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Mara Wedertz
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Schutzmaterial-Infektion

Lockdown im Kreis Gütersloh bis 30.6. - Bayern ist tabu

Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies hat das Land NRW jetzt einen Lockdown für den gesamten Kreis Gütersloh verfügt. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet heute Vormittag (23.6.) bei einer Pressekonferenz. Der Lockdown gilt zunächst bis zum 30.6.

Bayern hat ein Beherbergungsverbot für Menschen aus unserem Nachbarkreis erlassen. Auch aus Orten an Nord- und Ostsee sind schon Menschen aus dem Kreis Gütersloh wieder weggeschickt worden.

Was ist in Gütersloh jetzt noch erlaubt und was nicht?

  • TREFFEN: Die Beschränkungen schreiben vor, dass sich nur Menschen aus einer Familie oder einem Hausstand in der Öffentlichkeit zusammen aufhalten dürfen. Treffen dürfen sich auch zwei Personen, die weder der Familie angehören noch zusammen leben.
  • FREIZEIT: Bis zum 30. Juni sind wieder viele Kulturveranstaltungen sowie Sport in geschlossenen Räumen verboten. Fitnessstudios werden ebenso geschlossen wie Kinos und Bars.
  • GASTRONOMIE: Thekenbetriebe müssen geschlossen werden, Restaurants dürfen unter Auflagen geöffnet bleiben. Es dürfen maximal zwei Personen oder alternativ eine Familie an einem Tisch sitzen.
  • SCHULEN UND KITAS: Bereits seit dem 17. Juni sind die Schulen und Kitas im Kreis mit 370 000 Einwohnern wieder geschlossen.
  • FERIEN: Am kommenden Samstag beginnen in NRW die Sommerferien. Laschet erklärte, der Lockdown bedeute kein Ausreiseverbot. Er appellierte aber an die Betroffenen, den Kreis nicht zu verlassen.

Von 6140 Tönnies-Mitarbeitern sind 1553 positiv auf Corona getestet worden, sagte Laschet. Dazu kämen noch einige positiv Getestete aus dem Umfeld der Mitarbeiter. Abseits dieser beiden Gruppen gibt es im Kreis Gütersloh aktuell 24 nachweislich Infizierte. Jetzt müsse man herausfinden, wie viele Menschen außerhalb von Tönnies noch erkrankt sind.

Das Infektionsgeschehen im Kreis Gütersloh ist aktuell das größte landes- und bundesweit und birgt ein enormes Pandemierisiko, sagt NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Im Kreis Coesfeld sei es schon mal gelungen, ein solches Geschehen unter Kontrolle zu bringen. Das müsse man jetzt gleichermaßen auch im Kreis Gütersloh leisten. In der ersten Stufe des Lockdowns hatte man letzte Woche bereits Schulen und Kitas geschlossen. Das betrifft 50.000 Kinder.

Zeitgleich waren 7.000 Menschen im Kreis Gütersloh in häusliche Quarantäne geschickt worden - obwohl noch nicht alle auf das Corona-Virus getestet worden waren. Es gelte jetzt, diese Quarantäne auch durchzusetzen- notfalls unter Zwang, sagte Laschet. Dafür sind auch drei Einsatzhundertschaften der NRW-Polizei in der Region. Die Gesundheitsbehörden werden außerdem von Dolmetschern unterstützt, da unter den unter Quarantäne stehenden Personen auch Menschen aus Polen, Bulgarien und Rumänien sind.

Im Kreis Gütersloh sind mittlerweile 100 mobile Teams unterwegs, die auch in der Quarantäne weitere Tests machen. So hoffe man, innerhalb von sieben Tagen klarer zu sehen, wie die Lage ist. Die Menschen im Kreis Gütersloh können sich aktuell alle freiwillig und kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen. Außerdem soll es flächendeckende Tests in besonders schützenswerten Einrichtungen wie Altenheimen geben. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat ein Corona-Diagnosezentrum eingerichtet.

Auch für den Kreis Warendorf wurde ein Lockdown verfügt.

>> alle Infos zum Corona-Virus in Lippe

>> die bundesweiten und internationalen Entwicklungen rund um Corona

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