straßentaugliche Autos.
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Lippische Spitzen, 23. August 2009
Zoff bis der Arzt kommt ist seit Monaten das vorherrschende Thema in der Lippischen Nervenklinik Dr. Spernau. Nun beschäftigt sich auch die NRW-Landesregierung mit dem Fall, der an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist. Alle Parteien sind sich einig, dass sich die Klinikleitung in dem Streit um eine gerechte Entlohnung nicht zeitgemäß verhalte. Was die aber bisher wenig juckt - vermutlich bis der Arzt kommt.
Um die 20 Prozent der lippischen Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren fehlt etwas Wesentliches für die Grundschule: Grundkenntnisse der deutschen Sprache. Etwa 640 Kinder müssen deshalb schon vor der Schule nachgeschult werden. 340 Euro pro Kopf bezahlt das Land dafür. Das Gros der Kinder stammt aus Zuwandererfamilien. Aber eben nur das Gros, was viele Kinder aus hiesigen Familien auch keine große Hilfe sein lässt. Integration jedenfalls geht anders.
Seid fruchtbar und mehret euch... Heißt es bei Kirchens - und die Lipper hören es mit Freuden oder aber sie setzen es mit Freuden um. 1,61 Kinder bringen lippische Frauen im Laufe ihres Lebens zur Welt - im Land liegt der Schnitt bei 1,39 Kindern. Das ist zwar schön, aber es hilft nicht, das Abschmelzen der Bevölkerung um sechs Prozent bis 2025 zu bremsen. Vielleicht braucht es dafür auch keine Statistik - sondern einen langen Winter.
Die Deutsche Post erledigt, wofür sie eigentlich da ist: Die Post. Die letzten beiden Filialen sollen bis 2011 Geschichte sein. Die Dienste sollen künftig von Einzelhändlern oder der Postbank übernommen werden. Da geht die dann auch irgendwann Post ab - aber ob die Rechnung aufgeht, ist noch eine andere Frage.
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Lippische Spitzen, 16. August 2009
Der Haufen von Lügde - besteht aus Bauschutt und liegt noch an der mittleren Straße im Ort. Die Eigentümerin des Hauses sollte sich eigentlich um die Entsorgung kümmern, stellte sich aber quer. Jetzt hat die Stadt das Grundstück gekauft und entsorgt den Schutt. Allerdings wird das Entsorgen mit dem Kaufpreis verrechnet.
Was sich in Lügde mancher gewünscht hat, ist in Blomberg passiert. Plötzlich tat sich dort die Erde auf. In der Bahnhofstraße wollte man eigentlich nur eine kleine Unebenheit in der Fahrbahn reparieren, stellte dann aber fest - das ist wohl ein Krater. Einen Meter tief und straßenbreit war das Loch unter der Fahrbahndecke. Schuld ist ein kaputtes Kanalrohr.
Nach Jahrzehnten der Gleichstellung trennt der Kreis Lippe jetzt wieder die Geschlechter. Frauen wählen anders, heißt es von der Gleichstellungsbeauftragten. Deshalb gibt es jetzt eine spezielle Kommunalwahlbroschüre für Frauen. Brauchen Männer keine Informationen zum Wahlsystem oder zu den Abläufen in der Kommunalpolitik? Gleichstellung sieht doch eigentlich anders aus.
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was berichten. Ver.di Chef Frank Bsirske unterstützte in der vergangenen Woche die ausgesperrten Mitarbeiter der Klinik Dr. Spernau. Gebracht hat es nix - berichten konnte er nur, dass sich sowas nicht gehöre. Rein rechtlich ist man machtlos und so wird Gewerkschaft zum zahnlosen Tiger.
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Lippische Spitzen, 9. August 2009
Ave Caesar - wer den Kaiser zu Besuch hat, muss ihm auch guten Tag sagen. So sieht es zumindest der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Lippe. Er war in Herford bei einem Besuch von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und wurde in der Rede des einladenden Rot Kreuz-Geschäftsführers nicht namentlich begrüßt. „Man sieht sich immer zweimal im Leben" wetterte Caesar. Ob er nach der Bundestagswahl im Bundestag begrüßt wird, hängt vom Wähler ab. Denn, man sieht sich immer zweimal im Leben.
In Bad Salzuflen konnte SPD Bürgermeister Dr. Wolfgang Honsdorf CDU-Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper gar nicht begrüßen. Er wusste nämlich gar nicht, dass der im Lande war. Erfahren hat Honsdorf es dann trotzdem, als die stellvertretende Bürgermeisterin das goldene Buch der Stadt kurz ausleihen wollte. „Wofür das Buch?" - „Für Lienenkämper." - „Ach der ist da?" So, oder ähnlich lief es wohl.
Wenn Sie bitte hier unterschreiben... So wurde ein Dörentruper zu einem Fall fürs Landgericht. Er hatte beim Autokauf seines Bruders den Vertrag mit unterschrieben. Als sein Bruder Pleite war, kam die Bank auf den gutgläubigen Mit-Unterschreiber zu. Er sollte die Zeche zahlen - wollte aber nicht. Muss er jetzt aber doch, auch wenn er sich nicht im Klaren über die Auswirkungen seiner Signatur unter dem Vertrag war. Drum prüfe, wer sich verewigt, woran er sich binde.
Zack, vorbei - die Bauerei. Das Bauvorhaben West-Carré in Lage liegt erstmal per Eiltrag auf Eis. Der Grund: Der Schallschutz sei mit 3 Metern zu niedrig. Wahrscheinlich muss ein doppelt so hohes Bauwerk her. Leiser wird es dadurch wohl, aber die Aussicht wird garantiert nicht schöner.
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Lippische Spitzen, 2. August 2009
Lippische Spitzen, 2. August 2009
Was bringt einen eigentlich bei gleicher Leistung zu unterschiedlichen Preisen? Beispiel Abwasser: Da hat der Bund der Steuerzahler genauer hingesehen und festgestellt, dass Haushalte in Schlangen 520 Euro jährlich an Abwassergebühren zahlen während in Barntrup 1017 Euro fällig werden. Sollte es so etwas wie eine Kultur der Gerechtigkeit geben, dann geht diese bei der Festsetzung von Gebühren auch gerne mal den Bach runter.
Shared Space nennt sich ein Verkehrskonzept, das Blomberg ausprobieren wird. Die Idee stammt aus den Niederlanden - Kern ist, dass sich ohne Trennung alle Verkehrsteilnehmer den Verkehrsraum teilen. Macht Sinn, spart Schilder, fordert mehr Rücksicht - und bringt die Erkenntnis, dass nicht alles, was aus Holland kommt, Käse ist...
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe war ganz aufgeregt: Cajus Julius Caesar besucht im Varusjahr die Ausstellung „Imperium" in Haltern am See. Kein Dreh zurück am Rad der Geschichte war das, sondern ein netter PR-Gag mit dem lippischen Bundestagsabgeordneten. Das wahre Leben ist härter, denn Cajus Caesar muss nicht in Haltern sondern im lippischen Imperium auf Wählerstimmenfang gehen. Ob da die Schlacht von einst hilft?
Brakelsiek, der Heimatort von SPD-Spitzenmann Frank-Walter Steinmeier, hat Tempo-Sorgen. Weil viele Auto- und LKW-Fahrer viel zu schnell durchs Dorf brettern, will man die Autofahrer nun mit einer Ampel bremsen. Immer, wenn sich Autos mit mehr als den erlaubten 50 Stundenkilometern nähern, soll die von grün auf rot springen. Bei den aktuellen Umfragewerten des prominenten Dorf-Sohnes Steinmeier wäre zu überlegen, ob er sich nicht gleich eine solche Ampel mitbestellt. Praktisch wäre es ja, wenn da mal was auf rot spränge...
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Lippische Spitzen, 26. Juli 2009
Lippische Spitzen, 26. Juli 2009
Als Übeltäter diese Woche in Lage ein Schwimmbecken klauten, das 3 Meter 50 Durchmesser hatte und 80 Zentimeter Höhe aufwies und diese Diebe vor dem Klau 3.500 Liter Wasser abgelassen hatten, um es mitnehmen zu können, da stellte sich uns die Frage: War das Becken halb voll oder halb leer oder andersrum: Wenn es ganz voll gewesen wäre, wie viel Wasser hätten die Diebe dann ablassen müssen? Das Leben ist voller Rätsel und wir voll der Erkenntnis, dass die Diebesköpfe ziemlich leer waren...
Die Detmolder Mythos-Ausstellung geht Air Berlin-Passagieren nicht auf den Keks - weil es in den Fliegern jetzt Land-des-Hermann-Schokolade gibt. Und weil das Auge mit isst, gibt's die passende Story zum Anlass im Bordmagazin der Fluggesellschaft. Das hätten sich die Akteure von vor 2.000 Jahren auch nicht gedacht, dass ihre Geschichten mal zum Anbeissen sein würden.
Lippische Reiter setzen nun auf den Kreis - und der glaubt, auf's richtige Pferd zu setzen: Von der Internetseite www.lippe.de können sich Reiter nun die GPS-Daten der lippischen Reitwege runterladen. Da, wo das Autonavi Offroad anzeigt, fängt für die elektronisch unterstützten Reiter der Spaß erst an - verreiten nahezu unmöglich. Und wenn das Pferde-Navi sagt: „Sie befinden sich auf einer unbefestigten Straße." Sagt der Reiter: „Ist richtig...".
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Lippische Spitzen, 19. Juli 2009
Der Lipper an sich wird immer rarer - könnte man meinen: 355.178 gibt es noch, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben. Vor acht Jahren waren es noch fast 10.000 mehr. Während in den größeren Städten der Schwund kaum auffällt, hat Lügde in den acht Jahren mehr als 1.000 Menschen verloren. Lippe also wird am Rand immer dünner.
Nicht weniger werden unter Gaunern die Dummen: In Detmold machte sich ein per Haftbefehl gesuchter Mann vor der Polizei aus dem Staub. Halsbrecherisch auf dem Fahrrad gab er zunächst alles, bevor er dann zu Fuß durch die Werre den Fluchtweg fortsetzte. Zu Fall kam er durch ein Fallrohr, dass bei seinem Versuch, daran hochzuklettern, abbrach. Für die Polizei war der Fall danach erledigt - und wir stellen fest: Das Fallrohr trägt seinen Namen zu Recht.
Landrat Friedel Heuwinkel frönt der französischen Lebensart - zumindest, wenn es um die Kreisstraßen geht. Die nämlich wird künftig der französische Eiffage-Konzern mit seinen deutschen Töchtern in Schuss halten - vorausgesetzt, die Bezirksregierung stimmt in den nächsten Tagen zu. Und die deutschen Mädels werden hoffentlich dafür sorgen, dass Laissez-faire nicht die vorherrschende Haltung in der Straßen-Unterhaltung wird...
Über elf Wochen geht der Streik in der Lippischen Nervenklinik Dr. Spernau schon an die Nerven. Nun wurde erstmals auch Geschäftsführer Alexander Spernau öffentlich. Er sagte zwar nicht, dass er Verständnis für die 30 Prozent mehr Lohn-Forderung seiner Mitarbeiter hat. Aber immerhin will er mittlerweile eine schnelle Lösung finden - mit dem Betriebsrat, nicht aber mit der Gewerkschaft ver.di. Die scheut der Geschäftsführer, wie... ja, man könnte direkt von einer Phobie sprechen. Aber auch da können die eigenen Mitarbeiter weiterhelfen.
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Lippische Spitzen, 5. Juli 2009
Schwering & Hasse in Lügde ist schwer auf Draht. Herausgefunden hat das eine Jury der Uni in Wien. Gelobt wird besonders das Personalentwicklungskonzept. In puncto Innovationsklima belegt das Unternehmen unter 100 den fünften Platz. Die 230 Mitarbeiter des Elektrodrahtherstellers bekommen jährlich 120 Schulungen. So steht keiner auf der Leitung.
Lang ist die Liste der Unternehmen, die in Lippe kurz arbeiten lassen. Und hoch ist nach wie vor die Arbeitslosenzahl. Im Vergleich zum Vormonat gab's eine Veränderung gerade mal um 29 Menschen die nicht länger arbeitslos sind. Und nicht nur hoch sondern höchst ist die Arbeitslosenquote Lippes in OWL - sie liegt bei 9 Prozent. Krisenentwarnung geht anders.
Streiken bis der Arzt kommt - so geht das in Bad Salzuflen schon seit zehn Wochen. In der Lippischen Nervenklinik Dr. Spernau kämpfen die Mitarbeiter für eine faire Entlohnung, die sich an den Tarifen nicht-privater Kliniken orientiert. Der Streik frisst an den Nerven, und er lässt die Geschäftsführung fleißig Lohnkosten sparen. Fairness kann man so vielleicht nicht erzwingen - gerechtes Verhalten nämlich ist ein Grundwert, den man drauf hat oder eben nicht.
Starker Tobak von Lippes Grüner Bundestagsabgeordneten Ute Koczy: Die wirft dem NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg vor, er habe einen Geheimvertrag mit den Briten gegen den Nationalpark Senne geschlossen. Klingt ein wenig, wie Stasi-Abenteuer - und kann ja auch so geheim nicht sein, wenn Frau Koczy Inhalte daraus wiedergibt. Wo ist denn da das ganze Papier. Liebe Frau Koczy, lassen Sie's raus, jetzt mal Butter bei die Fische...
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Lippische Spitzen, 28. Juni 2009
Das Deutsche Jugendherbergswerk mit Sitz in Detmold schenkt sich zum 100. Geburtstag was: Nämlich den Betrieb in Blomberg. Was nicht gerade zur Freude gereicht - nicht bei den fünf Mitarbeitern und schon gar nicht bei den Akteuren im Varusjahr. Eine siebenstellige Investionssumme bildet die Hürde, über die das Jugendherbergswerk nicht drüber will. Wobei die das richtige Geschenk wäre - mit Signalwirkung für die touristische Region Lippe.
Die Kasper-Nummer ist noch nicht zu Ende. Jetzt will die Staatsanwaltschaft aus eigenem Antrieb herausbekommen, ob beim Landesverbandsvorsteher ein Verstoß gegen das Urhebergesetz besteht. Andreas Kasper soll sich wesentlich bei anderen Autoren bedient haben, um seine Doktorarbeit zusammenzuzimmern - allerdings hat er nicht angeben, bei wem. Das kostete ihn zunächst den Doktortitel - und interessierte Kreise wollen wohl auch, dass jetzt noch Kopf und Kragen dazu kommen.
Bad Salzuflen frönt dem Einheitsbrei: Eine Gestaltungsrichtlinie schreibt Einzelhändlern und Gastronomen nun vor, was die wann, wo und wie ins Freie stellen dürfen. Kunterbunt ist demnach nicht mehr - wofür eine wahrlich bunte und seltene Mehrheit aus SPD, FDP und Grünen sorgte. Schwarz wäre auch weiter für bunt - aber das Schwarzbunte konnte sich nicht durchsetzen.
Der Kreis Lippe setzt auf die schnelle Nummer. 115 soll die einheitliche Nummer für alles und jedes in Behördenzusammenhang werden. Die Begeisterung kennt beim Kreis keine Grenzen, sie hält sich beim Bürger aber noch im Rahmen. Vielleicht ist die Bekanntheit aber auch nur eine Begrenzte. Daran tun wir was. Die Eselsbrücke: 110 in der Not, 112 wenn's brennt und 115 um zu hören, ob Behörde doch Service kann. Wäre ja ne starke Nummer...
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Lippische Spitzen, 21. Juni 2009
In Detmold tobt der Klassen-Kampf gleich im doppelten Sinn. Für die Grundschule Hiddesen wurden mehr Schüler angemeldet als die bei drei Eingangsklassen aufnehmen kann. Mit 30 Köpfen pro Klasse ist die Obergrenze erreicht. Nun wollen die Eltern eine vierte Klasse. Der Bürgermeister gibt dem Schulleiter den schwarzen Peter, der nicht genügend Plätze für Nachrücker freigehalten hätte. Und die betroffenen Eltern wollen ihre Kinder nicht an die Bachschule geben, die in einem sozial schwächeren Gebiet liegt. Gesellschaftlicher Konsens - aber nur unter seinesgleichen.
Und noch ein Formular: In dieser Woche wurden in Lippe die ersten Engagementnachweise ausgehändigt. Sie belegen ehrenamtliches Tun. Der Landrat ist sicher, dass solch ein Schriftstück bei Bewerbungen helfen könne. Und wir sind sicher, dass Ehrenamt am besten ist, wenn es aus Überzeugung übernommen wird - und nicht, weil man damit Punkte sammeln kann.
Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hat die Region OWL unter die Lupe genommen. 390 lippische Unternehmen gingen demnach im vergangenen Jahr pleite. Das Ausfallrisiko hält die Auskunftei für mittelgroß. Im Kreis Gütersloh und in Bielefeld bestünde größere Gefahr für Zahlungsausfälle. Einfache Mathematik, das: Wo mehr umgesetzt wird, kann auch mehr ausfallen.
Ganz großes Kino ist ein neues Projekt des Detmolder Stadtentwicklungsauschusses. Denn genau das wollen die Politiker: Ein Multiplexkino mit 1.000 Plätzen. Die Chancen auf Realisierung stünden gut, entsprechende Anfragen lägen vor, heißt es. Der Bau ist demnach wohl leichter zu realisieren als die Auslastung der 1.000 Plätze. Gerüchteweise geht manch einer ins Multiplex, um das Gefühl von Einsamkeit hautnah zu erleben.
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Lippische Spitzen, 14. Juni 2009
Noch einmal haben sich Bürgermeister & Co. für die HERTIE-Standorte in Deutschland eingesetzt. Im Gespräch mit der Deutschen Bank wollten sie erreichen, dass die Eigentümer der HERTIE-Immobilien und der Insolvenzverwalter aufeinander zugehen. Bänkerdiplomatisches wehte so auch Detmolds Kämmerer Hartmut Benkmann entgegen - die Realität aber ist wohl eine andere. Zappenduster wird‘s ab August bei HERTIE auch in Lemgo und Detmold. Statt in einer verkorksten Geschichte zu graben ist nun eine hoffentlich bessere Zukunft zu entwickeln.
Bissfest zeigte sich eine 68jährige Blombergerin vor dem Detmolder Amtsgericht. Weil ihre Dritten nicht passten und sie ihrer beim sich Übergeben verlustig ging, wurden die Zahnärzte vor Gericht zitiert. 7.000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld forderte die Dame, Geld bekommt sie keins - aber neue Beisserchen auf Kosten der Zahnärzte. Die Blombergerin dürfte sich gefreut haben - das strahlende Lächeln kommt dann mit Verzögerung.
Wie fliegt man morgens am zackigsten von außerhalb nach Detmold ein? Über die Panzerringstraße in der Senne jedenfalls nicht. Auch wenn die anmutet wie ein rechtsfreier Raum - sie ist es nicht. Gelegentlich bringen britische und deutsche Polizisten das mit einer Radarkontrolle bei. Morgens mit 104 Stundenkilometern über die 60er-Piste ist nicht nur teuer, es ist auch wildschwein-gefährlich. Und so bleibt es bei der Feststellung: Lippe hat keine Autobahn - auch wenn mancher sie gerne hätte.
Richtig verausgabt hat sich die Stadt Detmold: Der Bürgermeister weihte ein von ihm so genanntes Fahrradhaus am Bahnhof ein - hell, transparent, funktional, wie schön... Dass es für einen halbwegs normalen Fahrradständer am Bahnhof über 25 Jahre brauchte, wird eher beiläufig erwähnt. Ein „Rad ab“ hatten da viele auf dem Verhandlungs-Weg - nun haben alle ein Dach drauf - und alles ist gut.
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Lippische Spitzen, 7. Juni 2009
Warum hat das Krokodil einen so platten Kopf? Weil der Kasper immer mit der Flitsche draufhaut. Beim Kasperletheater um den Doktor-Titel von Andreas Kasper allerdings, da hat der Autor die Flitsche gegen sich selbst gerichtet. Die Folge der handwerklich schlecht zusammengezimmerten Doktorarbeit: Im Nachhinein wurde dem Landesverbandsvorsteher die Doktorwürde wieder aberkannt - und wir glauben, das Kasper eine gute Figur sein kann: Ohne Flitsche, ohne Titel, ohne Theater. Toitoitoi.
Von der Kasper-Nummer zur Telefonnummer: 115 ist die Nummer zum zentralen Ämter-Service in Lippe. Der wurde anfangs erfreulich häufig genutzt, mittlerweile hat die Nachfrage sehr nachgelassen. Es soll nach Kreisangaben daran liegen, dass die Nummer einfach noch nicht genügend geläufig sei. Der Witz aber sei doch, dass die beteiligten Kommunen an eine zentrale Datenbank angeschlossen ind. Man könne so in Detmold beispielsweise die Öffnungszeiten der Kfz-Zulassungstelle in Berlin erfragen. Kann man ja - aber was bringt's?
Was bringt's, wenn man einer 12jährigen sagt: „Leg doch gerade mal den Parkschein ins Auto!"? Im schlimmeren Fall eine Serie, wie jetzt in Bad Salzuflen. Das Mädel tat, wie ihm geheißen - und zündete darüber hinaus das Auto und gab Gas. Rückwärts im Halbkreis fahrend rempelte das Mädchen so erst einmal ein Auto an - anschließend dreht das Auto und nahm noch einmal drei andere Fahrzeuge mit. Manchmal ist's eben doch besser, man zieht erst gar keinen Parkschein.
Apropos Kreis: Glanz und grün für die Mitte verspricht eine Presseeinladung zur Kreisverkehrsgestaltung in Bad Salzuflen-Wüsten. Ein Fachmann hat dort nun einen Mauergarten mit gärtnerisch gestalteten Teilbereichen angelegt und Lichtelemente sorgen in den Abend- und Nachtstunden für die passenden Akzente, heißt es da schrift- und wirklich. Zur Literatur in der Pressestelle gehört wohl auch das Fachorgan „Schöner Wohnen".
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Lippische Spitzen, 31. Mai 2009
Wie parkt man in Lemgo? Am liebsten kostenlos - zumindest hatten sich die Lehrer des Engelbert-Kaempfer-Gymnasiums daran gewöhnt. Und alle Vorteile, an die man sich gewöhnt hat, sind irgendwann nichts mehr wert. Der Wert kommt erst dann wieder ins Bewusstsein, wenn die Vorteile gestrichen werden. So hat's der Verkehrsausschuss gemacht; er führte eine Gebührenpflicht ein. Diese Pflicht habe bei den Lehrern zu erheblichen Spannungen geführt, wettert nun die SPD und will zurück zu freiem Parken. Was sie mit allen anderen macht, die da Spannungen verspüren, weil sie etwas bezahlen müssen, das verrät die SPD nicht.
Auch nicht richtig landen konnte die Landes-SPD, als sie sich gemeinsam mit den Grünen für einen einzigen Wahltermin für Kommunal- und Bundestagswahl einsetzte. Vor Gericht gab's eine Abfuhr - und nun wählen wir an zwei Terminen. Das verursacht Mehrkosten in Höhe von geschätzten 43 Millionen Euro und angesichts der desolaten wirtschaftlichen Lage beim kopfschüttelnden Wähler für erhebliche Spannungen...
Unbestritten gut ist, dass der Kreis seinen Bürgern mit einem Infomobil entgegenkommt. Wenn der Kreis aber nach 27 Einsätzen und 230 Bürgerkontakten zu der Aussage kommt, das Infomobil käme gut bei den Bürgern an - dann kann das wohl nur am Fahrvermögen der Mitarbeiter liegen. Die Akzeptanz des Angebotes jedenfalls, die kann noch wachsen.
Drei sind einer zu wenig - diese Formel lernen die Leopoldshöher derzeit. Am Rathaus wurden Schaukästen für die Parteien aufgestellt. Für jede Partei gab's einen, nur nicht für die Grünen. Die sind nun auf dem Baum - und wir erkennen: Wer über drei hinaus zählen kann, hat weniger Ärger.
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Lippische Spitzen, 24. Mai 2009
Lippes liberale Bundestagsfrau Gudrun Kopp hat jetzt noch eine weitere Runde an der Backe. Mit 20 anderen Liberalen gründete sie die „Christen in der FDP-Bundestagsfraktion". Sie bleib allerdings bei Ihrer Presseinformation damit hinterm Berg, wes Geistes Kind die anderen Politiker in ihrer Fraktion sind. Von Islam-Gläubigen hört man bei der FDP eher selten - und dass manchmal ein Schläfer auch in liberalen Reihen vorkommt, hat wohl eher biologische Ursachen.
„Zum Glück gibt es Hertie." Nachdem nun bekannt ist, dass die Warenhauskette ein Auslaufmodell ist, das den Geschäftsbetrieb im Sommer einstellen wird, klingt dieser Werbeclaim mehr nach gescheiterter Durchhalteparole, denn nach Kunden-Motivation. Die Luft dürfte langsam aber sicher auch raus sein bei den 100 lippischen Hertie-Mitarbeitern, auf deren Rücken die ewige Auseinandersetzung zwischen insolventem Betreiber und Immobilieneigentümer ausgetragen wurde. Einmal mehr konnten wir bitter lernen, dass menschlicher Umgang spätestens dann aufhört, wenn der Zank ums Geld anfängt.
Die Kreis-FDP hat auf ihrer Internetseite eine Schuldenuhr eingerichtet. Die zeigt an, mit wie viel Millionen der Kreis Lippe verschuldet ist. Ende des Jahres wird sie vermutlich 170 Millionen Euro anzeigen. Auf, die Frage, wie spät es auf der Schuldenuhr ist, kann man derzeit noch sagen: „Spät - aber noch nicht zu spät...".
In der Lippischen Nervenklinik Dr. Spernau in Bad Salzuflen hängt der Haussegen deutlich schief. Den Mitarbeitern geht auf die Nerven, dass sie 20 Prozent weniger verdienen als ihre Kollegen im Öffentlichen Dienst. In ihrer eigenen Klinik finden die Beschäftigten kaum einen geeigneten Therapeuten: Der Arbeitgeber lehnt ein Eingehen auf die Forderungen der Gewerkschaft nach Anpassung an den Öffentlichen Dienst kategorisch ab. Die Frage nach sozialer Gerechtigkeit bekommt so keine Antwort, die irgendetwas mit Ethik und Moral zu tun hätte.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 17. Mai 2009
Es wollte nicht zusammengehen: Just, während NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben in Lemgo an das Selbstbewusstsein lippischer Unternehmer appellierte, mit dem die der Wirtschaftskrise begegnen sollen, schuf Weidmüller in Detmold Fakten. Um die 500 Mitarbeiter schickt das Unternehmen von Bord, weil Kurzarbeit allein nicht mehr ausreiche, um die Krise zu überstehen. Thoben sagte bildhaft: In Europa gibt es bei einem Nachtflug nur drei Orte, an denen es nicht dunkel werde: London, Paris und NRW. Und Weidmüller präsentierte die bittere Schattenseite der Realität.
Ein außergewöhnliches Glanzlicht dann wieder lässt seit Freitag Detmold so gut aussehen wie kaum zu vor: Die Mythos-Ausstellung im Lippischen Landesmuseum wird in den kommenden Monaten Abertausende Menschen einen umfassenden Blick auf die Varusschlacht vor 2000 Jahren werfen. In einem Festakt eröffnete Bundeskanzlerin Angela Merkel den dritten Teil der Museums-Trilogie IMPERIUM KONFLIKT MYTHOS Varusjahr 2009. Das Hickhack zwischen Kommunalpolitikern hinter den Varusjahr-Kulissen mutete dagegen an wie eine Kissenschlacht. Für Geschichtsbücher taugt die besser nicht.
Auch ein Stück Geschichte ist die gute, alte D-Mark. Sie hat plötzlich wieder Geltung. Bis Pfingsten können Kunden ihre Restbestände der alten Währung in den lippischen Hertie-Häusern als Zahlungsmittel einsetzen. Für Hertie-Mitarbeiter ist die D-Mark gleichsam Denkmal - an eine Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war.
Wann die Welt wieder eine bessere wird, weiß niemand so recht zu sagen. Statistisch fest jedenfalls scheint zu stehen, dass unsere kleine, lippische Welt eine deutlich ältere wird. Im Jahr 2030 wird die größte Bevölkerungsgruppe von den 60 bis 80jährigen gestellt, sagt das statistische Landesamt. Und für die ist dann nur zu hoffen, dass sie noch die ein oder andere Mark auf der Tasche haben.
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Lippische Spitzen, 10. Mai 2009
„Schweinegrippe" heißt das Phänomen, dass in den vergangenen Wochen die Schlagzeilen beherrschte. Geht es nach Weltgesundheitsorganisation und Lippischem Landwirtschaftlichem Hauptverein, dann hieß es auch nur so. Denn die Bezeichnung „Schweinegrippe" sei irreführend und sie koste die Bauern richtig Geld, weil die Verbraucher beim Verzehr von Schweinefleisch auf die Bremse treten. Nun schlagen die Landwirte den Begriff „Mexiko-Grippe" vor. Auch nicht der Weisheit letzter Schluss - vermutlich bricht dann der Umsatz der Biermarke Corona und der TexMex-Restaurants weg.
Standortumfragen sind Politik - und sie machen sich in Wahljahren besonders gut. Da kann man mal seinen Unmut platzieren und die Politiker wissen lassen, dass die Abgaben der Unternehmen an lippische Städte und Gemeinden zu hoch seien. Ob die allerdings in Zeiten der Krise bereit sind, Wahlgeschenke aus der Tasche zu ziehen, ist fraglich. Gelobt werden durch die IHK-Standortumfrage allerdings Umwelt- und Lebensqualität in Lippe. Und die hat schließlich auch ihren Preis.
Den Preis für das Hertie-Insolvenz Chaos zahlen die Mitarbeiter in Detmold und Lemgo mit ihren Nerven. Nun soll es wieder Interessenten für Marke, Inventar und Warenbestand geben, sagt der Insolvenzverwalter - Namen nennt er nicht. Und er bleibt auch hinterm Berg mit der Haltung des vermeintlichen Investors zum Personalbestand. Währenddessen merken Hertiekunden, dass Handel ohne Handelnde wie Käse ohne Brötchen ist: Eben einfach Käse.
Der Förderverein Nationalpark Senne - Eggegebirge schlägt sich tapfer - und bleibt von sturer Haltung. Auch die reduzierten Kampfdorf-Planungen seien nicht akzeptabel. Schließlich sei den Briten die Senne nur zur vorübergehenden Nutzung überlassen und nicht zur Zerstörung, polemisiert der Verein. Wobei vorübergehend auch ein dehnbarer Begriff ist - so dehnbar, dass ein Abzug in weite Ferne gerückt ist. Und da sollte sich auch der Brite zumindest häuslich einrichten dürfen - zu Gast bei Freunden sozusagen.
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Lippische Spitzen, 3. Mai 2009
Hektische Betriebsamkeit beim Landesverband: Das Herausputzen des Hermannsdenkmals und seines Umfelds zum Varusjahr wird jetzt nicht nur höchste Eisenbahn - es wird auch deutlich teurer als ursprünglich geplant. Eine Viertelmillion Euro wird zusätzlich fällig, weil der Untergrund des Parkplatzes in schlechtem Zustand war. Um die Termine halten zu können, muss nun ein zweites Unternehmen ran. Die Tatsache, dass wir in diesem Jahr 2.000 Jahre Varusschlacht begehen, kam ja auch relativ überraschend - so vor circa 2.000 Jahren.
Die Museen in OWL machen schlapp. Die Besucherzahlen brechen ein. Die Verantwortlichen machen den geänderten Schulalltag dafür verantwortlich. Durch Ganztagsschule und Zentralabitur wäre kaum noch Zeit für außerschulisches Lernen. Nun fordern die Museumsleiter, dass Museumsbesuche in den Unterricht eingebaut werden sollen. Was wohl dann erst von Schulen gefordert wird, wenn die Discos nicht mehr so stark besucht werden? Ringelpitz mit Anpacken im Unterricht vielleicht?
Den Schuss scheinbar gehört haben unsere britischen Freunde. Nach reichlich Intervention wegen der geplanten Kampfdörfer in der Senne soll deren Zahl nun von sieben auf vier gesenkt werden. Und es soll nur noch ein Haus für Schießübungen entstehen. Geht doch, so ein kleiner westfälischer Frieden in anderer Gestalt.
Für die beiden lippischen Hertie-Häuser gibt's mal wieder eine Deadline. Bis Mitte Mai soll entschieden werden, ob die Immobilien in den Besitz eines deutschen Projektierers übergehen. Für die Hertie-Mitarbeiter ist mal wieder das große Zappeln angesagt - für die Attraktivität der Innenstädte gibt es Hoffnung - je nachdem, was der Neue mit den Häusern vor hat. Auf jeden Fall ist jetzt Gelegenheit, Zukunft zu machen - im besten Fall auch für die gebeutelten Hertie-Mitarbeiter.
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Lippische Spitzen, 24. April 2009
Der Lustgarten wurde zur Last: Bei dem gleichnamigen Vorhaben einer Detmolder Einkaufsgalerie ging es schon seit zwei Jahren nicht einen Schritt weiter. Für die Beteiligten wurde das Projekt durch nicht zu kaufende Grundstücke, nicht zu gewinnende Investoren und nicht zuletzt eine wachsende Wirtschafts- und Finanzkrise zum Lastgarten. Monate vor der Kommunalwahl wurde es für den Bürgermeister nun Zeit, das Projekt abzuwerfen, bevor es ihm die politischen Gegner um die Ohren hauen. Des Bürgermeisters Listgarten...
Vergangenen Sonntag haben wir noch gedacht - Mann, ist der Tormann gut. Das Spiel TBV Lemgo gegen THW Kiel verlief einzigartig. Nun - eine knappe Woche später - liegen Schatten auf der Glanzleistung von TBV-Torwart Martin Galia. Denn schon vor vierzehn Tagen ist der Mann bei der Dopingkontrolle mit einer positiven A-Probe aufgefallen. Das Pikante daran: Die auffällige Substanz muss man schon gezielt einnehmen, beigemischt gibt es sie nirgendwo. Nun ist der saubere TBV Bestandteil der Skandale 2009 im deutschen Handball. Und das ist wahrlich keine Glanzleistung.
Kommunikativ vollkommen daneben lag auch Ex-TBV-Manager Fynn Holpert. Über den Derzeit-Flensburger meldeten wir schon im Februar, dass er im Sommer zur Heristo AG als Verantwortlicher fürs Sportmarketing wechselt. Der Betroffene platzte auf, beschimpfte das Team von Radio Lippe auf das Wüsteste und landete in dieser Woche in der Realität. Unsere Meldung passte in die Welt und wurde in dieser Woche bestätigt. Und damit fühlen wir uns auch bestätigt, dass Fynn Holpert im Umgang mit den Medien manchmal, ja, wie soll man sagen: etwas holpert...
Fröhlich vorwärts geht's bei der Bad Salzufler Maritim-Gruppe. Galt deren Geschäftsgebaren in den frühen Jahren als ein wenig schlitzohrig, so könnte man der Gruppe heute - politisch nicht ganz korrekt - eine Schlitzäugigkeit bescheinigen. In der Nähe von Shanghai baut Maritim ein 5-Sterne-Haus, vorher öffnet im September in der Nähe von Peking der erste chinesische Maritim-Standort seine Tore. Ob der Chinese an sich sich an maritimes Klima gewöhnt?
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Lippische Spitzen, 19. April 2009
Jeder hat sein Päckchen zu tragen... Diese Klage-Zeile gilt auch für das Konjunkturpaket II, rechnet die lippische FDP-Frau Gudrun Kopp vor. Alle Kommunen Lippes würden jetzt schon unter enormen Einnahmeverlusten leiden. An die Mittel aus dem Konjunkturpaket II sind Eigenanteile der Städte und Gemeinden geknüpft, die die dann zusätzlich schultern müssen. Und so wird aus dem Konjunkturpaket dann schnell ein neues Schuldenpaket. Und das tragen wir dann alle...
Ganz egal, ob Schulden- oder Konjunkturpaket, die lippische IHK möchte auch was abbekommen vom warmen Regen. In Extertal, Lügde und Kalletal soll für Unternehmen nun auch endlich der Anschluss ans temporeiche Kommunikationszeitalter kommen. ¼ aller befragten Unternehmen beklagt in einer IHK-Umfrage lahme Internetverbindungen. Also rauf auf die Datenautobahn - das Ziel liegt irgendwo hinter der Wirtschaftskrise.
Es ist alles gesagt - aber noch nicht von allen. Weshalb sich die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft aufgeschwungen hat, 409 deutsche Kreise und kreisfreie Städte unter die Lupe zu nehmen. Lippe landet dabei im Ranking auf Platz 242. Wenig Straftaten, viel Tourismus, hohe Steuerkraft der Bürger aber zu wenige Ausbildungs- und Kita-Plätze und eine hohe kommunale Verschuldung. Da kann man sparen - zum Beispiel sich eine Studie, deren Ergebnis eh schon alle wussten.
Ran ans Geld geht's - wenn man weiß, wo es steckt. Die Messe My way 50plus hat den Bogen raus: An diesem Wochenende bemühen sich über 100 Aussteller in Bad Salzuflen mit Kochshows, Gesundheits-Checks und altersgerechten Produkten um die so genannten Silverager. Die liebe Zielgruppe wird's mit Genuss angehen - die Aussteller mit der Finanzstärke der reifen Herrschaften kalkulieren.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, Ostersonntag, 12. April 2009
Die lippische Polizei macht blau: Sie hat die ersten Streifenwagen in der neuen Farbkombination bekommen. Bis zum nächsten Frühjahr gibt es weitere 21 – und die restlichen 16 dann bis 2011. Und wenn das Personal dann auch in die neuen blauen Uniformen geschlüpft ist, gilt die neue Farbenlehre. „Alles so schön grün hier“ ist dann wieder als Ausspruch für die Natur reserviert – und wenn der Blaumann kommt, dann wird’s ernst. Der Lenz wird nicht für alle schön – zum Beispiel nicht für die Mitarbeiter von Lenze in Extertal. Die sind eh schon auf Kurzarbeit gesetzt, nun sollen auch noch 120 von ihnen gehen. Die IG Metall bringt das auf Barrikaden – und da wollen die Gewerkschafter auch erst wieder runter, wenn das Lenze-Management an den Verhandlungstisch zurückkehrt. Der TBV Lemgo hat sich bei seinen Fans einen Tabellenplatz ganz oben gesichert – auf der Beliebtheitsskala. Stimmung und Atmosphäre in der Lipperlandhalle werden hoch gelobt, die Fanartikel gehen als ganz ordentlich durch – nur die Eintrittspreise werden bemängelt. Das allerdings ist wohl auch ein wenig dem lippischen Klischee des Sparsamen geschuldet. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Lippe, kurz Dehoga, will seine Qualität verbessern. In Kooperation mit „Tourismus NRW“ will man ran an das Qualitätssiegel „ServiceQualität Deutschland“. Mitte Mai gibt es Schulungen für Gastronomen. Im Hinblick auf das Gästeaufkommen zum Varusjahr hätte die Servicebegeisterung auch schon ein Jahr früher keimen können. Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 5. April 2009
In der Wirtschaftskrise wird Schmalhans Küchenmeister: Phoenix Contact geht mit 4.500 Mitarbeitern in die Kurzarbeit, zusätzlich werden freiwillig vom Unternehmen gezahlte Fahrtkosten bis Ende des Jahres auf Eis gelegt. Und weil geteiltes Leid halbes Leid ist, machen auch die Manager des Blomberger Unternehmens die Durststrecke mit: Sie kürzen sich ihre Bezüge um mehr als sechs Prozent. Kompliment, denn nicht Lippenbekenntnisse sondern echter Zusammenhalt bewährt sich eben in jeder Lebenslage.
Wer hat's erfunden? In Bezug auf den Hermannslauf ist die Frage im Moment nicht mehr so wichtig. Erst hatte der Inhaber der Rechte am Namen Hermannslauf, der TSVE Bielefeld, nur noch rot gesehen. Schnell war eine Klage eingetütet, um dem Verlag des Buches „Tödlicher Hermannslauf" auf die Finger zu klopfen. Dann gab man aber doch klein bei: Das Buch darf heißen, wie es soll, der Hermannslauf geht seinen gewohnten Gang und der TSVE ist wieder, was sein Name hergibt: Der Turn- und Sportverein Einigkeit. Geht doch...
Politisch motivierte Straftaten haben in Lippe nachgelassen. Im vergangenen Jahr sanken sie um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders zurückgegangen seien Fälle von Volksverhetzung, sagt der Staatsschutz. Gar nicht so schlecht, aber noch nicht gut genug.
Einen Ansatz, wie es noch besser gehen könnte, hat der Bundesinnenminister in dieser Woche organisiert: Schäuble hat kurzerhand die Heimattreue Deutsche Jugend verboten. Die braune Truppe hatte einen Anker in Detmold-Berlebeck und sich hier auch um nazigefärbte Kindererziehung bemüht. Nun bemühen sich Offizielle darum, dass das Verbot auch durchgesetzt wird. Detmold soll sauber werden.
Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 29. März 2009
Die Kreis-FDP setzt auf den Mitnahme-Effekt: An der Ostwestfalen-Straße bei Lockhausen soll nach ihrem Willen ein Parkplatz entstehen, damit Pendler, die sich als Fahrgemeinschaften finden, ihre übrigen Autos in Autobahnnähe kostenlos parken können. Der Landesbetrieb Straßen.NRW ist aufgeschlossen - er sammelt bereits gute Erfahrungen an anderen Stellen entlang der A2. Und apropos Mitnahme-Effekt: Vielleicht nehmen die Liberalen mit dieser Idee ja noch den ein oder anderen Wähler mit.
Feine Sache, die die Kriminalitätsstatistik in dieser Woche hergab: Lippe ist im NRW-Vergleich die absolut sicherste Region. 16.000 Straftaten seien der niedrigste Wert seit 1999, sagt die Polizei - und wir sagen rechnerisch gerundet: Das sind zwei pro Stunde. Die Aufklärungsquote liegt mit 58 Prozent bei den höchsten im Land - und wir bemühen noch einmal den Rechner: Das ist gut jede zweite Straftat. Die Werte sind sicher - nicht schlecht. Die Lipper könnten noch sicherer leben, dann wär's richtig gut.
Zeitlos gibt sich die Deutsche Bahn in Horn-Bad Meinberg: Bislang Unbekannte haben am vergangenen Wochenende die einzige Uhr im Bahnhof zerstört - Schaden 3.000 Euro. Der Betrag ist ein echter Mehdorn: Es gibt bei der Bahn von vielem zu wenig - das aber meist zu teuer.
In zwei Detmolder Kindertagesstätten dürfen die Kinder künftig bei Angelegenheiten der Einrichtungen mitbestimmen: Die Kitas haben die Mitsprachrechte der Kinder verbindlich festgeschrieben. Gute Sache - und so ist den geübten Demokraten von morgen heute zu wünschen, dass sie mit ihrer Kinderschnute beim Mitsprechen auch verstanden werden.
Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 22. März 2009
Wenn eine Kommune 4.000 Euro im Jahr sparen will, dann ist sie wirklich arg gebeutelt. Die SPD-Fraktion in Lügde hatte genau diesen Vorschlag gemacht - einzusparen sei das Geld durch den Austritt aus der Lippe Tourismus & Marketing AG. Die anderen Politiker lehnten ab, nachdem ein LTM-Vertreter vorgestellt hatte, was die Marketingeinrichtung speziell für Lügde tut. Allein diese Präsentation hätte bei einer externen Agentur wahrscheinlich schon kräftig vom 4.000 Euro-Jahresetat gezehrt. Und Lügde touristisch zu vermarkten, ist nun wirklich kein Kinderspiel - und das nicht nur wegen des Geizes der Sozis.
Lippe hängt zwischen Niedersachsen und NRW. Diese geografische Tatsache war schon damals bei den Verhandlungen, zu welchem Bundesland Lippe künftig gehören sollte, ein wesentlicher Knackpunkt. Und auch heute ist das nicht wesentlich anders: Der Kreis trägt der Tatsache mit 114 Millionen Euro in knapp 25 Jahren gebührend Rechnung: Der Betrag geht über den Tisch für den privatwirtschaftlichen Unterhalt, die Sanierung und den Neubau von Kreisstraßen - künftig durchgeführt von Firmen aus Niedersachsen und NRW. Und so hängen wir nicht nur zwischen den Ländern, der Zustand der Straßen hängt auch irgendwie von ihnen ab.
Und auch die Geschicke der Lippischen Landesbrandversicherung werden künftig von außen bestimmt. Der NRW-Landtag hat den Weg frei gemacht, damit die Lippische künftig in den Schoß der Provinzial Rheinland kehren kann. Was nicht zwingend rheinischen Frohsinn nach Lippe bringt: Auf lange Sicht werden die neuen Tonangeber an möglichen Synergien nicht vorbei kommen - und die Lippische nicht an der Tatsache, kopfmäßig kleiner gemacht zu werden.
Wem gehört eigentlich die Telefonnummer 115? Die Stadt Bad Salzuflen hat sie in dieser Woche als besonderen Service verkauft, um alle Behörden mit einer Nummer zu erreichen. Der Landrat allerdings lässt schon seit langer Zeit an dieser Nummer arbeiten - auf Kreisebene funktioniert es nur bisher noch nicht. Und so hat der Bad Salzufler Bürgermeister seine Fahne schon mal ganz fix in den Wind gehängt, bevor es der Landrat konnte. Letzterer hob die Nummer als Erster aufs Schild - allerdings bisher nur auf sein Nummernschild am Dienst-Audi.
Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.
Lippische Spitzen, 15. März 2009
Es sind die großen aktuellen Glaubensfragen, die den lokalen Wahlkampf langsam anfeuern sollen: In Detmold beispielsweise ist der FWG nach einem Jahr denn doch schon aufgefallen, dass das Radfahren in der Fußgängerzone von 11 bis 19 Uhr nicht mehr verboten ist. Zurück marsch, marsch fordern die Freien Wähler nun ausgerechnet in einem Landkreis, der sich die Plakette „Fahrradfreundlicher Kreis" umgehängt hat. Das, was die FWG scheinbar am meisten stört, ist nicht das Fahrradfahren an sich, sondern dass sie nicht gefragt wurde. Dabei kann Verwaltung so pragmatisch sein, wenn Politik nicht überall reinfummelt.
Frau Bundeskanzlerin macht Theater. Angela Merkel kommt am 15. Mai nach Detmold, um im Landestheater die Ausstellung des Landesmuseums zum Varusjahr zu eröffnen. Kalkriese hat sie eine Absage erteilt. Der Grund liegt doch eigentlich auf der Hand: Der Ausstellungsteil in Detmold heißt Mythos - in Kalkriese wird der Konflikt abgehandelt. Und den kann Angie im Wahlkampfjahr 2009 nun gar nicht gebrauchen.
Versöhnliches kurz vor Schluss auch für den Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Struck: In Augustdorf besuchte er „seine" Truppe aus Informationsgründen - schließlich war der Mann mal Verteidigungsminister. Die Soldaten seien einhellig der Meinung gewesen, man könne jetzt nicht raus aus Afghanistan. Und Peter Struck war einhellig der Meinung, dass nicht die Einstellung der Soldaten sondern die Darstellung in den Medien eine schiefe sei. So einfach ist das.
Ein Petershagener Pfarrer hat sich gegen die Sonntags-Ladenöffnungen in Bad Salzuflen gewendet - und Recht bekommen. Jetzt bleiben die Läden dicht, bis zu 300 Menschen ohne Job und die Frage ungeklärt, ob der Kirchenmann für seinen eigenen Laden sonntags nun mehr Zulauf bekommt.
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Lippische Spitzen, 8. März 2009
Die Pläne der britischen Streitkräfte für die Senne gehen in die nächste Runde. Die umstrittenen geplanten Kampfdörfer provozieren deutsche Streit-Kräfte mit Namen CDU, FDP und SPD. Letztere ist im Regionalrat mit ihrer Forderung durchgefallen, die Kampfdörfer zu stoppen. Erstgenannte verdonnerten den Regionalrat zunächst einmal zu einem Informationsgespräch mit den Briten. Auch da dürfte gekämpft werden - um den Konsens.
Es geht mühsam weiter im Klein-klein um kostenfreie Parkzeit im Lemgoer Parkhaus Wüste. Auf zehn Minuten hatte der Aufsichtsrat der Stadtwerke die Frei-Zeit im Parkhaus reduziert. Nun wollen die Lemgoer Liberalen die Diskussion erweitern - auf 10 Minuten freies Parken überall in der Stadt. Auch eine form von Salami-Taktik - doch mit einer Scheibe Wurst lockt man keinen Wähler. Wenn es um die ganze Wurst gehen soll, dann hilft ein Blick nach Lage. Dort ist Parken überall in der Stadt kostenlos - eine gute Lage.
In Detmold sind 30 Kreuzungen auch nachts im beampelten Betrieb. So solls auch bleiben, denn Energiespareffekte sind dank ausgereifter Technik kaum noch drin, wenn man die Ampeln abschalten würde. Die Umrüstung auf LED sei noch kein Thema, weil die kleinen Leuchtkörper nachts zu stark blendeten. Nun will man abwarten, bis es LED auch dimmbar gibt. Nachts würde sich der Verkehr dann in schwachem Rot und zartem Grün regeln lassen.
Extertal hat keine Wahl aber einen Wusch: Bundestags- und Kommunalwahl sollten an einem Tag stattfinden. Getrennte Wahlen würden circa 36.000 Euro mehr kosten. Es muss wohl noch mehr als nur Extertal auf die Barrikaden gegen, damit der Wunsch nach einem Wahltag auch Stimme und Gewicht bekommt. Liebe Politiker, stimmen Sie jetzt...
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Lippische Spitzen, 1. März 2009
Sind Lippes Gauner eigentlich blöder als der Rest der Welt? Immer wieder tauchen Meldungen auf, die einen das vermuten lassen. Im Winter gabs da einen, der den Tatort per Fahrrade verließ. Die Polizei konnte seinen Spuren im Schnee bis nach Hause folgen und ihn direkt dingfest machen. Nun gab's einen Bankräuber aus Lemgo mit auffälligem Akzent, der zehn Monate nach der Tat an den Ort des Geschehens zurückkehrte um ausgerechnet in der beraubten Bank nach einem Wanderweg zu fragen. Die Angestellten erkannten den Akzent, die Polizei erledigte den Rest. Und wir erkennen: Nur die dümmsten Kälber suchen sich ihren Metzger selber.
Die einen bauen auf Sand, die anderen nah am Wasser - letztere auch in Lügde: Die Realisierung des Emmerauentunnels verzögert sich immer weiter. Acht Mal war Hochwasser schuld und dann hat man das Grundwasser angebohrt, was noch einmal sechs Wochen kostete. Übers Wasser (hinweg) gehen können eben nur die wenigsten.
Eine dufte Idee kommt aus Lemgo bringt frischen Wind in die Klassenzimmer: Ein spezieller Duftstoff soll die Konzentration fördern, ein weiterer beruhigend wirken. Fast 40 Prozent der Schüler bestätigen die Wirkung. Wie sich der Duft auf die anderen 60 Prozent auswirkt, bleibt im Verborgenen - und wer von den Schülern aufgrund der Wohlgerüche vorzeitig verduftet, steht auch auf einem anderen Blatt.
Erst gab's ein gesatteltes, herrenloses Pferd in der Senne, nach langen Recherchen auch den dazugehörigen Reiter. Ihm war das Pferd entlaufen. Der Mann hatte sich danach abholen lassen aber versäumt, der Polizei von seinem Verlust zu berichten, der scheinbar nicht so groß war, dass der Mann den üblichen Weg gegangen wäre. Mich bringt das zu dem originellen Buchtitel: „Es ist so einsam im Sattel, seitdem das Pferd tot ist"...
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Lippische Spitzen, 22. Februar 2009
Wenn ein Häftling Richter in die Zelle bringt, dann ist's relativ weit gekommen - bis zum Oberlandesgericht Hamm, um genau zu sein. Das prüft die Klage des ehemaligen Häftlings, der bemängelt, in der JVA Detmold auf zu engem Raum unterbracht gewesen zu sein. Die weitergehende Prüfung, die das Gericht nun ankündigte, wird die Herren wohl zwingend hinter Gitter bringen.
Als ginge es nicht um Leben oder Tod sondern um mehr, kämpft die SPD in Lemgo für die Brötchentaste im Parkhaus Wüste. Von der profitiert bisher nur, wer weiß, dass es die erste halbe Stunde im Parkhaus ohne Gebühr gibt. In der Gebührenordnung steht davon nichts, was die Sozis bemängeln. Wir meinen: Im Parkhaus gibt es zwar ne Menge Tasten, aber keine Brötchen - weshalb uns das kostenlose Parken vor Bäckereien mehr Spaß machen würde. Das wäre mal eine echte Herausforderung für die Politik....
Eine Professorin aus Speyer hat nen Kasper gefrühstückt. Das heißt, sie ist gerade dabei, den Kasper zu verfrühstücken: Dr. Andreas Kasper. Genau um den ersten geht's dabei, um den Doktor. Den macht die Dame streitig, weil der noch junge Landesverbandsvorsteher nicht immer wissenschaftlich sondern abschreibend unterwegs gewesen sein soll. Dass der Professorin das Manko erst jetzt auffällt, wo Andreas Kasper in Amt und Würden ist, stimmt stutzig und deutet mehr auf Kaspertheater, denn auf ehrlich gemeinte Kritik hin.
Kaspertheater ist nicht immer lustig - und wer keinen Spaß an übermäßiger Freude hat, der ist an diesem Wochenende in Lippe richtig aufgehoben - in der fast karnevalsfreien Zone. Und zum Trost sei gesagt: Es wird, wie es wird: am Aschermittwoch ist alles vorbei.
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Lippische Spitzen, 15. Februar 2009
Das Finanzamt in Lemgo hat sich benoten lassen: Die Steuerzahler gaben der Behörde die zweitbeste Note und finden besonders klasse, dass die Bearbeitung von Steuererklärungen wenig Zeit braucht und dass das Personal ausgesucht freundlich ist. Der Finanzbeamte an sich quasi als Mensch... Vielleicht können die Lemgoer Peer Steinbrück und seinem Laden erklären, wie's geht: Denn für das komplizierte deutsche Steuersystem hagelte es Kritik - auch in Lemgo.
Und noch einmal Finanzamt: Die Detmolder Behörde bittet bei der Rückzahlung der alten Pendlerpauschale um Geduld. In spätestens zehn Tagen soll's den Bescheid geben. Dreiviertel aller Bürger, die Pendlerkilometer angegeben hatten, bekommen Geld zurück - im Schnitt 275 Euro. Das Konjunkturpäcken III sozusagen - allerdings: wenn das Konjunkturpaket II auch so lange auf sich warten lässt, könnte es langsam ungemütlich werden im Land.
Nicht, weil es wirtschaftlich nicht läuft, kümmert sich FDP-Frau Gudrun Kopp, die Meistgenannte in den Lippischen Spitzen, um die Einrichtung einer Trauma-Ambulanz. Sie, also die Ambulanz und nicht Frau Kopp, soll Bundeswehrsoldaten nach Auslandseinsätzen psychisch wieder auf die Beine helfen. Vielleicht ein Zufall, aber Traumata wurden in dieser Woche im Zusammenhang mit der Bundeswehr gern genommen - erst vom Verteidigungsminister - und dann eben auch von Gudrun Kopp.
Über den Augustdorfer Zoff wegen des Römertage-Geländes wächst nun Gras. Erst wurde der ganz große Ballon aufgeblasen, um angeblich kontaminierte Erde zum Thema der Juristen zu machen. Nun gibt's quasi Grabesruhe um die Geschichte - das Material des Anstoßes ist Bestandteil eines Friedhofswalls geworden. Gerüchteweise soll es jetzt nicht mehr verseucht sein, sondern sogar zuviel Humus beinhalten. Wohl die Erde taugt für Grünzeug, allein die Streithähne waren sich nicht so ganz grün.
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Lippische Spitzen, 8. Februar 2009
Aus Provital wird Appel: Die Mannschaft des TBV Lemgo steigt in neue Trikots. Damit bringt die Heristo AG eine andere ihrer Marken auf die Jungs. Und die wissen, dass sie am besten bei den Fans ankommen, wenn sie Ergebnisse abliefern, die entweder Fisch oder Fleisch sind...
Lemgo bietet zwar Einiges in der Lipperlandhalle - aber nicht alle kommen hin oder wieder weg: Der letzte Zug ab Lemgo fährt gegen 20 Uhr, die letzte Afahrt von Bielefeld nach Lemgo findet um 20 Uhr 15 statt. Ärgerlich das - weshalb die FDP in Lippe nun Änderungen fordert. Das Problem ist nicht neu, die Erkenntnis aber termingerecht verkündet: Der Vorwahlkampf sucht Anschluss.
Die Hertie-Häuser in Lemgo und Detmold stehen weiter auf der Kippe: Seit Mai vergangenen Jahres hat der Insolvenzverwalter keine Mieten mehr überwiesen, weil die schlicht zu teuer seien. Das Pikante daran ist das Pikante darin: Warenhausbetreiber und Immobilienbesitzer ist der britische Investor Dawnay Day, der sich so mit sich selbst beschäftigt und leidgeprüfte Mitarbeiter zum Narren hält.
In Leopoldshöhe hat sich die Partei der Freiheitlichen aufgelöst - nicht weil ihr langweilig geworden wäre, sondern weil die Falschen Unterschlupf suchten. Nach Angaben des Vorstandes hat es fast täglich Mitgliedsanträge von Leuten gegeben, die sich dann als extrem Rechte entpuppten. Nun gibt's eine neue Partei, die die alten Interessen verfolgt - und die hoffentlich auch die Einlasskontrolle professioneller durchführt. Weil nicht jeder überall alles machen dürfen sollte...
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Lippische Spitzen, 1. Februar 2009
Das Wochenende der Politveteranen: In Lippe tauchten der Reihe nach auf Immer-und-ewig-Außenminister Hans-Dietrich Genscher, das soziale Gewissen der CDU Heiner Geißler und der in Berliner SPD-Kreisen nicht mehr so sehr gefragte Ex-Bundesfinanzminister Manfred Lahnstein. Alle drei belegten einmal mehr, dass sie in einer Liga spielen, an die die heutige Politklasse kaum noch heranlangt. Oder was meinen Sie, wie viele der heute agierenden Bundespolitiker auch noch wegweisende Strahlkraft in 20 Jahren haben werden? Die Vordenker werden weniger, die Mitläufer mehr...
Und manches läuft nicht nur nicht - es geht überhaupt nicht: Die Bürgerbewegung für Lage hat Kommunalpolitiker von CDU, SPD und FDP vors Detmolder Landgericht zitieren lassen. 250.000 Euro Ordnungsgeld sollten fällig werden, wenn die politischen Gegner weiter in den Medien behaupteten, sie hätten ein Kostensenkungsprogramm gegen die Stimmen der der Bürgerbewegung für Lage durchgesetzt. Zumindest hat sich das Gericht durchgesetzt und das Verfahren abgelehnt. Die Bürgerbewegung kann sich nun wieder um das kümmern, wofür sie gewählt wurde - im Rathaus - oder alternativ vielleicht im Sandkasten?
Hertie ist die Fortsetzung von Karstadt: immer knapp vor ganz pleite. 19 Häuser sollen nun geschlossen werden, die in Lemgo und Detmold allerdings bleiben bestehen. Bis zum nächsten Akt - denn wenn bis Ende Februar kein Investor einsteigt, ist die komplette Warenhaus-Kette im schlimmsten Fall am Ende. Und so kann es kommen, dass erst die Kaufhäuser sterben und dann die Einzelhandelsqualität in den Innenstädten.
Anstatt sich den ernsten Problemen zuzuwenden, wollte der Rat in Oerlinghausen Kosmetik. Aus Ostwestfalen-Lippe sollte die Region Teutoburger Wald werden, weil sich OWL nicht durchgesetzt hätte. In einer nicht repräsentativen Umfrage stimmten Radio Lippe-Hörer ab. 87 Prozent wollen bleiben, was sie sind: Ostwestfalen-Lipper. Und das ist auch gut so.
Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.



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