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Nico-Laurin Schmidt
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Zwischen Begeisterung und Enttäuschung

Das Spiel-Release des Jahres: Cyberpunk 2077

Junge am PC beim Zocken

21. Dezember 2020

  • „Cyberpunk 2077“ ist mit rund 270 Millionen Dollar Kosten eines der teuersten Computerspiele aller Zeiten.
  • 450 Stunden Dialog wurden mit über 120 Schauspielern eingesprochen, Keanu Reeves spielt den untoten Terroristen Jonny Silverhahn.
  • Wegen u.a. massiver Software-Fehler hat Sony das Spiel nach knapp einer Woche schon wieder aus dem Verkauf gezogen.

Der lange erwartete Eintritt in eine düstere Zukunft

Am 10. Dezember 2020 war es endlich soweit: Nach mehrmaliger Verschiebung kam das mit großen Erwartungen belegte Open-World-Action Adventure „Cyberpunk 2077“ endlich auf den Markt. Satte acht Jahre hatte die Gamerwelt auf das Spiel gewartet, das im Mai 2012 zum ersten Mal angekündigt worden war. Dabei ließ der Name schon auf ein umfangreiches Spiel schliessen - Cyberpunk bezeichnet ein Science-Fiction-Genre, das geprägt ist von einer düsteren, pessimistisch gestimmten Welt, in der Konzerne die Macht übernommen haben. Der technologische Fortschritt wird nicht zum Wohl der Menschen genutzt, sondern dient der Überwachung und „zum Tuning lebender Organismen mittels Cyberware“. Die Erwartungen wurden noch zusätzlich geschürt, als im Sommer 2019 bekannt wurde, dass US-Hollywood-Star Keanu Reeves eine wichtige Rolle spielen würde. Das Interesse war entsprechend groß. Nur zwei Tage nach Veröffentlichung soll „Cyberpunk 2077“ mit u.a. mehr als acht Millionen Vorbestellungen schon mehr Geld eingespielt haben, als für Entwicklung und Marketing ausgegeben wurden. Aber…

Riesen-Enttäuschung nach Veröffentlichung

„Nach unseren Gesprächen mit PlayStation wurde die Entscheidung getroffen, den digitalen Vertrieb von Cyberpunk 2077 im PlayStation Store vorübergehend auszusetzen,“ diese wenigen Worte auf der Cyberpunk-Homepage markieren den (teilweise) krassen Fehlstart des so heiß erwarteten Spieles. Der Grund - technische Mängel. Besonders auf Lastgen-Konsolen wie der Playstation 4 soll das Spiel nahezu unspielbar sein, regelmäßige Abstürze und zahlreiche Bugs nerven die Spieler. Die Macher des Spiels schoben zwar schon einen Tag nach der Sony-Entscheidung ein Hotfix nach. Das kann auch eine Reihe von Fehlern beheben, aber der holprige Start von „Cyberpunkt 2077“ kann damit nur bedingt übertüncht werden.

Von Crunch und Epilepsie

Der Start wird aber auch von weiteren Negativ-Schlagzeilen getrübt: So erlitt ein Rezensent beim Spielen einen epileptischen Anfall, Microsoft reagierte mit einem Warnhinweis für „Cyberpunk 2077“. Mitarbeiter des Entwicklerstudios „CD Projekt Red“ sollen überdies in einer Mitgliederversammlung kritisiert haben, dass viel zu früh gemeldet wurde, das Spiel sei fertig. Eine entsprechende Erklärung des Managements im Januar hätte nicht der Realität entsprochen und hätte nur Hektik in die weitere Entwicklung gebracht. Zusätzlichen Zündstoff könnte ein Investor in die kritische Gesamtsituation bringen: Er will eine Sammelklage vorbereiten wegen „Falschdarstellung, um finanzielle Vorteile zu erzielen,“ und sucht dafür weitere Mitstreiter.

Ein bisschen „Blade Runner“, ein wenig Film Noir und jede Menge Dystopie

„“Cyberpunk 2077" ist für uns dann ein Erfolg, wenn Spieler um die ganze Welt es spielen und danach sagen: Das ist eine einmalige Erfahrung, die mich noch lange beschäftigt hat.“ So formuliert Marcin Iwinski, der Gründer des Entwicklerstudios „CD Projekt Red“, in einem Interview seine Erfolgsmaßstäbe. Angesichts der vielen negativen Meldungen klingt das utopisch - ist es aber gar nicht. Denn „Cyberpunkt 2077“ ist - wenn es läuft - ein Meilenstein. Die Spiele-Kritiker sind begeistert von der vielschichtigen und inhaltlich tiefen Geschichte, von der faszinierend-düsteren und ganz eigenen Spielewelt sowie dem reichlich vorhandenen Potential, sich in den Tiefen des Spieles zu verlieren. Willkommen in der Welt von „Night City“.

Eine fiktive Millionen-Metropole

Wir sind im Spiel V. eine kriminelle Söldnerin oder ein krimineller Söldner - ganz nach unserer Wahl - „die oder der sich übrigens als sehr erwachsene, mitfühlende und sympathische Figur entpuppt.“ Gleich zu Beginn müssen wir uns zwischen vier Schwierigkeitsstufen und drei Biografien entscheiden - letztere ist entscheidend für den sich immer wieder ändernden Einstieg des Spieles. Anschließend starten wir - unsere Hauptaufgaben bzw. viele kleinere Missionen in der „Night City“. Das ist - so schreibt es Thomas Lindemann in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung „die heimliche Hauptfigur des Spieles“ (…)“ein dreckiger Moloch. An jeder Ecke stehen Müllsäcke, Graffiti sind an den Wänden zu sehen.“ Auf jeden Fall ist Night City eine unglaublich detailverliebte und stimmungsvolle Szenerie für unsere Aufgaben.

Und Keanu Reeves? Der ist im Spiel Jonny Silverhand, ein Terrorist mit Rockstar-Vergangenheit und seit 50 Jahren tot. Trotzdem spielt er aber eine entscheidende Rolle in „Cyberpunk 2077“. Klingt spannend. Die Tech-Website Heise urteilt abschließend „das Spiel ist wunderschön anzusehen und bizarr zugleich (…) eines der besten Spiele des Jahres“. Und beim Web-Portal Golem heißt es schlicht „Uns fällt kein vergleichbar umfangreiches Rollenspiel ein, das durchgehend eine derart hohe Qualität aufweist.“


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