Die Lippischen Spitzen nehmen die Themen der Woche auf's Korn, die aus der Reihe tanzten. Kleine, spitze Bemerkungen zu großen und weniger großen Vorkommnissen, die sagen wollen: Leichter wird's, wenn man's leichter nimmt.

Neu: Die Lippischen Spitzen präsentiert Radio Lippe nun auch als Podcast. Sie können den kompletten Sende-Beitrag abonnieren und kostenlos auf Ihren iPod bzw. mp3-Player laden - genau so wie Radio Lippe-Der Talk. Viel Spaß wünscht Ihr Radio Lippe-Team.

Lippische Spitzen, 12. Mai 2013

Jedes Jahr ist Vatertag und jedes Jahr ist bei einigen, meist möchte gern-Vätern das Benehmen mit Mutti zuhause geblieben. Für 6 Ausflügler endete der Feiertag in der Ausnüchterungszelle der Polizei. Nicht schön, aber leider leider auch nicht selten.

 

Eine Autobahn haben wir in Lippe nicht. Der ICE-Halt lässt auch weiter auf sich warten und was ist mit den Radschnellwegen? Die Lemgoer Grünen möchten es bitteschön genau wissen. Wo gibt es mindestens fünf Kilometer lange möglichst steigungsarme Radwege? Die Kreisverwaltung soll dieses Wissen rausrücken und wir glauben zu wissen: Die Welt hat größere Probleme als Radschnellwege.

 

Jetzt lohnt sich mal kurz der Blick über den Tellerrand von Lippe. In Bielefeld ist ein Mann zur Polizei gegangen, hat Falschgeld auf den Tresen gelegt und ist dann wieder abgehauen. Das Problem: Es war kein Falschgeld. Es waren zwei neue 5 Euro-Scheine, mit denen die Polizei jetzt ein Problem hat. Wie verbucht man diese Spende? Im Moment wird nach einem 25 bis 30 Jahre alten Brillenträger gesucht, der das Geld vorbei gebracht hat. Ob sich dieser Mensch wirklich meldet? Ich würde es nicht tun, dass wäre mir dann doch zu peinlich.

 

Viele Motorradfahrer fahren vernünftig und viele halten sich auch an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Nur ein paar Wenige versauen dann das Image. Am Köterberg in Lügde hat die Polizei vergangenen Sonntag geblitzt. Zwei Motorradfahrer haben dort die Anwohner in ihrer Kritik bestätigt und es übertrieben. Mit über 100 km/h rasten sie durch die Birkenstraße. Also, liebe Motorradfahrer mit nervöser Gashand: Nicht nur Helm auf sondern auch Hirn an beim Ausflug.

 

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 05. Mai 2013

Jetzt muss wohl auch das Oberverwaltungsgericht Münster noch ran: In Lemgo streitet sich ein Anwohnerehepaar seit Jahren mit den sportlichen Nutzern über den Jahnplatz. Rechtfertigt die vermeintliche Lärmbelästigung eigentlich, dass über Jahre deutsche Gerichte mit Kinkerlitzchen beschäftigt werden? Man hätte seine Energie auch in was Gutes investieren können – und die Kosten der Verfahren lieber in eine Spende für Fußballer. Die hätten dann auch sicher mit sich reden lassen, wann sie kicken und wann nicht.

Die IHK Lippe zu Detmold hat Jobeinsteiger ins Visier genommen: 34 Prozent der befragten Mitgliedsfirmen sind mit den Umgangsformen von Bewerbern nicht einverstanden. Schlimmer stehe es noch um die Ausbildungsreife. Das Ausdrucksvermögen der Bewerber und deren Schwächen im Rechnen sind 50 Prozent der befragten Firmen ein Dorn im Auge. Alles schon mal gehört – die Jugend war halt noch nie so schlecht, wie schon immer.
 
Das Merkvermögen ist bei Manchen auch nicht so doll: Zwei Autos waren in Detmold plötzlich verschwunden. Ein Rentnerehepaar hatte drei Stunden gesucht, bevor es sich der Polizei anvertraute. Ein Mann aus Hameln suchte ebenfalls sein Auto in Detmold. Das Ende vom Lied: die Autos waren genau da, wo sie abgestellt wurden. Allerdings wussten die Besitzer nicht mehr, wo das war.    

Elias Sansar hat vergangenen Sonntag den 42. Hermannslauf gewonnen. Nach einer Stunde und 45 Minuten war er im Ziel. Langweilt der Mann mit seinen ewigen Siegertiteln etwas? Nun, Helmut Kohl wurde ja auch immer wieder Kanzler…

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 21. April 2013

Bestand hat nur der Wandel. Das bestätigt sich auch darin, dass die Stadt Schieder-Schwalenberg die Bestattungsformen variieren will. Baumbestattungen und Wahlgräber sollen künftig möglich sein – übrigens: die Gebührensatzung soll dann auch angepasst werden. Eines aber bleibt doch bestehen. Der letzte Wagen ist so gut wie immer ein Kombi.

Für vier Jahre muss ein 58jähriger Detmolder in Haft. Der Mann hatte vorher reichlich auf den Putz gehauen – mit seiner vermeintlichen persönlichen Beziehung zu einem Scheich, seinem vermeintlichen Wissen als Finanzexperte, mit dem Missbrauch von Titeln leierte er gutgläubigen Menschen rund 300.000 Euro aus den Rippen. Es soll wohl seine letzte größere Transaktion gewesen sein. Wenn der Mann aus der Haft kommt, kann er langsam den Vorruhestand einläuten.

Etwas sachter dürften es auch Lemgoer angehen lassen: Gleich mehrfach wurden dort in den vergangenen Tagen Radfahrer und Fußgänger von Autos angerempelt. Die Fahrer machten sich jeweils aus dem Staub. Mag ja sein, dass nicht immer alles glatt läuft: Wenn es aber nicht glatt lief, sollte man den Kopf dafür hinhalten. Vielleicht muss der ein oder andere erst selbst vom Fahrrad fallen, um sich zu fühlen wie man sich dann fühlt.

Auch für Knallkörper gibt es vier Jahre Haft. Nach einer Serie von aufgesprengten Zigarettenautomaten in Bad Salzuflen gab es nun das erste Urteil. Die Kippenkästen waren nur das äußere Zeichen einer bunten Kriminellenkarriere: Auf das Ticket gehören auch noch Betrug, Urkundenfälschung und Drogen. Zigarettenklau mit Echo: Die vier Jahre Haft dürfen als ordentliche Zigarre gewertet werden.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 14. April 2013

Man kann für oder gegen das Blitzen sein. Der ADAC ist offensichtlich halb dafür. Fest eingebaute Radarwarner lehnt der Automobilclub nämlich ab. Eine Smartphone App die vor Blitzern warnt wollen die Autofahrerlobbyisten allerdings. Ich meine ganz oder gar nicht: Wo liegt schließlich der Unterschied zwischen einem Smartphone oder einem Radarwarner der bei einer drohenden Tempokontrolle Rabatz macht?

In Lemgo hat gerade jemand Muffensausen. Ein Lemgoer Geldanleger und Fiskuspreller ist nämlich in einer Liste von Steueroasennutzern aufgetaucht. Hoffentlich hat die Angst vor der Steuerfahndung für diesen Menschen bald ein Ende. Die Lösung kann so einfach sein: Denn wer Steuern zahlt braucht erst gar keine Angst vor den Herren in blauen Limousinen mit den Umzugskartons haben.

Einen Haftbefehl für 13,40 Euro stellt die Staatsanwaltschaft auch nicht alle Tage aus. Ein Berliner dachte sich aber wohl: „Icke? Wegen nem lumpigen Diebstahl von Shampoo und Rasiergel vor Gericht in Detmold erscheinen?“. Nun wird der Mann per Haftbefehl gesucht und darf sich dann irgendwann wegen der Geschichte vor Gericht verantworten.

Die Lichter gehen aus beim TBV. Nationaltorhüter Carsten Lichtlein wechselt zum VfL Gummersbach. Die Vertragsauflösung sei unter besonderen Umständen zu betrachten, in denen sich der TBV momentan befindet, sagt Geschäftsführer Christian Sprdlik. Ich sage: Beim Auto den Benzintank zu verkaufen und dann unter besonderen Umständen nicht mehr fahren zu können ist und bleibt so mittel.

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 7. April 2013

Was lässt Menschen eigentlich größenwahnsinnig werden? Die Frage tauchte in dieser Woche einmal mehr bei uns auf – nämlich, als ein Tanzlehrer aus Detmold zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verknackt wurde. Vorher hatte der junge Mann in Saus und Braus gelebt. Der kleine Schönheitsfehler: Bezahlt hatte er den Luxus nicht – und falsche Kontodaten waren auch im Spiel. Geltung verschaffte sich der 26jährige auch bei RTL und Vox mit beispielsweise dem Mitkochen beim perfekten Dinner. Nun muss er noch einmal antanzen – und dann ist wohl Nachdenken angesagt. Hoffentlich hilft‘s.

Sechs Jahre älter aber auch nicht heller ist ein 32jähriger Blomberger. Der arbeitslose Mann gestand nun 14 Einbrüche, bei denen er alles einkassiert hatte, was sich schnell zu Geld machen ließ. Nebenbei dealte er noch mit Drogen – und er nahm sie auch. Manches Geschäftsmodell ist einfach zum Scheitern verurteilt.  Mancher junge Mann scheinbar auch.

Auf sich warten hingegen lässt der Spargel, was dem langen Winter geschuldet ist. Neben „Wird schon viel früher hell.“ Und „Ich hab den Winter satt.“ werden Gastronomen wohl auch diesen Satz nicht mehr hören können: „Haben Sie schon Spargel?“ Alles wird gut – irgendwann im Mai.

Kalletal noch einmal: Am 21. März hatte man den Anfang einer Ratssitzung kurzfristig verschoben. Um eine mögliche Klage wegen dieser Lappalie zu vermeiden, machen die Kalletaler Ratsmitglieder jetzt alles noch einmal: dieselben Tagesordnungspunkte, dieselben Gesichter – aber einzigartig das Vorgehen. Von dieser Legislaturperiode werden die Kalletaler noch lange erzählen.

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

  

Lippische Spitzen, 31. März 2013

Manch einem steigt Lippe ja schon mal etwas zu Kopf. Umgekehrt geht’s aber auch. Pünktlich zu Ostern rückt der Landesverband wieder die lippischen Klassiker ins Bewusstsein. Externsteine und Hermannsdenkmal sollen jeweils Besuch von einer halben Million Menschen bekommen. Und damit es nicht langweilig wird, kann man jetzt Hermann zwar nicht zu Kopf steigen, aber immerhin doch mal einen Blick in den unteren Teil der Konstruktion werfen. Neue Perspektiven – ganz einfach.

Als ziemlich beschränkt erwies sich ein anonymer Briefeschreiber in Oerlinghausen. Der Bürgermeisterin teilte er in Papierschnipseln mit: „Die Tage sind gezählt. Der Kampf ist nicht vorbei.“ Die Familie von Ursula Herbort hat auch gezählt – nämlich Geld, das sie nun zur Belohnung für Hinweise auf den Täter aussetzt. Zwischen den Zeilen liest man in einer Pressemitteilung heraus, dass der Schreiberling auch Ratsmitglied sein könnte. Wir finden, das sollte er dann nicht länger sein.

Ziemlich von der Rolle ist die Meyra-Gruppe in Kalletal: 430 Arbeitsplätze sind ins Wackeln geraten, nachdem die Gruppe Insolvenz beantragt hat. Als Grund für die finanzielle Schlappe führt der Rollstuhlhersteller unter anderem an, dass europaweit Erstattungen durch Krankenversicherungen nicht mehr fließen wie bisher. Wenn Europa vergrippt ist, hat die Rehabilitation Husten.

Wenn der Winter kein Ende kennt, kommt Straßen NRW ins Schlucken. 300.000 Euro hat man für das Flicken von Winterschäden auf Lippes Landstraßen einkalkuliert. Es könnte ein Tropfen Kaltasphalt auf den löchrigen Stein sein.

Neue Woche, neue Themen – schöne Ostern.

Lippische Spitzen, 24. März 2013

Kalletaler Kommunalpolitik behält ihren speziellen Charme. Im Haupt- und Finanzausschuss gab es eine Mehrheit, die sich gegen die Wiederbesetzung der Stelle des Beigeordneten aussprach. Im Rat sollte diese Entscheidung dann endgültig besiegelt werden. Dumm nur, dass nicht genügend Ratsmitglieder anwesend waren, um das Vorhaben auch gültig zu beschließen. Stell Dir vor, es soll Entscheidendes passieren – und die Politik bleibt auf dem heimischen Sofa.

Gut Holz ist schon mal zu viel Holz: Ein LKW wurde in Wöbbel aus dem Verkehr gezogen, weil er einen schwerwiegenden Eindruck machte. Und tatsächlich: Statt der erlaubten 40 Tonnen wog der Transporter 58 Tonnen. Der Fahrer hatte die Polizei eben nicht nur hinter die eine Fichte sondern hinter ganz viele geführt. Nach dem Bäume wiegen kommt nun für ihn das Punkte zählen.

Beim  Landesverband bleibt es wohl die ewig gleiche Aufgabe: Das Archäologische Freilichtmuseum hat eine Finanzierungslücke, der Landesverband bekanntermaßen auch immer wieder: Nun gehen beide auf die Suche nach Lösungen fürs Museum. Und wir wissen: Ein Loch lässt sich eher gar nicht mit einem Loch stopfen.

In Lage soll Großes heranwachsen: Ursprünglich war der erste Spatenstich fürs Großkino schon im Januar geplant, dann war die Presse für vergangenen Mittwoch eingeladen. Tatsächlich stattgefunden hat das Ganze dann am Donnerstag. Wir sind nun gespannt, wie das Projekt sich nun entwickelt. Über den Beginn mit Ladehemmungen waren wir zunächst mal einigermaßen von der Rolle.

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

 

 

Lippische Spitzen, 17. März 2013

Doch noch die Kurve gekriegt hat ein gewesener Jäger aus Lippe. Dessen Sohn hatte sich aus dem väterlichen Waffenschrank eine Waffe genommen und sich erschossen. Der Kreis untersagte dem Vater später jeglichen Umgang mit Waffen. Allen Ernstes wollte der Vater sich Waffen und Jagdschein zurück erstreiten. Erst zu Beginn der Verhandlung vor dem Mindener Verwaltungsgericht zog er die Klage zurück. Wir kommen da auf Gedanken, wenn es nicht so makaber wäre.  So schweigen wir einfach nur kopfschüttelnd.

Auch nicht zu fassen ist ein Fall aus Leopoldshöhe. Da hat ein junger Mann einen Schockanruf getätigt und einer Frau währenddessen erklärt, dass ihre Tochter in einen Unfall verwickelt sei und dringend Geld benötige. Damit nicht genug: Per Taxi kam der Anrufer vorgefahren und ließ sich einen fünfstelligen Betrag aushändigen. Anschließend verschwand er auch wieder mit dem Taxi. Nun sucht die Polizei den Taxifahrer – was der sich so wahrscheinlich auch nicht vorstellen konnte.

Feuerwehrleute können auch Spaß haben – wenn sie einen Sondereinsatz fahren. Die Detmolder Feuerwehr hat solch ein Sondereinsatz an diesem Wochenende nach New York geführt. Deutschlands beste Feuerwehr darf dort bei einer Parade dabei sein – weil sie hier bei einem Grundschulbrand besonders gut gearbeitet hat. Wertschätzung ist was Schönes und eine Feuerwehr nur noch besser, wenn sie gar nicht erst gebraucht wird…

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 10. März 2013

Der Kreis Lippe kümmert sich um jeden Dreck: Wenn Bio drauf steht, sollte auch grüner Müll in der Tonne sein. Da das nicht reibungslos klappt, lässt man die richtige Befüllung der Biotonnen nun kontrollieren. Finden sich falsche Materialien in der grünen Tonne, gibt es die rote Karte. Rot-grün verträgt sich hier also gar nicht.

Am Samstag wurden Teile Lippes zum atomar verseuchten Sperrgebiet erklärt. Damit sollte am 2. Jahrestag von Fukushima deutlich gemacht werden, welche Auswirkungen ein Störfall im AKW Grohnde an der Weser haben könnte. Gut ist, uns allen mal die Augen zu öffnen, auch wenn der Atomausstieg längst parteiübergreifendes Programm ist. Und trotzdem: Menschenketten sind irgendwie 80er…

Von einem Nachbarn kaufte ein Detmolder ein 11 Quadratmeter großes Grundstück. Für die Vermessung des Grundstückes hatte der Kreis 2.500 Euro in Rechnung gestellt – nach geltendem Recht, wie das Mindener Verwaltungsgericht nun urteilte. Der Verwaltungsaufwand sei ähnlich groß wie bei größeren Flächen. Manchmal ist eben auch ein kleines Grundstück kein Schnäppchen.

Auch kein Schnäppchen war die vermeintliche Bielefelder Ärztin. Mit gleich drei falschen Doktortiteln soll die Frau 60.000 Euro für Therapien, Medikamente und angeblichen Operationen kassiert haben, um das Geld dann für sich selbst auszugeben. Die 50jährige bestreitet den Vorwurf – auf den Prozess in Detmold in der kommenden Woche darf man gespannt sein. Mit falschen Doktortiteln wurden in jüngerer Vergangenheit schon viele große Erfolge gefeiert.

Lippische Spitzen, 24. Februar 2013

Piraten sorgen in Lemgo für viel Wind um gar nichts. Per Antrag wollten sie sicherstellen, dass Spielplatzgeräte von geschlossenen Spielplätzen an anderer Stelle weiter verwendet werden. Politik stellte nüchtern fest: Machen wir doch längst. Danach hätten die Piraten den Antrag eigentlich zurückziehen müssen, taten sie aber nicht. Die Folge: Der Antrag kreist und kreist, weil eine Einigung ja nicht zu erzielen ist. Nehmt mal die Augenklappe ab, Jungs.

Auch schön: Die FDP-Fraktion im Detmolder Rat möchte die Gelder für die Fraktionen und die fraktionslosen Ratsmitglieder kürzen. Die liberale Logik: Man kürze schließlich auch bei Kultur und Vereinsförderung. Wir finden: Das beruhigt zwar politisches Gewissen – es macht aber auch bei der FDP in absoluten Euro-Beträgen nicht wirklich was aus.

Politik ist manchmal auch wie Kartenspiel: Hauptsache, man hat genug Punkte zusammen. Wieder Beispiel Detmold: Im vergangenen Jahr haben SPD, Grüne und FDP den Haushalt durchgebracht – in diesem Jahr proben SPD und CDU den Schulterschluss. Ist doch eigentlich auch egal, wer da punktet. Hauptsache,  es geht weiter.

Putzig ist die Stadt Lage: Sie will an ihrem Fairtrade-Image polieren. Sie könnte doch erst einmal an ihrem Eindruck beim Bürger arbeiten und die Anglizismen weglassen. Ganz fairtradig müssten jetzt in den Geschäften, in der Gastronomie und bei politischen Sitzungen mehr fair gehandelte Produkte angeboten werden. „Käffchen, Herr Bürgermeister?“ „Ja, wenn er denn fair ist…“ Fair kommt übrigens nicht von Pferd.

 

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.  

Lippische Spitzen, 17. Februar 2013

Jetzt sind die Lemgoer Ratspolitiker aber bockig. Der Verkehrsausschuss des Kreises will ihnen den Wunsch nach dem LE-Kennzeichen nicht durchwinken. Die Antwort aus Lemgo sind Unterschriftenlisten unter dem Titel ‚Pro LE und gegen die Bevormundung durch dem Kreis‘. Das Auseinanderdividieren bekommt Methode: Nach ‚Wir sind das L in OWL‘ rechnen wir ganz fest mit ‚Wir sind das LE in LIP‘.

Auch so ein Zoff, den keiner braucht: Die Genossenschaftsbank in Halle und die Volksbank Bielefeld gehen gegen die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold vor Gericht. Im Mittelpunkt des Ärgers steht die Übernahme des Privatkundengeschäfts des Bankvereins Werther durch die Paderborner. Gespräche hätten nicht zu einer Lösung geführt – und scheinbar ärgert die Bank-Genossen das Paderborner Muskelspiel am Alten Markt in Bielefeld. Der Schuster bleibt doch auch bei seinen Leisten.

Die Stadt Lage hat zu viel Friedhof.  Und weil der richtig Geld kostet, will man nun über anderweitige Nutzungen nachdenken. Aber was macht man mit solch einem Gelände? Einem Gelände, das selbst für die Toten zu tot ist?

Augustdorf hingegen hat zu viel ‚Dunkel‘. Die gefühlte Sicherheit solle gesteigert werden, indem die Straßenbeleuchtung am Wochenende schon am frühen Morgen wieder leuchtet. Auch soll wieder jede statt jeder zweiten Laterne in Betrieb sein. Die Mehrkosten liegen bei 5.000 Euro – und ein Controller hätte wahrscheinlich seine Freude daran herauszufinden, was das Hin und her und die Beschäftigung mit dem scheinbaren Problem kosten. Na, geht ein Licht auf?

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 10. Februar 2013

Erst stand ein Bus dem anderen im Weg. Dabei kam es zum Unfall mit 30 meist leicht Verletzten. Nun haben die nicht nur den Schaden. Sie müssen sich auch herumschlagen mit der Tatsache, dass in Deutschland alles geregelt ist. Wegen eventueller Ersatzansprüche wollte die Stadtverkehr Detmold Kontakt mit den Betroffenen aufnehmen, kann aber nicht. Die Polizei rückt die Namen nicht raus – aus Datenschutzgründen. Das Leben könnte so einfach sein…

Der Mann bekennt Farbe und sich zu Lippe: Der Blomberger Klaus Eisert und sein Unternehmen Phoenix Contact haben den TBV Lemgo gerettet. Drei Jahre lang lässt das Unternehmen jährlich einen ordentlichen sechsstelligen Betrag springen. Ohne das Geld wäre der Verein vermutlich am Ende. Besonders nobel: Die Hälfte des Geldes kommt aus der privaten Schatulle des Unternehmers. Damit ist Klaus Eisert für uns wohl unangefochten der Lipper des Monats.

Hü und hott – das ist der Rhythmus der öffentlichen Verwaltung. Der Stadtrat von Lemgo wollte das alte LE-Kennzeichen wieder einführen, der Kreis will aber nicht. Ein entsprechender Beschlussvorschlag liegt auf dem Tisch. Gut so – manchmal hilft’s, wenn man sich mal um die echten Probleme anstelle von Eitelkeiten aus Blech kümmert.

Wie wäre es denn mal mit den jungen Männern, die sich erst die Kante und dann gegenseitig was aufs Haupt geben? Die gibt es auch in Lemgo: 20 davon trafen sich in aller Herrgottsfrühe auf einem Supermarktparkplatz und ließen Fäuste und Füße sprechen. Einer wurde anschließend weggeschlossen, drei Verletzte ins Krankenhaus gebracht.  Ein handfestes Problem statt doller Nummer…

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

 

Lippische Spitzen, 3. Februar 2013

Finanzen erst einmal in Ordnung, Trainerfrage offen: Der TBV Lemgo hat reichlich zu schaffen, um in der Senkrechten zu bleiben. Trainer Dirk Beuchler verlässt den TBV zu Saisonende in Richtung Lübbecke. Das erfuhren wir vom Beiratsvorsitzenden. Die Lübbecker taten überrascht und am Abend des gleichen Tages dann ließ die Pressestelle des TBV wissen: Ja, Beuchler geht – aber wohin, das wisse man nicht. Da staunten wir nicht schlecht: Auch bei der Informationspolitik kann die Geschäftsführung des TBV noch eifrig lernen. Wir helfen, wo wir können.

Wer schläft, sündigt nicht. Allerdings hat ein polnischer LKW-Fahrer vorher kräftig gesündigt, um nachher einfach durchzuschlafen. Volltrunken hatte er seinen LKW auf der A44 kurz vorm Kreuz mit der A33 in den Graben gelenkt. Zumindest kann man das vermuten: Als die Polizei den LKW samt Fahrer im Graben fand, war der Gang eingelegt, die Antriebsräder drehten durch – und der Fahrer schlief den Schlaf des Gerechten. Weil er nicht wachzukriegen war, fiel das Thema ‚Pusten‘ aus – stattdessen gab’s ne Blutprobe. Wer hat da eigentlich wen gelenkt?

14.500 Menschen waren in Lippe im Januar ohne Job. Das waren 1.100 mehr als im Vormonat. Das Wetter hält als Grund her. Und Lippe pflegt seine Tradition: In OWL rangiert die lippische Arbeitsmarktstatistik auf dem letzten Platz mit einer Quote von 8,2 Prozent. Nennen wir es Jammern auf hohem Niveau.

Am Donnerstag fuhr ein Bus in Detmold auf einen anderen: 30 leicht und zwei schwer Verletzte hat es dabei gegeben. Nun sucht die Polizei nach Fahrgästen als Zeugen. Ein Busunternehmer hatte es eilig, darauf hinzuweisen, dass sein Bus erst vor kurzem bei der Hauptuntersuchung war. Wenn einer bremst und der andere nicht – dann geht’s daneben, mit TÜV und auch ohne.

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

 

 

Lippische Spitzen, 27. Januar 2013

Ostwestfalen-Lippe macht Talente. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Zahl der Schüler mit nem glatten Einser-Abi mal eben verdoppelt – auf 122. Die Gründe weiß auch das NRW-Schulministerium nicht. Dort murmelt etwas von gestiegener Leistungsbereitschaft, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Manchmal drängt sich dem außenstehenden Betrachter aber auch der Eindruck auf, dass die Messlatte ziemlich tief hängt.

Die deutschen WM-Handballer haben ihre Sache ordentlich gemacht, keine Frage. Aber vielleicht hätten wir noch etwas motivierend eingreifen können, wenn man uns gelassen hätte. Aber die Spieler durften nicht telefonieren. An spielfreien Tagen, so die etwas schnöde Auskunft, gäbe es ja schließlich die Medientreffs – irgendwo in Spanien. Nun geht uns das Lichtlein wieder in Lemgo auf – und wir unterstützen den Handball weiter, wenn man uns lässt.

Als vollkommen talentfrei erwies sich ein Dieb in Lage. Der wurde mit reichlich gefüllten Jacken- und Hosentaschen von der Polizei aufgegriffen. In den Taschen befanden sich frisch geklaute elektronische Geräte. Auf Nachfrage konnte sich der Mann ausweisen – allerdings nur mit der Ladung der Staatsanwaltschaft zum baldigen Strafantritt. Die Polizei konnte die Aufforderung ein wenig beschleunigen.

Auch nicht wesentlich heller war ein 14jähriger Detmolder in der Westfalenbahn. Mit vorgehaltener Spielzeugpistole war er auf Polizeibeamte losgegangen. Die Polizisten konnten dem Halbhohen die echt aussehende Waffe abnehmen. Erst dann stellte man fest: Spielzeug. Also: keine Waffe, aber ganz schön einen an der Waffel. Und es fehlte nicht nur beim Grips, es mangelte auch an einer Fahrkarte. Aus dem Knaben wird mal ein ganz Großer - wahrscheinlich aber ohne 1er-Abi.

 

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran. 

Lippische Spitzen, 20. Januar 2013

In der Elektromobilität geht’s in Lippe aber mächtig nach vorne los. 2012 hat sich die Zahl der Elektroautos hier mehr als verdoppelt. So würden es Statistiker verkaufen. Realisten sagen: 55 Elektroautos in Lippe sind eine müde Nummer. Und 3.000 Stück bundesweit sind auch noch weit vom Ziel eine Million Elektroautos in 2020 entfernt. Da müssen Merkel & Co. mal langsam unter Strom geraten.

22 hingegen sind eine ganze Menge – 22 Friedhöfe nämlich allein in Detmold. Und die sind nicht nur viel sondern auch ein sensibles Thema. Zum einen kostet so ein Gottesacker mehr als nur das Leben, zum anderen will man von städtischer Seite wohl auch keinen Friedhof schließen. Was machen Kommunen in Momenten des Zwiespalts? Sie bestellen ein Gutachten. Schon geschehen.

Was im Anblick des Todes schwierig zu sein scheint, geht im prallen Leben vergleichsweise locker über die Bühne: Die Stadt Lemgo hat zwölf Spielplätze dicht gemacht, sieben sollen noch folgen. Hier und da murrt eine Bürgerinitiative, aber das Kostenargument der Stadt ist auch nicht von Pappe.

Mitunter von Pappe sind Kameraattrappen. Gegen eine solche hatten Nachbarn geklagt, bis ein Gutachter klar machte: Die ist nicht echt, die soll nur so tun. Trotzdem spürten die Kläger Überwachungsdruck. Das Detmolder Amtsgericht spürte den nicht, die Schein-Kamera beeinträchtige die Persönlichkeitsrechte nicht. Wie sollte sie auch?

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

   

Lippische Spitzen, 13. Januar 2013

 

Vielleicht ist OWL doch gar nicht so schlecht… Am Bundeswehrstandort Augustdorf bleiben deutlich mehr Freiwillige bei der Fahne als im Bundesdurchschnitt. 30 Prozent der Freiwilligen machen bundesweit schon nach wenigen Wochen einen Haken an ihre Armeekarriere. In Augustdorf sind es nur zehn Prozent – und auch an anderen OWL-Standorten gibt es nur geringe Abbrecherquoten. Ran an den Feind.

So wenig, wie man mit einem Mettigel im Islam punkten kann – so wenig Interesse hätten wir einer türkisch-islamischen Gemeinde auch an einer Tierfutterfabrik unterstellt. Aber in Lage ist die Lage eine andere: Die Tierfutterfabrik Prinz ist Vergangenheit, die bisherige Moschee ist zu klein – und so kommt der Islam im weitesten Sinne auf den Hund – meint: Gelegenheit macht Moschee in der alten Fabrik.

Über 27.000 Menschen in Lippe sind überschuldet. Die Zahl hat innerhalb eines Jahres um rund 900 zugenommen. Klingt schlimm, liegt aber noch unter dem katastrophalen Landesschnitt von 11 Prozent der Bürger. Gerade Jüngere gehen den Verlockungen immer wieder auf den Leim – zielgruppengerecht vergaloppieren sie sich beim Shoppen im Internet und bei Handy-Verträgen. Oma hätte gesagt: Fingers von die Dingers.

Die Oerlinghausener sagen: Finger weg vom Lautstärkeregler. Mit kräftiger Beschallung nämlich nerven ambulante Schrottsammler in der Stadt. Jetzt sollen die Anwohner die Sammler beim Ordnungsamt anschwärzen – das tut dann das Übrige: Für die Beschallung der Straße braucht’s nämlich – willkommen in Deutschland – eine Genehmigung. Da kann dann wohl die Musikanlage zum Sammler.   

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 6. Januar 2013

Manch einer hatte zum neuen Jahr ein paar gute Vorsätze parat. Andere wiederum gingen gleich vorsätzlich ran, um ihren Weg in die Polizeistatistik zu finden: 90 mal musste die lippische Polizei zum Jahreswechsel ran, um Körperverletzungen, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Ruhestörungen und Sachbeschädigungen in den Griff zu kriegen. Ist der Ruf zu Neujahr schon ruiniert, lebt es sich den Rest des Jahres vollkommen ungeniert.

Die lippische FDP-Bundestagsabgeordnete Gudrun Kopp könnte sich langsam auf ihren geplanten Rückzug aus dem Bundestag vorbereiten – tut sie aber nicht. Stattdessen haut sie noch einmal auf den schon reichlich geschundenen Nationalpark-Busch. Das Nationalparkthema sei gestorben, nun müsse auch das Büro in Bad Driburg dicht gemacht werden. Nur Landesumweltminister Remmel würde noch an den Planungen festhalten – mit dem Dasein von Randgruppen hat die FDP ja reichlich eigene Erfahrungen.

Kaum eine Randgruppe sind die 4.300 Waffenbesitzer in Lippe, die circa 23.000 Waffen ihr Eigen nennen. Jetzt kann auch eine Bundesbehörde auf die Daten der lippischen Polizei zugreifen. Das ist zwar praktisch, aber hilft es im Ernstfall etwas? Wir erinnern uns gern an die frühen 80er Jahre und empfehlen: Abrüsten und Schwerter zu Pflugscharen, wo immer es nur geht.

Der Bad Salzufler Rat ist immer für eine kleine Posse gut. Zwei Ratsmitglieder mit Mandat aber ohne Partei wollen nun gemeinsame Sache machen und eine Fraktion bilden. An sich kein Problem, aber der eine hat nun fast alle Parteien schon durch und der andere gerade Stress mit der Piratenpartei, bei der er Mitglied ist oder war: Die nämlich wirft ihm rechte Gesinnung vor. Manch einer hat das Zeug zur Volksvertretung – manch  einer aber würde sich besser auch nur die Füße vertreten.

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

 

Lippische Spitzen, 30. Dezember 2012

Weihnachten war nicht nur das Fest der Liebe – in Lippe war es auch das Fest der Diebe. Geklaut wurde wenig feierlich: Bier und Schnaps aus einer Glühweinbude in Lemgo, Tankkarte und Werkzeugkiste aus einem Omnibus in Leopoldshöhe, persönliche Sachen aus Spinden im Landestheater, Schokolade und ein Heizstrahler in Bad Salzuflen, Schnaps, Bier, Pommes und Bratwurst beim TuS Almena und Grableuchten auf dem Friedhof in Diestelbruch. So frech, dass die Heiligen Drei Könige einen Bogen um die Täter machen würden.

Und auch so dreist, dass eigentlich der Arzt kommen müsste. Doch auch da waren die Diebe schon zum Fest: Im Klinikum Lippe schraubten sie diverse Telefone und Monitore ab und ließen sie in Handtüchern eingewickelt mitgehen. Während die einen neben der Krippe waren, waren die anderen ziemlich neben der Kappe.

Unterhaltsam versucht die Bielefelder Polizei einen Rückblick aufs zu Ende gehende Jahr. Die Taten sprechen Bände: Jugendliche klauen einen Rollstuhl, ein 21jähriger Freier zeigt eine Prostituierte an, die nach erbrachter Dienstleistung den kleinen Hund des Mannes mitgehen ließ, ein anderer Mann ließ sich direkt bei der Polizei die Handschellen entfernen, die ihm eine leichte Dame angebracht hatte,  ein Wohnungseinbrecher kam auf Krücken, ein Fahrschüler hatte bei Besuch der Fahrschule 2,34 Promille Alkohol intus – und ein weiterer junger Mann wollte Baulärm durch die Anwendung eines Samuraischwertes verhindern. Eine Frau allerdings lief komplett außer Konkurrenz: Die Amerikanerin geriet mit ihrem Rolls Royce gleich zweimal in eine Alkoholkontrolle – beide Male: Bingo.

Wir erkennen zum Jahresende: Was Großstadt kann, kann OWL auch – und 2013 wird vielleicht nicht besser – es wird anders.

Neues Jahr, neue Themen – viel Glück, wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 23. Dezember 2012

Landrat Friedel Heuwinkel brachte es auf den Punkt: „Das Thema ist nun leider durch.“ So lapidar formuliert er das Ende seiner Leidenschaft mit Namen ‚Nationalpark‘. Formell machte der Kreistag Feierabend wegen fehlender Parkkulisse und einer nicht zu realisierenden Bürgerbefragung. Nur einer will noch Überstunden machen: Landesumweltminister Remmel. Die Senne soll seinetwillen zum Nationalpark werden – was er aber bitte erst einmal ganz leise dem Verteidigungsministerium klar machen sollte.

Facebook ist ein Dorado der dummen Jungs. Allerdings sind manche Mädels auch nicht besser wie die, die auf Aufforderung Unterwäschefotos von sich vermailten. Anschließend wurden sie nämlich genau wegen dieser Fotos erpresst. Erst als die Väter davon Wind bekamen, wurde es auch für die Bielefelder und Leopoldshöher Jungs eng: Die pubertären Erpresser wurden angezeigt.

Horn-Bad Meinbergs Bürgermeister blockt. Eberhard Block wirft dem CDU-Kreisvorsitzenden Cajus Caesar „freche, falsche Behauptungen“ vor, mit denen er von seinem „Personalklüngel“ ablenken wolle. Man ahnt, es geht um das Staatsbad, es geht um den Landesverband – und es geht um Schuldzuweisung. Wie wäre es mal mit Zukunftszuweisung – und zwar für Horn-Bad Meinberg. Wenn es der Sache hilft, dürfen die Worte dann auch ruhig deutlicher ausfallen.

Und jetzt doch volles Pfund Großkino - in Lage. Das Projekt ist vorgestellt, der Investor auch – und der erste Film soll im Spätsommer 2013 laufen. Detmolds Bürgermeister zollt Respekt. Vielleicht ist er aber auch ganz froh, dass nun in der Nachbarstadt der Beweis erbracht werden muss, dass ein solches Projekt funktioniert. Einige echte Cineasten sehen da nämlich ziemlich schwarz auf der Leinwand – wo doch alles so einfach zuhause zu haben ist.

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 9. Dezember 2012

Teppichmesser, Metallzange, Arbeitshandschuhe und eine Sporttasche mit aufgerollten Kupferkabeln: Ein 37jähriger und seine 34jährige Begleiterin aus Lage hatten an einem alten Güterbahnhof in Dortmund alles dabei, was sie nach Kupferdieben aussehen ließ. Auf die Frage von Bundespolizisten, was sie denn da zu suchen hätten, war der Mann um eine Antwort nicht verlegen: Man wolle sich erotisch beschäftigen. Wir sagen: Schwer auf Draht – und doch fast im Knast.

Das neue Stück  A33 hat’s in sich: Wer am Bielefelder Kreuz mal richtig aufdrehen will, hat dazu gerade mal 500 Meter Zeit bis zur nächsten Abfahrt. Und eine Abfahrt und 120 Millionen Euro weiter ist auch schon wieder Schluss. Bei IKEA spuckt die neue Piste das Blech wieder auf alte Straße – direkt vor IKEA. Wegen dieser Tatsache unser Vorschlag: Nennen wir die Neue doch einfach Schwedenschanze.

Die Meister der Worte sitzen nicht im Radio sondern in den PR-Abteilungen der Unternehmen. Da lässt uns diese Woche ein Detmolder Elektronikhersteller wissen, dass er den Rekordumsatz von 2011 auch in diesem Jahr halte. Stagnation nennen neutrale Betrachter das. Aber wir sind ja Gönner: Schon ab einem Euro drüber könnte es heißen: Rekordumsatz 2012, jawoll.

Horn-Bad Meinberg hat es auch nicht gerade leicht: Ende März soll das Bahnhofsgebäude geschlossen werden – nennen wir es realistisch Barracke. Die Bahn AG möchte die Unterhaltskosten für die Immobilie sparen. Manch bahnreisender Horn-Bad Meinberg-Besucher fragt sich allerdings insgeheim, ob er sich nicht auch den Besuch sparen sollte.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 2. Dezember 2012

Jeder hat eine zweite Chance verdient. Aber wer hunderte Familien in finanzielle Schieflage gebracht hat, sollte seine Strafe auch bis zum Ende absitzen, oder? Schieder-Möbelgründer Rolf Demuth will seine Haftstrafe verkürzen. Halbstrafenaussetzung nennt das der Fachmann. Ich nenne es grenzwertig - auch wenn das Gesetz den Schachzug erlaubt. Der König ist also noch lang nicht Schach matt.

Ein Bürgermeister und Verbandsvorsteherin stehen nackt da. Nun ist Bad Meinberg kein FKK gebiet - sondern ein Staatsbad, das Menschen mit vollen Taschen braucht. Ohne Kleidung, keine Taschen und auch kein Geld. Trotzdem wollen Stadt und Landesverband das Bad wahrscheinlich gemeinsam tragen. Bleibt nur die Frage nach der Kohle, denn die findet man auch in Lippe nicht auf der Straße.

Unter einer 3,30 Meter hohen Brücke passt kein 3,70 Meter hoher LKW durch. Ein 20jähriger hat es vergangene Woche am Doktorweg in Detmold trotzdem probiert und wurde von der Eisenbahnbrücke dort unsanft ausgebremst. Brücke beschädigt und LKW eingeklemmt - so stellte sich die Situation dar. Erst ein zweiter LKW konnte das Unglücksfahrzeug mit viel Gewalt unter der Brücke wegziehen.

Wir schlagen jetzt die Brücke zum nächsten Verkehrsteilnehmer mit seltsamen Einschätzungen. Diesmal geht es um einen Mofafahrer, der von Detmold nach Lippstadt wollte, allerdings schon am Startpunkt der Polizei auffiel. Mit Kabelbindern hatte er einen Anhänger an sein Mofa getüddelt und auf den Anhänger ein weiteres Mofa notdürftig befestigt. Damit nicht genug, der Minischwertransportfahrer hatte sein Mofa frisiert und auch keinen Führerschein für solche Gefährte. Das Ende vom Lied: Kein Schein - kein Spaß - kein Schwertransport nach Lippstadt.

Neue Woche - neue Themen, wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 25. November 2012

Andreas Schröder aus Lemgo ist ein ganz doller Feuerwehrmann. In den USA hat er es auf Platz 10 der weltbesten Feuerwehrleute gebracht – und für sein Tempo gab’s noch mal eine Extraauszeichnung. Trotzdem bleibt es ein Gutes, wenn er möglichst selten zum Einsatz muss. An anderen Ecken Lemgos brennt es nur sinnbildlich – denken Sie mal an die Politik im Schloss – und da kann auch Andreas Schröder vermutlich wenig ausrichten.

Die Landesverbandsvorsteherin war das Zünglein an der Waage, um die Planungen für einen Nationalpark endgültig ins Nirvana zu schicken. Dumm nur, dass sie damit auch gleich das Land NRW als Sanierungspartner für das Staatsbad Meinberg ausgeknockt hat. Der Landesverband steht mal wieder ein bisschen als Buhmann im Wald – wenn auch weiter im eigenen.

In Augustdorf will man die Gebühren für die Abfallentsorgung anheben. Der lapidare Grund: Die Rücklagen seien fast aufgebraucht, man habe in den vergangenen Jahren einfach zu wenig Geld eingenommen. Irgendwie ein Argument für die Tonne – oder aber Recyclingware ohne Hoffnung: Versuchen Sie mal, mit dieser Begründung Ihrem Arbeitgeber unter die Augen zu treten…   

Mauern statt graben – und das mit Pietät: So will man in Lemgo künftig auch auf den Ortsteil-Friedhöfen agieren. In gemauerten Wänden gibt es dann Nischen für Urnen. Gute Sache, die in Spanien und in Griechenland beispielsweise gang und gäbe ist. Ist eben doch nicht alles schlechter bei den Südeuropäern.

 

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Lippische Spitzen, 18. November 2012

Der TBV Lemgo ist nicht wirklich auf der Straße des Erfolges unterwegs, gewonnen hat aber jetzt trotzdem einer: Sieg für Siggi. Der Beiratsvorsitzende der Handballer, Siegfried Haverkamp, hatte in der Gesellschafterversammlung wie angekündigt die Vertrauensfrage gestellt. 95 Prozent Zustimmung hat der Mann geerntet, der um seine Aufgabe nun wirklich nicht zu beneiden ist. Die Pleite konnte er abwenden. Langeweile wird aber die nächste Zeit nicht aufkommen. Da ist vielleicht auch gut, wenn wenigstens einer mit Beharrlichkeit am Ball bleibt.

Ist es logisch-konsequent oder ist es die Reise nach Schmollwinkel? Die Grünen im Kreistag haben den Kuschelkurs mit der CDU beendet, da die sich unisono gegen einen Nationalpark erklärt hat. Ein Bruch der Koalitionsvereinbarung, wettern die Grünen. Die Voraussetzungen für den Nationalpark waren einfach nicht gegeben, so die Schwarzen. Und weil nun jede Partei wieder für sich ziemlich im politischen Wald steht, müssen Mehrheiten im Kreistag nun immer wieder neu gefunden werden. Wer war nun der Ast – und wer hatte die Säge?

Es klingt, als säge er am eigenen Ast – eigentlich aber versucht sich der Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche, Dr. Martin Dutzmann, an Zukunftssicherung. Unter den nordrhein-westfälischen Kirchen ist die lippische ein Kirchlein. Der demografische Wandel tut ein Übriges, um von Zeit zu Zeit die Existenzberechtigungsfrage zu stellen. Zukunft geht auf Dauer wohl nicht, wenn man die Herkunft wie eine Monstranz vor sich her trägt. Aber die mit der Monstranz sind ja auch die anderen, die kein lippisches Eigenleben führen.

Schluss mit Eigenleben ist seit September in einer Leopoldshöher Kneipe. Dort hatte es im September ein rechtsextremes Konzert gegeben, nun ist der Staatsschutz dran. Die Kneipe ist nun dicht – und der Besitzer der Immobilie will von allem nichts gewusst haben. Rechte Nieten kommen jetzt auch schon mal in Nadelstreifen – da war es früher optisch einfacher, geistige Dünnbrettbohrer auszusortieren. Also aufgepasst…

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Lippische Spitzen, 11. November 2012

Das hohe Ross, auf das sich die Deutschen in der Krise gerne setzen – es ist jedenfalls immer noch ein Pferd und kein Auto. Auf den Gedanken kommt man, wenn man hört, dass Autokonzerne so wenig  Autos verkaufen wie schon lange nicht mehr – und wenn sie versuchen, ihre Kosten in Ordnung zu bringen. Anders ist wohl nicht zu erklären, wenn Daimler versucht, seine Standorte in Detmold und Gütersloh an einen selbstständigen Händler zu verkaufen. Und da ist noch mehr Grummeln bei lokalen Händlern, die nicht mal mehr auf nem Pferd sondern gerade noch auf einem Pony sitzen.

Wenn die ‚1‘ auch eigentlich für das Beste, das Größte, das Tollste steht – in Bad Salzuflen wird der Sinn der Zahl ins Gegenteil verkehrt. Der Platz unter dem Dach von Gleis 1 im dortigen Bahnhof ist gesperrt, weil das Dach keine Belastung mehr aushält. Also: Keine Bänke und kein Zugang zur Schalterhalle. Stattdessen gibt es ordentlichen Zank darüber, wer die Reparatur bezahlt. Was dann auch keine Note 1 verdient.

Frau Peithmann erledigt die Post. Nach Vorwurf von Grünen und Sozialdemokraten soll es sich dabei ausgerechnet um Post der CDU handeln. Die Vorsteherin des Landesverbandes habe auf Bitten der CDU-Fraktion in der Landesverbandsversammlung einen Antrag eben dieser Fraktion  in die Post gesteckt. Das ist nicht besonders clever, weil die gebotene Neutralität so dahin geht. Aber ist es cleverer, wenn die Sozis mit dem Provinztheater jetzt wirklich den NRW-Landtag beschäftigen wollen?

Wenn die Themen ausgehen, kommen die buntesten Geschichten auf den Tisch. Beispiel NGG: Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten fordert, das Lebensmittel von hier den Stempel „Made in Ostwestfalen-Lippe“ bekommen. Die gewünschte Kennzeichnungspflicht könnte nach hinten losgehen: Ostwestfalen-Lippe klingt, je weiter man sich von hier entfernt, immer noch mehr nach schlimmer Krankheit als nach fantastischer Gegend. Liebe Gewerkschaft: Künftig bitte erst wieder die Arbeit – und dann den Schnaps…

 

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Lippische Spitzen, 4. November 2012

Man muss nur die Richtigen gegeneinander ausspielen. Die Tourismusmanager für den Teutoburger Wald versuchen es so: Die lebhafte und oft hektische Adventszeit werfe ihre Schatten voraus und malen das Bild von kalten Füßen und Händen auf dem Weihnachtsmarkt. Dagegen bietet man zwölf kleine Fluchten an – unter anderem Nachtkerzenöl-Massage, Zimtstern-Aromaöl-Massage oder die Massage mit Honig-Ingwer-Aromakerze. Was diese Wohlfühlmomente wohl ohne Vorweihnachtsgedöns wären? Einfach nur Anwendungen. Gute Verkäufer…

Wo ist eigentlich der TBV Lemgo? Ach da unten… Mannomann, da darf jetzt aber mal langsam was kommen. Die nächste Gelegenheit ist am 11.11. in Berlin. Ein bedeutungsschwangeres Datum: Rheinländer wissen, da ist Huppeditz Erwachen, also der Beginn der Karnevalssaison – im hiesigen Sprachraum singen wir zu St. Martin. Ehrlich gesagt, TBV: Erwachen wäre uns jetzt mal lieber als singen…

Freie Wähler sind mitunter wohl auch ganz frei im Denken. Im Oerlinghauser Rat haben sie jetzt einen Antrag eingebracht, der dazu führen soll, Bund und Land Geld fürs Niederschlagswasser auf deren Straßen abzuknüpfen. Bis zur Besteuerung von Atemluft ist es dann wohl nur noch ein kleiner Schritt. Und überhaupt: Folgt man dem Verursacherprinzip, dann sind nicht Bund und Land fällig, sondern ein anderer. Petrus aber hat eine eigene Währung.

Wenn gar nichts mehr geht – wie beim Nationalpark, muss eine repräsentative Umfrage her: Die ziehen die Grünen im Kreis Lippe heran, um dann doch noch ein Argument pro Nationalpark zu haben. Sie stellen nüchtern fest: „Die Menschen wollen einen Nationalpark“. Klingt ein bisschen wie alles auf Anfang und erinnert uns an die Erkenntnis: Wenn Du die Fragen richtig formulierst, kriegst Du auch die Antworten, die Du brauchst.

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Lippische Spitzen, 28. Oktober 2012

Ein lippischer Nationalpark hätte zwar vermutlich nur die halbe Größe des Zentralfriedhofs von Chicago – seit Donnerstag aber ist er mindestens doppelt so tot. Eine kleine Gebietskulisse wollte der Umweltminister nicht, eigene Flächen wollte der Landesverband nicht einbringen – und der Schlichter wollte nicht erkennen, dass es noch eine praktikable Lösung gibt. Nach allem, was man so hört, ist nun Ende im Gelände – und das bei Wahrung der Pro-und-contra-Nationalpark-Gesichter. So funktioniert Politik – aber wohl nicht länger die grün-schwarze Freundschaft im Kreistag.

 

Auf die Verkaufe kommt es an, das weiß auch der Deutsche Tierschutzbund. In einer Mitteilung lässt er uns allen Ernstes wissen, Achtung, Zitat: „Zeitumstellung verursacht mehr Wildunfälle.“ Wir dachten immer, es sei die Dämmerung, die Autofahrer nicht alles gleich erkennen lässt. Dann aber liefert der Tierschutzbund doch noch Brauchbares: Wildtiere erkennen die Gefahr am besten, wenn Autos nicht schneller als 50 bis 60 Stundenkilometer fahren. Das Tempo einer rasenden Wildsau ist also eben dieser vorbehalten.

 

Und noch eine Pressemeldung, die nicht so ganz astrein ist: Der Flughafen Paderborn-Lippstadt hat in den Herbstferien bei den Passagieren um 14,3 Prozent zugelegt.  Schön und gut – und kein Wort davon, dass airberlin Flüge streicht wie keine zweite Arline und Paderborn dabei ganz schön in die Tischkante beißt. Es sind eben doch nur gute Nachrichten gute Nachrichten.

 

Aktionismus in Reinform lieferte der Blitzermarathon, der in dieser Woche parallel in NRW, in Niedersachsen und in den Niederlanden stattfand. 41 Messstellen gab es auf Lippes Straßen. Das hat zwar viele vermeintliche Temposünder gezähmt, aber auch die gesamte Mobilität kräftig entschleunigt. Kleiner Vorschlag für ein Geschäftsmodell: Blitzt doch auch mal die Schleicher.

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Lippische Spitzen, 21. Oktober 2012

Tüchtig, tüchtig, worauf Politiker so alles kommen. Nach einem Vorschlag der UKB-Fraktion sollten Bürger beispielsweise Mäharbeiten auf öffentlichen Spielplätzen gegen Spendenquittung übernehmen. Der Vorschlag ging baden, weil er rechtlich auch nicht drin sitzt. Gut so, wenn die Kommune weiter Dienstleister bleibt und nicht Dienst-Verteiler wird. Für Ersteres schließlich wird sie auch bezahlt.

Klingt, wie aus einem billigen Film, war aber eine billige Masche: In Oerlinghausen trug eine Frau einem alten Herrn die Einkaufstaschen nach Hause. Dort angekommen, verfiel die kleine Helferin – sie war 1 Meter 50 groß, in russische Gebetsrituale und prophezeite den Tod eines Angehörigen. Bei der Gelegenheit ließ sie sich ein Geldversteck zeigen um es dann auch gleich zu plündern. Wir erkennen einmal mehr: Alter schützt vor Thorheit nicht.

Zu viele billige Krimis hatte ein Mann aus Bad Salzuflen geguckt. Der stellte sich vor das Auto zweier flüchtender Ladendiebe. Die nahmen ihn kurzerhand auf die Haube und fuhren ihn ein paar hundert Meter weit durch die Gegend. Der vermeintliche Held hatte währenddessen nur wenig Halt – an den Scheibenwischern.  Wir wissen nicht, was die Täter im Drogeriemarkt geklaut hatten. Aber wir wissen, dass es doof klingt, wenn der Held sagen muss, “ich hab mein Leben zur Rettung einer Zahnbürste eingesetzt…“.

Ein echter Held ist der Lemgoer Busfahrer, der mit seinem brennenden Bus auf der Autobahn bei Kassel  alles richtig machte. Erst brachte er 45 Schüler und ihre zwei Lehrer hinter die Leitplanken, dann griff er zum Feuerlöscher und dann zur Telefonnummer der Feuerwehr. Einfach mal Kompliment, Klasse gemacht, es hätte auch andere Nachrichten geben können.

 

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Lippische Spitzen, 7. Oktober 2012

Während der DGB in den 50er Jahren noch tönte „Samstags gehört Vati mir“, gehen die Väter der Neuzeit gerne auch mal deutlich weiter. 542 Männer blieben im vergangenen Jahr im Kreis Lippe  einfach mal befristet ganz zuhause, um sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Dabei bekamen sie 65 Prozent ihres vorherigen Monatsgehaltes als Elterngeld. Und so gerät die Pause gleich zur doppelten Übung: Einerseits macht Mann die Erfahrung, wie das ganztägig mit Kind so ist, andererseits aber auch die Erfahrung, wie sich die spätere Rente so anfühlt – wenn sie so hoch ausfällt.

Wie sich das Leben ohne Auto anfühlt – diese Erfahrung machte ein Lipper jetzt am Weserufer. Für eine Pinkelpause hatte er seinen Kleinwagen kurz abgestellt. Während der Mann dem körperlichen Drängen nachgab, rollte das Auto in die Weser und trieb einen Kilometer flussabwärts. Erst konnte der Kalletaler das Wasser nicht halten – und dann auch sein Auto nicht mehr.

Ein Herforder hingegen wird nicht los, was er gerne losgeworden wäre. Wegen Steuerhinterziehung wird er wohl noch 30 Jahre mit dem Finanzamt in engem Kontakt stehen. Und auch das Detmolder Landgericht sorgt für Ausdauer: Zwei Jahre muss sich der Mann bewähren – und 48.000 Euro an Strafe aufbringen. Für die soll die Lebensgefährtin einspringen. Wenn er die mal nicht los wird – also die Gefährtin.

Immer mehr in der CDU sind vor lauter Wald auf dem Baum. In dieser Woche nun auch CDU-Bezirkschef Steffen Kampeter. Der empfiehlt dem grünen Umweltminister Johannes Remmel: „Wenn man auf einem toten Gaul sitzt, sollte man absteigen.“ Und das, wo doch auch CDU-Landrat Heuwinkel ein Pferdenarr, also ein Nationalpark-Fan ist. Ob er absteigt?

 

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Es wird nicht lustiger: Die Stadt Detmold plant im kommenden Jahr mit einem Minus von 3,7 Millionen Euro. Wesentlich entstanden ist das durch gekürzte Landeszuschüsse, Tariferhöhungen und Mehrausgaben im Sozialen. Die Steuereinnahmen seien ok, nun soll weiter gespart werden, ohne den Vereinen noch einmal in die Tasche zu packen. Öffentliche Haushalte werden mehr und mehr zu Kunststücken – eine ziemlich brotlose Kunst.

Wenn man Superlative sucht, muss man nicht weit gucken. In Lemgo wurde jetzt die kleinste Softwareschnittstelle der Welt entwickelt. Sie sorgt für mehr Kommunikation von Computern mit Alltagsgegenständen. Und wenn Sie da jetzt mal Ihrer Fantasie freien Lauf lassen – ja, da geht noch so Einiges an Erfindungen, was uns dann anschließend reif macht für die Adipositas-Gruppe. 

Das Anliegen ist ja ein Nachvollziehbares: Viele wollen den stolzen Klangkörper mit Namen ‚Nordwestdeutsche Philharmonie‘ retten. Wenn allerdings die Landesverbandsvorsteherin die Kreise und Kommunen dazu aufruft und ihr Verband selbst 300.000 Euro pro Jahr gibt, dann bemüht das doch noch einmal die Mathematik-Formel-Kenntnisse. Minus mal minus gibt ein plus – nicht minus plus minus. Die Erkenntnis: Das Geld wird nicht mehr, auch wenn es aus anderen Töpfen kommt.

Und eines zum TBV: Der Verein hat in Form seines Beirats endlich benannt, was er nicht unterm Deckel halten konnte – und er hat getrennt: Die rechtliche Bewertung der merkwürdigen Vorgänge beim TBV überlässt man den Juristen. Sportlich soll‘s jetzt nach vorne gehen – mit Unterstützung der hiesigen Sponsoren, die in dieser Woche erfuhren, dass sie auch weiter bemüht werden sollen. Ein Verein kommt nach Hause und macht sich sauber.

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Lippische Spitzen, 23. September 2012

Verkehrspolitiker von Union und FDP wollen künftig erlauben, dass Bürger Handys und Navis zur Warnung vor Radarfallen nutzen dürfen. Der ADAC Ostwestfalen-Lippe findet das gut, schließlich sei das nur die Anpassung an eine technisch vorhandene Realität. Und wir sagen: Erlaubt doch einfach, was ihr eh nicht verhindern könnt.

Eine Zeitungsanzeige bringt Wind nicht nur in die Nationalparkdiskussion sondern auch in die Kreis-CDU. Der CDU-Stadtverband Lemgo hat über diese Anzeige deutlich gemacht, dass er für einen Nationalpark nicht zu begeistern ist. Der CDU-Kreisvorsitzende Cajus Caesar bleibt beim gepflegten „Sowohl als auch“, weil er zum einen ein verabredetes Procedere abwarten will, zum anderen aber selbst auch nicht viel von der Flächenstilllegung hält. Und Nationalpark-Befürworter und CDU-Landrat Friedel Heuwinkel macht mal was ganz Neues: Er ist einfach nur still. Genau so wünschen sich manche auch die weitere Diskussion um den Wald.

Originelles wächst nicht auf Bäumen: Die Grünen in Lemgo wollen städtische Grünflächen in die Hände von Paten geben. Feine Sache, aber alter Hut – es geht natürlich um eine Kostenabwälzung. Früher hatte die einstige Ökopartei noch Interesse am Schutz der Natur, heute am Schutz der Stadtkasse. Ziemlich etabliertes Gehabe irgendwie.

Ganz clever hat die CDU ihren Kreisparteitag vom 5. Oktober auf den 30. November verschoben. Angeblich weil Gastredner Armin Laschet Terminschwierigkeiten hat, weil er beim Deutschlandtag der Jungen Union in Rostock auftreten will. Manche ketzern, dass der Kresivorsitzende Cajus Caesar bessere Chancen sieht, sich abseits von Nationalparkgeklapper Ende November zum Bundestagskandidaten nominieren zu lassen. Auch ne Idee, zumal Laschet erst am 6. Oktober in Rostock zu Wort kommen soll.

Und heute mal kein Wort zum TBV – der Verein braucht Ruhe, um wieder in Form zu kommen. Soll er haben, bitte sehr…

 

 

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Lippische Spitzen, 9. September 2012

Um die FDP muss man sich einmal mehr einen Kopp machen. Den Grund dafür liefert genau der, also die: Gudrun Kopp will nicht mehr. Nach 15 Jahren im Bundestag will sie 2013 nicht mehr kandidieren. Das ist bedauerlich, weil Gudrun Kopp den liberalen Laden zumindest auf OWL-Ebene ganz gut zusammenhielt. Mittlerweile ist der Laden nur noch ein Lädchen und an vielen Stellen arg zerstritten. Da braucht es schon ein Naturtalent, um bei der kommenden Wahl zu punkten.

Der Wohnbau Detmold gehen ihre Mieter ins Netz. Dafür sorgt der Vermieter, indem er ab Oktober Tablet-Computer zur Verfügung stellt. Das soll zum einen das Wohnen attraktiver machen, zum anderen sollen Mieter so auch ein Netzwerk untereinander nutzen können, um sich zu verabreden, Kinderbetreuungen zu organisieren oder Schäden an der Wohnung zu melden. Dolles Ding, aber: Nicht jeden Nachbarn bräuchte ich so nah, dass ich mit ihm auch noch chatten müsste.

Der Jahnplatz in Lemgo ist immer wieder Thema, weil Sportler und Anwohner dort nicht auf einen Nenner kommen. Nun gibt es ein zweitweises Torschussverbot zur Nordseite des Platzes – und bei Nichteinhaltung gibt’s Platzsperren. Ich bin kein Fußballfan – aber auch mir drängt sich der Eindruck auf, dass nicht immer der Schiedsrichter die einzige Pfeife am Platz ist.

Aufatmen im Wald: Während sich die Naturschutzgruppen, die Politiker, die Planer, der Landrat und alle anderen Interessierten wegen eines Nationalparks noch zoffen wie die Kesselflicker, verspricht Friedel Heuwinkel zumindest etwas Licht am Ende des Streit-Tunnels. Bis Ende des Jahres sollten die Grundsatzbeschlüsse stehen, meint er. Wenn nicht, dann müsse man das Buch mit der Nationalpark-Planung wohl zu machen. Wie es auch immer wird, prima ist, wenn das Thema langsam in gelenkte Bahnen kommt. Allen Beteiligten ‚Gut Holz‘.

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Lippische Spitzen, 2. September 2012

Die neue Familienklinik am Klinikum Lippe in Detmold ist ein echter Knaller, zumindest was die Geburten angeht. Da hat es nämlich gerade mal zehn Monate gedauert, bis in der kommenden Woche das 1.000ste Baby geboren werden soll. Gut und schön, wenn das Haus mittlerweile auch werdende Mütter aus den umliegenden Kreisen überzeugt. Der lippischen Demografie allerdings hilft das nicht aufs Fahrrad – Mutter und Kind wollen schließlich wieder nach Hause.

Der Streit ist gewaltig, die Versöhnungsversuche sind vielfältig. In Sachen Nationalpark haben schon viele Pläne auf dem Tisch gelegen. Der nun vorliegende soll nach Überzeugung von Landrat Friedel Heuwinkel der letzte sein. Wenn der nicht die Menschen für sich gewinnt, müsse man das Buch auch irgendwann mal zu machen, sagte der Landrat. Top oder Flop – die Entscheidung soll noch dieses Jahr fallen. Gut so – für Gegner und Befürworter.

Der Lufthansa-Streik hat sich auf den Flughafen Paderborn-Lippstadt nicht ausgewirkt. Da flöge die Lufthansa-Tochter Cityline, und die gehöre nicht zum umstrittenen Tarifgefüge hieß es. Paderborn hat aber auch genug Probleme: Eine klamme airberlin, die immer mehr Flüge streicht, einen Kreis Gütersloh, der das Ausstiegsszenario probt, und ein Land Hessen, das in Kassel-Calden die Konkurrenz hochzieht. Bruchlandung geht auch am Boden, Paderborn.

Der Aufwand wirkte nachhaltig: Nachdem 27 Mitarbeiter der Steuerfahndung die Kreisverwaltung wegen der Vergabe von TBV-Karten für die kreiseigene Loge auf links gezogen hatte, hat man selbst auch noch mal geguckt: Fehler bei der Vergabe der Tickets habe man nicht gefunden. Nun wartet man entspannt auf die Fahndungsergebnisse – oder man wartet sich langsam entspannend drauf: Der martialische Auftritt der Fahnder hat wohl Eindruck gemacht.

 

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Lippische Spitzen, 26. August 2012

Es ist wie schon so oft in der Nationalpark-Frage: Die Planer planten, die Diskutanten diskutierten und die Kritiker kritisierten. Es gibt mal wieder eine neue Gebietskulisse. Aus der Kulisse wagte sich jetzt der CDU-Kreisvorsitzende Cajus Caesar hervor und meinte: Mit dem Vorschlag müssten alle leben können. Doch eine Bürgerbewegung ist weiter dagegen und spricht von Unfug. Die Senne einzubeziehen gehe wegen der Nutzungsabsichten der Bundeswehr nicht. Jedenfalls haben die Planer die Prinzenrolle nun kapiert. Prinz Stephan und sein Waldbesitz sind nämlich raus aus der Nummer, weil er auch nie rein wollte.

In schwierigen Zeiten treu zur Fahne hält Phoenix Contact. Das Unternehmen sponsert den TBV Lemgo. Ganz nach Art des Hauses würde man am liebsten gar nicht drüber reden – aber das ging wohl nicht. Und so liefert das Unternehmen eine zwölfzeilige Erklärung für einen wohl sechsstelligen nicht genannten Sponsoren-Betrag, der dem Vernehmen nach an vorderster Stelle mit einer 5 glänzen soll.

Wenn ein kleiner Dienstwagen zu sportlich daher kommt und zu sehr nach Freizeit aussieht, dann kann das Wägelchen schon mal zu Sozialneid führen. Und wenn der nicht von selber keimt, dann kann man ihn immer noch schüren. Darin ergeht sich gerade die Gewerkschaft komba, die zwar das Mini Cooper Cabrio als Dienstwagen des Kreises kennt, nicht aber die Modalitäten für die ihn fahrende Kreis-Mitarbeiterin. Die Gewerkschaft klarer Worte, wie sich selbst nennt, warf eine Nebelkerze, mit der sie zwar Ross aber nicht Reiter nennt. Das sorgt auf jeden Fall für Stimmung, wenn auch nicht für gute.

Ein Ferrari-Fahrer hatte beim Abbiegen in Lemgo die Vorfahrt eines anderen Autos missachtet und reichlich Schrott produziert. Ob der Mann mehr oder weniger schaaf abbog, ist nicht bekannt. Wohl aber, dass wer den Schaden hat, jeder Beschreibung spottet – besonders, wenn das gemeine Volk die niederen Instinkte in oben genannten Sozialneid münden lassen kann und sich daran labt, dass jemand mal eben 106.000 Euro zu Schrott gemacht hat. Schade ums Geld – und besonders um den roten Italiener.

 

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Lippische Spitzen, 19. August 2012

Ein Jäger aus Blomberg-Cappel guckt in die Röhre: Jagdschein und Waffenbesitzkarte hatte der Kreis Lippe eingezogen. Das Verwaltungsgericht bestätigte das Vorgehen des Kreises nun. Der Jäger hatte zuvor ein flüchtendes Wildschwein treffen wollen, aber einen pausierenden Erntemaschinenfahrer getroffen, als er in Richtung eines Maisfeldes schoss. Gut so: Keinen Persilschein für Knallkörper.

 

Finanziell hat der TBV Lemgo seinen Laden wieder im Griff: Die lippische Wirtschaft war eingesprungen, nachdem windige Sponsorpartner ihre Zusagen in Höhe von 2 Millionen Euro nicht eingehalten hatten und der Verein die Forderung über einige Monate verbummelt hatte. Nun grummelt es aber noch weiter hinter den Kulissen – und wir wünschen uns einen Verein, der sich hoffentlich bald wieder auf das konzentrieren kann, was sein Kerngeschäft ist: auf sportliche Leistungen.

 

Pietätlos oder einfach über? Die Stadt Herford verzichtet aus Kostengründen auf Traueranzeigen für verstorbene Mitarbeiter und Ratsmitglieder – Einsparvolumen: 8000 Euro im Jahr. In Lippe halten das drei Kommunen genauso. Die Stadt Detmold ist eins weiter: Sie hat nach der Abschaffung wieder zurückgefunden zur anständigen Form. Nicht alles lässt sich eben über Geld definieren.

 

Kalletal hingegen kommt auf den Hund: Ab Ende August schickt sie Mitarbeiter einer beauftragten Firma an die Haustüren der Einwohner. Die sollen nach dort lebenden Hunden fragen, weil längst nicht alle Kalletaler ihre Hunde versteuern. Gut gebellt, Kalletal: Aber bis sich der Einsatz rechnet, muss so mancher Hund was an den Hals bekommen: Nämlich eine Steuermarke…

 

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Lippische Spitzen, 12. August 2012

Ist Ihnen das schon mal aufgefallen - dieses Sterben der Krisen-Begriffe? BSE, Vogelgrippe, Waldsterben – alles zurzeit kein Thema mehr. Und jetzt ist auch noch der über Jahre so gepflegte Ausbildungsmangel dahin. Stattdessen spricht de IHK Lippe zu Detmold davon, dass es noch rund 400 freie Ausbildungsstellen gibt. Dolles Ding. Nur steht zu befürchten, dass der Begriff der Eurokrise sich stabiler hält, auch wenn der eigentlich Schuldenkrise heißen müsste.

Die Bielefelder Polizeipräsidentin Katharina Giere macht OWL-Landräte nicht gerade fröhlich. Einem Polizeiarzt waren sexistische Sprüche gegenüber einer jungen Polizistin vorgeworfen worden. Frau Giere verfügte ohne jegliche Absprache, der Mann – zuständig für die Polizeibehörden in Bielefeld und Gütersloh – habe mit seinem Arztkollegen in Detmold zu tauschen. Deeskalation geht anders – und Frau Giere, es gibt auch beamtenrechtlich Möglichkeiten, Vorwürfe zu entkräften oder festzustellen. Bis dahin allerdings – ich weiß nicht, ob sie es schon wussten – gilt die Unschuldsvermutung.

Alles andere als unschuldig ist eine 74jährige Detmolderin. Die feine Dame klaute Klamotten, wurde handgreiflich und hat schon so Einiges in Ihrem Führungszeugnis aufgelistet. Nun geht’s in den Bau – ohne wenn und laber. Konsequent und eben 74 und kein bisschen weise.

Auch nicht als gerade zimperlich erwiesen sich drei ungebetene Gäste einer Detmolder Geburtstagsfeier am vergangenen Wochenende. Die Herren verletzten drei Gäste. Als sie heraus gedrängt wurden, fiel ein Schuss aus einer Gaspistole. Eine Stunde später konnte die Polizei die Herren einsacken. Und auch wenn die schossen – den Schuss werden sie wohl nicht gehört haben.

 

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Lippische Spitzen, 5. August 2012

Das juristische Nachspiel zur Schieder-Möbel-Pleite steht der Haltbarkeit von Schieder-Möbeln zumindest in nichts nach. Nun kommt es zu einem weiteren Prozess. Der frühere Geschäftsführer Heinrich Griem wurde angeklagt. Bisher nahm man auf dessen Gesundheitszustand Rücksicht, nun gilt er zumindest als eingeschränkt verhandlungsfähig. Neun Monate hat er bereits in Untersuchungshaft zugebracht, wurde dann aber gegen 250.000 Euro Kaution zunächst entlassen. Was kann da jetzt noch kommen? Der Mann ist 75.

 

Die vier durch OWL führenden Autobahnen sollen sicherer werden. 44 Tote in fünf Jahren markieren NRW-weit den höchsten Wert. Nun soll ein Sicherheitsprofil erarbeitet werden, bei dem Unfallarten, -orte und Zeitpunkte miteinander vergleichen werden. Das mag zwar eine kluge Überlegung sein – aber warum brauchen die beteiligten Behörden Jahre, um auf die Idee zu kommen?

 

2.700 alleinerziehende Eltern leben in Lippe von Hartz IV – in den allermeisten Fällen sind Frauen betroffen. Was erst einmal tragisch ist, aber nicht überrascht. Die Vereinbarkeit von Frau und Beruf bleibt an dieser Stelle wohl eher ein Lippenbekenntnis – und unsere ach so offene Gesellschaft behaftet immer noch Lebensweisen abseits des Mainstreams mit einem Makel. Da ist jede Diskussion über eine wie auch immer geartete Frauenquote die Verhandlung eines Luxusproblems.  

 

Und eine aus Detmold stammende Lehrerin ist der lebende Beweis dafür, dass nicht jede Frau im Beruf gut aufgehoben ist: Die gebürtige Lipperin hatte mit einer frei erfundenen Vergewaltigungsgeschichte einen früheren Kollegen für fünf Jahre ins Gefängnis gebracht. Der Mann lebte zuletzt von Hartz IV und starb 53jährig. Allen Ernstes fordert die Frau, gegen die Unterrichtsverbot verhängt wurde und gegen die ein Disziplinarverfahren läuft, ihr volles Gehalt gerichtlich ein. Bei so viel Dreistigkeit fällt auch uns mal nichts mehr ein…

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Lippische Spitzen, 29. Juli 2012

Plötzlich war er da, der Sommer und damit auch die Hochkonjunktur für die Freibäder. Im Detmolder Freibad Schwarzenbrink war aber schnell wieder Schluss mit lustig. Ein Brand in der Nachbarschaft hatte für einen Schmierfilm auf dem Wasser gesorgt. Das Bad wurde gesperrt, bis Entwarnung gegeben werden konnte. Der Schmierfilm waren tote Insekten, hieß es später. Nicht alles, was die Fliege macht, ist dann auch weg.

851 Abschlüsse wurden an den Hochschulen in Lippe im vergangenen Jahr gemacht. Die Landesstatistiker haben das errechnet – und man staunt, dass es für simple Additionen Landesstatistiker braucht.  Kniffliger aber nicht wirklich überraschend ist da schon herauszufinden, dass 70 Prozent der Absolventen an der Hochschule für Musik Absolventinnen sind. Frauen und der Kuss der Muse…

In jedes Sommerloch passen politische Botschaften: Die hiesige SPD hat noch einmal einen rausgehauen in Richtung Staatsbad Meinberg: Kurbetrieb erhalten, die finanzielle Situation der Stadt Horn-Bad Meinberg in den Griff kriegen und ebenso die Zukunftsfähigkeit des Landesverbandes. Überrascht nicht wirklich, findet aber besondere Aufmerksamkeit in mauen Zeiten – genauso wie das Vermittlungsangebot von FDP-Frau Gudrun Kopp, die auf angeblichen Wunsch der Stadt Lage zwischen ihr und der Deutschen Bahn wegen eines Bahnüberganges vermitteln will. Die Stadt will aber gar nicht vermittelt werden, erklärte sie später.

Ein lippischer Polizist hat zwar keinen Jagdschein mehr, dafür aber einen ziemlichen Sockenschuss. Der Mann filmte heimlich Nutzer des WC’s in seinem Privathaus. Dafür bekam er vor Gericht eine Geldstrafe. Später kassierte die dafür zuständige Behörde den Jagdschein des feinen Beamten, weil es den nur für im strafrechtlichen Sinn zuverlässige Personen gibt. Es sollte sich jetzt noch einer finden, der auch seinen Job kassiert – denn der Polizeibeamte kümmert sich vielleicht besser um seinen Geisteszustand als um unsere Sicherheit.

 

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Lippische Spitzen, 22. Juli 2012

„Wenn Du nicht alle Tassen im Schrank hast, stell doch Gläser rein.“ So tönt es dieser Tage wieder in der Werbung. Ein LKW-Fahrer auf der A2 hatte auch nicht alle Tassen im Schrank, ihm möchte man aber auch nicht mal mehr ein Glas an die Hand wünschen. Der 58jährige legte sich während der Fahrt mit einem neben ihm fahrenden Trucker an. Gipfel der rollenden Auseinandersetzung: Er bewarf den Kontrahenten mit einer Kaffeetasse. Beim Stresstest würde man den feinen Herrn wohl auf Kaffee Hag setzen.
Buntes Treiben bei den Piraten: Ein Mitglied der Bunten Liste im Bad Salzufler Rat ist zu den Piraten übergelaufen. Sein Mandat behält Günter Kleinpenning, als einzelner Pirat im Rat muss der Mann allerdings auf den Fraktionsstatus verzichten. Pirat sein macht (in diesem Fall) einsam.
Auch der Kreis Lippe bekam jetzt Besuch von der Steuerfahndung. Die Herren mit Hang zum Überraschungsbesuch interessierten sich für die korrekte Versteuerung von Eintrittskarten für Spiele des TBV Lemgo. Die Kreis-Loge in der Lipperlandhalle war schon immer auch Spielball für politisches Gezänk. Dabei finden wir auch nicht zu vernachlässigen, dass die Steuergesetzgebung solch aberwitzige Blüten treibt, dass schon jemand, der einen Kugelschreiber verschenkt, fast mit einem Bein im Knast steht. In Deutschland ist halt alles geregelt – so sehr, dass kaum noch einer durchblickt.
Der Sommer ist nicht nur nicht warm, er ist auch nicht süß. Die lippischen Imker haben kaum Honig ernten können bisher. Viele Bienenvölker haben das gemacht, was der Mensch an sich ja auch tut: Aufgrund des miesen Wetters der letzten Wochen sind sie gar nicht erst ausgeschwärmt sondern zuhause geblieben. Der SoSo macht auch vor der Natur nicht halt – der Sofa-Sommer. Ob Bienen auch eines haben?
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Lippische Spitzen, 15. Juli 2012

Muss man auch erst mal drauf kommen: Heute ist der 7.777ste Sendetag von Radio Lippe. Hätten wir nicht gedacht. Hat aber jemand nachgerechnet. Adelheid Sprank, wir wissen nicht, was Sie sonst so tun, aber Buchführung klappt – Danke einfach mal dafür.

Ja, es ist ja richtig: Der TBV Lemgo soll in allererster Linie Handball spielen und auch können. In zweiter Linie wäre ne feine Pressearbeit auch nicht schlecht. An die lieben Sponsoren und Kommanditisten erging jetzt ein Brief, in dem der Beirat vom Leder zieht: „Mit unvorstellbarer Dreistigkeit“ heißt es da, hätten zwei Gesellschaften im Rahmen gültiger Sponsorenverträge ihre Zahlungsverpflichtungen nicht eingehalten. Gegenüber der Presse war man zunächst verhaltener. Aufschluss über das spielerische Potenzial soll nun die bevorstehende Reise nach China bringen, schreibt der Beirat weiter. Die begleitende Presse wurde dabei munter selektiert, was uns schlucken ließ – nicht nur wegen mangelnder Wertschätzung durch den TBV sondern auch wegen der Ungleichbehandlung von Journalisten, die sportliche Fairness deutlich vermissen lässt. Mensch, TBV…  

Aber  nicht nur der steht manchmal im Wald – darin anzutreffen war diese Woche auch Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière. Und bei der Gelegenheit hat er in Augustdorf manchen Interessensinhabern an einem Nationalpark einen deutlichen Dämpfer verpasst. Nach den Briten käme in der Senne erst einmal die Bundeswehr – und die will den Truppenübungsplatz uneingeschränkt nutzen. Der Nationalpark als Rohrkrepierer?

Manchmal hilft die Erkenntnis, dass nicht alles Wünschenswerte erreichbar ist: Bruno „Orca“ Dobelmann aus Augustdorf beispielsweise hat erkannt, dass nach dem gescheiterten Schwimmmarathon längs durch den Bodensee es vielleicht besser ist, keine Mammutrekorde mehr anzustreben. Gut so – und er bleibt auch so ein doller Hecht, ganz sicher.

 

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 8. Juli 2012

In Schlangen leben 100 Bürger in einem Bungalowpark, der eigentlich mal eine Ferienhaussiedlung sein sollte. Nun dürfen sie ihre Wohnungen auch offiziell als Hauptwohnsitz nutzen. Dazu haben die Schlänger einfach mal den Bebauungsplan übergebügelt. Die Überzeugung des Bürgermeisters: Was Jahrzehnte lang richtig war, kann doch plötzlich nicht falsch sein. So viel Menschenverstand in öffentlicher Verwaltung tut gut.

 

Wo der geblieben ist angesichts des Staatsbades Meinberg, das bleibt wohl zunächst mal unbeantwortet. Gesunder Menschenverstand wäre, wenn man einer darbenden Kommune nicht einfach die Trägerschaft für ein Bad vor die Füße wirft, weil man selbst auch nicht auf nen grünen Zweig kommt. Und diesen Frontalangriff dann im Nachhinein als freundlichen Versuch runterspielen zu wollen, ist sagen wir mal: begrenzt professionell. Warum geht der Landesverband mit den anderen Beteiligten nicht erst mal ins Hinterzimmer, um das Machbare zu überlegen, bevor er die große Trommel rührt?

 

Nach vorne geht die Zukunftsplanung in Schieder-Schwalenberg – in kleinen Schritten, aber eben nach vorne. Erst belebt Phoenix Contact das frühere Schieder-Möbel-Gelände, nun wird der Bahnhof frisch gemacht. Damit Phoenixianer auch Anschluss haben – und Schieder-Schwalenberg wieder etwas mehr Perspektive. Geht doch…

 

In Lage hat’s nen Fall von Homejacking gegeben. So nennt man es, wenn jemand in ein Haus einsteigt, nur um den Autoschlüssel zu kassieren und davon zu brausen. In Lage war‘s ein ganz junges Porsche Carrera Cabrio.  Liebe Porsche-Neueinsteiger: Porsche-Schlüssel legt man auch nicht auf die Kommode, man nimmt sie mit ins Bett…  

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 1. Juli 2012

Sportgeist beweist das NRW-Schulministerium. Zu EM-Halb- und Finale kann jede Schule selbst entscheiden, ob am Tag danach der Unterricht später anfangen soll. Das mag Freitag Sinn gemacht haben, jetzt aber ist der Fandruck wieder raus – und wir erkennen, dass Pizza und Pommes lecker sind und das im Endspiel die aufeinandertreffen, die dringend mal ne Positivnachricht brauchen. Italien gegen Spanien ist gleich zweimal arm aber glücklich.

 

Der Detmolder Zugunfall ist wohl nur der Fall, der das Fass zum Überlaufen brachte. Oder anders gesagt: Nach dem Vorfall haben wir Hinweise bekommen, dass an der provisorischen Beschrankung der Orbker Straße die Schlampereien häufen. Während die Chinesen Hochhäuser mal eben in ein paar Wochen hochziehen können, konkurrieren die Bauprojekte der Bahn in der Realisierung regelmäßig mit Elbphilharmonie und Berliner Flughafen. Wir lernen: Wer Züge fahren lässt, muss deshalb nicht zwingend zügig arbeiten.   

 

Arbeitsminister Guntram Schneider hat sich im Klinikum Lippe durch Arbeitnehmer ihre Sorgen und Nöte erklären lassen, ohne sich vorher beim Landrat als Vertreter des Klinikum-Trägers anzumelden. Was der gekränkt zur Kenntnis nahm. Nun will der Minister mit dem Landrat über die Etikette reden und über die Sorgen und Nöte der Beschäftigten. Denn darum sollte es wirklich gehen: Dass ein aufreibender Konflikt aus dem Schneider kommt…

 

Der 3. und 4. Juli werden landesweit zum Tag der Fotografie. Als Fotograf agiert die Polizei. Standorte für die Motive lieferten von Rasern genervte Bürger. Das wäre doch mal was für jeden Tag: Blitzer auf Bestellung. Dabei würde dann nicht das Kasse machen im Vordergrund stehen, sondern das „Bürger, wir haben Dich verstanden.“  Eine bild-schöne Vorstellung…

 

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Lippische Spitzen, 24. Juni 2012

Die Gewerkschaft Verdi und Landrat Friedel Heuwinkel streiten sich – was in Ordnung geht und wohl in der Natur der Sache liegt. Nicht in Ordnung geht, wenn solch ein Streit auf dem Rücken bewährter Einrichtungen ausgetragen wird, wie in diesem Fall der Kreissenioreneinrichtungen. Und auch nicht in Ordnung geht, wenn bei allem Zank nicht mehr erkennbar ist, worum es in der Sache wirklich geht. Vielleicht sollten die Streitakteure mal um gute Streitkultur streiten.

 

Beton soll unter Sonneneinstrahlung giftige Abgase filtern und sie zu unschädlichen Salzen machen. Das klingt wie ein Stück aus einer besseren Welt. Die soll es bald geben in Form des neuen Detmolder Busbahnhofes. Die Hochschule OWL begleitet das Projekt und findet dabei vielleicht auch heraus, dass Beton selten schön aber in diesem Fall vielleicht praktisch ist. Wäre ja schon mal was.

 

Auch in Beton gegossen scheint der Zoff um das Staatsbad Meinberg zu sein. Der Landesverband will sich der lästigen und kostenintensiven Trägerschaft entledigen, die Stadt Horn-Bad Meinberg schaut sich diesen Versuch ohnmächtig und ziemlich mittellos an. Der Versuch, das Bad loszuwerden, scheint nicht gut vorbereitet zu sein – und möglicherweise kommt er einfach auch zehn Jahre zu spät. Will der Landesverband derjenige sein, der der darbenden Stadt den letzten Dolchstoß verpasst? Wo Geld rare Ware ist, muss wohl etwas mehr Grips in die Waagschale.

 

Grips ließ auch ein Mindener Hobbypilot vermissen. Der Mann hatte sich über ein ausgesprochenes Flugverbot der Luftaufsicht hinweggesetzt und flog seinen Ultraleichtflieger ins Dunkel der Nacht – mit dem Haken, dass der dafür nicht ausgelegt war. Die Folge war eine Bruchlandung in Oerlinghausen. Ob der Richter wohl auf die Idee kommen wird, dass der Pilot auch geistig umnächtigt war.

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Lippische Spitzen, 17. Juni 2012

Nicht mehr blütenrein ist die Weste eines Bad Salzuflers – und genau an denen hat’s gelegen: an den Blüten. Wegen der Beteiligung an Geldfälschung wurde der Mann zu einen Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verknackt. Er hatte 10.000 Dollar für 4.000 Euro gekauft und wollte dem Gericht Glauben machen, dass er gar nicht wusste, dass es sich bei den Dollars um Falschgeld handelte. Mit so viel vorgetäuschter Ahnungslosigkeit müsste man eigentlich den Euro sanieren können.

 

Am Köterberg in Lügde wird gekläfft. Anwohner wehren sich gegen Tausende von Motorradfahrern, die es bei schönem Wetter auf den Berg zieht. Der Kreis Lippe argumentiert, so ist das nun mal in einer Tourismusregion, die lebt auch von Motorradfahrern. Lügde hat ja die Wahl: Entweder ab und an tollkühne Männer auf ihren knatternden Kisten – oder in aller Ruhe sterben.

 

Grob zweieinhalb Monatseinkommen Strafe hat ein 70jähriger Detmolder aufgebrummt bekommen – wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Der Mann hatte eine Katze auf einem Beet gegriffen, sie durch die Luft gewirbelt und dann meterweit fliegen lassen. Das Amtsgericht konstatierte ein hohes Maß an Gleichgültigkeit und Abstumpfung des Täters. Mancher dreht nur am Rad, wenn aber einer an der Katze dreht, wird’s schnell zum psychologischen Fall.

 

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Lippische Spitzen, 27. Mai 2012

Nackte Tatsachen präsentierte ein Mann in Bielefeld auf einem Spielplatz. Noch dämlicher als dieser Vorgang war die Rechtfertigung des 32jährigen für sein Treiben. Außerhalb geschlossener Ortschaft dürfe man auch nackt umher laufen, will der Mann im Internet gelesen haben. Auch in Fragen des Unrechtsbewusstseins stand der Nackte also ziemlich bloß da.

 

Ziemlich ohne was ist auch die International School unterwegs. Sie wollte einen Standort in Detmold gründen, bekommt aber keine Genehmigung dafür. Das Schulministerium hält den Träger für unzuverlässig. Zu Recht, wie ausstehende Mietzahlungen an einem anderen Schulstandort zeigen. Und doch wieder ganz zuverlässig: Zuverlässig befinden sich die Verantwortlichen derzeit trotz mehrfacher Kontaktversuche auf Tauchstation.

 

Landesumweltminister Johannes Remmel formuliert sich ins Abseits. Während die Spitzenkandidaten von SPD und CDU im Wahlkampf noch sagten, dass die Region entscheiden müsse, ob sie einen Nationalpark will, bezieht sich Remmel auf die Landtagswahl und lehnt eine Bürgerbefragung zum Thema ab. In Fragen der Bürgernähe steht der Mann ziemlich im Wald.

 

Auch noch ziemlich ahnungslos ist die Sparkasse Lemgo bei einem merkwürdigen Fall: Sie hat auf Geheiß einer Kundin, die in Südafrika lebt, 200.000 Euro aus ihrem Aktiendepot erlöst und auf ein thailändisches Konto überwiesen, das auf den Namen der Dame lautet. Nun will die Dame aber von dem entsprechenden Fax nichts wissen. Merkwürdig, weil die Sparkasse alle Details geprüft und für passend befunden hat. Aber wer in Südafrika lebt, muss deshalb ja auch nicht in jedem Fall wissen, was im Busch ist.

 

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Lippische Spitzen, 20. Mai 2012

 

Alle Jahre wieder… ist Vatertag – und man fragt sich: warum? Ist es nicht vielmehr der Tag der Bierbrauer, der Tag von Spätpubertierenden, die sich zum Anlass mal richtig einen auf die Lampe und gelegentlich anderen auch was auf die Glocke geben? Denen, die in Lemgo-Leese dafür sorgten, dass ein mobiles Krankenhaus aufgebaut werden musste, wünscht man jedenfalls eines: Bloß nicht Vater werden.

 

Es gibt nur wenige Lehrmeister in Fragen von Ethik und Moral. Einen hatte sich die Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold gegönnt: Ex-Tagesthemen-Mann Ulrich Wickert erklärte in Lemgo, dass Toleranz mehr ist, als Menschen leben zu lassen wie sie wollen. Man müsse auf sie eingehen, sich für sie interessieren, jawoll. Das gilt übrigens auch für Vatertags-Liebhaber und ebenso für Nationalpark-Diskutanten.

 

Bei der Nationalpark-Diskussion stehen manche nun wirklich ganz verzweifelt im Wald: Da geht es schon lange nicht mehr um den Austausch von Argumenten. Landrat Friedel Heuwinkel wurde jetzt der Rücktritt nahegelegt - wegen seines Treibens als Vorstand des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge. Er würde seine beamtenrechtliche Pflicht zur Neutralität verletzen. Bleibt die Frage, ob uns Politiker lieber sind, die sich an nichts mehr fest machen lassen. Aalglatt ist auch keine Lösung.

 

Wobei Aal dicht an Forelle ist – und an der war auch Friedel Heuwinkel dran – 1.000fach. Der Sprecher der OWL-Landräte hat 1.000 lippische Bachforellen in die Ruhr umgesiedelt, um die erfolgreiche Umsetzung der europäischen Wasserschutzrichtlinie zu dokumentieren. Den Fischen wird’s egal sein – OWL aber ist wieder ein Stück weiter ans Ruhrgebiet gerückt – oder geschwommen.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

 

Lippische Spitzen, 13. Mai 2012

Auf keinen ist mehr Verlass – auch nicht auf „Rechts vor links“. Das hat das Detmolder Landgericht jetzt bestätigt. Auf Parkplätzen, auf denen nur Parkbuchten markiert seien, gelte stattdessen der Grundsatz der gegenseitigen Rücksichtnahme, meint das Gericht. Und wir meinen: Gölte der immer, wäre das Leben um einiges leichter.

 

Zum Beispiel würde man dann einen Landrat auch nicht als Menschenhändler bezeichnen, weil der die Kreissenioreneinrichtungen mit Diakonis zusammenführen will. Die bisherigen Mitarbeiter behalten dabei ihre aktuellen Besoldungen. Die Gewerkschaft verdi hatte erst einmal das Gegenteil unterstellt. Nur Informierte können sich vom Stammtischniveau entfernen.

 

Informiert gewesen zu sein hätte man bisher auch einem lippischen Krankenhaus unterstellt. Dort operierte ein Arzt die falsche Hand einer Patientin. Allen Ernstes meinte das Krankenhaus später, die Patientin selbst habe bei der OP die falsche Hand hingehalten. An anderer Stelle beschweren sich Kliniken gerne über überbordende Dokumentationspflichten. Da wäre die richtige Hand zu finden gewesen.

 

SPD, Grüne und UKB in Kalletal haben erkannt, dass es wohl Sinn macht, den Streit um die Kommunalwahl 2009 zu beenden. Zu dieser neuen Haltung führte im Wesentlichen das in Aussicht stehende jahrelange juristische Verfahren. Vielleicht ist auch ein bisschen normales Denkvermögen mit im Spiel, denn: nach der Wahl ist vor der Wahl. Und da machen sich Parteien nicht so gut, die Steuergelder auf dem Verfahrensweg verheizen.

 

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Lippische Spitzen, 6. Mai 2012

In Bielefeld sind es deutlich mehr geworden, im Kreis Herford einige weniger, in Lippe blieb alles gleich: 874 Ehescheidungen gab es in 2011, so wie in 2010 auch. Wenn denn auch nicht immer auf den Partner Verlass ist, die lippische Scheidungsrate scheint verlässlich zu sein.

 

Und wer sich nicht gerade mit dem Lebensabschnittsbegleiter rumplagt, der hat ja immer noch Nachbarn, die Dorn im Auge sein können – oder gleich Strauch, Hecke oder Baum. Weil die Landesregierung nicht den Untergang des Abendlandes riskieren will, hatte sie in dieser Woche eine Hotline gegen Ärger mit dem Nachbarn im Angebot. Was nicht heißt, dass die Landesregierung in jedem Fall weiß, was im Busch ist.

 

Im Lagenser Busch jedenfalls soll am Vatertag gar nichts sein. Der Bienen-Schmidt macht gar nicht erst auf am 17. Mai – und auch der Wald, in dem der Bienen-Schmidt zuhause ist, bleibt dicht. Sechs private Waldbesitzer hatten die Sperrung beantragt. Mancher Saufkumpan wäre allerdings besser im Wald aufgehoben als zuhause, der Grund: siehe oben.

 

Auf den Ortsschildern von Lemgo soll künftig der Zusatz „Alte Hansestadt“ angebracht werden. Dafür ist wohl die politische Mehrheit. Bei den Schildern in Lippe ist noch viel Platz für Kreativität: Bad Salzuflen könnte Versöhnliches in der Unterzeile vertragen: „Gar nicht so schlecht“. Oder Schlangen, Unterzeile: „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“. Da geht noch Einiges.

 

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.  

Lippische Spitzen, 28. April 2012

Ein Land lässt sich feiern und sorgt für Verwirrung: Der NRW-Tag sind eigentlich zwei und mit Europäischem Straßentheaterfestival sogar fast vier. Detmold wird kopf stehen zu Pfingsten und das Sicherheitskonzept wird überall spürbar als Erbe derer, die die mörderische Loveparade von Duisburg zu verantworten haben. Zwischen Sicherheit und Hysterie ist es ein schmaler Grat, der uns die gute Feierlaune nicht verderben wird. Und nach dem Fest? Ist Radio Lippe immer noch das Radio, das immer für Lippe da ist. Gut, was?!

 

Apropos Hysterie: In Detmold wollte eine junge Mutter ihren Schützling in die Schule bringen und parkte zu diesem Zweck so, das gar nichts mehr ging. Als ein Polizist sie aufforderte, 10 Meter weiter zu parken, drehte Mutti durch. Als dann auch noch der Führerschein verlangt wurde und das Auto durch einen gezielten polizeilichen Griff an den Zündschlüssel zum Stillstand gebracht wurde, knallte die hochtourige Frau dem Polizisten noch ein paar. Kurzum, die Ferrero-Werbung hat Recht, wenn sie sagt: Mutti ist das Letzte.

 

Der lippische Bundestagsabgeordnete Cajus Caesar pflanzt im Kanzlergarten einen Baum. Den Anlass gibt der 60. Tag des Baumes, lässt der Politiker in einer zweiseitigen Pressemitteilung wissen und betont dabei die Bedeutung des Baumes für Wirtschaft und Erholung. Bislang hatten wir verschiedentlich den Eindruck, dass Berliner Politik im Wald steht. Jetzt wissen wir auch, warum.

 

Verrückte gibt es überall, auch in Bielefeld, wo ein Einbrecher ziemlich dumm aus der Wäsche guckte. Nun gut, es war auch nicht die eigene sondern gebrauchte des anderen Geschlechts, in der gekleidet der 38jährige ausgerechnet in ein Dessousgeschäft einstieg. Bisher ohne strafrechtlichen Makel hatte er so erwischt nun mit dem Makel des Blödmannsgehilfen zu kämpfen. Der bleibt wohl länger haften.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 15. April 2012

Es gibt – sagen wir mal – Menschen, für die finden sich kaum Worte, oder aber diese Worte wurden bei Radio Lippe als nicht sendefähig eingestuft. Beispiel Lage: Da schwang sich ein Unbekannter zum Rechtsanwalt auf und schilderte einer alten Frau, dass ihr Sohn nach schwerem Verkehrsunfall im Krankenhaus liege. Kosten von 10.000 Euro seien entstanden. Damit nicht genug: Ein 20jähriger Blödmannsgehilfe holte bei der Frau anschließend 5.000 Euro ab. Krass, das – und auch ziemlich naiv.

 

Auch weggekommen sind ein Schafbock und vier trächtige Mutterschafe in der Nacht zu Ostersonntag in Kalletal. Allein der Kerl unter den Schafen brachte 100 Kilogramm auf die Waage. Und schon war sie dahin, die österlich-versöhnliche Grundstimmung mit Osterlämmchen und Heileheilegänschen. Bock oder Bulle? Egal: die Polizei freut sich über Hinweise.

 

Und noch mehr feine Leute: Fünf Männer unter anderem aus Herford und Bad Salzuflen haben versucht, Falschgeld im Wert von 170.000 Dollar in Umlauf zu bringen. In Lage und Detmold hat man einen Teil zunächst in echtes Geld umtauschen können. Nun blüht den Herrschaften eine Anklage wegen der Blüten. Und wir gucken im Frühling lieber auf echt Florales als auf falsche Blüten.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

 

  

Lippische Spitzen, 8. April 2012

 

Aus der Abteilung „Lattenschuss“: Ein Detmolder hat versucht, mit einem Gegenstand drohend einer 20jährigen das Auto wegzunehmen. Im Nachhinein meinte der Übeltäter, das Ganze sei nur ein Scherz gewesen. Der Lacher dürfte dem Mann im Halse stecken bleiben: Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

 

Detmold hat’s an der Birne: 270 Birnbäume hat die Stadt an interessierte Bürger verschenkt. Sie wurden bezahlt mit Geld, das laut Baumschutzsatzung für gefällte Bäume fällig wurde. Die Schenkaktion ist clever. Um die Bäume müssen sich die Besitzer kümmern, nicht die Stadt. Und wenn sie dann mal gefällt werden müssen… Dann kann die Stadt wieder Bäume verschenken.

 

Unser Herz für Randgruppen gilt auch an diesem Wochenende wieder der FDP: Die liberale Bundestagsabgeordnete Gudrun Kopp und die vier Ortsverbände Barntrup, Blomberg, Dörentrup und Extertal haben zusammen sage und schreibe 100 Lipper auf die Beine gebracht, um eine Oster-Vesper als Wahlkampfauftakt abzuhalten. Von diesen 100 haben sich viele von der Aufbruchstimmung, die Christian Lindner versprühen soll, anstecken lassen, sagt Frau Kopp. Sechs Prozent hält sie bei der Landtagswahl für machbar. Und wir fragen uns: Ist das mutig oder doch realitätsfern?

 

In Bad Salzuflen ist jeder vierte Bürger über 65 Jahre alt, in Augustdorf nur jeder siebte. Die demografische Entwicklung kommt langsam aber gewaltig – und Augustdorf könnte ein Gewinner werden. Denn bis die Jungen dort alt werden… könnte Augustdorf etwas dafür tun, dass sie es auch wirklich dort werden wollen.    

 

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Lippische Spitzen, 18. März 2012

Tote Hose im Namen der Rose: Dem Heimatverein Pivitsheide ist ein Metallschild mit der Lippischen Rose drauf geklaut worden. Irgendwann im Verlauf der letzten drei Wochen soll es abhanden gekommen sein. Da ist der Verein auf Schaum und wir der Meinung, wenn Lippe von allem so viel hätte, wie von der Lippischen Rose: Die kleine lippische Welt wäre eine gute.

 

Mal unter uns: Was fällt Ihnen reflexartig ein, wenn die Pressemitteilung ausgerechnet einer FDP-Bundestagsabgeordneten mit dem erkenntnisreichen Satz beginnt: „Rot-Grün ist gescheitert!“ Gudrun Kopp hätte auch schreiben können: Rot und Grün sind auch in der nächsten Legislaturperiode wieder im NRW-Landtag. Dass Frau Kopp in der Auflösung des Landtags auch ein Aus für den Nationalpark sieht, mag in Ordnung gehen – vorläufig. Allerdings: Dass sich der Landrat die Zustimmung fürs Megaprojekt parallel zur Landtagswahl holen will, ist nicht frei von Gewieftheit.

 

Auch nicht schlecht hingelangt hat ein Ebay-Mitglied bei einer Detmolderin. Die nämlich bot einen Wohnwagen in einer Online-Versteigerung an, brach die Geschichte aber ab, weil ihr Mann das Vehikel anderweitig verkaufen wollte. Da stand das Gebot des Mitgliedes bei 56 Euro – und das gilt. Dumm gelaufen, aber richtig gut.

 

Sind Softdrinks eigentlich modische Geschöpfe? Jedenfalls will uns ein Mineralwasserhersteller von hier Glauben machen, dass seine Marke sich passend zum Frühling im neuen Outfit präsentiert. Die attraktive Neugestaltung springe direkt ins Auge – wohin auch sonst? Und wo der Texter gerade so gut in Fahrt war, ließ er uns auch noch wissen, dass sich die Gastronomie-Linie im neuen Gewand zeige. Nein, es ist ein Irrglaube, dass das Wässerchen auf den Namen Karl Lagerfeld hört. Wasser marsch auf dem Bad Meinberger Laufsteg.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 11. März 2012

Das Schullandheim „Lemgo“ auf Langeoog geht vorerst nicht baden. Die Kreis-FDP wollte das Haus aufgeben, weil notwendige Investitionen nicht zu rechtfertigen seien. Das sah der Rest der Politik anders, die Etatmittel stehen nun unter Vorbehalt, und: Der Bildungsausschuss hat einen feinen Ausflug vor sich, um sich das Haus anzusehen. So macht man das…

 

Die Tarifrunde wird eine knifflige, weil die einen sagen: Jetzt ist mal n ordentlicher Schluck aus der Pulle angesagt. Andere mahnen zur Besonnenheit. Für Lippe gut: Wenn NRW mit einer Streikwelle überzogen wird, bekommt Lippe nur ein bisschen davon ab. Den dienstleistungsgewohnten Bürger wird’s freuen – wie in dieser Woche.

 

Der Budenzauber von Kalletal geht weiter – jetzt landet der Streit um eine mögliche Wiederholungswahl wieder vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster. Währenddessen kann die Gemeinde eine Akte schließen: Die Briefmarke, die eine Schulleiterin möglicherweise für schulfremde Zwecke nutzte, bleibt gegen ein Bußgeld ungeahndet. Geringfügig, der Fall. Hätte man drauf kommen können, wenn man gewollt hätte. Gewollt ist in diesem Zusammenhang auch die Informationspolitik des Rathauses, aber nicht gekonnt. Informationsempfänger nach Gutsherrenart zu bedienen ist nicht nur schlechter Stil – es ist auch ein eigenes Thema… Schwamm drüber.

 

International sollte Detmold in der Bildungslandschaft werden. Bisher ist von der International School aber nicht mehr zu sehen als Werbebanner – und zu hören auch schon lange nichts mehr. Viel Rauch um – zumindest bisher – nichts. Echte Welteroberer gehen da anders ran.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Der öffentliche Dienst will mehr Geld. 6,5 Prozent mehr sollen es nach Vorstellungen der Gewerkschaft ver.di sein. Die Forderungen hatte ver.di gegenüber Mitarbeitern und Landrat im Kreishaus im Rahmen einer so genannten „aktiven Mittagspause“ vorgestellt. Nun sind alle Witze über den öffentlichen Dienst schon seit ewig und drei Tagen gerissen worden – aber bei „aktive Mittagspause“ darf man zumindest mal in sich rein schmunzeln.

 

Nun soll es vielleicht doch noch was werden mit dem Salzsiederfest in Bad Salzuflen. Die Erkenntnis: Weniger Topacts verringern die Kosten, verringern die Sicherheitsauflagen. So einfach geht das. Aber musste das Volk deshalb erst auf die Protestbäume gejagt werden? Ein paar betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse können die Welt ganz schön einfach machen.

 

Bielefelder Forscher machten, wofür sie da sind: Sie erforschten das Rausch-Verhalten von Jugendlichen. Die Erkenntnis: Schon jeder dritte 15jährige Junge und jedes vierte Mädchen in dem Alter hat sich schon einmal mit Alkohol dicht gemacht. Ein Viertel der Jungs trinkt sogar wöchentlich mindestens einmal Alkohol. Besorgniserregend sei das, sagen die Forscher. Besorgniserregend ist für uns, dass es regelmäßig bei dieser Feststellung bleibt. Genug der Daten, wir wollen Taten sehen.

 

Das ist doch mal was fürs Ego: Der Bürgerservice des Kreises Lippe ist sehr gut. Heraus kam das bei einer Untersuchung der Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit in sieben Kreisen. Wer also mal ein freundliches Wort braucht, hat nicht nur die Wahl – nämlich die Behördenrufnummer 115 – sondern auch eine Adresse: Das Kreishaus – wer hätte das gedacht.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 26. Februar 2012

Hola, die Waldfee: Augustdorf ist die Einpendlergemeinde Nummer 2 in NRW. 80 Prozent der Arbeitnehmer dort kommen aus anderen Kommunen morgens angefahren. Auch eine Form von Tourismus, nur kommt der ohne Übernachtungen aus. Ob, wer sein Geld in Augustdorf verdient, es dort auch ausgibt? Zweifel sind erlaubt…

 

Aber egal, die Oerlinghausener muss man mal genauer unter die Lupe nehmen. Die nämlich haben in Lippe das meiste Geld zum Ausgeben zur Verfügung. Aber auch da gibt es einen Haken an der Geschichte. Viele sehen Oerlinghausen als Schlafstadt und lassen es zu wachen Zeiten lieber in Bielefeld krachen. Man könnte auf die Idee kommen: Wenn es Bielefeld in der Kasse klingelt, sind oft Lipper schuld daran. Oder sind Oerlingahusener vielleicht doch gar keine echten Lipper?   

 

Auch nicht echt sind E-Zigaretten. Das befindet die Arzneimittelaufsicht des Kreises. Die nikotinhaltigen Liquids sind in NRW verboten. Ihre Zusammensetzung ist intensiver und fällt deshalb unter das Arzneimittelgesetz. Merke: Wenn man den Rauchern das Original madig macht, kommen die mitunter auf komische Ideen, die es auch nicht besser machen.

 

Auf einer lebenslangen Reise durch Deutschland und die Welt sei er unterwegs, sagte Ex-Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bei der IHK. Und tatsächlich: Berlin, Vereinigte Arabische Emirate, Brakelsiek, Steinheim, Detmold… Die Woche war zu diesem Zeitpunkt noch jung, das Feierabendbier frisch, der Reisende zum Schluss müde. Um das Pensum zu schaffen, braucht es auch wohl eine Droge: Vielleicht heißt die Hunger auf Erfolg.

 

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

 

Lippische Spitzen, 19. Februar 2012

Was ist eigentlich Heimat? Seine Heimatgefühle jedenfalls seien deutlich getrübt, seitdem er beim Heimkehren an den neuen Kreisgrenzschildern vorbeifahren muss, jammert der Geschäftsführer des Lippischen Heimatbundes Burkhard Meier. Die Lippische Rose sei zusammengeschrumpft, der Schriftzug unleserlich – und das Schild für alles andere eh zu klein. Lieber Vereins-Meier, jetzt mal unter uns: Heimat ist da, wo man verstanden wird. Und ehrlich gesagt, wir verstehen Sie gerade nicht. Das muss Sie nicht zwingend heimatlos machen – aber vielleicht kommen Sie mal von Schilda auf den Teppich zurück. Es gibt in Lippe nämlich auch Probleme, die zu Recht diese Bezeichnung tragen. Nehmen Sie die mal auf’s Schild.

 

Nicht überraschend, verständlich, logisch-konsequent, überfällig… so die auch nicht stärker überraschenden Urteile lippischer Bundestagsabgeordneter zum Rücktritt des Bundespräsidenten. Nur eine geht weiter: FDP-Frau Gudrun Kopp zollt Christian Wulff Respekt. er habe weiteren Schaden vom Amt abgewendet. Wäre doch nicht nötig gewesen, Frau Kopp, wenn er dem Amt nicht erst welchen hinzugefügt hätte. Respekt verdient, wer nichts abwenden muss…

 

Da ist die Werbegemeinschaft in Salzuflen aber überrascht: Mehrere private Bewerber können sich die Ausrichtung des Salzsiederfestes vorstellen. Und schon gibt die Stadt wieder den Bedenkenträger: Genehmigung gibt’s nicht, weil die Werbegemeinschaft die Markenrechte an der von ihr abgesagten Veranstaltung hat. In Gottes Namen: Nennt das Ding Salzstreuerfest, Welslau-ihm-seiner-angedenk-Fete oder sonst wie – aber lasst euch nicht zum Narren machen in dieser zugegebenermaßen nicht ganz narrenfreien Zeit.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.  

Lippische Spitzen, 12. Februar 2012

Auch der Lippische Landwirtschaftliche Hauptverein ist vom Wintereinbruch mitten im Winter einigermaßen überrascht. Zugefrorene Tränken und Wasserleitungen – was ein Ärger. Schweine und Geflügel bräuchten es allerdings eh verhältnismäßig warm. Weshalb man ja auch von Schweinekälte spricht…

 

Vielleicht doch eine Strategie, die da gerade aufgeht: Alle sind auf dem Baum, weil die Werbegemeinschaft Bad Salzuflen das Salzsiederfest abgesagt hat. Wollte man alle dahin haben, damit der Druck auf die Stadt steigt, sich an den Mehrkosten für das Sicherheitskonzept zu beteiligen? Wer sagt eigentlich, dass eine solche Großveranstaltung nicht das Potenzial hätte, die 26.000 Euro zu generieren? Also: erstmal gucken, wem der Karren gehört, vor den man sich da spannen lässt.

 

Zurück zu automobilen Wurzeln – also zu alten Kennzeichen, wie ein bundesweiter Vorstoß es will? Alles Blödsinn, befinden die Bürgermeister in Detmold und Lemgo. Die Menschen hier würden sich stark mit LIP und ihrer Region identifizieren – und so ist LIP doch ne echt starke Nummer.

 

In Extertal brannte ein Bauernhaus. Das Feuer brach in der Nähe eines Ofens aus. Dort waren Holz und Briketts gelagert. Normal… Noch Fragen? Gut, mit dem Löschen hatte es auch nicht so doll geklappt. Der Hydrant war eingefroren. Auch normal – und doch eine unglückliche Verkettung von Umständen.

 

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 4. Februar 2012

Nach Service-Point, Bäckerpoint, Come in and find out treibt es jetzt eine Behörde sprachlich auf die Spitze. Straßen.NRW hat die Straßenmeisterei in Lemgo zur Master-Meisterei gemacht, will meinen: Unter Gleichen die Führende oder so… Das ist sprachlich nicht schön – und es gilt, was immer schon galt: Wer seine Sprache auf den Hund kommen lässt, muss sich nicht wundern, wenn er irgendwann selbst vorm Fressnapf liegt.

Das Detmolder Finanzamt ist Einnahme-Milliardär und trotzdem nicht glücklich. 96 Millionen Euro mehr hat man an Steuern eingenommen – ein ordentlicher Zuwachs. Aber gemessen am Jahr vor der großen Krise immer noch sieben Prozent weniger. Jammern… Jammern ist der Gruß des Finanzbeamten.

Kalletal bleibt politisch ein eigensinniges Pflaster. Da weigern sich SPD, Grüne und UKB das Städtebauförderprogramm „Kleine Städte und Gemeinden“ in Anspruch zu nehmen – und sie liefern auch eine Begründung für ihr Verhalten. Wir lieferten auch das Unverständnis des politischen Gegners – was wiederum die SPD zu der Erkenntnis verführte: Radio Lippe verbreitet Falschmeldungen. Ein Irrtum, liebe Sozis: Andere Auffassungen sind andere Auffassungen. Falschmeldungen sind schlicht nicht wahr. Eure Erkenntnis beispielsweise, die ist eine wahre Falschmeldung.

Der Gastronom am Hermannsdenkmal möchte Stellplätze für Wohnmobile. Es gäbe da einen Bedarf. Den gab es übrigens schon mal an der Lopshorner Allee, dem Waldschlösschen und der B1 – gedeckt wird der aber nicht mehr, weil der über die Fahrzeuge geförderte Nahverkehr wohl paarweise Freude, sonst aber nicht als Ärger machte.

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 29. Januar 2012

Lippische Spitzen, 29. Januar 2012

 

 

Ist es die Demografie, sind es die Verhältnisse oder aber ist es einfach „die Nase voll“? Über die Gründe kann trefflich spekuliert werden, Fakt ist: Bis auf die Grünen mussten alle Parteien in Lippe Mitglieder ausbuchen. Wenigstens im Mitgliederbestand darf sich aber die lippische FDP an die stolze Brust klopfen: sie hat kreisweit 200 Mitglieder mehr als die Grünen. Einmal nicht die Schlusslaterne, wie sich das wohl anfühlt?

 

 

Auf den Hund kommen ältere Herrschaften in lippischen Senioreneinrichtungen. Verantwortlich dafür ist das DRK. Mit vier Hunden stattet das Rote Kreuz den vorwiegend Demenzkranken Besuche ab. Im Spiel mit den Hunden sollen die Besuchten alltägliche Fähigkeiten wieder aktivieren. Gut gebellt, DRK.

 

 

Alles für die Katz? Diese Frage stellt sich der Tierschutzverein in Lemgo. 70 von wahrscheinlich 100 Katzen hat man zusammen mit Helfern in den vergangenen Monaten aus einem Privathaus geholt. Der Bewohner gewährte den Katzen Unterschlupf und fütterte sie. Nachbarn brachte der Gestank auf die Palme, auf die Barrikaden und letztlich zum Tierschutz – der die bessere Alternative zum Tierschmutz ist.

 

Und eine Anmerkung noch für die eigene Zunft: Ohne ins Detail gehen zu wollen: Die Woche fing ziemlich düster an mit Meldungen, die aus schlimmsten Schockerfilmen stammen könnten. Stammten sie aber nicht, sie betrafen tote Menschen aus der Region. Und wir kommen zu der Erkenntnis: Weniger plastische Meldungen lassen unseren Berufsstand auch weniger kopflos erscheinen.

 

Neue Woche, neue Themen – wir versuchen es weiter.

Lippische Spitzen, 15. Januar 2012

23 Jahre, eine Tüte und dann einmal nicht nur im Geschwindigkeitsrausch. Das Ganze endete mit einer Kelle Fürsorge. Die Polizei zeigte die rote und nahm dem Führerschein auf Dauer ab. Der junge Mann ging vor den Detmolder Kadi, erzählte was von einmaligem Vergehen und so… Jetzt hat er wieder ne Chance auf seinen Lappen – vorher liefert er vier unverdächtige Drogentests ab und geht zum Idiotentest. Hoffentlich muss er nach all der Aufregung nicht erst mal eine durchziehen…

 

In Lippe sind falsche Brüste in aller Regel echt – also echt störungsfrei. Die in die Schlagzeilen geratenen Implantate aus Frankreich sind nach Auskunft des Klinikums Lippe auch wirklich nur dahinein geraten und nicht im Klinikum zur Anwendung gekommen, versichert der Chefarzt für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie. Hand drauf, Herr Doktor.

 

In ganz OWL sind in den vergangenen Tagen Menschen angerufen worden: Der dubiose Text: Hier spricht die Polizei. Ihre Kontodaten wurden missbräuchlich verwendet. Zur Verhinderung weiterer Straftaten drücken Sie jetzt bitte die 1“ Ganz schön durchtrieben... Vermutlich steckt ein kostenpflichtiger Abzocker dahinter. Wenn mit Ihren Kontodaten irgendwas nicht stimmt, drücken Sie nicht die 1 sondern lieber ihren Bezirkspolizisten. Der ist ziemlich sicher echt.

 

Echt von den Socken sind die Organisatoren des Hermannslaufs 2012: Gut vier Tage nach Beginn der Anmeldefrist sind die 7.000 Startplätze weg gewesen. Schneller weg kommen im April nur noch die, die in den Genuss eines Startplatzes kamen. Die andere können am Rand der Strecke zumindest den Hermann machen.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 8. Januar 2012

Politischer Eiertanz allüberall: Über Herrn Wulff ist alles gesagt, zur Lage der FDP und der Beschäftigung mit sich selbst gibt es nichts Neues, abgesehen davon, dass eine 2 %-Randgruppe erstaunlich viel Beachtung bekommen kann. Und über den Lückenschluss der A33 wurde viel Wind gemacht: Erst: ja, sie zu Ende gebaut, dann: nein, es ist kein Geld da, dann: da sind wir OWLer jetzt aber mal richtig sauer und dann schlussendlich alles wieder auf Anfang: Geld ist da, sie wird gebaut, wir bringen das Thema 2012 zur Fertgistellnug. Geht doch.

 

Fast so lange, wie der Bau der A33, dauern nur beabsichtigte Investitionen der Deutschen Bahn. Ein Blitz hatte im vergangnen Sommer elektronische Schrankenanlagen zerbröselt. Und während so ein Blitz im wahren Wortsinn blitzschnell Fakten schafft, braucht die Bahn ein Dreivierteljahr, um wieder ursprüngliche Zustände herzustellen. Die Bahn kommt. Man weiß nur nicht, wann.

 

Frauenpower kann auch für viel Schrott sorgen: Das Sturmtief Andrea hat in Lippe Einiges flach gelegt, unter anderem Bäume. Gut, dass Baumfäller nicht bei der Bahn beschäftigt sind – ansonsten würden Autofahrer wohl noch lange auf freie Fahrt warten müssen.

 

Auch nicht planmäßig verlief der Erfolg der Lemgoer Eiswelt. 10.000 Besucher weniger als in der Rekordsaison 2008/2009 hat der Veranstalter erfasst. Der viele Regen sei schuld. Gut, dass wir wenigstens das Wetter nicht beeinflussen können. Und auch wenn die Natur einen Strich die Rechnung gemacht hat – es bleibt für die Eiswelt wohl bei einer schwarzen Null.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 1. Januar 2012

Noch nicht im neuen Jahr angekommen, war die lippische Kinolandschaft einmal mehr von der Rolle. Die „Filmbühne“ in Bad Salzuflen hat den Vorhang endgültig geschlossen. Nun sind’s nur noch drei – in Lemgo, Detmold und Horn-Bad Meinberg. Die vollmundig angekündigten Kino-Großprojekte für Detmold und Lage tragen vorerst den Arbeitstitel „Heiße Luft“.

 

Auch nicht ganz echt waren zwei Männer, die – ähnlich wie Schornsteinfeger gekleidet – in Detmold Hausbesitzer irritierten. Sie wollten Schornsteine nachreinigen. Den Besitzern kam das merkwürdig vor. Sie fragten nach, bis die von jeder Schornsteinfegerkenntnis unbelasteten Männer aufgaben und verschwanden. Merke: Nicht alles, was schwarz ist, bringt auch Glück.

 

Die Städte und Gemeinden in Lippe sind Millionäre, Minus-Millionäre. 164 Millionen Euro Schulden haben sie aufgetürmt. Statistisch geht also jeder Lipper mit rund 465 Euro Miesen ins neue Jahr. 30 Euro pro Nase kamen allein im vergangenen Jahr drauf. Auch 2012 dürfte also Schmalhans wieder Küchenmeister sein.

 

Und weil auf den Spaß immer die Ernüchterung folgt, haben sich die Stadtwerke Detmold auch schon mal die Fahne des Anführers genommen, um als Erste eine Preiserhöhung anzukündigen. Ab 1. März wird der Strom teurer – nicht zuletzt, weil energieintensive Unternehmen entlastet werden sollen. Die Privatkunden – eine Ansammlung von Wirtschaftsförderern.

 

Neues Jahr, neues Glück, Sie schaffen das.

Lippische Spitzen, 18. Dezember 2011

Kalletal ist eine feste Bank – beim Staatsanwalt. Der soll jetzt bemüht werden, um einen Maulwurf ausfindig zu machen, der munter Interna aus Politik und Verwaltung an die Medien ausplaudert. Die Anzeige soll gegen Unbekannt erstattet werden. Im Rahmen der Verfahrensvereinfachung könnte man doch auch gegen Bekannt vorgehen – oder kennen sich die Pappenheimer etwa tatsächlich nicht? Übrigens: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Schweinen werfen…

 

Mehr Sinn macht die Klage von Speditionen gegen die Bezirksregierung Detmold. Rund zehn Unternehmen wehren sich so gegen doppelte Gebührenbescheide. Beim ersten Mal kam das Geld nicht bei der Bezirksregierung sondern bei kriminellen Beamten der Behörde an. Verursacherprinzip geht anders: Wenn die Bezirksregierung ihren Laden nicht sauber hält, sollte sie auch für die Folgen aufkommen oder aber sich an die halten, die das Geld abgezweigt haben.

 

Auch ein Ding aus dem Dollhaus: Die Kanaldichtheitsprüfung. Erst sollten alle – auch gegen den Protest der Betroffenen – ihre Kanalanschlüsse prüfen lassen. Manche taten das, gaben kräftig Geld aus. Zu früh, wie sich jetzt zeigt. Der Landesumweltminister hat auf die Bremse getreten, er will eine neue Verordnung erstellen lassen. Viele Kanäle mögen dicht sein, für die Initiatoren der Dichtheitsprüfung möchte man die Hände da nicht ins Feuer legen.

 

In Sachen Nationalpark hat jetzt auch der Bund der Steuerzahler die Streitaxt rausgeholt. Entstehende Kosten durch den Flächentausch könnten keinesfalls zulasten des Steuerzahlers gehen – und eine Dauersubvention ist angesichts leerer Landeskassen auch nicht drin. Im Nationalpark-Streit stehen eben alle im Wald – aber noch lange niemand im Park.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 4. Dezember 2011

Hatten wir nicht immer schon eine Ahnung, dass die Gleichstellungsmädels es vielleicht übertreiben? Jetzt hat der Verband Lehrer NRW den Kreisvorsitzenden aus Herford-Lippe zum Gleichstellungsbeauftragten für Männer gewählt. Soweit also ist es gediehen, dass es jetzt einen Wächter braucht, der darauf achtet, dass Männer noch ihren Platz in der Gesellschaft finden. Warum – mal mathematisch betrachtet – schafft man da nicht beide ab? Dann müsste doch alles gut sein…

 

Der Landesverband Lippe ist ja auch immer mal für eine Meldung gut, auf der man mal n bisschen rumdenken kann. Nun wollen die Mitarbeiter im Jahr des Waldes eine Mitarbeiterallee pflanzen. Der Ort des Geschehens ist ausgerechnet Horn-Bad Meinberg. Welche Botschaft steckt wohl dahinter? Sind die Mitarbeiter kurreif? Brauchen sie Abstand vom Schloss Brake? Und: Welche Baumart steht wohl für die neue Chefin? Erst einmal geht’s in jedem Fall wohl um Klein-Holz.

 

Kur ist nicht immer gleich Kur: Zu dieser Überzeugung kommt man, wenn man den wiederholten Niedergang der Salinenparkklinik in Bad Salzuflen beobachtet. Nun ist sie mal wieder den Bach runtergegangen. Die noch vorhandenen Kurpatienten mussten verlegt werden. Die Packung verabreichen sich jetzt nur noch Eigentümer und Insolvenzverwalter gegenseitig. Hilft aber auch nicht…

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 27. November 2011

Sicher, es ist ein Schlag ins Kontor, wenn die Bertelsmann Stiftung dem Kreis Lippe bescheinigt, dass der im nationalen Bildungs-Vergleich nicht etwa ein Leuchtturm sondern nur die Schlusslaterne ist. Fakt ist, dass alle Kreise unter den gleichen Kriterien unter die Lupe genommen wurden – von daher mag der Rückzug der Verantwortlichen nach Schmollwinkel zwar menschlich verständlich sein, zielführend ist er nicht. Soll man doch die Oberschlauen aus Gütersloh bitten, ein Bildungsprojekt in Lippe zu installieren. Dann würden die auch nach vorne und nicht in die Vergangenheit gucken.

 

Kirche ist wie das richtige Leben – reichlich Wahnsinnige umkreisen die, die mit guten Absichten unterwegs sind. Beispiel Schlangen: Da sind 12 Kirchenvorstandsmitglieder zurückgetreten, nachdem sie mal wieder Morddrohungen erhalten hatten. Seit Jahren tobt der Kirchenstreit von Schlangen. Wenn es Kirche nicht schafft, ihren Schafen – und da besonders den schwarzen – das fünfte und das achte Gebot zu vermitteln, ist Kirche dann noch im Namen des Herrn unterwegs?

 

Detmold ist Luxus – zumindest wenn man mit dem Auto in die Innenstadt fährt. Der Bund der Steuerzahler konstatiert die dritthöchsten Parkgebühren im NRW-Vergleich. Braucht es da nicht mal Mutige, die ausprobieren, was passiert, wenn man die Parkgebühren so billig wie irgend möglich ansetzt? Das wäre bürgerfreundlich, und die fehlenden Einnahmen könnten über bessere Einzelhandelsumsätze fröhlich wieder hereingeholt werden. Jedenfalls: Gute Alleinstellungsmerkmale klingen anders.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.   

Lippische Spitzen, 20.11.2011

Die lippische IHK hat mal das Internet gecheckt, und: 40 Prozent von 260 Unternehmen nutzen so genannte Social Media-Plattformen. Die meisten Firmen rühren in den Pötten von Facebook. Bekanntheit steigern, Werbung machen und kontakten geben die Unternehmen als Gründe für ihre Aktivitäten an. Geht den Mitarbeitern häufig auch so. Aber wenn die die Hälfte der Arbeitszeit bei Facebook verbringen und die andere Hälfte zum Aufräumen ihres Emailaccounts nutzen – wann fangen wohl die Firmen an, nach der Wertschöpfung zu suchen?

 

Eine Fahrschule aus Lemgo haut auf die Trommel: Nach der Übernahme einer ähnlich gelagerten Firma mit Standorten in Bielefeld, Minden und Hannover sei die Fahrschule Zöllner nun die größte in Norddeutschland. Da passt es gut, dass der Salzufler Irrgarten Hortus Vitalis nicht so doll läuft. Also wenn da die Zöllners unter Zurhilfenahme von Bobbycars den lippischen Nachwuchs fit für die Straße… das wären mal Synergieeffekte – und der nächste Superlativ wäre auch nicht weit: Nord-Mittel-Süddeutschlands familienfreundlichste und überhaupt.

 

In Leopoldshöhe ist der Hochzeitswald voll. Hochzeitspaare konnten in den vergangenen 20 Jahren dort jeweils einen Baum pflanzen. Man sollte die Spielregeln einfach mal erweitern: Frisch Geschiedene fällen ihren Baum wieder – und Seitenspringer hacken Holz. Der Wald würde bestimmt noch weitere 20 Jahre Platz bieten.

 

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

 

Wo liegt eigentlich Paraguay? Und lohnt sich das? Das sind doch mal zwei Fragen, die man sich stellen könnte, wenn einem jemand Land dort anbietet und hohe Renditen verspricht.  So geschehen durch zwei Kalletaler, die 20.000 Landsleuten mit Migrationshintergrund das Blaue vom südamerikanischen Himmel versprochen haben. 60 Millionen Euro sollen so geflossen sein, irgendwo ins Nirwana. Der alte Kostolany kommt zu neuen Ehren – „das Geld ist nicht weg, es ist nur woanders“. Und: Migrationshintergrund ist ja ganz schön, aber manchmal würde einfach nur Hintergrund auch schon Übleres vermeiden.   

 

Mein Gott, Walther, wer macht bei der Polizei den Lagerverwalter? Den Ordnungshütern in Detmold ist tatsächlich eine Schusswaffe abhanden gekommen. Das hat man bei einer Routinekontrolle Ende vergangenen Jahres festgestellt und doch jetzt schon darüber geredet. Es sei denkbar, dass die Waffe bei der diesjährigen Inventur wieder auftaucht, so die Behörde. Muss vielleicht mal einer mit dem groben Besen durchgehen, damit Ordnung auch wieder gehütet wird…

 

Zu hüten wäre auch das bedrohte Leben von Passanten auf der Panzerringstraße in Augustdorf. Die nämlich sind in Gefahr, wenn sich – wie vergangene Woche – durchgeknallte Autofahrer dort duellieren. Behüten kann man die einen, zu retten sind die anderen wohl nicht wirklich – es sei denn, man macht sie zu Radfahrern.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 6. November 2011

Etwas mehr als 12.000 Menschen waren in Lippe im vergangenen Monat arbeitslos – wieder ein paar weniger als noch im September. Eigentlich Grund genug, mal freudig in die Hände zu klatschen. Aber der Chef der Detmolder Agentur für Arbeit hat schon das nächste Negativ-Thema im Blick. Die Fachkräfte gehen aus: Unternehmen sollten vermehrt auf ältere Arbeitslose, Alleinerziehende und Menschen von weiter her setzen, sagt Heiz Thiele. Jammern ist bei der Agentur höchster Ausdruck von Fürsorge.

 

Nen kräftigen Schlag schräg muss ein 32jähriger BMW-Fahrer in Bad Salzuflen gehabt haben. Den Bußgeldbescheid wegen 60 Stundenkilometern zu viel noch im Hinterkopf, drückte der Mann noch stärker auf die Tube: Mit fast 100 Stundenkilometern zuviel wurde er erwischt. 600 Euro und drei Monate Fahrverbot sind die Folge. Bei Wahnsinnigen dieser Art könnte man sich auch vorstellen, dass das Auto, gefüllt mit Flüssigbeton, eine eher angemessene Strafe sein kann.

 

Aber auch auf der Ordnungshüter-Seite scheint es bunt zuzugehen. Ein suspendierter Polizist macht die Endabrechnung mit seinem bisherigen Arbeitgeber über ein von ihm geschriebenes Buch. Der Geschasste beschreibt einen Eklat, der sich zur Staatskrise auswachsen könnte. Ex-Kollegen hätten sich gerne von einem Lemgoer Fast food-Restaurant für tutti  satt machen lassen. Unglaublich, das. Fragt man sich, wie Polizei geeignet der Buchautor war, wenn er den Kollegen sogar das Bütterchen das kostenlose,  neidet?

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 30. Oktober 2011

Lippische Spitzen, 30. Oktober 2011

 

 

Manche Städte bestechen ja dadurch, dass sie einfach einladend wirken. Anderen wiederum steht genau das Gegenteil gut zu Gesicht. Nehmen Sie das Beispiel Bad Zwischenahn – eigentlich ein schöner, touristisch geprägter Ort. Dann kam die Detmolder Stührenberg Holding und mischte unter anderem die Gastronomie richtig auf – mit Käufen, nicht fließenden Kaufpreisen, Staatsanwaltschaft, Insolvenzen und so weiter. Nun werden die Detmolder leiser, deuten den geordneten Rückzug an – und der Bad Zwischenahner Bürgermeister hofft auf einen kompletten Rückzug – aus Überzeugung ausladend.

 

Ein Rückzug, der weniger Spaß macht, ist der der Bundeswehr am Standort Augustdorf. Von 4.000 Dienstposten werden im Rahmen der Bundeswehrreform nur 2.500 übrig bleiben. „Gott sei Dank“, sagen die einen, die befürchteten, dass der Standort komplett dicht gemacht wird. „Enttäuschend“ sagen die anderen, die ohne Veränderung kalkuliert hatten. Weniger ist mitunter mehr – auch mehr an Herausforderung für Augustdorfs Zukunftsplaner.

 

Der Zensus kommt in Oerlinghausen auf den Hund: Die nämlich sollen gezählt werden, um der Steuerehrlichkeit der Besitzer auf die Spur zu kommen. Man vermutet manchen schwarzen Hund – und manchen Bürger als schwarzes Scharf.

 

Innerhalb von sechs Monaten hat sich die Zahl der Einwohner Lippes um 1.200 reduziert. Das Schrumpfen nennt sich demografische Entwicklung – und da ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange in Sicht. Über Demografie geredet haben schon Hans und Franz – doch die Akteure, die aus der Herausforderung was machen, sind noch rar. Und sie werden natürlich rarer, siehe Demografie…

 

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 09. Oktober 2011

Mensch, Hankemeier, das ist ja mal n politischer Zug, von dem andere lernen können. Der stellvertretende Bürgermeister Kalletals Jens Hankemeier hat seinen sofortigen Rücktritt vom Amt erklärt, weil es eventuell 2009 einen Fehler gegeben hat, in dessen Folge auch die Wahl des Stellvertreters nicht astrein ist. Wenn jetzt mal alle im Kalletaler Rat zurücktreten würden, bei denen etwas vielleicht nicht ganz rund gelaufen war – wäre das dann aktive Friedens-Politik? Würde man den Politzirkus, der seit 30. August 2009 läuft, so beenden können und einfach mal neu wählen? Jedenfalls könnten die Volksvertreter dann vielleicht endlich mal wieder genau das tun.

Aber was sind schon zwei Jahre gegen die Vergangenheitsbewältigung, die die Grünen in Lage fordern. Sie wollen tatsächlich, dass die Stadt Lage einem gewissen Herrn Hitler noch einmal formell die Ehrenbürgerwürde aberkennt. Manch einer ist schon bei zweifelhaft geneigten Kreisen zu bedenklichen Ehren gekommen, nur weil man sich öffentlich noch einmal mit ihm beschäftigte. So gesehen ist Nichtbeachtung gelegentlich doch die beste Form der Kommunikation.

Auch ein Nicht-Thema ist die so genannte Brötchentaste an Bad Salzufler Parkautomaten, die kurzes Parken ohne Gebühr erlaubt. Die Stadt wollte das Ding abschaffen, die Werbegemeinschaft ist dagegen. Und: Wir rufen nicht zum zivilen Ungehorsam auf, regen aber mal die Gedanken an: Ein nicht gezogenes, aber vorgeschriebenes Parkticket kostet 5 Euro – wenn man Sie erwischt. Ein überzogener Parkschein geht in der Regel bei 5 Euro los, kann sich aber auch auf 25 Euro läppern. Nicht umsonst heißt das elfte Gebot: Du sollst Dich nicht erwischen lassen. Und wir sagen: Augen auf beim Brötchenkauf.

Lippische Spitzen, 18. September 2011

Man muss nicht alles verstehen, was öffentliche Verwaltung so auf den Weg bringt. Stellen Sie sich vor, Sie kaufen in einem Supermarkt ein und bezahlen. Danach wird die Kassiererin überfallen. Einen Tag später kommt der Marktleiter bei Ihnen vorbei und verlangt von Ihnen die nochmalige Bezahlung, weil er ja das Geld nicht gesehen hat. Komisch, was? So versucht es die Bezirksregierung mit Spediteuren. Deren gezahlte Gebühren wurden von Ex-Beamten veruntreut. Die Regierung verlangt jetzt die Gebühren noch einmal. Eine Geschichte nicht aus Absurdistan sondern mitten in Deutschland…

 

Die lippische FDP-Frau Gudrun Kopp sorgt sich um Anschluss. Sie will eine direkte Zugverbindung von Detmold nach Kassel. Verständlich – und doch ein hehres Ziel, wo doch gerade ihr Parteivorsitzender die sichere Fahrkarte der Bundestagsabgeordneten über Bielefeld nach Berlin im Rahmen der Eurorettungsdiskussionen verzockt. Oder auch nicht – bei der Sonntagsfrage landet die FDP diese Woche bei sagenhaften 5 Prozent. Aber im Fall eines wiederkehrenden freien Falles: Was will Frau Kopp ausgerechnet in Kassel?

 

Demut ist die Sache von Rolf Demuth nicht: Der mittlerweile verurteilte Gründer der Schieder Möbel-Gruppe wollte in dieser Woche einfahren – und zwar in die JVA Bielefeld-Senne und da in den offenen Vollzug. Der 72jährige setzt aber gleich auf Sonderbehandlung. Er will als Berater für eine lippische Möbelhandelsgruppe arbeiten. Das Netzwerk in Form von Kontakten hat er – es stößt auf das Netzwerk in Form von Maschendraht im Vollzug.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.  

 

Lippische Spitzen, 11. September 2011

In manchen Fällen sollte man Kinder vor ihren Eltern schützen, Beispiel Detmold: Da fuhr eine Frau ihre 10jährige Tochter zur Schule – ohne geeignete Kindersitzvorrichtung. Daraufhin schaute die Polizei noch mal etwas genauer hin und sah, dass sie nichts sah: Einen Führerschein besitzt die Fahrerin nämlich schon seit fünf Jahren nicht mehr. Trantüte statt Schultüte.

 

Über 100 Plakate hatte die Junge Union in Kalletal und Extertal aufgehängt, um auf den Schulbeginn hinzuweisen. Einige davon wurden zerstört. „Ehrenamtliches Engagement wurde offenbar mit Füßen getreten“, beschwert sich der Vorsitzende der Jungen Union. Vielleicht traten die Übeltäter gar nicht so sehr den Schulbeginn oder das Engagement. Es könnte auch sein, dass man nicht mochte, dass die Junge Union sich optisch überdeutlich als Kümmerer ins Sichtfeld des Betrachters brachte. Aber darüber hätte man auch reden statt treten können.

 

Den Coup der Woche und vermutlich auch des Jahres präsentierte die Sparkasse Detmold. Sie will zum Ende des Jahres mit der Sparkasse Paderborn fusionieren und liefert damit eine überzeugende Antwort auf schrumpfende Einwohnerzahlen und auf Fragen nach einer gesicherten Zukunft. Vielleicht gehen Kleinstaaterei und Kirchturmdenken nun auch an anderen Ecken zu Ende: Anstelle von „Wir sind das L in OWL“ reicht die Erkenntnis „Wir sind OWL“, damit noch stärker zusammenwächst, was zusammen gehört.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.    

Lippische Spitzen, 4. September 2011

 

Wir haben viel über Fußball geredet in dieser Woche, über ein ungleiches Duell. Dabei konnte die Begegnung TSV Horn gg. Borussia Dortmund gleicher gar nicht ausfallen. Von dem Event konnten sogar Politiker lernen – zum Beispiel, dass der ewig gleiche politische Klangteppich zum Thema Integration eine Gebetsmühle ist, die die Welt nicht braucht. die Dortmunder, die Horner Türken und ein fantastisches Publikum haben Integration abgeliefert, wie sie besser nicht sein kann. wir lernen: Einfach machen.

 

Nicht jeder Stromausfall schafft den Weg in die Medien. Zum Beispiel der nicht, der vor einer Woche passierte und über den der Versorger zwei Tage später informierte: Betroffen waren der nördliche Bereich von Lockhausen sowie große Teile von Ahmsen, ließ man uns da wissen. Nichts für ungut, aber da hatte Irene und der fehlende Strom für Hunderttausende doch den höheren Gesprächswert.

 

Der Kreis Lippe ist ganz doll stolz auf sein Straßenprojekt, mit dem die Kosten für Instandhaltung planbar werden und der Zustand der Kreisstraßen eine gute Qualität bekommt. Die IHK hingegen moppert über den Zustand von Landes- und Bundesstraßen. Die seien in Lippe eine Zumutung – und das, wo alle Güter ihren Weg nach Lippe über die Straße finden. Heißt etwas doch vom Kreis lernen Straßen bauen lernen?

 

Die Deutsche Presseagentur hat mal geschätzt: Beim TBV Lemgo kommt sie auf einen Jahresetat, der um 700.000 Euro geringer ausfallen soll als bisher. Beim Gesamtvolumen von 4,5 Millionen Euro ein ziemlicher Knaller. Der Verein würde sich, wenn er könnte, sicher schönere Geschenke zum 100jährigen machen wollen. Aber Bescheidenheit erdet ja auch… und das tut dem Heimat-Verein sicher gut.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 21. August 2011

 

Bei Arminia Bielefeld geht’s weiter zu wie im Tollhaus. ein Begriff, der eigentlich von Dollhaus, also Puppenhaus kommt, womit ich beim Schnitz…, also: beim Thema wäre: In so einem Puppenhaus hat der bisherige Geschäftsführer erst die Puppen tanzen und dann schlechten Zügen freien Lauf gelassen. Spucken, schlagen, Zeche prellen – das ganze wurde nun quittiert mit einem Strafbefehl und einem weiteren Lauf, nämlich dem Laufpass. Schafft Arminia es, das Niveau wieder oberhalb der Grasnabe anzusetzen? Oder geht’s weiter unterhalb jeder Liga?

 

Die Lemgoer Sozialdemokraten wollen dem NRW-Umweltminister auf die Füße steigen. Die aus Düsseldorf diktierte Satzung zur Dichtheitsprüfung wollen sie nicht akzeptieren. Nach der Sommerpause will die SPD im Lemgoer Rat Änderungsanträge durchdrücken. Warum ist dieses Thema eigentlich immer noch am Markt? Weil in den Elfenbeintürmen der Politik nicht sauber gearbeitet wird? Wer hat eigentlich die Dichtheitsprüfung am dringendsten nötig? Wirklich die Kanäle?

 

Der Lipper an sich füllt aus, was ihm vorgehalten wird: Die Zensus-Fragebögen wurden weitestgehend beantwortet. 10.000 Erhebungen waren unterwegs, nur 340 Mahnungen mussten verschickt werden. 36 Angeschriebene outeten sich als aktive Verweigerer. Der Widerstand ist auch nicht mehr das, was er früher war.

 

Im Moment tickt die lippische Seele sowieso eher nach dem Motto „Sonnenland statt Widerstand“. Vor dem verregneten Sommer nehmen viele Reißaus. Last-Minute-Angebote gehen weg, wie die allseits bekannten Semmeln, die warmen. Neben der Türkei und den Kanaren ist Griechenland gefragt. Man hilft halt, wo man kann.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.  

Lippische Spitzen, 14. August 2011

„Alarm für Cobra 11“ kann auch nicht viel spannender sein: In Lage hat ein 74jähriger Detmolder zunächst die Absperrung einer Unfallstelle überfahren, dann kurz vor einem Polizisten angehalten, um dann wieder Gas zu geben und den Ordnungshüter auf’s Blech zu nehmen. 10 Meter nahm der Fahrer den Polizisten mit – worauf der Polizist sich revanchierte und auch was mitnahm: den Führerschein des Teufelsfahrers.

 

In Lemgo „gärtnerte“ eine Zeitung beim TBV. Heraus kam der Bericht über den Verdacht der Steuerhinterziehung. Dabei geht es um privat genutzte VIP-Karten, die als Betriebsausgaben abgesetzt worden sein sollen. Die Geschichte, dass diese Heimsuchung nahezu jedem verein und folglich einer Reihe von Unternehmen passiert – sie wäre wirklich eine gewesen. Und die Forderung, dass das deutsche Steuerrecht die Sache mal unkompliziert und unumgänglich zu versteuern macht, die wäre wirklich was ganz Großes.

 

Die Stadt Bielefeld hat nach umfangreichen Bauarbeiten ihre Gelddruckmaschine wieder angeworfen. Das Ding auf der A2 am Bielefelder Berg macht bundesweit von sich reden. Seit Dezember 2008 hat der Blitzer 21 Millionen Euro umgesetzt. Und gerade jetzt, wo die Börse wieder Schlingerkurs fährt, fragen wir uns: Kann man sich an den Investitionen für solche Geräte beteiligen?

 

Nen echten Schnitzer hat Arminia Bielefeld-Geschäftsführer Ralf Schnitzmeier hingelegt: Vor Monaten hatte sich der Mann in einem Augsburger Nachtlokal um die Zeche gedrückt und bei einem Handgemenge mitgemischt, nun kam der Strafbefehl. Was ist eigentlich mittlerweile unwichtiger? Herr Schnitzmeier, was der Mann in seiner Freizeit so treibt – oder Arminia Bielefeld?

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.   

Lippische Spitzen, 7. August 2011

Was die Polizei einkassiert, gehört weder ihr noch einzelnen Beamten. Eigentlich logisch – aber ein Bielefelder Polizist musste diese Lektion erst lernen. Die Nachhilfe gab’s vor Gericht, weil der Ordnungshüter auch in der polizeilichen Asservatenkammer Ordnung geschaffen hatte und dabei einen Akkubohrer an die Seite räumte. Nun zahlt er 3.000 Euro Strafe für dieses Vergehen. Dafür hätte er einige Geräte kaufen und ganz dicke Bretter bohren können. Für diese Aufgabe könnte der Mann künftig viel Zeit haben.

 

Gar nicht schwer auf Draht ist die Landeseisenbahn Lippe. Ihr wurden mal wieder Teile der Oberleitung gestohlen. Die 84 Jahre alte E-Lok ist nun fast restauriert, da fehlt es an der Stromleitung. Und in Ermangelung von Geld steht man auf eben dieser nun nicht mehr vorhandenen. Miese Quittung für tolles Ehrenamt, finden wir.

 

So richtig dicht ist der Termin noch nicht, weil politisch und bei den Bürgern viel drum gestritten wird. Der Augustdorfer Bürgermeister aber spricht schon Klartext. Die leidigen Dichtheitsprüfungen haben bis Ende 2015 passiert zu sein, basta. Ob das bei den Bürgern gut ankommt? Die haben von dem leidigen Thema mehrheitlich längst den Kanal voll.

 

Wie bringt man sich als Politiker ins Gespräch? Mit Anträgen zu wichtigen Themen. Hat die Bunte Liste in Bad Salzuflen jetzt auch mal wieder versucht, war aber ein Eigentor. Die Bekämpfung der so genannten Herkulesstaude war längst schon in Arbeit, da beantragten die Bunten genau das. So kann man auch zum Gespräch werden, aber nicht ins rechte Licht kommen.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 24. Juli 2011

 

Eine Zeit lang war der Begriff „Schläfer“ tauglich, um der Nation Terrorangst einzuflößen. In diesem Fall aber zeugt er einfach von schlummernder Blödheit. Ein 38jähriger steuerte unter Aufgebot seines Restes Konzentrationsvermögen nächtens den McDrive in Detmold an und gab seine Bestellung auf. Dann drehte er die Sitzlehne nach hinten und duselte weg, noch bevor das Geschäft zum Abschluss kam. Stattdessen kam der Mann mit der Polizei ins Geschäft: Die Beamten nahmen dem Mann erst eine Blutprobe und dann auch den Führerschein ab. McDoof bekommt so seine wirkliche Bedeutung.

 

In Dörentrup werden acht von 19 Spielplätzen abgebaut, angeblich weil die demografische Entwicklung und die Ganztagsschulen sie überflüssig machen. Vielleicht macht’s auch die Gemeindekasse etwas flüssiger. Der Unterhalt von Spielplätzen ist nämlich nicht von Pappe – und wenn man das richtige Argument findet, ist Liquidation ja keine Schande.

 

Lemgo Marketing will sich nicht mehr um jeden Scheiß kümmern. Die Hundetoiletten in der Stadt werden wieder abmontiert, der anhaltende Vandalismus soll Schuld sein. So hat man zumindest die Auswirkungen im Griff, nicht aber die Ursache. Gut möglich, dass die sich nun neue Spielplätze für ihren Stumpfsinn sucht, siehe oben.

 

Der Spruch der Woche kommt aus dem Detmolder Haus Weidmüller: „Es fällt uns schwer, unsere Zufriedenheit zu verbergen“ hieß es da ob der guten Wachstumsraten. Wir empfehlen: Keinen Zwang antun, das gute Gefühl einfach raus lassen, dann haben alle was davon. Und: Etwas mehr Selbstbewusstsein tut der Wirtschaft und der Region durchaus gut. Champagner…

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 12. Juni 2011

Die Never ending-Story Schieder-Möbel bekommt ihr nächstes Kapitel: Nach Zeitungsberichten gibt es einen Kaufinteressenten für die insolventen Wohnmöbelwerke Schieder. Dass der polnischer Herkunft ist, geht vollkommen in Ordnung. Dass er allerdings schon mit der Kaufabsichtserklärung verkündet, 30 weitere Mitarbeiter müssten gehen und die Sanierung müsse härter angepackt werden – das geht schon in Richtung Treppenwitz. In guten Zeiten hatten die Schiederaner noch ihren polnischen Kollegen erklärt, wo der Hammer hängt.

 

Die Verbraucherzentrale in Detmold war im vergangenen Jahr 10.700 Mal schwer auf Draht. Musste sie auch, denn in besonders vielen Fällen ging’s um Ärgernisse rund um Internet und Handy. Miese Verträge vieler Anbieter, Kostenfallen und ungebetene Telefonwerbung waren die Dauerbrenner. Und so schlimm das ist, ist’s doch wie im richtigen Leben: einem tut’s immer gut.

 

Landwirtschaft tut den Konsumenten gut, weshalb die lippischen Landwirte eine Imagekampagne auflegen. Dabei geht’s unter dem Titel „Unsere Leistung ist Ihr Geld wert.“ um Sympathiewerbung. Was in der Regel ja auch stimmt – es könnte nur Zeiten, dass die Kampagne in Zeiten von EHEC und Geflügelgrippe zur Gurkennummer verkommt.

 

Busunternehmen in Lippe kassieren Zuschüsse für die Schülerbeförderung. Im Moment lässt das Geld auf sich warten, weil die bisherige Auszahlungspraxis EU-Recht widerspricht. Und nun schmiedet man noch an der Satzung, die die Auszahlungen für die Zukunft regelt – und wird nicht fertig damit. War da nicht mal was in Sachen „Modellregion Bürokratieabbau OWL“? Ham wa gelacht.

 

Neue Woche, neue Themen – ich bin mal weg.

Lippische Spitzen, 5. Juni 2011

Das Runde schafft nicht immer was Eckiges. Das lernen wir in Blomberg, weil es genau darum geht: Wo lernen Grundschüler eigentlich künftig in Blomberg? Ein beratender Runder Tisch konnte es nicht richten und fand keine Entscheidungshilfe. Nun muss die Politik wieder ran an die missliebige Entscheidung. Gelernt werden muss von den Bürgern noch: Was auch entschieden wird, irgendwem tut’s in der Grundschulfrage immer weh.

 

Die Freien Wähler im Detmolder Rat machen Wind – und den würden sie gerne nutzen: Die Fraktion lässt einen Antrag auf eine Vorrangfläche für Windräder prüfen. Dabei hätte sie gern den Schulterschluss zwischen zwei Kommunen. Das macht die Fläche größer und vermeidet Windräder an allen Ecken und Enden. Die aktuelle bundespolitische Windrichtung haben die Freien Wähler jedenfalls schon mal richtig genutzt.

 

Die Vorzeige-Schuldigen sind längst abgefrühstückt: Im Schieder-Skandal arbeitet sich die Justiz nun in die Niederungen vor. Zwei ehemalige Schieder-Mitarbeiter wurden nun zu Bewährungsstrafen wegen Beihilfe zu Kreditbetrug bzw. Bilanzmanipulation verknackt. Das Gericht begründete, die Mitarbeiter hätten auf Anweisung gehandelt. Mitläufer bis zuletzt quasi.

 

„Es war der Bär los.“ So kommentierte die lippische Polizei die Einsatzlage am Vatertag. Sie hätten auch sagen können: „Das Tier im Mann wurde mal wieder wach“ oder „Der Mensch stammt unzweifelhaft vom Affen ab“. Jedenfalls: Die Saufgelage, Pöbeleien und Schlägereien der vermeintlichen Väter wären eine ernüchternde Gelegenheit gewesen, die Herren mal auf Elternführerschein-Tauglichkeit zu prüfen.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.  

Lippische Spitzen, 29. Mai 2011

In Bad Salzuflen versucht man es nun mal mit Schlichtheit: Drei Parkhäuser sollen umbenannt werden. Aus Am Herforder Tor, Sophienstraße und Ostertor werden Altstadt, Kurpark und Zentrum. Und was geben Sie in Ihr Navi ein, wenn Sie die Parkhäuser finden wollen? Am Herforder Tor, Sophienstraße und Ostertor. Manchmal ist präzise eben auch einfacher.

 

Auf der Suche nach dem EHEC-Keim sind wir und auch er nun an spanischen Gurken hängen geblieben. In Oerlinghausen half aber auch diese Erkenntnis nichts. Eine Gruppe von Kindern aus der Nähe von Hamm musste nachfühlen, dass es ja auch noch den Noro-Virus gibt. Schön ist beides nicht – und irgendwie ziemlich für’n…

 

Vollkommen vergurkt wird auch die nächste Ernte sein. Darauf weist der Lippische Landwirtschaftliche Hauptverein hin. Die Trockenheit bringt ein Viertel weniger von den Äckern ein. Da ist die Freude über den Frühling der ein Sommer war, begrenzt. Die „Costa del Lippe“ wird sich nicht so leicht vermarkten lassen, wie Grünkohl, Steckrüben, Getreide und Kartoffeln lippischer Herkunft.

 

Die Bundespolizei legt sich selbst an die Kette: Drei Millionen Euro muss sie in OWL einsparen. Telefonkosten, Papierverbräuche und die Kilometerleistung der Dienstwagen kommen auf den Prüfstand. Und der gemeine Schutzbedürftige kommt auf den Hund. Ist vielleicht auch besser, wenn die Bundespolizei künftig nicht mehr darf wie sie müsste, weil es kostet, was es kostet.

 

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 8. Mai 2011

Der Dauerbrenner unter den heimischen Wirtschaftsmeldungen: Die Möbelfabrik in Schieder, die immer mal wieder mit einem anderen Namen arbeitet und im Moment Wohnmöbelwerke Schieder heißt, hat Forderungen an ihre Mitarbeiter: Sonderzulagen müssten weg, einige Urlaubstage auch. Der Betriebsrat sagte, wenn es hülfe das Unternehmen zu retten, sei die Belegschaft wahrscheinlich zu weiteren Anstrengungen bereit. Gibt es für im Höchstmaß Opfer bringende Mitarbeiter eigentlich einen Preis? In Schieder wären die richtigen Empfänger dazu.

 

Hola – aus Detmold kommt ein echter Anti-Bürokratie-Vorstoß. Die CDU-Fraktion im Rat möchte die Baumschutzsatzung für zwei Jahre aussetzen. Die Bürger hätten genügend Eigenverantwortung gegenüber ihrem Eigentum heißt es zur Begründung. Der Antrag ist ein zartes Pflänzchen. Und er ist ein Vorstoß, behördliche Dinge über Bord zu werfen, die niemand wirklich braucht. Da wünschen wir viel Mut für weitere Vorstöße in dieser Richtung.

 

Regierungspolitiker galoppierten mal wieder ins verbale Nirwana, als der Tod Osama bin Ladens zu bewerten war. Die Kanzlerin freute sich, der Außenminister begrüßte den Tod. Wir packten uns kollektiv an den kopf, fragten beim Lippischen Landessuperintendenten Dr. Martin Dutzmann nach und freuten uns, gesunden Menschenverstand gefunden zu haben: „Töten als gute Tat ist moralisch schwierig“, konstatierte der.  Eine Zeitung brachte es nüchtern auf den Punkt ohne sich zu verfransen. Die Headline: „Laden-Schluss“.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

 

Lippische Spitzen, 1. Mai 2011

Wenn Kalletal immer noch nicht zur Ruhe, zur politischen kommt, dann liegt das eben an dieser: Der Politik. Die SPD im Kreis macht das Fass „Mensacontainer“ noch einmal auf. Es sehe danach aus, dass der Landrat einen Schwarzbau mit später erteilter Baugenehmigung nachträglich legitimiert habe. Die Sozis werten das als Wahlkampfhilfe für Bürgermeister Andreas Karger. Wir vermuten: Den Kalletalern ist es langsam egal, wer da warum Bürgermeister ist – das Ur-Vertrauen in die Politik scheint eh dahin.

 

Wenn nichts anderes hilft. müssen Schilder her. Die Stadt Detmold gönnt sich 250 neue, um Parkplätze rund ums Klinikum auch tatsächlich den Anwohnern vorzubehalten. Bisher wurden die von Klinikum-Mitarbeitern zugeparkt. 40.000 Euro kostet die Schilderaktion. Zur Refinanzierung braucht’s da wohl einige Knöllchen.

 

Die Behörden setzen die so genannten Raucherclubs in Lippe unter Dampf: Nach einen OVG-Urteil gibt es nun Klarheit: Raucherclubs dürfen nicht sein, nur um so den Nichtraucherschutz zu umgehen. Könnte gut sein, dass die Ordnungsämter den Quarzbuden schon bald ne dicke Zigarre verpassen.

 

Immer mehr Lipper gehen gleich zweimal auf Schicht: 9.600 Menschen im Kreis haben zusätzlich zu ihrem Beruf einen Nebenjob. Das sind 50 Prozent mehr als noch vor sieben Jahren. Irgendwie ja ein statistisches Kunststück: Die Arbeitslosigkeit sinkt, die Doppelbeschäftigung steigt – und so liegt die Vermutung nah, dass längst nicht mehr wie früher im Hauptjob verdient wird. Und am Ende ist die Arbeit gar nicht so viel mehr, sondern nur viel billiger geworden.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.  

Lippische Spitzen, 24. April 2011

Diese Woche stand ganz im Zeichen der Damen.

Den Anfang macht die sechsjährige Diva. Die hat den Kreis mit einem kleinen Ausflug arg in Aufruhr gehalten. Diva ist allerdings kein kleines reisefreudiges Mädchen, sondern ein Weißkopfseeadlerweibchen, das zur Adlerwarte in Berlebeck gehört. Bei einer Flugshow beschloss das Tier, den Luftraum mal etwas weiträumiger zu nutzen. Eine Krähe hackt der anderen zwar kein Auge aus, nimmt es aber wohl mit nem Adler auf. Mit dieser Erkenntnis ging’s zurück in Abrahams Schoß – oder besser: unter Pflegers Schutz.

 

Da war die Zahnärztin gebügelt – und nicht die Falten: Die Dame hatte sich mit dem Spritzen von Botox ein weiteres wirtschaftliches Standbein geschaffen, das ihr nun das Verwaltungsgericht Münster stellte. Alles, was weiter vom Mund entfernt sei als die Lippen,  gehöre eindeutig in die Zuständigkeit von Heilpraktikern und Allgemeinmedizinern, nicht aber in die einer Zahnärztin, urteilte der Richter. Man stelle sich mal vor: ein Busfahrer flöge nebenbei noch Passagier-Flugzeuge. Schuster, bleib besser bei deinen Leisten – im Zweifel bei den Kauleisten.

 

Keine Lust mehr auf ihre Führungsposition hat die FDP-Politikerin Gudrun Kopp aus Lage. Die Liberale war 16 Jahre lang Bezirksvorsitzende ihrer Partei in Ostwestfalen-Lippe. Weil die FDP aber gerade ziemlich die Westerwelle wegen eben diesem macht, wirft Guido-Freundin Kopp die Flinte ins Korn. Ihr Bundestagsmandat behält sie aber – zumindest bis zur nächsten Wahl. Die FDP liegt in der Sonntagsfrage gerade bei geschichtsträchtigen 3 Prozent.

 

Neue Woche neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 17. April 2011

Und da war sie wieder, die Unterscheidung von Recht und Gerechtigkeit: Schieder-Möbel-Gründer Rolf Demuth hat das Recht zu spüren bekommen, auch und gerade wenn es nicht auf seiner Seite war: Für dreieinhalb Jahre muss der Mann wegen Bilanzmanipulationen hinter Gitter. Er gehöre nicht zu einer Bande von Schurken sondern zu denen, die versucht hätten, ihr Unternehmen zu retten, so der Vorsitzende Richter sinngemäß. Das mag Recht sein, in den Augen der  arg gequälten Ex-Mitarbeiter sind aber Urteil und Begründung wohl wenig gerecht.

 

Landrat Friedel Heuwinkel ist in das Kuratorium des Nationalen Zentrums für Bürokratiekostenabbau berufen worden, teilte seine Pressestelle mit. Und jetzt kommt’s – Achtung: Guttenberg, quatsch: Zitat: „Das ehrenamtliche Gremium besteht aus hochkarätigen Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung und berät unter dem Vorsitz von Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen, der aus aktuellen Termingründen die Sitzung nicht leiten konnte, die NZBA in Fragen des Bürokratieabbaus.“ Zitat Ende. Dieses Zitat bestand aus einem Satz und der aus 37 Wörtern. Anlass genug, Herr Landrat, Ihrer Bürokratieabbautruppe noch eine Untergruppe „Lindwurmsatz-Abbau“ zu gönnen. Wir könnten dann über viel mehr reden – und um vieles kürzer. 

 

Abbauen kann man auch Polizisten die Mitglieder ihres eigenen Berufsstands beschnüffeln: Einige Polizisten und Justizangestellte wurden auf Gehaltspfändungen hin überprüft – ohne deren Wissen. „Reine Fürsorge“, sagt die Polizei. Man wolle nicht, dass Beamte erpressbar werden. Und wir wollen nicht, dass Datenschutz da nichts mehr wert ist, wo es wirklich darauf ankommt.

 

Neue Woche, neue Themen – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 10. April 2011

Alles hat seine Grenzen: Die Nutzung von Atomenergie beispielsweise, aber auch die Nutzung von regenerativer Energie. Im beschaulichen Horn-Bad Meinberger Ortsteil Veldrom wollte ein Investor eine Windkraftanlage mit einem Rotordurchmesser von 100 Metern installieren. Zu viel des Guten sagt die Stadt – und meint damit auch die 180 m Höhe der Anlage. Aber die gute Absicht passt in die Zeit – und deshalb will die Stadt mit dem Investor über eine andere Lösung diskutieren – immerhin.

 

Liebe macht blind. Weshalb man auch mitunter schon mal eine Brille im Park findet… Eine Bad Salzuflerin hat ihren Ex-Liebhaber als Stalker angezeigt, um zu verhindern, dass ihr Ehemann von der Affäre erfährt. Abenteuerlich – und so blind, dass wohl auch eine Sehhilfe eben das nicht tut: helfen.

 

Anke Peithmann lässt auf sich warten. Der Termin zum Amtsantritt der neuen Landesverbandsvorsteherin am 5. Mai lässt sich nicht halten, weil der Innenminister keine Zeit hat. Vielleicht ja ein gutes Omen, dass ein Mann dran Schuld trägt, dass wieder etwas nicht klappt. Frau jedenfalls wird die Ärmel richtig hochkrempeln, wenn man sie erst ins Amt gelassen hat. Die Zeit wäre reif dafür.

 

Eitelkeiten kosten Geld. Eine Erfahrung, die auch ein lippischer Angler gemacht hat. er muss 2.400 Euro Strafe zahlen, weil er Fische fing, um sie wieder frei zu lassen. Zwischenzeitlich posierten er und Fisch allerdings fürs Foto – was das Gesetz als Tierquälerei wertet. Und es erst so werten konnte, weil der Mann mit diesen Bilder in der Zeitung erschien, der tolle Hecht.

 

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.   

Lippische Spitzen, 3. April 2011

Böse Zungen behaupten, wenn Männer denken, dann funktioniert dieser Prozess vorzugsweise übers eigene Gemächt. Den Vorwurf kann man(n) verkraften. Viel schlimmer ist, dass die Woche in Lippe den Beweis antrat, dass es wohl genau so ist…

Fall 1 – der alberne Rechtsstreit um tief gefrorenes Pferdesperma. Da wirft ein Pferdezüchter einem Tierarzt vor, eben dieses noch in Verwahrung zu haben, aber nicht raus zu rücken. Beweise konnte der Züchter vor Gericht nicht liefern, weshalb das Gericht empfahl, sich außergerichtlich zu einigen. Ne tolle Hengstparade…

Fall 2 – der Durchgeknallte, der am Sonntagmorgen bei einer Frau in Lemgo klingelte, um sich in voller Pracht zu zeigen. Etwa 20 Jahre alt der Bengel, rotes Oberteil, graue Hose – und die eben ganz unten. Wenn Frühlingserwachen die Zellen an die Schädeldecke drückt…

Fall 3 – ein 48jähriger rückt dem 57jährigen Liebhaber seiner 17jährigen Tochter mit dem Messer zu Unterleibe und vollzieht, was man sich ernsthaft nicht vorstellen möchte. Vor Gericht gesteht der Mann, die Tochter spricht von Vergewaltigungen und der Liebhaber eiert (im Rahmen seiner Möglichkeiten) herum und murmelt irgendetwas von Liebe seines Lebens. Ob sie es war, wird das Landgericht Bielefeld herauszufinden versuchen – wenn sie es war, dann war’s das auch wohl…

und der Fall Nummer 4 – 8: Fünf ehemalige Soldaten, die Rekruten in Augustdorf misshandelt hatten. Vor Gericht kamen nun insgesamt 12.000 Euro Geldstrafe als Quittung dabei heraus. Die Details ersparen wir Ihnen, sexuelle Erniedrigungen waren aber auch dabei. Es waren wohl fünf ziemliche Hohlkörper, die das Image der Bundeswehr versauten. Und jetzt sind sie nicht nur hohl sondern auch keine Soldaten mehr…

Was ist eigentlich mit einer Nation los, in der sich die Geschehnisse einer Woche vorzugsweise unterhalb der Gürtellinie abspielen? Denken Sie mal drüber nach…

Neue Woche, Kopf hoch und genutzt – wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 20. März 2011

Jammern gehört zum Geschäft - erst bei der Stadt Lemgo, jetzt beim Freibadförderverein Kirchheide: Letzterer will versuchen, den Betrieb des Bades aufrecht zu erhalten, stößt aber an Grenzen. Der Beitrag der Stadtwerke reiche nicht, es fehlten noch 10.000 Euro, stöhnt der Vorsitzende. Neue Sponsoren müssten ran - die aber auch nicht zur Verfügung stehen wie melke Kühe. Erst gehen die Kosten baden, dann das Freibad. Und der bisherige Gast dann wohl woanders.

Die Anti-Atom-Bewegung hat in Detmold, Bad Salzuflen und Lemgo Mahnwachen abgehalten, um die Verbundenheit mit dem japanischen Volk auszudrücken. Die Atomdebatte ist neu entfacht - und nachher (also: nach der Katastrophe) haben es vorher (also: vor der Katastrophe) immer schon fast alle besser gewusst. Dabei ist es immer schon so einfach gewesen: Was wir tun ohne es zu beherrschen müssen wir lassen. Oder?! Hält sich nur niemand dran, weil der schnöde Mammon das stärkere Motiv ist.

Die Weserrenaissance bleibt, wo sie ist: auf Schloss Brake. Das Museum soll aber zukünftig als Teil des Lippischen Landesmuseums geführt werden, um Kosten zu sparen. Ein Umzug nach Detmold ist vom Tisch - und die Einsparpotenziale und die Meinung der Träger neben dem Landesverband Lippe sind noch nicht drauf. Klar ist also nur: Es muss sich was ändern - und das Museum hängt nach wie vor erstmal zwischen allen Stühlen.

Zwischen allen Stühlen lässt der TBV Lemgo auch gern seine Fans und die Presse hängen: hinter den Kulissen ist der neue Trainer längst ausgedealt, die Spatzen pfeifen, was zu pfeifen ist, längst von den Dächern. Das offizielle Statement aber ließ mal wieder auf sich warten. Dabei sind Fans und Presse ja gerne beim Verein, in guten wie in schlechten Tagen - man müsste sie nur lassen.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 13. März 2011

Alles auf null: In Blomberg wird man jetzt die Debatte um eine Grundschulschließung noch einmal neu beginnen. Die Stadt scheiterte mit ihrer Absicht, die Schule in Istrup dicht zu machen, am Verwaltungsgericht. Um die Schließung einer der Grundschulen werde man nicht herum kommen, betonte Bürgermeister Geise diese Woche. Bei der Entscheidungsfindung aber zeigt sich, dass die Unkultur des politischen Berlins nun auch in der Fläche Fuß fasst: „Zwei vor, einen zurück" ist da die Vorgehensweise.

Funktioniert so auch in Lemgo - und das nicht erst seit der Wall-Fahrt. Auch in Sachen Straßenbeleuchtung ging es erst nach vorne, in dem man die Laternen einfach zeitig abschaltete, um zu sparen. Nun taucht die CDU auf und sagt: Eins zurück. Sie will, dass die Beleuchtung nun nachts wieder länger leuchtet. Dafür soll sie morgens erst wieder später eingeschaltet werden. Was das hin und her an Programmierungskosten aufwirft, ist nicht bekannt. Bekannt aber ist, dass nicht jeder sich berufen fühlende Beleuchtungsexperte auch eine Leuchte ist.

An der geplanten A33-Trasse in Borgholzhauen hat ein Waldbesitzer den Nistbaum von Bechsteinfledermäusen gefällt. So weit, so endgültig. Nun sind alle Umweltverbände auf dem nicht mehr vorhandenen Baum - und auch der Staatsschutz war dran, weil er eine politisch motivierte Tat vermutete. Verharmlosung werfen die Umweltverbände nun der Bezirksregierung Detmold vor - nur weil die auf weitere Nistbäume verwiesen hatte. Es scheint wahrscheinlich, dass Umweltschützer weniger flexibel sind als Fledermäuse.

Oder man macht es wie die Augustdorfer: Gegen Wildtiere auf dem Waldfriedhof will man einfach den Zaun auf zwei Meter Höhe ziehen. So einfach kann das sein - nur für Fledermäuse bräuchte es noch etwas mehr Höhe.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 6. März 2011

Nu is aber auch gut mit Salamitaktik und der Feststellung, dass die Wurst zwei Enden hat, das dicke Ende aber immer zum Schluss kommt. KT ist weg. Vorher kam der Lemgoer Vergleichsmann und Nichtdoktor Andreas Kasper noch einmal zu zweifelhafter Popularität. Er musste in allen möglichen Medien als Beleg dafür herhalten, dass gleiche Vergehen durchaus unterschiedlich geahndet werden. Vielleicht gibt's ja nun nen Beratervertrag. Der Kasper könnte dem Gutti doch zeigen, wie man ganz still und leise daran arbeitet, wieder auf den rechten Weg zu kommen. Das wäre dann zwar keine Promotion aber doch ne gutte Promotion in eigener Sache.

Auch bei Getränken hat das Volk ein differenziertes Verhältnis zu den Flaschen. Der Trend zur PET-Flasche würde zugunsten der Glasflasche abebben, lässt uns der Bad Meinberger Sprudelhersteller wissen. Was einen doch wundert, denn das Gewicht einer Glasflasche ist ja nicht gerade von Pappe.

Strahlend schön läutete der Freitag das Wochenende ein. Zu gestern wurde dann - wie passend - von der Anti-Atom-Initiative Detmold zum Detmolder Spaziergang gegen Atomkraft eingeladen. Und in der kommenden Woche soll's dann die ganz große Sache in Form einer Menschenkette von Neckarwestheim bis Stuttgart werden. Welche Menge an Energie wohl dafür aufgewendet wird, um teilzunehmen? Stiller Protest auf dem heimischen Sofa wäre weniger verstrahlt.

Zack, war sie ist mal wieder einkassiert, die Wiederholungswahl von Kalletal. Und zack: war der bisherige Bürgermeister Andreas Karger auch wieder in Amt und Würden. Dabei ist das politische Spiel ums Amt nur noch un-würdig. Die, die vor Kurzem noch darüber diskutierten, ob der Mann sein Salär zurecht erhalten habe, wenn er doch eigentlich gar nicht rechtmäßig Bürgermeister war - genau die könnten jetzt mal darüber nachdenken, mit welchem Schmerzensgeld diese Psychotour für den ersten Bürger der Gemeinde richtig bedacht ist.

Schönes Wochenende, neue Woche, neue Themen - Sie wissen schon...

 

Lippische Spitzen, 13. Februar 2010

Das Sozialgericht Detmold bringt Dicke in Wallung: Fettleibigen Menschen muss die Krankenkasse eine Magen-OP nur in Extremfällen zahlen, urteilte das Gericht aktuell. Eine 40jährige wollte die OP einklagen, hat aber dem Gericht nicht nachweisen können, dass sie vorher alle Alternativen zum Abnehmen genutzt hatte. Dabei hatte das Reinfuttern doch auch ohne fremde Hilfe geklappt.

Raus aus der Kulisse und rauf auf die Bühne: Der frühere TBV-Geschäftsführer Fynn Holpert ist wieder zurück in seiner alten Rolle. In der nächsten Zeit teilt er sich die mit dem bisherigen Allein-Geschäftsführer Volker Zerbe. Die Entscheidung zur Doppelspitze wirft zunächst mal mehr Fragen auf als sie beantwortet. Wenn es dem Verein hilft - bitte sehr. Für die Botschaft, die aus dieser Entscheidung an Volker Zerbe geht, muss man allerdings kein Personalfachmann sein. Aber der Lange ist groß genug, um den Markt im Blick zu haben.

Chaosregion Kalletal: Erst wird ein Schulcontainer dicht gemacht, weil Treppe und Geländer fehlen. Dann bestellt die Gemeinde genau das ohne mit dem Förderverein darüber zu sprechen. und dann kommt der Landrat aus der Kulisse und sagt: alles unbedenklich, weder Treppe noch Geländer werden gebraucht. Und nun sind alle sauer, und die Kosten warten auf Übernahme. Kalletal noch einmal, es gilt schließlich einen zwar noch jungen aber schlechten Ruf zu verteidigen.

Aber auch der Schulzoff in Blomberg entwickelt sich zum Dauerbrenner: Das Verwaltungsgericht Minden versucht gerade der Stadt auf die Schliche zu kommen. Die muss nun die Begründung nachliefern, warum sie die Grundschule Istrup und nicht irgendeine andere schließen will. Gerichtsentscheidung vertagt, Stadtverwaltung zum Nachsitzen, und neuer Termin, wenn diese pädagogische Maßnahme geholfen hat.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 6. Februar 2011

In Horn-Bad Meinberg war der Verkehrsausschuss jetzt in des Wortes klarer Bedeutung beschäftigt. Nachdem drei Wohnmobile am Parkplatz Waldschlösschen abgefackelt waren, wollen die Politiker dem regen Treiben dort Einhalt gebieten. Die Damen des scheinbar gar nicht so leichten Gewerbes müssen sich mal wieder einen anderen Platz suchen, eine Höhenbeschränkung soll die Nutzung des Parkplatzes als Stellplatz unmöglich machen. Ob damit auch die Liegeplätze Geschichte sind?

Es war wohl eine Mogelpackung der anderen Art: Einem Schulleiter in Lippe wollte das Lehrerkollegium zum Abschied einen mp.3-Player schenken. Besprochen, gekauft - dass es sich bei dem bei Osnabrück gekauften Teil allerdings um einen Rückläufer handelte, war nicht zu erkennen. Auf dem zurückgegebenen Gerät war die Musik schon drauf - der Vor-Käufer hatte eindeutig Rechtsradikales verewigt. Wünschen wir uns, dass der Schmutz endlich zum Ausläufer wird.

Der Versuch des Bürgerbegehrens - in Blomberg-Istrup wurde er für unzulässig erklärt und in Bad Salzuflen-Werl-Aspe auch. Was nicht zuletzt die Frage aufwirft, ob dieses Rechtsinstrument für das sorgt, was das Wort eigentlich will: Bürger formulieren ein Begehren in der Hoffnung, dass Politik Bürger ernst nimmt. Doch Politik nimmt erst einmal die Vorschriften ernst und verweist Bürger in die Schranken. Die Vertretung von Bürgern sieht anders aus.

Willi Hennebrüder gilt es zu loben: Der Mann macht die Öffentlichkeitsarbeit für den B.U.N.D. Lemgo. Und weil sein Pressekonferenzgast erst noch beim Bürgermeister reinschauen soll, teilt uns dieser Herr Hennebrüder mit, dass es wohl fünf Minuten später werden könnte mit dem beginn des Gesprächs. Sehr präzise... Und als er dann auch noch ankündigte, dass es auch Apfelsaft aus Lemgoer Streuobstwiesen gebe, waren wir ganz hin und weg vor lauter Gesundheitsfürsorge und Disziplin.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 30. Januar 2011

Für manche Dinge braucht es keine Verfahren, keine Ausschüsse, keine Papierstapel: Bei der Überlegung, ob das Kurgastzentrum Bad Salzuflen, Baujahr 1983, Denkmalsstatus haben könnte, hätte auch der normale Menschenverstand gereicht. Die Bauten der 80er, die irgendwann einmal das Zeug zum Denkmal haben, sind sicher mit der Lupe zu suchen. Und Verstand eben manchmal auch.

Die lippischen Waldbauern sind auf dem Baum: Um ihre Haltung zum viel diskutierten Nationalpark zu dokumentieren, haben sie eine Unterschriftenaktion dagegen ins Leben gerufen. Da ist die Aktion nun und wohl klar, dass die eher konservativen Bauern eine eingefleischte Gemeinde sind - und sich der Streit nicht einfach an den Parteifarben festmachen lässt. Manchen Schwarzen ist nicht so recht grün, was die Roten wollen. Und ein paar Schwarze sind wieder so nah bei den Roten, dass sie fast als grün durchgehen könnten - Farbenlehrer durcheinander, Ende offen.

„Kalletal braucht einen politischen Neuanfang", sagt der frühere SPD-Bürgermeisterkandidat Uwe Busch. Weshalb er auf eine Kandidatur bei der angeordneten Wiederholungswahl verzichtet. Man will die unabhängige Kandidatin unterstützen. Dabei hatte Busch bei der verkorksten Kommunalwahl ganz dicht hinter dem CDU-Kandidaten gelegen. Nun verzichten die Sozis auf Chancen - und einmal mehr wird Sozialdemokratie zur Spezialdemokratie.

Weil Gerüchteküchen ihre eigene Dynamik haben, muss ein Detmolder Restaurantbetreiber derzeit die Zähne ganz schön zusammenbeißen. Auf der Straße erzählt man sich frisch und fröhlich, dass der Mann seinen Betrieb aufgeben würde, was schlicht falsch ist. Vom Gerüchtetransporteur zu jemandem, der was weiß, ist es manchmal nur eine Frage an der richtigen Stelle. Und wenn man nichts weiß, hilft ganz einfach: Klappe halten.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

 

Lippische Spitzen, 23. Januar 2010

Sind Männer zeitlos - oder haben sie irgendwann ihre beste Zeit einfach hinter sich? Zu der Frage kann kommen, wer die Ergebnisse einer Onlineumfrage mal genauer studiert. War Hermann im vergangenen Jahr noch auf Platz 14 der beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Deutschland, ist er mittlerweile aus der Top-15 rausgefallen. Man kann halt nicht immer Varusjahr feiern. Kirche allerdings, Kirche kann machen was sie will - besonders die katholische -, der Kölner Dom verteidigt seinen ersten Platz in der Hitliste der Sehenswürdigkeiten. Zeitlos.

„Wasser marsch" kann es bei der Bad Salzufler Feuerwehr künftig auch heißen, wenn die Hydranten verschneit, zugeparkt oder im Dunklen sind. Mit einem GPS-Terminal im Löschfahrzeug finden die Feuerwehrmänner Hydranten schon, bevor sie überhaupt am Einsatzort sind. Dass gelegentlich mal ein Feuerwehrmann am Brandherd ist, bevor der überhaupt gemeldet wurde, ist und bleibt allerdings eine ganz andere Geschichte.

Innerhalb von zwei Jahren ist OWL mit 7,3 Millionen Euro für die Breitbandversorgung gefördert worden. Trotzdem stehen in Lippe noch ganze Orte breit auf der Leitung. Nun will der Kreis eine Bedarfsabfrage starten um heraus zu finden, wo die Breitbandversorgung besonders dringend nötig ist. Kleiner Tipp, lieber Kreis: Macht diese Abfrage lieber nicht online - könnte sein, dass sich keiner meldet.

Ist eben so: Nur die Harten kommen in den Garten. Das gilt auch für Autos. Lippe verfügt da über ein dauerhaftes Veteranentreffen: Rund 500 Autos tragen immer noch das vor knapp 40 Jahren abgeschaffte LE-Kennzeichen für Lemgo. Und 8.000 Autos sind noch mit DT unterwegs, was 1991 durch LIP ersetzt wurde. Merke: So manche alte Nummer ist eben ein echter Renner.

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Lippische Spitzen, 16. Januar 2011

Demut ist Rolf Demuths Thema nicht. Dem Gründer des ehemaligen Schieder-Möbelkonzerns wurde jetzt in Aussicht gestellt, dass er bei Verurteilung nicht mit einer Bewährungsstrafe rechnen kann. Feiner Service bei Gericht: so kann der Angeklagte zumindest schon mal ein wenig Lebensplanung betreiben. Vor September nämlich wird kein Urteil in der Sache gefällt. Auf die Lebensplanung der von der Schieder-Pleite betroffenen Mitarbeiter hatte der Gründer damals weit weniger Rücksicht genommen.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Und so passt es wie die Faust auf's Auge, dass die Hochschule Ostwestfalen-Lippe just in dieser Woche ihr Institut für Lebensmitteltechnologie NRW eröffnete - die größte Ausbildungsstätte ihrer Art in Deutschland. Das Thema „Fleischtechnologie" steht in der neuen Einrichtung ganz oben - vielleicht hilft das, das auch in Dioxinfragen künftig weniger rumgeeiert wird.

Schicht am Schacht für Andreas Karger: Der Bürgermeister Kalletals konnte in seiner Funktion am Freitag die Tür des Rathauses vorläufig ein letztes Mal hinter sich zuziehen, weil das Innenministerium die Wiederholungswahl nun angeordnet hat. Ganz ohne Komik ist das nicht, weil eben eine geschlossene Tür den Aufhänger zu dem ganzen Wahl-Desaster geliefert hatte. Aber Tür zu kann auch wieder Tür auf heißen: Vollkommen schmerzfrei will Karger wieder kandidieren.

Detmolds Bürgermeister Rainer Heller hat dem Telekom-Vorstand geschrieben, um sich für die Zukunft des Detmolder Telekom-Standortes einzusetzen. Ein geplantes vorheriges Treffen von rund 30 Bürgermeistern mit Telekom-Chef René Obermann war nicht zustande gekommen. Gut, dass Heller nun geschrieben hat. Das zumindest werden alle die so sehen, die schon mal versucht haben, mit der Telekom zu telefonieren.

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Lippische Spitzen, 9. Januar 2011

Das Land NRW genehmigt manchen lippischen Städten einen ordentlichen Schluck aus der Pulle. Drauf steht „Kurortehilfe". In den Genuss von Zuweisungen kommen da Bad Salzuflen und Horn-Bad Meinberg, was erst einmal nicht weiter überrascht. Aber dass auch Detmold und Lage etwas abbekommen sollen, verwundert zunächst mal. Mit den Geldern will das Land Kurorte unterstützen - scheinbar hatten wir den Kureffekt von Zucker- und Behördenstädten bisher vollends unterschätzt.

Endlich mal wieder ein kleines Gesundheitsreförmchen: Am 1. Februar startet der reformierte ärztliche Notfalldienst. Landesweit wird es 67 zentrale Notfallpraxen geben, die außerhalb der normalen Praxisöffnungszeiten ran müssen. In Lippe gehören das Klinikum Lippe mit den Standorten Lemgo und Detmold dazu. Die Notfallnummer hat sich wohl jemand ausgedacht, der auch mal zum Arzt muss: 0180-5044100. Wenn neben der Nummer auch der Patient nicht zu kurz kommt - dann wäre ja alles gut.

Internettauschbörsen führen nicht nur zur Fröhlichkeit durch Austausch von Filmen oder Musiktiteln. Besonders fröhlich werden Rechtsanwälte, die sich auf das Einfordern von Schadensersatz spezialisiert haben, weil in den Tauschbörsen häufig geltendes Urheberrecht verletzt wird. Auch in Lippe kommen die anwaltlichen Denkzettel gleich stapelweise per Post. Eigentlich aignern sich die Fälle für die Verbraucherschutzministerin - aber wer hilft dann den Not leidenden Anwälten?

Die lippische FDP-Spitzenfrau Gudrun Kopp klopft der NRW-Ministerpräsidentin auf die Finger. Sie solle ein klares Nein zu Nationalparkplänen in der Senne aussprechen und sich so zum Bundeswehrstandort bekennen. Vielleicht sollte Frau Kopp mal in Berlin mit dem Verteidigungsminister sprechen. Der müsste wissen, wie viel Bundeswehr künftig überhaupt noch im Busch ist.

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Lippische Spitzen, 02. Januar 2011

Rücksicht und Umsicht ist in diesen Tagen von Autofahrern im Kreis Lippe gewünscht. Meist klappt das auch, aber manchmal wird das Gehirn bei der Parkplatzsuche abgeschaltet. So geschehen in Lemgo. Ein Bus hing lange Zeit fest, weil ein Autofahrer sein Mobil nicht in die verschneite Parklücke am Rampendahl stellen konnte. Was tun? Genau - einfach halb auf der Straße parken und dem Bus so den Weg abschneiden.

Nur mit BAM machts sicher Bumm. Alle Jahre wieder warnt die Detmolder Bezirksregierung vor Feuerwerkskörpern ohne die sogenannte BAM Kennzeichnung. Alle Jahre wieder kommen Menschen aber auch mit sicheren Knallkörpern auf komische Ideen. Eine gesprengte Ente, ein Hund der in Bielefeld, von einem Knaller erschreckt, in einen Stadtbahntunnel lief und und und.
Ich frage Sie - Brauchen wir diese Knaller und Knallköppe wirklich?

Ein Nationalpark schützt Naturlandschaften und keine Kulturlandschaften. Dies ist das neuste Argument gegen den Nationalpark Senne von Augustdorfs Bürgermeister Dr. Andreas Wulf. Das Gezanke geht in dieser Sache weiter und mich würde ein späteres Gerichtsverfahren um den Nationalpark nicht wundern. Befürworter und Gegner werden sich noch einige Argumente für und gegen den Park finden. Sicher scheint nur - die Senne ist einzigartig und schön, ob mit dem Siegel Nationalpark geschützt oder nicht.

Eine politisch kreative Idee haben wir noch. Statt in Vier-Bett-Zimmer sollten Kassenpatienten zukünftig in Zwei-Bett-Zimmern untergebracht werden. Die flotten 4er sollen abgeschafft werden, sagt die CDU. Wie soll dies aber funktionieren, in Zeiten knapper Kassen und einem dahinsiechenden Gesundheitssystem? Das Klinikum hält von der Idee nix. Teure Umbauten wären notwendig und außerdem gibt es nur noch wenige 4er. Drei-Bett-Zimmer seien die üblichen Standartzimmer.

Neue Woche - neues Jahr - neue Themen - Wir bleiben dran.

Lippische (Nadel-)Spitzen, 25. Dezember 2010

Weihnachten ist die Zeit der leisen und beschaulichen Töne - jedenfalls ist sie in Lemgo nicht die Zeit der Lautsprecher. Am Bahnhof dort läuft schon seit Anfang Dezember die Beschallungsanlage am Bahnsteig nicht mehr. Die Technikumstellung von analog auf digital sollte nach Siemens-Angaben „geräuschlos" erfolgen. Was ja mehr als gut geklappt hat - wie so vieles im Bahnumfeld. Aber zu den Eiligen Drei Königen soll's nun was werden - wobei „eilig" ja ein dehnbarer Begriff ist.

Schattige Plätzchen beim Landesverband sollen künftig verstärkt an Frauen vergeben werden: Ein neuer Frauenförderplan sieht vor, die Frauenquote um 4,5 Prozent zu erhöhen. Ob der Landesverband das gebacken bekommt, soll er nach Auslaufen des Planes 2013 berichten. Und der Landesverband stellt auch fest, dass er bisher keine Frauen in Führungspositionen hat, was sich auch ändern soll. Bei den verflossenen Männern an der Spitze konnte man sich zuletzt ja auch die Kugel geben.

Echt geschenkt ist das Nachrückermandat von CDU-Mann Cajus Caesar für den Deutschen Bundestag. Ein Parlamentarier macht den Weg dadurch frei, dass er sein Glück ab Februar in der Wirtschaft sucht. Hat der Kalletaler Caesar nun Stehaufmännchen-Qualitäten? Auf jeden Fall wird Caesar mal wieder Hauptstadt - und die Luft in den Bundestagsrängen ist ja derzeit auch nicht so dünn wie im heimischen, ehemals beschaulichen Kalletal.

Zum Schluss noch etwas Zucker in die Spitzen: Zehn Prozent weniger hat die Lagenser Zuckerfabrik davon in diesem Jahr hergestellt. Widriges Wetter und schlechtes Rübenwachstum hätten dazu geführt, sagt das Unternehmen. Die Konsequenz: Im kommenden Jahr will man zehn Prozent mehr Rüben anbauen lassen. Rübenmathematik, auf die man erst mal kommen muss.

Neue Woche, neue Spitzen - frohes Fest.

Lippische Spitzen, 19. Dezember 2010

Und noch einmal von vorn: Der Landesverband Lippe hat mal wieder entschieden, dass er mal wieder den Vorsteherposten beim Landesverband öffentlich ausschreiben will, dass er mal wieder ein Personalentwicklungsunternehmen bemühen will. Ende März soll die Glocke werden und der oder die Neue Name und Gesicht bekommen. Bis dahin wäre der Landesverband dann mit der Stellvertreter-Lösung klar gekommen. Was doch auch ein feines, Kosten sparendes Denkmodell für die weitere Zukunft sein könnte.

In der evangelisch-reformierten Gemeinde Berlebeck gibt es am kommenden Dienstag einen vorweihnachtlichen Gottesdienst für die Beschäftigten der Detmolder Markant Ostwestfalen GmbH. Im Gebet will man für einen ausgeglichenen Ausgang beim Ringen um die Arbeitsplätze bitten, lässt die Gewerkschaft ver.di wissen. Sind die Argumente so dünn, dass der liebe Gott als Tarifpartner ran muss? Oder trägt sich in der Vorweihnachtszeit ein klerikales Mäntelchen einfach gut?

Unser Dorf soll schöner werden. Oder zumindest die Patienten im Dorf: Dem vernehmen nach ist der Verkauf der lange leerstehenden Klinik am Kurpark in Bad Salzuflen jetzt über die Bühne gegangen. Zweieinhalb Millionen Euro soll der Deal gebracht haben, 20 Millionen Euro wird das Aufhübschen der Brache kosten. Das dort geplante internationale Zentrum für Schönheitschirurgie, Implantologie und Gedöns soll die Summe ganz schön wieder einspielen.

Lemgoer Politiker sind im Verkehrs- und Hauptausschuss auf eine brillante Idee gekommen: Sie wollen zehn Prozent aller Verkehrsschilder entfernen lassen. Klasse Idee, wenn auch ein alter Hut: Ein kleines, feines Lokalradio aus unserer Gegend hatte sich schon vor fast zwei Jahren genau dafür stark gemacht unter dem Motto: „Weniger Schild ist mehr." Liebe Politiker, den Claim könnt ihr auch haben: Geschenkt.

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 12. Dezember 2010

Auch bei der Wahl des Tierarztes kommt es darauf an, dass man auf das richtige Pferd setzt. Und umgekehrt sollte sich auch der Arzt genau ansehen, wer des Pferdes Halter ist. Sonst nämlich treffen sich beide als Streithähne vor dem Detmolder Landgericht wieder, wie dieser Tage in Detmold: 1997 hatte der Kläger den Tierarzt beauftragt, zwei seiner Stuten mit tief gefrorenem Sperma eines wertvollen Zuchthengstes zu befruchten. Heute, nur gerade mal 13 Jahre später beklagt der Pferdebesitzer, dass der Tierarzt noch 20 Röhrchen übrig behalten habe. 60.000 Euro Schadensersatz will der Kläger nun? Und wir fragen uns: alles frisch? Wäre eh besser...

Wir wussten es immer schon: wer gut dastehen will, lässt sich liften. In Lippe geht das seit dieser Woche wieder. Der Skilift in Extertal-Linderhofe hat wieder geöffnet. 30 Zentimeter Schnee gab's zu Beginn. Schöner geht's ja kaum - und mit dem Skilift ist Lippe in OWL ganz oben.

Einige Telekom-Mitarbeiter haben Anfang der Woche in Detmold gegen die Verlagerung ihrer Arbeitsplätze protestiert. Solidarisch erklärte sich Bürgermeister Rainer Heller, der früher selbst bei der Telekom schaffte. Quasi also Telekomiker unter sich. Und ich protestiere demnächst wegen der Verlegung meiner MediaBox. Als einziges hat der margentafarbene Riese nämlich scheinbar den Antrag dazu verlegt. Wer erklärt sich da solidarisch?

Es soll nicht sein: Eigentlich hätten die arg schrägen Verhältnisse im politischen Kalletal mit der gerichtlich verordneten Neuwahl wieder ins Lot gebracht werden können. Doch jetzt tritt die CDU wieder auf die Bremse: Sie legt Beschwerde ein. Weiter geht's also auf dem Verfahrensweg - und die Bürger stellen zunehmend fest, dass in Kalletal jeder Weg, der zu Kommunalpolitik führt, ziemlich verfahren ist.

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Lippische Spitzen, 5. Dezember 2010

Ab kommendem Jahr gibt es zwölf Tage mit freiem Eintritt in den LWL-Museen - also auch in Detmold und Lage. Das hat der Kulturausschuss des LWL so beschlossen. Und der kulturpolitische Sprecher der FDP, der Lipper Markus Schieck lieferte in eben diesem Ausschuss das Bonmot der Woche: „Kultur muss man sich leisten können, auch wenn man sich Kultur nicht leisten kann." Es ist noch viel einfacher, Herr Schieck: Kultur ist ein Gesellschaftsgut - und nur mit Kultur geht's Gesellschaft gut.

Nicht wenig link kommt die LINKE im Kreistag daher: Sie will die laufenden Vereinbarungen mit den Briten in der Senne fristlos kündigen lassen. So soll die Errichtung des Nationalparks vorangetrieben werden, argumentiert die Partei. Die Forderung könnte aber auch anders verstanden werden, frei nach dem Motto: „Willst Du nicht mein Bruder sein, schlag ich Dir den Schädel ein." Diplomatie geht anders, ein geordneter Rückzug auch - und ein Dankeschön für Jahrzehnte der friedlichen Koexistenz sowieso.

Der Lipper an sich hätte es gern auch mal n bisschen größer, besonders, wenn der Lipper an sich Friedel Heuwinkel heißt: Früher noch wollte der Landrat Kulturhauptstadt werden, jetzt soll es ein gemeinsames UN-Projekt mit dem Sultanat Oman sein. Dabei geht es um die GPS-Erlebnisregion im Teuto und den Geopark in Maskat - und eigentlich geht's hartnäckig um den Nationalpark in der Senne und drumherum. Von Landrat Heuwinkel zu Mohammad Al Friedel sind es jedenfalls nur 7,5 Flugstunden, die der Mann jetzt mit einer Delegation erflog. Und als Mohammad muss er auch nicht das Abendland untergehen sondern darf das Morgenland aufgehen sehen.

Landrat mit langem Atem ist der eine, ein anderer ist Bürgermeister mit kürzester Verweildauer: Der Kalletaler Andreas Karger ist ab Mitte kommender Woche arbeits- und einkommenslos. Die Neuwahl von Lüdenhausen bedeuten nämlich: Ganz Kalletal noch mal zur Wahl. Und mit Rechtskräftigkeit des Urteils ist der erste Mann erst mal raus. Seine Hoffnung stirbt scheinbar zuletzt: Karger will wieder antreten, was ein gewisses Maß an Schmerzfreiheit erkennen lässt. Und die braucht es in jedem Fall im rauen politischen Klima von Kalletal. Als sicher gilt, dass eine politische Tätigkeit dort auch nach der Neuwahl von der Vergnügungssteuer befreit ist.

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Lippische Spitzen, 21. November 2010

Die einen sagen so, die anderen sagen so: Die einen sagen, Holger Glandorfs Leistungen beim TBV Lemgo hätten die in ihn gesetzten Erwartungen nicht immer erfüllt. Die anderen sagen, der Mann passt mit seinem Spielergehalt nicht zu den künftig zu erwartenden finanziellen Verhältnissen bei den Lemgoern. Wie dem auch sei, „weg" ist wohl der Trendbegriff beim TBV: Weg sind die Zeiten der großen Erfolge, weg soll wohl bald auch der Hauptsponsor sein, und weg ist zum Saisonende eben auch Glandorf. Trendwende auf der ganzen Linie wäre mal gut, TBV - dann klappt's 2011 auch mit dem 100sten Geburtstag.

Spitzenkräfte haben's aber auch nicht leicht, wie der Fall der Oerlinghauser Bürgermeisterin belegt. Dr. Ursula Herbort fühlte sich von den Grünen im Internet übel angegangen. Deshalb wollte sie die Äußerungen per einstweiliger Verfügung untersagen lassen. Da machte das Detmolder Landgericht nicht mit und sagte, eine Spitzenbeamtin müsse so etwas aushalten. Übrigens: Macht wird immer nur verliehen, ein wie auch immer gearteter Ruf, der bleibt lange haften - im Internet und anderswo.

Ob es am wie auch immer gearteten Ruf liegt, dass der Landesverband Lippe in der Besetzung des Vorsteherpostens auch weiter keine glückliche Hand hat? Jedenfalls konnte sich Politik nicht auf einen Kandidaten einigen. Das Scheitern der Wahl hilft zumindest an einer Stelle: nämlich in der Kasse des Hauses. Die muss immerhin schon für zwei gewesene Vorsteher herhalten. Und - auch nicht schlecht: Der Laden läuft dem Vernehmen nach ohne Vorsteher aber mit motivierten Mitarbeitern fast besser als mit allen Mann an Bord. So gesehen kann Politik den Vorsteher ruhig auf die lange Bank schieben.

Die Lemgoer Kirchengemeinde St. Pauli möchte einen Fußballclub gründen. Zu klären ist aber erst einmal, ob Hamburger Markenrechte dagegen sprechen. Marketingtechnisch hätte es natürlich Klang, wenn der 2. FC St. Pauli seinen Sitz in Lippe haben würde - ganz egal in welcher Liga, aber mit Gottes Segen.

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Lippische Spitzen, 14. November 2010

Die Deutsche Bahn geht an ihre Rücklagen: Zwischen Barntrup und Sonneborn hat sie jetzt angefangen, Gleise abzubauen, die vor 16 Jahren das letzte Mal genutzt wurden. Die Strecke ist sogar schon 114 Jahre alt und demnach wohl abgeschrieben. Die Bahn hat das Geld sozusagen in der Wiese liegen. Vom Barntruper Altgleis-Verkauf verspricht man sich einen Erlös von 250.000 Euro. Den hätte Mehdorn schon einfahren können - oder diverse Bahnchefs vor ihm.

Die Stadt Detmold wittert hingegen zusätzliche Euro auf vier Beinen. Allen Ernstes plant sie eine Hundezählung. Manche erinnern sich noch an die vergangene Volkszählung, die in der Abwicklung ziemlich gefloppt war. Wer seinen Hund bisher noch nicht angemeldet hat, kann das noch tun. Später zieht dann eine fehlende Anmeldung ein Bußgeld nach sich - während steuerehrlicher Hundebesitzer getrost den Kläffer hinter sich herziehen kann.

In unserer Redaktion ist es tabu, über umgefallene Briefkästen und ähnlich banale Anlässe zu berichten. Dass diese Woche die Deutsche Post mitteilt, dass sie in Horn-Bad Meinberg einen zusätzlichen Briefkasten aufstellt, macht den Infogehalt auch nicht wertvoller. Wir sehen darin vielmehr einen Treppenwitz in Zeiten Email-lastiger Kommunikation.

Die Präsenz von Richtern und ihrem Tun ist in den Medien doch häufig Mangelware Wie also rein in die Schlagzeilen? Ein Herforder Amtsrichter macht's vor, in dem er Temposündern einen Persilschein gibt. Starenkästen und Radar seien zum städtischen Geldverdienen gedacht und nicht zur Disziplinierung von Übeltätern, interpretiert der Recht- und Lautsprecher sogar bei stern.tv. Die angefahrenen Schulkinder und andere, von Autos lädierte Bevölkerungsgruppen werden's dem kreativen Richter danken. Und von uns gibt's n Knöllchen wegen Selbstgefälligkeit, Herr Richter.

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Lippische Spitzen, 7. November 2010

Ein 32jähriger lippischer Motorradfahrer wird gerade entschleunigt. Zuvor war der Mann auf der B1 mit Tempo 160 statt der erlaubten 100 erwischt worden. Ein Zivilmotorrad der Polizei mit Videoausstattung hielt das Vergehen und der Polizist dann auch den Übeltäter fest. Der geht nun zu Fuß. Ob ihm das die Erkenntnis bringt, waffenscheinpflichtig unterwegs gewesen zu sein, ist eher fraglich. Die Redensart kommt ja nicht von ungefähr: Der hat ja den Schuss nicht gehört.

Ach apropos Schuss: Da hatte ein Detmolder doch allen Ernstes einen Wühlmausschussapparat auf seinem Grundstück installiert. Aus dem löste sich dann auch tatsächlich ein Schuss, der aber keine Maus traf sondern einen spielenden Jungen. Das Gericht verlangte dem Besitzer nun einen Schadensersatz und Schmerzensgeld von 7000 Euro ab. Merke: Wer DDR spielt, kann nicht annehmen, dass das nach 20 Jahren Wiedervereinigung noch irgendjemand toll findet.

Zwei alte Bahnstrecken in Konkurrenz: die Begatalbahn trat gegen die TWE im Kreis Gütersloh an: Eine von beiden soll reaktiviert werden. Der Zuschlag ging an die Gütersloher - aber im Fall der Begatalbahn soll die Infrastruktur erhalten werden, weil eventuell, unter Umständen, man weiß es nicht ja irgendwann doch noch einmal Leben eingehaucht werden könnte. Was aber dauern kann: In Gütersloh soll die Bahn 2016 wieder fahren. Eine Binsenweisheit ist, dass wer Bahn fahren will Geduld braucht.

PR ist, wenn jemand clever vermarktet, wie er es gern hätte: Einem Schlagersternchen haben Landrat und LTM AG mal eben einen Miniatur-Hermann ins Tourneegepäck gesteckt als die Dame in Lemgo auftrat - und das Ganze natürlich pressewirksam. Bei der Feststellung, dass Hermann nun die Europatournee der Sängerin mitmacht, war wohl der Wunsch Vater des Gedanken. Was die Dame wohl wirklich mit Klein-Hermann gemacht hat? Wir wissen es nicht - und das ist für die Legendenbildung ja auch gut so.

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Lippische Spitzen, 24. Oktober 2010

Wenn man professioneller Betrüger seien möchte - sollte man etwas von seinem Handwerk verstehen. Ein 39-jähriger Lipper muss aber wohl noch etwas lernen. Er soll gefälschte Rechnungen einer erfundenen Stadtwerke GmbH verschickt haben. Dumm, wenn die Konten nicht auf den Cayman Islands, sondern bei den Sparkassen im Kreis Lippe sind. Da wird man erstens schnell erwischt und ist zweitens dringend tatverdächtig, sagt der Staatsanwalt.

Ich habe da eine riesen Nummer für sie. So wurde uns das folgende Projekt angekündigt: Kasachstan und Turkmenistan bekommen bald einen in Lippe entwickelten Studiengang, der durch die EU gefördert wird. Die Fachhochschule des Mittelstands entwickelt in den kommenden drei Jahren eine Energiemanagementstudiengang für die sogenannten Schwellenländer. Aber ist Energiemanagement das Richtige und Wichtige für Turkmenistan? Das Land hat immerhin 3 Tageszeitungsleser unter 1000 Einwohnern.

Warnwesten, Warnschilder und Autos mit Warnblinkern. Diese Dinge warnen Autofahrer vor Gefahrenstellen im Straßenverkehr. Auch für Radfahrer sind diese Zeichen gedacht und sollen vor Unfällen schützen. Was aber, wenn jemand die Dinger nicht sieht? Zwischen Lage-Hörste und Währentrup ist ein solcher Unfall tatsächlich passiert. Ein Radfahrer rammte einen Arbeiter, der gerade die Straße nach einem Ernteeinsatz vom Dreck befreien wollte.

Die FDP-Bezirksvorsitzende Gudrun Kopp bezeichnet den von der Landesregierung angekündigten Plan, die Senne als Nationalpark voran zu treiben, als zynisch. Nach dem Abzug der britischen Truppen hatten Politiker dies angekündigt. Die Möglichkeit, britische Truppen an den Standort Deutschland zu binden, scheidet aus. Sollte da nicht eine Staatssekretärin für Entwicklungshilfe auch mal bei der Entwicklung helfen und nach vorne denken?

Lippische Spitzen, 17. Oktober 2010

Das Großkino in Detmold bringt den lippischen Heimatbund auf die Palme. Ein Mix aus unterschiedlichen Bauformen ist ein Makel im Stadtbild, schreibt der Leiter der Fachstelle für Baugestaltung und Denkmalschutz. Hätte man denn lieber einen Kasten wie zum Beispiel in Bielefeld oder Bad Oeynhausen? Ich denke nicht. Gerade der Mix und die Kinosäle, die aus dem Gebäude herausragen, machen ein Bauwerk interessant. Neue Bauten wie das Herforder Marta Museum oder die neue Oper in Hamburg haben auch ihren Charme und prägen ein neues attraktives Stadtbild.

Aliens in Lippe? Ja, 300 Stück wurden erst kürzlich in Lage und Detmold gesehen. Die Plastikkameraden dienen als Werbefiguren für den Kinostreifen Toy Story 3. Qualität in aller Welt - Made in Lippe. Es ist eben doch schön, wenn Aliens die Welt erobern.

Wer bewusst mit seinem Auto auf eine Gruppe Jugendlicher zusteuert ist...... Sie können es sich denken. Die Detmolder Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 22jährigen erhoben, der absichtlich auf eine Gruppe junger Menschen zugesteuert sein soll, um sie von einem Schulhof zu vertreiben. Nötigung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr heißt so etwas im Amtsdeutsch. Es könnten einem dazu aber auch noch ganz andere Worte einfallen.

Bahn, ja gerne - Geld, nein Danke. Barntrup, Dörentrup und Lemgo vertreten diese Meinung in Sachen Begatalbahn. Für die Reaktivierung der Strecke wäre jährlich eine Million Euro von den Anliegerkommunen fällig, sagt der Verkehrsverbund OWL. Viel Geld in Zeiten knapper Kassen. Es wäre aber auch Geld, das Infrastrukturen schafft, erhält und dem Verkehrsinfarkt vorbeugt.

Lippische Spitzen, 10. Oktober 2010

Endlich mal etwas Neues aus dem politischen Kalletal:
Die UKB tritt aus der Koalition mit der SPD und den Grünen aus. Man gefällt sich jetzt wohl als Zünglein an der Waage besser. Einfacher wird es dadurch bestimmt nicht in den zerstrittenen politischen Lagern der Gemeinde. Trotzdem gibt es Hoffnung, denn die Aussage, man könne sich auch künftig in die Augen gucken verspricht Großes. Schließlich ist das dort bisher eher selten möglich gewesen.

Wohnen am Rande der Müllhalde - nicht gerade eine bevorzugte Lage. Noch unschöner wird es, wenn Giftstoffe austreten, Wasser stinkt und Müll auf dem eigenen Grundstück auftaucht. Ein Detmolder Anwohner erhebt solche Vorwürfe gegen die Stadt Detmold und fordert sie zum Handeln auf. Die Halde ist unschön  und vielleicht sogar gefährlich. Allerdings sind Grundstücke am Rande einer ehemaligen Müllhalde auch deutlich billiger als in Detmold-Hiddesen.

Das Burgrott der Schützengesellschaft Horn ist zuständig für die Anlagen rund im die Hornsche Burg. Und diese Zuständigkeit führt jetzt dazu, dass die Mannen auf den Hund gekommen sind. Drei Hundekot-Beutelspender hat man sich durch Sponsoren finanzieren lassen und aufgestellt. Eigentlich ein guter Plan - allerdings ist man vor 9 Jahren mit genau diesem Versuch gescheitert. Vielleicht sollte das Burgrott lieber Hundehaufen in den Vorgärten auffälliger Bürger verteilen.

Lippische Spitzen, 3. Oktober 2010

In Horn-Bad Meinberg hatte eine Frau zwei Gummihandschuhe derart auf Stäben aufgezogen, dass die Mittelfinger in Richtung Nachbarin eine ebenso klare wie unfeine Botschaft vermittelten. Allen Ernstes trafen sich die mehr oder weniger feinen Damen deshalb vor Gericht wieder um die Rechtsprechung mit ihrem Zoff unterhalb jeden Niveaus zu bemühen. Die Handschuh-Botschaft galt dem eigenen Hund, der so am Weglaufen gehindert werden sollte. Mit dieser abenteuerlichen Begründung lavierte sich die Handschuh- und Hunde-Besitzerin aus der Affäre. Die Sache endete mit einem Vergleich - und wir fragen nur: Geht's denn noch? Ja, zumindest geht es noch versprengter: In Bielefeld präsentierte ein 68jähriger Mann vor den Schaufenstern von zwei Schnellrestaurants, was ihm der Schöpfer an Männlichkeit so mitgegeben hatte. Den gerufenen Polizisten lieferte der Zeigefreudige eine scharfe Begründung für sein Treiben. Er habe scharfe Paprika gegessen. Mit derart kontaminierten Händen sei er wohl an das bisschen Mann geraten und habe so unerträgliches Brennen produziert. Linderung habe er sich durch die Luftkühlung versprochen. Wir tippen, dass da nicht nur was brannte - sondern auch durchbrannte. Abführen, bitte. „Heureka" ruft die lippische Industrie - was geht's uns gut. Allerdings hatte auf die Sommer-Konjunkturumfrage der IHK auch nur ein Viertel der angeschriebenen Unternehmen geantwortet. Die Unlust der anderen 600, die Befragung zu beantworten, lässt sich wohl nur spekulativ werten: Entweder haben die zuviel zu tun - oder aber sie lecken noch die Wunden der Wirtschaftskrise. Feststellen muss man wohl richtig: Von einem Viertel der Unternehmen geht es den meisten recht gut. Ob das zur Euphorie reicht?

Abenteuer Schulbus: Während der Fahrt öffnete sich in einer Kurve an einem Schulbus die hintere Tür - mit bitteren Folgen für eine Schülerin: Sie fiel heraus und verletzte sich schwer. Das Unglück zu erklären ist das eine - allerdings mehren sich auch wieder die Stimmen für eine Generaldebatte gegen überfüllte Busse. Doch offen gestanden ist egal, wie voll oder leer der Bus war - er war ebenso schlicht wie schlecht zur falschen Zeit offen.

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Lippische Spitzen, 26. September 2010

Der lippische Charakter ist ein ganz eigener, was an sich ja auch in Ordnung ist. Außerhalb von Lippe führt das allerdings manchmal zu verqueren Darstellungen. Wenn aber zwei lippische Motorradfahrer Bielefeld mit Tempo 130 statt der erlaubten 50 aufmischen, dann schießen sie den Lippern ein Eigentor. Dass die Polizei nun dafür sorgt, dass ihre charakterliche Eignung auf den Prüfstand kommt, spricht eine deutliche Sprache.

Achtung, jetzt kommt ein Karton. Der Ausspruch gilt ab sofort in Detmold. Das geplante Kinocenter wurde im entsprechenden Planungsausschuss durchgewunken. 200.000 Besucher sollen durch das Projekt jährlich angezogen werden. Wollen wir hoffen, dass es sich mit dem Kino wie mit einem guten Film verhält. Zum Schluss gibt's ein Happyend.

Wirtschaftskrise - war da was? Auf die Frage kann man kommen, wenn man dem hiesigen Handwerk lauscht: 90 Prozent der Betriebe urteilen über ihre Lage mit gut oder zufriedenstellend. So viel Zufriedenheit war selten. Und nach oben ist noch Platz, meinen die Handwerker. Die Arbeitsagentur freut sich auch: Nach unten ist da noch Platz in der Arbeitslosenstatistik.

Erst großes Hallo, weil die Blomberger im durchschnitt mehr Einkommen zur Verfügung haben als jeder andere Ostwestfale. Dann großes Gejammer, weil der Kämmerer in Blomberg nur noch Löcher sieht: Die Gewerbesteuereinnahmen seien derart eingebrochen, dass das aktuelle Minus bei 12 Millionen Euro liegt. Sagen wir's mit dem alten Börsenguru Kostolany: Das Geld ist nicht weg, es ist woanders.

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Lippische Spitzen, 19. September 2010

Ham wa gelacht: die Statistiker haben rausgehauen, dass jedem Blomberger höchst überdurchschnittliche 33.000 Euro Einkommen zur Verfügung stehen - nach Steuern und Sozialabgaben und im Durchschnitt. Das Paradies ist nahe, könnte man meinen. Wenn solche Zahlenspiele aber den Sozialneid schüren und sich in der Tasche des Hartz IV-Empfängers langsam die Fäuste ballen - dann sollte klar sein, dass Statistik zwar Orientierung geben kann - fürs alltägliche praktische Leben aber taugt sie nicht.

Fürs praktische Leben richtig tauglich ist aber eine der statistisch erfassten Blombergerinnen: Die hatte einen vierstelligen Geldbetrag auf der Straße gefunden. Nun hätte sie ihn nehmen können, um sich persönlich dem statistischen Mittel näher zu bringen. Hat sie aber nicht - sie lieferte das Geld bei der Polizei ab. Und das verdient: Alle Achtung.

Wer den Schaden hat, hat vorher gelegentlich auch für den Schrott gesorgt. Und auch der Spott ist einem 83jährigen sicher, der die Pedale seines Autos durcheinander brachte und in Horn rückwärts im Fenster des Bürger- und Touristikbüros landete. Wir erkennen: Der Trend geht wieder mehr in Richtung Individualtourismus.

Heiliger Bimbam: Eine Wallfahrt ist ein traditionelles religiöses Ritual. Dass nicht jeder Weltenbürger Ahnung davon hat, offenbart der Wallfahrt-Eiertanz von Lemgo: Fahrradfahrer mit Vorfahrt, ohne Vorfahrt, der Bürger so, die Politik erst hüh, dann hott. Nun soll ein Bürgerantrag die Vorfahrt für Autofahrer wieder stoppen. Unser Vorschlag: jede Regelung abschaffen, damit sich alle gleichermaßen bedächtig wie vorsichtig dem Verkehrsdrama von Lemgo nähern. Schließlich handelt es sich - wie gesagt - um eine Wallfahrt.

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Lippische Spitzen, 12. September 2010

Blaue Augen haben ja ihren Reiz - Blauäugigkeit hat unangenehme Folgen, wie ein Beispiel aus Bad Salzuflen mal wieder belegt. Auf der Ostwestfalenstraße hatten Betrüger vorgetäuscht, kein Benzin mehr für ihre Autos zu haben. Im Tausch gegen Bargeld boten sie goldene Ringe an. Die Ringe waren zwar goldfarben aber nicht aus Gold - und nach einem scheinbar profitablen Tauschgeschäft ist man meist nicht nur schlauer sondern auch ärmer.

Da kommt Lage mit den LipperTagen mal aus dem Dornröschenschlaf und gönnt sich ein selten dagewesenes Feierwochenende - und schon ist wieder einer auf dem Baum. Während die Veranstalterin LTM AG keine Beschwerden wahrgenommen hat, hat der liberale Kreispolitiker Dr. Rudolf Hüls so viel Akustik wahrgenommen, dass er nun dazu eine Anfrage im Kreistag machen will. Wummernden Bass, der über Gebühr zu schafften machte, will der FDP-Mann gehört haben. Wir halten fest: Die LipperTage waren - wie gewohnt - gebührenfrei, für die allermeisten eine Riesensause - und wir zitieren Loriot: „Im liberalen Sinn heißt „liberal" nicht nur liberal.

Eine verletzte Radfahrerin in der Senne wurde kurzerhand zum logistischen Drahtseilakt für die Rettungskräfte. Weil die Radfahrer-Gruppe nicht so recht wusste, wo sie im Busch war, teilte sie den Leitstellen in Paderborn, in Gütersloh und in Lippe die Notlage mit. Auf die breit angelegte Rettungsaktion sprangen dann noch das Rote Kreuz Hövelhof und Bad Lippspringe, die Feuerwehren Schlangen und Hövelhof und der Rettungshubschrauber auf. Nun ist wieder alles gut, die Radfahrerin versorgt, das Rettungssystem funktioniert - und: die Rechnung kommt.


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Lippische Spitzen, 5. September 2010

Buchzensur - ein Relikt aus längst vergangener Zeit, könnte man meinen. Und doch so aktuell: Die Stadt Detmold sträubt sich gegen den Verkauf eines Buches an der Adlerwarte mit dem Titel „Adler auf der Hitlerhöhe", dass die Adlerwarte zu Zeiten des Naziregimes unter die Lupe nimmt. Betrachter könnten glauben, dass die Adlerwarte immer noch Hitlerhöhe heißt - so eine der Begründungen für die ablehnende Haltung. Muss dann nicht auch die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne weg, weil der Passant meinen könnte, dass Johannes Erwin Eugen dort immer noch den Wüstenfuchs gibt? Vergangenheitsbewältigung scheint ne Hürde zu sein, bei der Detmold drunter her geht.

Zukunftsbewältigung ist ne Hürde, an der sich die Telekom wohl die Zähne ausbeißen wird: Ein überdurchschnittlicher Regenfall reicht schon, um die Gegenwartsanschlüsse in Lage-Hörste aus den Angeln zu heben: 500 Haushalte mussten dort ohne Telefon und Internet auskommen, dann reparierten die Telekomiker und anschließend waren reichlich Nummern vertauscht. Die Telekom wirbt: Erleben, was verbindet. Noch Fragen?

„Wer gut schmärt, der gut fährt." Dieses Motto scheinen Mitarbeiter der Bezirksregierung Detmold Speditionen vermittelt zu haben, die für Schwertransporte Sondergenehmigungen brauchten. Die Unternehmen schmierten, so der Vorwurf - und die wohl windigen Behördenfuzzis stempelten bereitwillig, was gesondert honoriert wurde. In Zukunft wird wohl wieder schwieriger schwer zu transportieren sein.

Ein 24jähriger Schieder-Schwalenberger ist jetzt auch wieder mit beiden Füßen auf dem Boden der Realität angekommen. Vorher hatte er sich die mit Marihuana vernebelt - und mit dem Zeug auch gehandelt, um seinen Eigenbedarf zu finanzieren. Und um die Wertschöpfungskette auch richtig zu nutzen, hatte er in zwei Wohnungen auch gleich die entsprechenden Plantagen angelegt. Zwei Jahre und neun Monate Knast bestätigen: Betriebswirtschaftlich war die Idee vielleicht nicht blöd, aber es war dann doch einfach der falsche Handels-Stoff.

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Lippische Spitzen, 29. August 2010

In Detmold-Hiddesen konnte eine Frau ihr Fahrzeug nicht mehr bremsen. Kommt vor, könnte man denken. Nun, die Dame war 86, das Fahrzeug ein Elektrorolli. Und mit dem hat die „Rennfahrerin" eine 82jährige übergebügelt. Alter schützt eben vor Torheit nicht. Und auch nicht vor noch älteren...

Weibliche Sexualität werde für Werbezwecke wieder vermehrt missbraucht - das stellt der Detmolder Gleichstellungsbeirat fest. Weshalb die Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus eine rote Karte entworfen hat, die man den Firmen schicken kann, die ihre Produkte derart bewerben. So weit, so Kernaufgabe einer Gleichstellungsbeauftragten. Wenn Frau dann aber tatsächlich gegen schräge Werbung vorgehen will, ist erstmal ihr Leistungsvermögen gefordert: Die Rote Karte liegt zum Mitnehmen im Dachgeschoss des Rathauses aus - das nennen wir mal frauenfeindlich.

Manchmal ist es gut, wenn die Flüchtlingshilfe draufhaut, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Manchmal ist aber auch schlicht populistisch - oder noch schlimmer: falsch. Sechs Monate hat die Einrichtung gebraucht, um heftige Vorwürfe gegen den Kreis Lippe mit einer kleinen Pressenotiz aus der Welt zu schaffen. Das Familiendrama von einst endete mittlerweile als Abschiebung nicht zuletzt wegen einer Straftat. Wer hilft da denn mal der Flüchtlingshilfe? Wir empfehlen: Dranbleiben, aber sorgfältig.

Erst hatte der Mann gerungen, dabei was auf die Knabberleiste bekommen. Dann ließ er sich zunächst notfall-, dann zahnärztlich behandeln, wohl oder übel, im Zweifel aber auch falsch. Schlussendlich konnte sich der Mann in Detmold vor Gericht durchbeißen: Er verglich sich mit dem Zahnarzt wegen möglicher Behandlungsfehler auf die Zahlung von 4.000 Euro. So ist ein ordentlicher Ringer halt: durchhalten, Biss zum Schluss.

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Lippische Spitzen, 22. August 2010

Einen Abgabetermin hatte der Fahrer eines Reisebusses diese Woche auf der A2 in Herford-Ost: Abzugeben waren eine Blutprobe, folglich ein Führerschein und der Schlüssel für den Bus. Der Mann fiel durch ondulierte Fahrweise und in Bielefeld vergessene Fahrgäste auf. Die Polizei stellte fest, dass der 56jährige nicht zu knapp gesoffen hatte. Ernüchternd verlief die Weiterreise nach Berlin für die Gäste an Bord - sie mussten vier Stunden auf einen Ersatzfahrer warten. Bei dem war der einzige Klare hoffentlich der Blick nach vorn.

Vielleicht nüchtern aber besonders dreist war ein Mieter in Horn-Bad Meinberg. Er hatte sich zur Wohnung einer Nachbarin erst einen Schlüssel und dann den Zutritt verschafft. Nach bester Stasimanier zog der Mann die Hütte auf links. Die Nachbarin schöpfte Verdacht und installierte eine Webcam. Der Übeltäter bekam die fristlose Wohnungskündigung, blieb aber - bis das Gericht jetzt mal klar machte, wer alles seine Schlüssel zurück bekommt.

In Horn-Bad Meinberg konnte die Kripo der beschnüffelten Frau noch helfen, generell aber beklagt die Polizei, dass es mit dem Kriponachwuchs hapert. Unter zehn Prozent der Kripo-Beamten sind unter 40 Jahre alt. Die älteren hätten Probleme zum einen mit fehlenden jüngeren Kollegen - zum anderen aber auch mit jüngeren Kriminalitätsformen wie Online-Verbrechen zum Beispiel. Unsere Empfehlung: Einfach mal daddeln lassen, die älteren Jungs.

Demografische Entwicklung halt, bis der Arzt kommt. Aber genau der lässt auch auf sich warten: Mit der Landarztprämie lässt sich kein Mediziner nach Lippe locken, sagt das NRW-Gesundheitsministerium. Haben die Düsseldorfer zur Versorgung des ländlichen Raums vielleicht die falsche Therapieform gewählt?

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Lippische Spitzen, 15. August 2010

Schön Wetter in Lippe. Dafür sorgt der Bürgermeister von Kalletal, Andreas Karger. Er tourt nämlich durch alle Ortsteile, um von den Bürgern zu hören, wo der Schuh drückt. Was er da wohl hören wird? Dass der gemeine Kalletaler keine Lust mehr hat auf Schlagabtausche, die sich um Personen, nicht aber um die Sache drehen, dass er auch keine Lust mehr hat, das jeder noch so kleine Streit als Verfahren vor Gericht landet? Wir jedenfalls sind gespannt auf Kalletal nach der Sommertour.

Gutes Brot hat seinen eigenen Preis. Wobei den nicht immer die bestimmen, die das Getreide hier anbauen. Globalisiertes Brot besteht häufig aus russischem Getreide - und das wird wegen der zu erwartenden Ernteeinbußen schlicht teurer. Wenn also der Preis beim Bäcker Ihres Vertrauens nach oben geht, dann könnte das eines bedeuten: Russisch Brot.

Ach, und noch einmal der Nabel der politischen Welt: Kalletal. Da ist's zappenduster. Bis 30. September bleiben die Laternen aus, um Geld zu sparen. Ab Oktober ist es dann wieder ein Funkeln und ein Leuchten - bis Ende April. Erhellendes in dunkler Jahreszeit und Dunkles in heller Jahreszeit. Wenn es irgendwann im Dunklen auch dunkel bleibt, dann ist wohl richtig Ebbe in der Kasse.

Dunkel bleibt's auch auf der A2 am Bielefelder Berg: Der deutschlandweit bekannte Blitzer muss Pause machen - wegen Bauarbeiten. In drei Monaten läuft die Anlage wieder - bis dahin ist Zeit für den Dagobert Duck im Rathaus beim Scheine stapeln: 15 Millionen Euro hat die Stadt Bielefeld seit Ende 2009 einfahren lassen. Wäre doch mal ein echtes PPP-Modell - wenn man mit privatem Geld in so eine öffentliche Anlage investieren könnte.

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Lippische Spitzen, 8. August 2010

Oma ist'n ganzer Kerl. Auf diese Idee kann man kommen, wenn man hört, womit sich die Detmolder Staatsanwaltschaft so beschäftigt. Eine 86jährige Frau war auf Polizeibeamte losgegangen, als die versuchten, der Dame zu helfen. Die Frau nahm erst die Beine unter den Arm, wollte dann ihren Rollator zur Gegenwehr einsetzen und schlug schließlich einer Polizistin auf den Arm. Oma böse, Staatsanwaltschaft ratlos - vielleicht sollte sie nachsichtig sein bei einer Dame, die vielleicht nicht mehr so ganz genau weiß, was die Herrschaften mit dem Colt für alle Fälle zu bedeuten haben.

Anders sieht die Sache garantiert für einen LKW-Fahrer aus, den die Polizei in Lemgo aus dem Verkehr zog. Der hatte den Sprit nicht nur im Tank - und er hatte außerdem gerade einen Unfall in Niedersachsen hinter sich gebracht, ohne sich um die 25.000 Euro Schaden zu kümmern. Das sind Fakten, die der Staatsanwaltschaft Orientierung zum Handeln geben.

Kleiner Anlass, großes Theater: Die Laufdauer eines Brunnens vor der Konzerthalle in Bad Salzuflen scheint zu reichen, um politische Sommerlöcher zu schließen. Kinder und Familien sind im Kurpark scheinbar nicht gewünscht, stellt die Orts-FDP fest. Von den gleichen Personen aber würden sei als zahlende Kunden für Bimmelbahn und Irrgarten gern begrüßt. Und weiter: Einige Wenige versuchen, die Entwicklung der Stadt aus Eigeninteresse zu blockieren. Viel Nebelkerze, die die Liberalen da platzieren statt Ross und Reiter zu nennen. Und die bleiben so eben - im Nebel.

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Lippische Spitzen, 1. August 2010

Nicht jeder, der in Lippe mit einem Wohnmobil unterwegs ist, frönt dem mobilen Freizeitleben. Manche Dame und die dazugehörigen Herren im Hintergrund freuen sich auch auf hüft-schwunghaften Umsatz. Und nicht zuletzt weil auch der Haushalt der Stadt Horn-Bad Meinberg etwas Schwung vertragen könnte, will die Kommune nun Parkplatzgebühren von den Damen des rollenden Gewerbes. Die Kommune argumentiert mit „geordneten Verhältnissen". Dass die bei den Rollkommandos Priorität A haben, darf bezweifelt werden.

Vollkommen nackt steht mittlerweile auch Augustdorf da: Im Haushalt der Gemeinde geht nichts mehr - und das Haushaltssicherungskonzept geht gar nicht, meint der Kreis. Bis 2014 sollte Augustdorf den Haushalt ausgleichen können, fordert die Aufsicht. Die Überschuldung droht so sehr, dass hier auch Einnahmen aus Parkplätzen nichts mehr retten könnten.

Den Lohn ihrer Müh hat die Blombergerin Linda Stahl in Barcelona erfahren. Dort wurde sie neue Speerwurf-Europameisterin. 66 Meter 81 und Stahl-harte Nerven brachten den Titel. Die Speerwerferin - eine Lippische Spitze der anderen Art. Kompliment.

Weit werfen ist Kür, weit denken wäre Pflicht gewesen. Doch nicht mal dazu reichte es bei einer Detmolder Auszubildenden, die ihre Arbeitgeberin - eine Parfümeriekette - beklaut hatte. 140 hochwertige Pflegeprodukte hatte sie mitgehen lassen, um die dann im Internet zu Geld zu machen. Dummdreist ist unser Urteil, das des Gerichtes sind 14 Monate auf Bewährung. Der Arbeitgeber ließ ihr zudem nur noch eine Wahl: Come on and find out, oder auf deutsch: Verdufte.

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Lippische Spitzen, 25. Juli 2010

In Kalletal-Varenholz geht das bürgerfreundliche Verhalten baden. Erst wollten die Pächter des Badesees am Freizeitzentrum nur noch Campinggäste und Kalletaler Bürger zu Wasser lassen, wogegen die Stadt Rinteln mit einer Klage drohte. Daraufhin bekamen die Pächter kalte Füße und öffneten wieder für alle - und zwar für alle, die bereit sind, schlappe acht Euro Eintritt zu zahlen. Kinder kommen für sechs Euro ins kühle Nass. Preise, die auch nicht viel diplomatischer klingen als „Ihr müsst leider draußen bleiben".

FDP-Frau Marianne Thomann-Stahl darf auch unter Rot-grün weiter Ostwestfalen-Lippe regieren. Qualität bekommt so Toleranz. Oder liegt es einfach daran, dass die Regierungspräsidentin mehr OWL als FDP auf der Zunge hat? Backen aufblasen à la Guido ist Frau Thomann-Stahls Sache nicht - was ja auch helfen kann.

Die Zulassungsstelle des Kreises lässt private Kunden ins Netz gehen. Dort können die sich einen Termin organisieren und auch schon Vorarbeiten leisten, in dem man seine Daten eingibt. Allerdings geht's auch weiter konventionell: In Lippe sind die meisten Autoanmelder nach unter 30 Minuten wieder draußen. Viel Zeit kann man also nicht sparen, vielleicht dann doch eher den Weg übers Internet.

Und den Bock der Woche liefert der Kreis Lippe dann auch noch: „Der Kreis engagiert sich für Bürokratieabbau in der Schaf- und Ziegenhaltung", hieß es in einer Pressemitteilung, die zu einer Pressekonferenz mit 200 Schafen einlud. Wir finden: so viel Sommerloch ist gar nicht, dass man jede Sau durchs Dorf treiben muss - auch wenn die in Gestalt von Schaf oder Ziege daher kommt.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 18. Juli 2010

In Lippe hat eine angebliche Wunderheilerin ihren Opfern Geld aus der Tasche gezogen. Durch die Segnung von Geld würden sich alle Leiden in der Familie des Angesprochenen in Luft auflösen. Zur Segnung wird das Geld in einen Umschlag gesteckt - ganz trickreich wird der dann gegen einen leeren ausgetauscht. Merke: Viel Geld kann ein Segen sein, gesegnetes Geld ist schlicht Blödsinn - und wer darauf reinfällt, muss schon ziemlich mit dem Klammersack... also: er muss recht leichtgläubig sein.

Wer Sorgen hat, hat auch Likör - sagt der Volksmund. Wer Wünsche hat, braucht auch einen Investor - sagen wir. Landrat Friedel Heuwinkel wünscht sich ein Hotel in direkter Nachbarschaft zur Lipperlandhalle. Dadurch soll die Halle besser für Kongresse vermarktet werden können. Die Wunschliste könnte man erweitern: Auf Autobahnanschluss und einen nah gelegenen Flughafen legen Kongressmacher immer Wert. Aber: Ohne Investor wird die Lipperlandhalle vermutlich bleiben, was sie ist: ein Geheimtipp.

In der NRW-Landesregierung stehen jetzt wieder Schäfer-Stündchen auf dem Plan. In dieser Woche wurde die Lagenserin Ute Schäfer wieder zur Ministerin - dieses Mal für Familie, Bildung, Jugend, Kultur und Sport. Viel Zuständigkeit, wenig Geld und regieren als Minderheit - so spannend war's für die Lipperin beim letzten Mal nicht. Aber der Lipper an sich kann ja ganz gut mit knappen Mitteln.

Lustig ist das Studentenleben: Aus 2.000 Bierkisten haben die Studenten an der Hochschule OWL in Detmold einen Pavillon gebaut. 30.000 Schrauben halten den Budenzauber zusammen. Was die jungen Leute dabei gelernt haben? Vielleicht, dass es im Sommer durchaus überlebensrettenden Charakter hat, den Unterschied zwischen einer Bierkiste und einem Kasten Bier zu kennen.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 11. Juli 2010

Die Bayern haben dem Volk erstmal eine ins Gesicht gesteckt. Ne dicke Zigarre gegen das Rauchen quasi. In Bayern geht in Sachen dampfendes Laster in der Gastronomie nun bald gar nichts mehr. Nun knüpfen sich die Nichtraucherschützer die anderen Bundesländer vor - und die Politik hat ein Sommerthema, zu dem auch der letzte Hinterbänkler was sagen kann. Wir finden: Föderalismus ist doof (in dieser Sache) - und wir blicken neidvoll auf Länder Europas, in denen man den Bürgern ihre Mündigkeit lässt.

Rot-grün in NRW will jetzt den Nationalpark Senne-Egge/Teutoburger Wald durchdrücken - was der hiesige CDU-Landrat ja auch mit Leidenschaft will. Und rot-grün will auch einen Kommunalrat einrichten, der OWL mehr Gewicht in NRW geben soll - was der hiesige CDU-Landrat an vorderster Front eingefordert hat. So langsam hegen wir Zweifel, an welcher Stelle Friedel Heuwinkel bei der Landtagswahl sein Kreuzchen gemacht hat.

Und auch die lippische SPD-Landtagsabgeordnete Ute Schäfer kommt zu neuen Ehren. Sie soll wieder Ministerin werden - dieses Mal für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Von 2002 bis 2005 war sie Schulministerin und auch danach hat sie für Bildungspolitik vehement gestritten. Doch in der Ehe mit grün muss Frau Opfer bringen: Das Schulministerium geht an die Grünen. Ob Ute Schäfer da einfach so zusehen kann?

Und dann noch eine Sparmeldung, die einen einfach so dahin schmelzen lässt: Die Stadt Bad Salzuflen kappt die Winterdienste in einigen Ortsteilen. Was sich bei Temperaturen jenseits der 30 Grad ganz entspannt verkünden lässt, ohne dass das Volk murrt.

Heiße Woche, schattige Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 4. Juli 2010

Das Risiko von Insolvenzen ist in Lippe mittelgroß, sagt die Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Weitaus höher ist demnach das Ausfallrisiko im Kreis Gütersloh und in Bielefeld. Im Kreis Höxter hingegen gibt es die geringste Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen zahlungsunfähig werden. Creditreform hätte es auch auf den Nenner bringen können: Wo in OWL kräftig gewirtschaftet wird, wird auch kräftig pleite gegangen.

Die Stadtverwaltung in Blomberg ist prima, meinen die Bürger. Die wurden dazu befragt von Schülern der Klasse 9a des Hermann-Vöchting-Gymnasiums. Was wohl passieren würde, wenn Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Bürger befragen würden, wie zufrieden sie mit den Blomberger Schülern sind?

Sechs lippische Politiker gehörten zur Bundesversammlung, die erst hängte und würgte, bevor sie im dritten Wahlgang Christian Wulff zum neuen Bundespräsidenten wählte. Die Lipper und 1.238 weitere Mitglieder lieferten ein Lehrstück darüber ab, was passiert, wenn man politische Interessen bedient und nicht die von Bürgern. Nun gehen die Blicke nach vorne - mit neuem Präsidenten und ersten Wetten, wie lange die Bundesregierung noch durchregieren kann.

Der Landesverband wartet weiter auf einen neuen Landesverbandsvorsteher: Die Bewerbungsfrist für die Aufgabe wurde bis zum 31. August verlängert. Ein Headhunter hat sich auf den Weg gemacht - und dieser Kopfjäger muss dieses Mal die richtige Beute machen, damit der Verband künftig ohne Störfeuer aus dem eigenen Haus arbeiten kann. Waidmanns Heil.

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 27. Juni 2010

In der Kürze liegt die Würze. Das haben die Akteure des 5. Teutoburger Wald Tourismustages nun auch erkannt und schlagen Sagenhaftes vor: Allen Ernstes finden sie, dass mit den Begriffen „land des hermann", „Mühlenkreis" und „Wittekindsland" der Teutoburger Wald zu wenig vermarktet wird. Und sie schlagen als Alternative Bahnbrechendes vor: Das Logo mit Namen „Teuto". Übrigens 1616 wurde der Osning in Teutoburger Wald umbenannt. Da kann man ja nur 400 Jahre später auch mal auf „Teuto" als Marke kommen.

Die Wirtschaftsjunioren Lippe hauen der derzeitigen Bundesregierung auf die Finger. In einer Umfrage unter Bundesbürgern ermittelten die Junioren eine Schulnote von 3,8 für die Leistungen der Regierung. So schlecht sei die große Koalition während ihrer ganzen Amtszeit nicht gewesen, kommentiert der Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren das Ergebnis. Mag sein - aber die große Koalition ist Geschichte, das Duo Merkel/Westerwelle ist es (noch) nicht.

Der Finanzausschuss in Bad Salzuflen will die Vergnügungssteuer von 12 auf 13 Prozent erhöhen. Das würde 29.000 Euro jährlich einbringen. Ob der Betrag die Stadtkasse wirklich weiterbringt? Das Sparkonzert in Bad Salzuflen ist vieles, eines ist es schon jetzt nicht: vergnügungssteuerpflichtig.

Neue Woche, neue Themen: Wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 20. Juni 2010

In Lage soll die Miegelstraße in Morgensternstraße umbenannt werden. Bei der Namensgeberin Agnes Miegel ist die Politik der Meinung, dass die Dame eine ziemlich NS-nahe Dichterin war. Eine gute Überlegung - aber nachzudenken ist auch mal darüber, warum diese Überlegung 65 Jahre brauchte, um zu Taten zu führen.

Die Maritim-Gruppe ist richtig gut - in der Selbstvermarktung. Zwar hat sie ein 10prozentiges Umsatzminus zu verkraften - verkauft wird das aber als Erfolg, der auf eine verstärkte Verkaufs- und Marketingstrategie zurückzuführen sei. Zahlen werden da deutlicher, wenn man sie lesen kann: Die Auslastung der 49 Häuser lag bei 53 Prozent. Experten sagen, dass jenseits der 60 Prozent die Rentabilität anfangen würde. Ein Erfolg also?

Gar nicht so clever in der Selbstvermarktung ist TBV-Spieler Michael Kraus. Sein Weggang nach Hamburg ist schon lange Thema. Nun haben die Hamburger gesagt, dass sie das Geld für die Ablöse nicht hätten. Was aber soll der TBV weiter mit dem Handball-Talent? Einem Mitarbeiter in der Wirtschaft auf Abwegen würde man nun unterstellen, er habe eh schon innerlich gekündigt. Ob Mimi Kraus nun noch für Lemgo ganz bei der Sache und am Ball sein kann?

Kalletal setzt mal auf Anschluss und mal auf Abwege. Lahme Internetverbindungen sind nun teilweise von gestern, weil die technischen Voraussetzungen für DSL-Anschlüsse nun durchgeboxt wurden. Doch während es in der elektronischen Kommunikation nach vorne geht, geht es in der politischen Kommunikation so was von nach hinten los, dass es wohl bald externer Hilfe bedarf, um die Streithähne mal wieder auf Kurs zu bringen.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 13. Juni 2010

Lippische Spitzen, 13. Juni 2010

 

Die Lemgoer Ratsmöbel im Sitzungssaal sind ausgesessen - doch mit der Neuanschaffung tut man sich politisch korrekt schwer. Das Geld ist zwar da, aber hätte man das richtige Gespür bewiesen, wenn man davon Sitzmöbel kaufte. Vielleicht wären ja auch Stehpulte viel besser, weil jetzt Macher- und nicht Sitzqualitäten gebraucht werden.

Ausgesessen hat es sich auch für den ehemaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden im Oerlinghauser Rat, Frank Böning - zumindest auf dem CDU-Ticket. Im Rat will der Mann bleiben, der auf dem Parteitag der rechtspopulistischen pro NRW erwischt wurde. Und da ist er wieder, der Hang zum Selbstgerechten bei Politikern. Hätten die Oerlinghauser pro NRW gewollt, hätten sie doch pro NRW gewählt. Wollen sie aber nicht - und das ist auch gut so.

Auch ältere Damen haben das Zeug zum gefallenen Mädchen. Eine 94jährige stürzte in Bad Salzuflen und fiel einen Abhang hinunter. Dort blieb sie dann auch hilflos bis zum nächsten Tag. Dann kam sie auf den Hund - beziehungsweise der Hund kam auf sie, der von der Rettungshundestaffel. Ein echtes Happy End - schön.

Der Bürgermeister von Schlangen soll nur noch bis zu 10.000 Euro ohne Ratsbeschluss ausgeben dürfen. Klingt derbe nach Misstrauen, soll aber keines sein. Klingt aber doch so... Jedenfalls reicht es der den Antrag stellenden CDU nicht, wenn der Bürgermeister alle drei Monate sagt, wo das Geld geblieben ist. Und fehlendes Vertrauen ist doch... Misstrauen, oder nicht?

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 6. Juni 2010

Lippische Spitzen, 6. Juni 2010

 

„Lippe - wir sind das L in OWL", so heißt der Slogan, mit dem eine neue Standortkampagne für Lippe gestartet wurde. Der Text kommt mir irgendwie bekannt vor - aber egal. Der Verweis auf das L kann aber auch nach hinten los gehen, denn genau da steht das L in OWL. Die Flucht nach vorn würde so gehen: „In OWL sind wir zwar ganz hinten, aber im Leben ganz weit vorne." Marketingleute, da geht doch noch was.

Gewerbetreibende in Lemgo kratzt es zum Teil so überhaupt nicht, dass es eine veränderte Gestaltungs- und Werbesatzung gibt. Darin festgelegt ist beispielsweise, wie Werbung in der Stadt aussehen muss - und dass sie eine Genehmigung braucht. Vielleicht steht manch einem Händler einfach nicht der Sinn nach „arm aber schön".

Möglicherweise hatte er den kleinen Koffer schon mal gepackt, als der Bundespräsident Horst Köhler das Ende seiner Dienstfahrt ankündigte und der Name Norbert Lammert für den Nachfolger aufgerufen wurde. Zwei Tage später weiß es Fast-MdB Cajus Caesar, der dann für Lammert in den Bundestag nachgerückt wäre, schon wieder besser. Das Köfferchen bleibt, wo es ist - und Cajus Caesar auch, weil Christian Wulff den Präsidenten geben wird.

Dumm gelaufen: Gleich zweimal in einer Nacht ist ein Lipper mit Alkohol am Steuer erwischt worden. Bei ersten Mal war er mit 102 Stundenkilometern durch die geschlossene Ortschaft gebrettert. Das zweite Mal fand nur zwei Stunden später statt. Also: Punkte in Flensburg und Führerschein weg. Vorher war dem Mann aber schon was anderes abhanden gekommen.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 23. Mai 2010

Hoppela: Da gibt Landrat Friedel Heuwinkel mal nen Denkanstoß in Richtung schlanke Verwaltung - und schon sind alle auf dem Baum als hätte der Mann die feindliche Übernahme ausgerufen. Was er aber nicht tat. Vielleicht war er einfach ein bisschen früh dran, die Sparknute der öffentlichen Haushalte wird aber schon bald viele zum Zusammenrücken zwingen.

Etwas billiger soll's auch in Kalletal werden. Der Bürgermeister der gebeutelten Kommune soll seinen Vorzimmermitarbeiter vor die Tür setzen, fordert die Kommunalaufsicht. Als Grund wird die Haushaltslage angeführt und nicht etwa, dass Bürgermeister und Mitarbeiter alte Bekannte und Inhaber des gleichen Parteibuches sind. Wollte der Mitarbeiter seinen schon arg angeschossenen Bürgermeister schützen: Er würde die Notbremse ziehen.

Ein Detmolder Hartz IV-Empfänger mutierte zur Überraschungsfigur. Der Lippe pro Arbeit wurde ein Kontoauszug zugespielt, wonach der Mann 70.000 Euro flüssig gehabt haben muss - wesentlich erzielt auch durch den schwunghaften Handel mit Ü-Ei-Figuren. Clever aber nicht clever genug. Denn wer clever im Internet klickert, findet den Mann unter Nickname bei Ebay wieder. Ach dickes Ei.

Eigentlich freuen sich Gastronomen über ein hohes Verkehrsaufkommen, weil es gute Umsätze verspricht. In Horn-Bad Meinberg liegt der Fall anders. Die von der B1 vertriebenen Damen haben nun ihre Fahrgeschäfte in Form von Wohnmobilen am Parkplatz Waldschlösschen aufgestellt. Der Verkehr führt zu Umsatzeinbußen in einem nahen Café. Obwohl: Bei so viel Andrang müsste es doch für den ein oder anderen heißen: abwarten und Tee trinken.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische spitzen, 16. Mai 2010

Blitz, bumm, ticktick - so die Kurzform einer Geschichte ohne Gleichen aus Horn-Bad Meinberg: Dort hatten sich zwei Männer erst vom Starenkasten blitzen lassen, dann rückten sie dem zu Leibe, um das Beweismaterial unbrauchbar zu machen. Nach eingeworfener Scheibe und angezündetem Gerät machten sie sich vom Acker, ließen aber ihr Auto da. Für die Polizei ein leichtes Spiel - und für die Täter wohl genug Anlass, mal nen Idiotentest zu machen.

Die kommunalen Spararien kann man so oder so anpacken - am besten, man nimmt dabei die Bürger mit. Wenn die erst anfangen, sich gegenseitig mit Neid und Missgunst zu überziehen, wird es schwierig: In Bad Salzuflen moppert der Stadtsportverband, dass beim Sport 20.000 Euro eingespart werden sollen, für neue Sitzbänke aber ein ähnlicher Betrag ausgegeben wurde. Eine Diskussion, die man sich sparen könnte - wenn man z. B. einen gewissen Prozentsatz auf wirklich alles einsparen wollte.

Irgendwo muss sich auch bei einer Gurkentruppe doch eine Positivmeldung schießen lassen - bitte sehr. Arm-inia Bielefeld hat in der gerade abgeschlossenen Spielzeit einen Besucherrekord aufgestellt: 251.300 Menschen kamen in der Saison in die SchücoArena. Das sie dabei nicht nur den Eintritt sondern auch viel Leidensfähigkeit aufbrachten, steht auf einem anderen Blatt des Fast-Pleite-Vereins.

Ein Bad Salzufler hatte 172 Verträge mit dem Bezahlfernsehen Sky abgeschlossen. Die so erlangten Receiver mit SmartCards brachte er unter's Volk, um seine Drogensucht zu finanzieren. Der geschädigte Sender hatte scheinbar gar nicht hingeguckt und die Receiver ohne Zögern ausgeliefert. Der Sky-Werbeclaim: „Das Besondere sehen" gilt scheinbar nichts im eigenen Haus.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

 

Lippische Spitzen, 9. Mai 2010

Die lippische Polizei macht nun endgültig blau. Zunächst werden die 300 Polizisten im Außendienst in die neue Uniform gesteckt, später dann auch der Rest. Die Landesboutique der Polizei hatte die Klamotten vorher ein Jahr lang testen lassen. Versuchen Sie das mal mit dem Kleidungsfachgeschäft ihres Vertrauens hinzubekommen. Eines wären Sie nach dem Probejahr auf jeden Fall: Out.

Die Ortsdurchfahrt durch Lage-Heiden kostet ein Heidengeld - und das nicht zuletzt, weil die eigentlich erledigte Baumaßnahme nun ein Nachspiel erfährt. Teile der Straße müssen noch einmal aufgerissen werden, weil die Baufirma in den Straßenbelag eine Bügelfalte eingearbeitet hat, die sich nun als Sprungschanze erwies. So etwas gibt es übrigens seit ewigen Jahren auch auf der A33 zwischen Sennelager und Stukenbrock. Dort regeln Tempobeschränkungen das Dilemma, die Bügelfalte bleibt.

Das Kinothema ist in Detmold ganz von der Rolle: Während Lage schon bald guckt und knutscht und Popcorn ist, hat Detmold einem interessierten Investor einen Korb gegeben. Der wollte auf die grüne Wiese, die Stadt sieht den kommenden Filmpalast aber auf dem Hasselter Platz. Und wir sind gespannt, ob mal wieder ein Großprojekt im Nirwana verschwindet.

Verschwinden soll auch der Oerlinghauser CDU-Fraktionschef Frank Böning - und zwar aus dem Rat. Das wünschen sich die Grünen im Rat. Der Mann hatte dem Parteitag der Rechtsaußen-Gruppierung „pro NRW" beigewohnt und war mit diesem Besuch am rechten Rand dumpfer - also: dummerweise im Fernsehen aufgefallen, auch wenn er sich notdürftig hinter einer Hand zu verstecken versuchte. Der Mann mag ja tun, was er will - aber er sollte eine klare Furche ziehen, damit Parteiprofile nicht verwischen. Das hülfe auch der CDU.

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 2. Mai 2010

Der Circus Kalletali verlängert die Spielzeit: Vom Bürgermeister verlangt die Mehrheit aus SPD, Grünen und UKB nun den sofortigen Rauswurf des Vorzimmermitarbeiters. Der junge Mann hatte zwar auch schon einmal unter dem früheren SPD-Bürgermeister Klaus Fritzemeier treue Dienste geleistet, ist aber unter CDU-Bürgermeister Andreas Kager in den Ruch der Vetternwirtschaft gelangt. Der Mann im Vorzimmer ist auch in der CDU. Klüngel und die Folgen also auch im Kalletal - nur wie lange erträgt der Ort den Zoff?

Der Interessengemeinschaft Gesundheitsstandort Bad Salzuflen sind die geplanten Bänke für den Konzerthallenvorplatz zu teuer. Jetzt soll alles noch einmal auf ‚null'. Dabei ist es in Deutschland doch gar nicht unüblich, für Bänke, äääh: Banken viel Geld auszugeben.

Eine schlichte Maßnahme greift beim Landesverband Lippe für fast alle Fälle: Gegen leichte Damen an der Lopshorner Allee helfen gefällte Bäume, und Schlagbäume sind es auch, die der Walpurgisnacht an den Externsteinen Einhalt gebieten sollen. Nur ein Gerücht ist, dass ein Schlagbaum auch helfen soll, bei der Auswahl des nächsten Landesverbandsvorstehers etwas sorgfältiger vorzugehen.

Dörentrup mit Stäbchen: Ermittler der Bundespolizei haben dort eine Lagerhalle auf den Kopf gestellt. Es geht dabei um den Visa-Missbrauch durch Chinesen. Aufgefallen war der am Flughafen Hannover. Und nun ermittelt die Polizei gegen eine Frau, die Arbeitskräfte aus China nach Deutschland eingeschleust haben soll. Scheinbar ist die Dame (r)eis-kalt in ihrer Raffgier.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 25. April 2010

Warum nur ist ein Mann in Bad Salzuflen splitterfasernackt in einem Bekleidungsgeschäft aufgetaucht? Na, vermutlich, weil er Klamotten nötig hatte. Aber es kommt noch schlimmer: Im Polizeibericht heißt es wortwörtlich, Zitat: „Er soll auch schon mit Brille und Anzug bekleidet unterwegs gewesen sein." Das ist ja einfach unerhört...

Das DRK in Bad Salzuflen ist nicht ganz unclever im Marketing: Es lud ein zum Menü bei Kerzenschein, Leckere mediterrane Köstlichkeiten in gemütlicher Atmosphäre wurden versprochen. Wie gemütlich nun ein Zentrum für Transfusionsmedizin ist, lassen wir mal dahingestellt. Das die Rotkreuzler viel rot sahen, lag aber wohl auch daran, dass sie heute zu Tisch bitten, wo sie früher schlicht zur Ader ließen.

Der Lemgoer an sich kümmert sich um jeden Dreck: Rund 1.000 freiwillige Helfer haben dem Stadtgebiet einen Frühjahrsputz verpasst. Mit dabei waren 55 Vereine und Organisationen. Teilweise haben historische Trecker den Krempel aus der Stadt gebracht. Dass die Traktoren umweltpolitisch vielleicht auch nicht so ganz das Gelbe vom Ei sind, lassen wir mal unbeachtet - und wundern uns, dass man die Leute mit nem kollektiven Müllerlebnis vom Sofa holen kann. Gut so.

Die Hauptschule Brake in Lemgo will keine Grundschüler. Die wollte ihr nämlich die Stadt zuschanzen, weil sie die schadstoffbelasteten Pavillons der Grundschule dicht machen muss. Und weil die Hauptschulrektorin gerade so in Wallung war, kritisierte sie auch noch eine mögliche Zusammenlegung der Hauptschulen. Die Hauptschule habe keine Lobby, so ihre Meinung. Vielleicht hätte sie aber eine Zukunft - zusammengelegt zum Beispiel.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 18. April 2010

Wussten wir nicht immer schon, dass die Linke ein ziemlich bunter Haufen ist? Deren komplette Bad Salzufler Ratsfraktion hat jetzt allerdings die Linkspartei verlassen und sich zur „Bunten Liste Bad Salzuflen" formiert. Die Mutterpartei habe die Ortspartei seit der Kommunalwahl nicht unterstützt, sagt man über den Grund. Weltverbesserer, die - auch in anderen Parteien ist üblich, dass die Basis die Mutter ernährt und nicht umgekehrt.

Der Teutoburger Wald zieht um: 100 lippische Jungbäume wurden in dieser Woche ins Emschertal nach Oberhausen verpflanzt. Die Schenkung aus Lippe ist ein Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010. Nur böse Zungen behaupten, dass dahinter die Botschaft steckt: Wenn ihr Ruhrpötter nicht zu uns kommt, dann kommt unser Wald eben zu euch.

Zur Generalabrechnung kommt es nun für vier Verantwortliche des früheren Schieder Möbelkonzerns. Anklage wurde in dieser Woche erhoben, wann der Prozess in Detmold am Landgericht startet, ist noch nicht absehbar. Die Justiz muss da erst noch dicke Bretter in Form von Aktenordnern und anderen Beweismitteln bohren. Voller Demuth ist der Schiedergründer nicht gerade: Er macht längst schon wieder andere Möbel-Geschäfte. Vielleicht sind es seine vorerst letzten...

Es war einmal... viel Charme in Kalletal. Seitdem sich die politischen Verhältnisse geändert haben, ist es vorbei mit den parteiübergreifenden Gemeinsamkeiten. Stattdessen Hauen und Stechen um Rässelchen und Förmchen frei nach dem Motto: Setzt du dich auf meine Brille, brenne ich dir ein Loch in dein Sofa. Schön ist das nicht - fürs Vertrauen in Politiker nicht und schon gar nicht für die wirklich drängenden Probleme. Bei denen ist den Bürgern egal, wer sie löst - nur anpacken könnte man das mal wieder.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 11. April 2010

Die lippische Staatssekretärin und Bundestagsabgeordnete Gudrun Kopp leistet Entwicklungshilfe der anderen Art. In der Diskussion um die Kampfdörfer in der Senne fordert sie die Besonnenheit der Beteiligten - um sich dann doch festzulegen. Unerlässlich sei die geplante Übungsanlage und jederzeit rückbaubar. Das sollte sie auch sein, denn je nach Ausgang der britischen Wahlen kann ein Rückzug der Briten schon relativ bald akut werden.

Akut wird's möglicherweise auch für einen Arzt aus Lippe. Der soll den Drogenersatzstoff Methadon gegen Bares an einen Süchtigen abgegeben haben - in Bausch und Bogen. Eigentlich muss der Ersatzstoff unter Aufsicht genommen werden. Der Empfänger soll aber ganze Wochenrationen mit auf den Weg bekommen haben. So hilft die Therapie - dem Arzt.

Erst war man in Lippe beleidigt, dass man den NRW-Tag nicht bekam - nun bekommt man ihn 2012, was auch nicht ganz recht scheint. Kreis und Stadt Detmold hatten sich auf 2014 eingeschossen. Nun gilt es, früher Geld aufzutreiben. Der Clou: Das eh schon bestehende Straßentheaterfestival wird Bestandteil des NRW-Tages. Alter Wein in neuen Schläuchen - nichts dagegen, wenn er schmeckt.

Lippische Schulabgänger machen künftigen Arbeitgebern häufig Probleme durch Unterbelichtung. 61 Prozent der von der IHK befragten Unternehmen beklagen, dass es bei den Abgängern mit dem Rechnen nicht so klappt. Auch der mündliche und schriftliche Ausdruck besteche mehr durch Un- als durch Vermögen. Jeder Zweite ließe zudem geeignete Umgangsformen vermissen. Nach der Generation Golf und der Generation Umhängetasche nun also: Generation blöd?

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, Ostern 2010

 Was für ein Fest. Die dicksten Eier der Region haben sich hier versammelt. Auf der Hitliste auf Platz 1: Damm-Eier. Die Chaostruppe aus Bielefeld lässt weiter Köpfe rollen: Nun musste Sportgeschäftsführer und Interimstrainer Detlev Dammeier herhalten. Der künftige Trainer soll auch der Sportgeschäftsführer sein, begründete der Aufsichtsrat den Schritt. Wichtiger wäre doch die Antwort auf die Frage gewesen: Wann eigentlich spielt Arminia mal wieder, sagen wir mal: Fußball?

Der Bahn ein Ei ins Nest gelegt haben Horn-Bad Meinberger Bürger: „Dieser Bahnhof - ein Schandfleck; zuständig ist die Deutsche Bahn AG" ist die Aufschrift eines Schildes, dass die Bürger an die Bahnstrecke gestellt haben, weil der Bahnhof verwahrlost. Die Bahn wird auch in diesem Fall machen, was sie am besten kann: rumeiern, ignorieren und: zu spät kommen.

Als unbelehrbare Eierköpfe erwiesen sich zwei Detmolder in Münster. Einer von ihnen fuhr mittags gleich dreimal rückwärts gegen einen Baum. Als die Polizei dazu kamen, hatten sie gleich den richtigen Riecher. Die Lipper konnten sich vor Alkohol kaum auf den Beinen halten. Widerständig zeigten sich die kräftig betankten Herren, als es um die Entnahme einer Blutprobe ging. Der Führerschein wurde trotz des Vorfalls nicht einkassiert - es gab gar keinen.

Die Kalletaler Koalition aus SPD, Grünen und UKB will möglicherweise vors Oberverwaltungsgericht ziehen, um doch noch eine Wiederholung der Kommunalwahl für den Ortsteil Lüdenhausen durchzusetzen. Da war während der Stimmauszählung das Wahllokal zeitweise unrechtmäßig verschlossen gewesen. Falsch gelaufen, aber der Sinn der Beschreitung des langen Klageweges bleibt trotzdem gut versteckt.

Finden Sie, was Sie suchen - frohe Ostern. Und dann: Neue Woche, neue Themen. Wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 28. März 2010

Ende im Gelände - am 19. Mai soll der Noch-Landesverbandsvorsteher Andreas Kasper abgewählt werden. Der falsche Doktor fällt langsam - und er fällt weich. Die nächsten fünf Jahre stehen ihm monatlich 5.400 Euro zu, so er keinen neuen Job antritt. Ein neuer Job sei kaum realistisch, äußerte sich Kasper und macht dafür Internet-Suchmaschinen verantwortlich, die seinen Diebstahl geistigen Eigentums auf immer und ewig preisgeben werden. Waren es auch die Internet-Suchmaschinen, die ihm damals die Texte anderer für seine geklaute Doktorarbeit offenbarten?

Ganz zaghaft geht man in Detmold an die Erhöhung der Parkgebühren. Die erste Stunde bleibt alles beim Alten, darüber hinaus soll man für 10 Eurocent nur noch sechs statt bisher acht Minuten Parkzeit bekommen. Kommunale Defizite lassen sich so nicht ausgleichen. Die Mehreinnahmen sollen allen Ernstes in die Erneuerung der Parkscheinautomaten fließen. Ein selbsterhaltendes System. Kaum auszudenken, was passieren würde, wenn man auf die Automaten einfach verzichten würde...

Ein Musiker aus Oerlinghausen hatte seine Geige in einer Ruhrgebiets-S-Bahn liegen lassen. Der 3.000 Euro teure Klangkörper konnte zwei Wochen später wiedergefunden werden - durch ein paar Klicks des Musikers im Internet. Da wurde das Instrument zum Kauf angeboten. Ein getarnter Polizist vereinbarte mit dem Anbieter einen Besichtigungstermin und beschlagnahmte dann das gute Stück. Cleverer Musiker, für den gelten kann: Der Könner surft und geigt.

Wenn man den Kämmerer des Kreises Lippe nach seinem Befinden fragt, müsste man eigentlich zur Antwort bekommen: Geht gerade so. Einmal nämlich noch ist der Haushalt als ausgeglichen über die Bühne gegangen. Geht die Entwicklung so weiter, dann sind im kommenden Jahr die Rücklagen aufgebraucht. Wo das Geld fehlt, muss der Grips ran - so gesehen kann man sich auf den sicher knappen Haushalt 2011 fast schon wieder freuen.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 21. März 2010

Eine wortgewandte auf den Punkt kommende Dame mit Doppelnamen und Bindestrich schrieb uns das hier, Zitat: „...weil die Presse zu unserer Ausstellung und auch danach doch etwas „dürftig" war, möchte ich Sie bitten, noch einmal eine Pressemitteilung zu drucken (...) zumal wir keine Kaninchen oder Hühner ausstellen, sondern nur Frauenkunst." Liebe Frau Doppelname-Bindestrich, wir drucken zwar nichts, verspüren aber durchaus, den durch Ihre Zeilen entstehenden Druck. Und wir freuen uns auf Kaninchen- und Hühnerzüchter, weil das so freundliche Menschen sind...

Vorhang auf für die Schlussvorstellung des Kasper-Theaters: Erst soll der Innenminister prüfen, parallel aber wird schon mal vorsorglich ein Abwahlantrag gestellt und dann wollen die politischen Fraktionen gemeinsame Sache machen, um einen Neuanfang für den Landesverband hinzukriegen. Wie den allerdings der scheidende Landesverbandsvorsteher hin bekommen will, dem bisher noch kein Wort der Entschuldigung über die Lippen ging, bleibt rätselhaft. Seit dieser Woche aber steht fest: aus dem Kasper-Theater wird ein Tourneetheater für den Hauptdarsteller.

Bei der Agentur für Arbeit in Detmold kam auch etwas weg - nämlich 8.000 Euro. Die soll eine Mitarbeiterin bei der Messe „Berufe live" abgezwackt und in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. 8.000 Euro - das sind etwa 22 Hartz IV-Regel-Monatssätze. Wie sich die anfühlen, könnte die Mitarbeiterin erfahren, wenn das Gericht sie entsprechend verknackt. „Berufe live" in anderer Gestalt...

Google Street View bringt Bürger in Wallung, Politiker ins Grübeln und die Rathäuser an die Arbeit: In Lemgo konnte sich der Rat nicht zu einer Resolution gegen die Erfassung von Straßen und Häusern in der Stadt durchringen. In Detmold hat man Google geschrieben, was bei Street View nicht hinein darf. Google interessiert das bisher nicht - und uns interessiert, ob wir nicht mit der echten Welt schon genug zu tun haben, als dass uns die virtuelle auf den Baum bringen kann.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 14. März 2010

Ein lippischer Polizist muss vor den Kadi, weil er das Knöllchen einer Bekannten vernichtet haben soll. Unterdrückung einer Urkunde nennt sich das im Fachchinesisch. Aufgeflogen war die Aktion, als ein Freund der Frau das Ganze mitbekommen hat und daraufhin zur Polizei ging. Sicher, Freundschaftsdienste haben ihre gesetzlichen Grenzen - aber, und da wird die Betroffene auch schon drauf gekommen sein: Auch Freundschaften kommen an Grenzen...

Steckenpferde kann man aus dem Rennen nehmen. Das klappt allerdings nicht, wenn der Antrag keine Mehrheit findet. In diesem Fall unterlag die SPD im lippischen Kreistag. Gewinner ist der Landrat, der weiter über eine ordentliche, ganze Pressestelle, über die Loge in der Lipperlandhalle und über die kostenaufwändig eingeführte Behördenrufnummer 115 verfügen darf. Sparen war auch schon mal einfacher.

Um die Kampfdörfer in der Senne ist genau das entstanden - ein Kampf nämlich. Einerseits ein Kreis Gütersloh, der die britischen Planungen genehmigt hat und die Briten, die schon mal während der Einspruchsfrist das Baggern angefangen haben - andererseits der Naturschutzbund NRW, der genau das für rechtswidrig hält. Nun wird geklagt und der Baustopp beantragt - und der Gerichtssaal wird Kampfdorf, irgendwie.

Wenn's der Kuh zu bunt wird, geht sie auf's Eis. Ziemlich bunt trieb's auch ein 16 - 18jähriger in Detmold-Berlebeck. Er lief im Schnee auf ein Auto zu, rollte sich mit Schwung über die Motorhaube ab und verschwand im Dunkel. Wenn Mutprobe, dann Blödprobe - ansonsten hat der junge Mann vielleicht zu viele von den falschen Filmen gesehen.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 5. März 2010

Der NRW Tag kommt nach Lippe. 2012 sollen Detmold und der Kreis den lang ersehnten Tag ausrichten. Die FDP in Horn-Bad Meinberg schießt jetzt aber quer. Sie fürchtet, dass alle Kommunen sich über die Kreisumlage am Fest beteiligen. Außerdem hat Horn-Bad Meinberg nichts vom NRW Tag, sagen die freien Demokraten. Da frage ich mich - was haben wir von diesem Einwurf? Man könnte auch Fragen: Warum stehen in Detmold Hinweisschilder auf Horn-Bad Meinberg bzw. die Externsteine. Hat Detmold etwas davon?
 
Da haben sich viele zu früh gefreut. Der Brite baut Kampfdörfer in der Senne. Eigentlich hatte man lange gedacht: Die haben kein Geld dafür. Jetzt hat man sogar die Widerspruchsfrist missachtet und ratzfatz Tatsachen geschaffen. Der Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge schimpft und leider muss man wohl erkennen, dass dies wenig bringt. Gebaut werden die Dörfer so oder so.

Voll cool ist eine Idee der Lemgoer St. Nicolai Gemeinde. Nach einem Spendenterminal und Spendeninternetseiten kommt der neuste Clou aus den Hosentaschen der Kirchgänger. Per SMS kann man für die Neugestaltung der Außenanlagen spenden. Es bleibt die Frage - darf ich mein Handy dann im Gottesdienst anlassen und statt Kollekte smsen?

Tolle Vorschläge von einem ehemaligen Landratskandidaten für Lippe und jetzigen Bundestagsabgeordneten. Die Pleite-Griechen sollen doch einfach ihre Inseln vor der Küste verkaufen.
Hmmm... Der Bund der Steuerzahler gibt 1,8 Billionen Euro Schulden für Deutschland an. Liebe Sylturlauber, wenn es nach MdB Frank Schäffler geht, fahren sie besser in den Spreewald. Sylt wird vielleicht schon bald an die Schweizer verkauft.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 28. Februar 2010

 Die Stadt Detmold lädt ein - und zwar die Presse zum Gespräch über den Internationalen Frauentag 2010 und die Auswirkungen in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise auf die Geschlechterverhältnisse. Bitte, was ist da los? Die Erklärung folgt dabei auf dem Fuße, Zitat: „Die Sicherung und Entwicklung der Gleichstellung von Frauen steht dabei im Mittelpunkt." Zitat Ende. Ist nach 30 Jahren Gleichstellungsbeauftragte nicht irgendwann auch mal alles gleichgestellt? Und überhaupt: D i e Wirtschaftskrise ist doch unstrittig weiblich - oder?!

Margot Käßmann ist auch weiblich, 1,54 Promille sind eher ein bisschen kerlig, das Bedauern jedoch ist nicht etwa sächlich - sondern Dutzmännlich. Der Landesuperintendent der Lippischen Landeskirche Martin Dutzmann nämlich ist traurig über den Rücktritt der Bischöfin nach ihrer Trunkenheitsfahrt. Er lobte sie besonders wegen ihrer Haltung zum Bundeswehreinsatz in Afghanistan - und wir finden: vor der versammelten Presse hat sie mit ihrer Rücktrittserklärung ihren Mann oder ihre Frau gestanden. Egal aber auch, jedenfalls ist Margot Käßmann keine Frau von Gejammer sondern von großartiger Haltung.

Die Runde der lippischen SPD-Fraktionsvorsitzenden ist eine reine Männerrunde. Und die befürchtet den finanziellen Kollaps für Lippes Kommunen. Schon in zwei Jahren werde keine mehr einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen. Die Genossen wollen nun eine sinkende Kreisumlage und größere Sparanstrengungen. Wo man noch was sparen könnte? Na, vielleicht kommen sie nach dem Gehörten drauf...

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 21. Februar 2010

Na, das geht ja mächtig nach vorne los: Am SchiederSee wird jetzt die Gastronomie an einen Blomberger Betreiber verpachtet. Im vergangenen Jahr wurde vom Kreis noch der große Wurf angekündigt: Das Freizeitzentrum SchiederSee als Ganzes sollte von einem Holländer vermarktet werden, Musterhäuser bald gebaut werden und überhaupt eine neue Zeit hereinbrechen. Nun sind wir also wieder in der Realität, der See dümpelt, die Tulpen sprießen bald - und noch nicht ein Tulpenkopp hat ein Ferienhaus am SchiederSee gekauft.

Auch durch die Decke kracht Horn-Bad Meinberg. Die Übernachtungszahlen hätten sich im Vergleich zu Lippe und NRW positiv entwickelt, lässt man uns wissen. Um dann zu sagen, dass die Hotelübernachtungen um 5 Prozent runter gegangen seien, die Übernachtungen in Pensionen aber um 5 Prozent rauf. Bleibt unterm Strich ein Minus von 2,7 Prozent. Und wir fragen uns: Gibt minus und minus ein Plus - oder ist das Minuswachstum was Positives, wenn es immerhin Wachstum ist?

Die Straßenmeisterei Halle guckt salztechnisch auf Grund - und lässt so Leopoldshöhe (k)alt aussehen. Der Winterdienst wurde eingestellt. Vielleicht hat der Winter ein Einsehen und stellt sich jetzt auch bald ein. Zwischenzeitlich aber werden Salz-Frachter aus Chile in Hamburg begrüßt als liefe Queen Mary daselbst in den Hafen ein. Der Untergang des Abendlandes bekommt mal wieder Aufschub.

Wo der Salzeinkauf generalstabsmäßige Planung hat missen lassen, zeigt die Detmolder Werbegemeinschaft, wie man sich von Frost zu Frost hangelt. Man gründet die Arbeitsgruppe „Weihnachtsmarkt", um der Stadt endlich was Weihnachtlich-Feierliches angedeihen zu lassen. Politische Vertreter, Polizei und Feuerwehr sollen in der Gruppe auch mitmischen - und wir ahnen: Weihnachten wird auch 2010 kein Wunschkonzert.

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Lippische Spitzen, 14. Februar 2010

In Lemgo hat NRW-Innenminister Ingo Wolf die Kommunen aufgerufen, die einheitliche Behördenrufnummer 115 auszubauen. 20 der bundesweit 25 bisher teilnehmenden Modellregionen lägen in NRW, sagte der Minister stolz. Über fünf Millionen Menschen könnten so auf den Dienst zugreifen. Ihr Aufruf ist ja ganz schön, Herr Minister - Anrufe allerdings wären noch schöner. Aber da hält sich der bisher wenig geneigte Bürger doch ganz schön zurück.

Immer weniger Lipper halten das Geld zusammen, wie das Klischee es eigentlich will. Der Grund ist ebenso einfach wie ernüchternd: Sie haben keines mehr. 470 Privatinsolvenzen gab es in 2009. Mehr Schuldner weist in OWL nur Bielefeld auf. Besonders gut steht im OWL-Vergleich der Kreis Gütersloh da. Was aber nicht heißt, dass da alle mehr haben. Viel mehr haben ein paar wenige ganz besonders viel.

Gesucht wird: mal wieder ein neuer Landesverbandsvorsteher. Der bisherige hatte sich die Aufforderung von CDU, Grünen und Freien Wählern schnell zueigen gemacht, sich beruflich umzuorientieren. Mit diesem Denkprozess wird er ein Weilchen zu tun haben, denn die Aufforderung kam ja nicht von ungefähr: Andreas Kasper neigte in der Vergangenheit zu geistigem Diebstahl. Als neuerlich darüber berichtet wurde, war sich Politik schnell einig: Schluss mit Kaspertheater.

Ganz zuletzt begannen die gespielten Stücke aber auch wirklich zu langweilen: Bei der durch Andreas Kasper abgeschriebenen Doktorarbeit zeigte der Zweitautor auf die Uni, die besser hätte aufpassen müssen. Bei den Schilderungen über zwei abgekupferte Buchtitel zeigte Kasper auf die Medien und sagte: die berichten kampagnenartig. Und wenn der Bauer nicht schwimmen kann, ist die Badehose schuld. Achtung, Zitat, Herr Kasper - und zwar aus Wikipedia: „Kasper ist der komische Held des Kaspertheaters (...) mit derb-naiver Handlung." Zitat Ende. Zumindest derb war das hiesige Theater nicht.

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Lippische Spitzen, 7. Februar 2010

Dummdumm hieß zwar nicht Geschoss, aber es war wohl der Zustand der Schießenden. In Lage hatten sich Unbekannte die Nordwestbahn vorgenommen und für acht Einschüsse gesorgt. Der Zug war vollbesetzt, als fünf Seitenscheiben zerbarsten. Es ist nicht anzunehmen, dass die Täter den Schuss nicht gehört haben - aber trotzdem stimmt es auch irgendwie.

Gänzlich hohl ist auch der Abwurf von Gegenständen von Brücken der A2 oder der A33. Vorgekommen ist das mittlerweile zum dritten Mal - und immer ging es ziemlich knapp an Katastrophen vorbei. Was für die Werfer vielleicht noch Dumme-Jungen-Streich ist, ist für den Staatsanwalt im Zweifel ein Mordversuch. Tödliche Langeweile ist nämlich mehr als eine Formulierung.

Wegen technischer Probleme auf der Strecke Bielefeld - Lemgo hat sich die Eurobahn in dieser Woche bei ihren Fahrgästen entschuldigt. Als Trost verteilte man Schokolade und sagte so merci für die Geduld. Es ist nur ein Gerücht, dass die Fahrgäste wie im Chor angestimmt haben sollen: Ich will keine Schokolade, ich will lieber eine Bahn...

Das Elend ist groß, jetzt fängt auch das Finanzamt an zu jammern: 150 Millionen Euro habe man allein im Finanzamt Detmold im Jahr 2009 weniger eingenommen. Begründet wird's mit der Wirtschaftskrise und Veränderungen bei der Erbschaftssteuer. Und wir fragen uns: Ist das eigentlich eine Nachricht? Und wir suchen nach denen, die im Krisenjahr 2009 deutlich mehr eingenommen haben. Das wäre mal ne Meldung...

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

 

Lippische Spitzen, 31. Januar 2010

Allez hop sagen die Leopoldshöher Grünen und wollen, dass ihre Gemeinde an der Landesinitiative „100 neue Alleen für Nordrhein-Westfalen" teilnimmt. Das sieht gut aus, sorgt für weniger Lärm, weniger Schadstoffe und für weniger Staub, sind die Grünen überzeugt. 80 Prozent der Kosten trägt das Land - und da ist den Grünen dann auch egal, dass Jürgen Rüttgers der obergrüne Ideengeber des Alleenprogramms ist. Bäumchen, wechsle dich...

Um die 400 Menschen aus Lippe mussten im vergangenen Jahr zum Idiotentest - ein paar weniger als im Jahr davor. Den Test müssen hauptsächlich solche Menschen machen, die häufiger mit Alkohol oder Drogen am Steuer aufgefallen waren. Und wenn der Vorturner einer solchen Medizinisch-Psychologischen Untersuchung dann auffordert: Gehen Sie mal über die weiße Linie - dann meint er auch gehen und nicht etwa schniefen...

Geht die SchiederSee-Hoffnung mal wieder baden? Die angeheuerten niederländischen Projektplaner jedenfalls sind mit ihren Aktivitäten kaum spürbar. Sie wollten einen Ferienhauspark bauen, scheitern aber bisher schon am Aufbau ihrer Internetseite. Der letzte Eintrag zum Thema SchiederSee ist von August 2009. Der Tümpel ist eben irgendwie doch ein Saisongeschäft.

Die Salzlagerhalle in Augustdorf ist leer, Nachschub nicht in Sicht. Von einer Notsituation spricht der Bürgermeister und äußert, dass der Lieferengpass beim Streusalz noch weiter anhält. Kritische Geister könnten auf die Idee kommen, dass dem Lieferengpass im Winter ein Bestellengpass im Herbst voraus ging. Nun ist es zu spät - aber auch die Verursacher des Mangels wollen nicht ins Rutschen kommen, ganz gleich wo sie sind.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 24. Januar 2010

Warum hat das Krokodil so einen platten Kopf? Weil der Kasper immer mit der Flitsche drauf haut... Jetzt ging's andersrum: Der Staatsanwalt hat zugeschlagen - auf den Kasper ohne Doktor. Und der steckt den 9.000 Euro schweren Straf-Hieb reumütig weg. Der Landesverbandsvorsteher hat's aber auch nicht leicht: Im Landesmuseum des Landesverbandes wird kommenden Sonntag das Puppenspiel „Kaspar auf geheimnisvoller Spur" gezeigt. Als sei's ein Stück des Staatsanwalts.

Früher fuhren die Deutschen nach Polen, um sich billig mit neuen Zähnen und anderen Schönheitsartikeln zu versorgen. Jetzt soll es auch hier umgekehrt gehen. Ein polnischer Investor will in der Bad Salzufler Klinik am Kurpark eine Klinik für Schönheitschirurgie einrichten. Einer vorher dort geplanten Mutter und Kind-Klinik hatten die Politiker eine Absage erteilt. Vielleicht sind sie ja für Facelifting zu haben - das ließe auch die Stadt gut aussehen.

Eine italienische Parlamentsabgeordnete sorgte hier bei uns für hektische Betriebsamkeit. Dass sich die Mafia ausgerechnet in Detmold breit gemacht haben soll, ließ die einen staunen und die anderen ganz fix dementieren. Was wiederum die italienische Politikerin nicht wundert: Die deutsche und die italienische Staatsanwaltschaft würden nicht gerade gut miteinander arbeiten. Im Hintergrund oder im Untergrund arbeitet die Mafia - oder auch nicht. Irritazione totale...

Alles halb so wild - sagen die Sparkassen in Lippe beim Rückblick auf das Jahr 2009. Sie haben vergleichsweise gute Ergebnisse hingelegt. Doch auch für Bänker gilt: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und da ist auch 2010 kein Ponyhof. Aber gut wird's, wenn die Sparkässler auch 2011 sagen können: alles halb so wild... ewig grüßt das Murmeltier.

Neue Woche, neue Themen, wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 17. Januar 2010

So funktioniert die Annäherung der Kulturen: Da sich beim Hallenfußball auch eine türkische Mannschaft qualifiziert hatte, bot man in Augustdorf auch Hähnchenschnitzel und Geflügelwurst an, Als das Team, nämlich der TSV Horn dann Meister wurde, leerte man ein paar Kisten Bier, die der Vereinsvorsitzende spendierte. Wir lernen: Fleisch kann eine Glaubensfrage sein - Bier ist eine Frage von Durst.

Die St. Nicolai-Gemeinde in Lemgo lässt ihre Mitglieder die Arbeit machen: Im Internet kann der Gottesdienst für den 24. Januar mit vorbereitet werden. Die Geschichte macht Mitläufer zu Mitmachern. Und wir erkennen: Kirche geht modern - oder Kirche geht langsam baden.

Ein Detmolder Musiker ist am Düsseldorfer Flughafen teuer gelinkt worden. Ein Unbekannter lenkte ihn ab, ein Komplize schaffte in der Zeit das Gepäck des Detmolders beiseite. Ein Fagott und zwei Klarinetten im Gesamtwert von 50.000 Euro verschwanden so auf Nimmerwiedersehen. Die Instrumente sind zwar nicht fagotten, aber verloren...

Das Leben ist bunt. Aber ein Swingerclub in der Wilhelmsburg in Lage war dann doch des Bunten zu viel. Nun ist die Immobilie unter den Hammer gekommen. Zugeschlagen hat jemand, um dort ein asiatisches Restaurant zu eröffnen. Und dieser Jemand ist ein Asiate und kommt von Mallorca. Das Leben ist globalisiert.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran. :-)

Lippische Spitzen, 10. Januar 2010

Ganz großes Kino in Schlangen: Dort wurde eine Touristinformation eingeweiht, die auf der Suche nach Hotels hilft und GPS-Geräte verleiht. Die lippische Touristenhochburg Schlangen - wie sehr haben wir sie doch bisher verkannt. Oder helfen die GPS-Geräte, ein Hotel zu finden, weil das nächste brauchbare Haus doch weit von Schlangen entfernt ist?

Der Klima- und Umweltausschuss in Bad Salzuflen hat was gegen Pilze, gegen Heizpilze ganz genau. Die seien Energiefresser und umweltfeindlich seien sie auch. Jetzt hoffen die Politiker auf den freiwilligen Verzicht von Gastronomen und Gästen. Beten, hoffen, warten kann eine Lösung sein, muss aber nicht. Helfen könnte ja auch, wenn man Außengastronomie nur zulässt, wenn das Wetter danach ist. Der Sommer jedenfalls blieb bisher Pilz-frei.

Geht's nach den Grünen in Lemgo, dann ist das so genannte Wachstumsbeschleunigungsgesetz ein Bumerang für den städtischen Haushalt. Eine Million Euro an Belastungen kämen zusätzlich auf den Lemgoer Etat zu und noch einmal 700.000 Euro Anteil an Hartz IV-Geldern. Auch der CDU-Bürgermeister protestiert gegen die vermeintlichen Beschleuniger aus Berlin - wohl mit wenig Aussicht auf Erfolg. Rohrkrepierer hatte es dort in den vergangenen Wochen auch so schon mehr als genug gegeben.

Und doch gibt es Wachstum - an der falschen Stelle. Die Rettungsleitstelle des Kreises Lippe hat 2009 20 Prozent mehr Notrufe entgegen genommen. Und da sind die politisch motivierten Hilferufe noch gar nicht mit drin.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

Lippische Spitzen, 3. Januar 2010

Das neue Jahr ist gut für ein paar neue Vorsätze. Ob daraus dann mehr wird, hängt von den Akteuren ab:

Beispielsweise könnten sich die Kalletaler Streithähne im Rat doch zum Vorsatz gemacht haben, 2010 mal die wirklich wichtigen Dinge anzugehen und für die zu arbeiten, die sie gewählt haben: Für die Bürger. Die Realität aber ist anders: Im Zirkus Kalletali dreht sich seit Wochen alles um die Frage, ob vom Bürgermeister der Vize einen Vize braucht - oder eben nicht. Die Ratsmitglieder vertreten vehement ihre Meinungen dazu, aber nicht den Bürger.

Der TBV Lemgo könnte sich zum Vorsatz gemacht haben, 2010 mal wieder zu gewinnen. Im Moment aber geht's mehr um den Verein an sich, um Vertragsverhandlungen, um Sponsorengelder und um ein nicht gerade wild zum Sieg entschlossenes Team. Wir wünschen uns: Bespaßt endlich mal wieder eure Fans, Sponsoren und Medien - und holpert nicht so durch die Rückrunde.

Unternehmer könnten sich zum Vorsatz gemacht haben, gerade in Krisenzeiten mal wieder über die eigene Ethik nachzudenken. Das würde auch die Mitarbeiter in schwieriger Zeit motivieren. So lange aber Unternehmer wie bei der insolventen OHS in Bad Salzuflen mit ihren Mitarbeitern ein mieses Spiel spielen und klammheimlich Maschinen verschwinden lassen wollen - so lange mag das zwar Vorsatz sein - aber kein guter.

Jugendliche hätten sich vornehmen können, nicht alles zu machen, was ihr Kopf an schwachsinnigen Gedanken produziert. Aber auch hier: Fehlanzeige. In Augustdorf warfen zwei Jugendliche einen Eisklotz in die Frontscheibe eines fahrenden LKW. Es ging glimpflich aus - und für die Jungs flüchtend in den Wald.

Neues Jahr, die Zeiten waren noch nie so schlecht... wie schon immer, Ihnen ein Gutes.

Lippische Spitzen, Weihnachten 2009

Das Frohe Fest galt nicht für alle: Eher ein rohes Fest erlebten die Mitarbeiter der Bad Salzufler Firma OHS Kunststoffverarbeitung. Deren Geschäftsleitung versuchte, nachdem sie die Mitarbeiter in Weihnachtsferien geschickt hatte, die Maschinen abzutransportieren. Die wiederum gehören der Firma SEG in Niedersachsen, beide Firmen gehören demselben Unternehmer. Der wird nun zum Unterlasser, nachdem die OHS am 23. Dezember Insolvenzantrag stellen musste. Mit unternehmerischer Ethik hatte das Ganze nichts zu tun - und wir finden: Gauner muss man Gauner nennen.

Einen Klein-Krieg liefern sich die Bundeswehr in Augustdorf und die Aktion Tier. Die Tierschutzorganisation wirft der Bundeswehr vor, 30 verwilderte Katzen nicht artgerecht zu behandeln. Der Oberst hatte Futterhäuschen versetzen lassen, worauf ihr im Internet vorgeworfen wird, sie liefere die Tiere dem Verhungern aus. Wir stellen im Hinblick auf die Bundeswehr fest: Von Afghanistan nach Absurdistan ist es nur ein kleiner Schritt.

Mobbing, psychische Belastungen am Arbeitsplatz sowie wachsender Leistungsdruck in lippischen Unternehmen und Veraltungen nimmt stetig zu. Sagt der VdK-Kreisverband Lippe-Detmold in einer dreiseitigen Pressemitteilung grammatikalisch etwas holprig. Woran der Verband die Behauptung fest macht, bleibt im dreiseitigen Nebel der Mitteilung verborgen. Bei Kürzungen des sagen wir mal: Artikels ist man allerdings gebeten, den Autoren kurz zu kontakten. Wir fragen uns: Wann fängt eigentlich Leistungsdruck bei Journalisten an - und wann wird's zu Mobbing?

Weniger Mobbing als mehr Sicherheit im Verkehr bedeuten wohl die Sperrungen von Parkplätzen entlang der B1. Die hat Straßen.NRW vorgenommen, so dass Prostituierte in ihren sagen wir mal: Wohnmobilen an der Ausübung ihrer Tätigkeit gehindert werden. Vorher hatte es schon reichlich Unfälle gegeben, weil wuschige Freier den fließenden Verkehr nicht mehr recht im Blick hatten. Die Sperrung ist also quasi ein Verhüterli.

Neue Woche, neue Themen - wir bleiben dran.

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Wetter in Lippe

Freitag, 24.5.2013

Vormittags ist es bei Werten um 7 Grad meist bedeckt, bis zum Abend gi...

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