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Fake News: Wie wir sie selbst erkennen und was wir dagegen machen können

  • Shorts heißt die neue Kurz-Videofunktion von YouTube
  • Shorts startet aktuell zunächst in Indien
  • Shorts wird als Reaktion besonders auf die TikTok-Erfolge bei jungen Usern gesehen

Eine Reaktion auf TikTok
„Shorts ist eine neue Kurzform-Videoerfahrung für Schöpfer und Künstler, die kurze, eingängige Videos nur mit ihrem Handy aufnehmen möchten,“ so startet die „Shorts“-Vorstellung im offiziellen YouTube Blog. Damit klingt die Feature-Konzeption der Google-Tochter sehr stark nach TikTok. Die erfolgreiche App aus China war auch sicherlich ein Motor für die Entwicklung von YouTubes neuem Feature. Kurzfristig muss der Video-Plattform-Riese aber sicherlich nicht um seine Vormachtstellung bangen, zumal die Corona-Krise die Position noch mal untermauert hat: Im Juni konnte YouTube die Benchmark von zwei Milliarden monatlichen Nutzern durchbrechen. Und bei den jungen Usern unter 25 Jahren klicken täglich über 80% bei YouTube vorbei. Doch auch TikTok ist besonders bei den jungen Nutzern immer beliebter, wenn auch auf einem ganz anderen Niveau. Seit Monaten ist die App immer unter den Top Ten der meist heruntergeladenen Anwendungen zu finden (im September wurde bekannt, dass TikTok 100 Millionen monatliche Nutzer allein in Europa verzeichnen kann) und gerade auch viele, junge Kreative tummeln sich auf der chinesischen Kurzvideo-Plattform.

Kurz, „fürs“ Smartphone und erst in Indien
User generated Content war die Geburtsstunde von YouTube, so betont es YouTube in seinem „Shorts-Auftakt-Post“. 2005 wurde „Me in Zoo“ auf YouTube hochgeladen, der 18-sekündige Clip gilt als erstes Video der Plattform. So gesehen kehrt YouTube mit Shorts zu seinen Wurzeln zurück, der Grund ist aber voraussichtlich kein historischer: Es ist TikTok und sein Erfolgsrezept: Kurze Videos auf dem Smartphone produziert,  mit vielen Optionen, diese anschließend zu bearbeiten. Dieser Funktionsmix lockt seit Monaten junge Kreative, junge Nutzer aber auch immer mehr Firmen zu TikTok und es ist eine eigene Bildsprache entstanden. In dieses Umfeld dringt jetzt auch  YouTube vor mit seinem neuen Feature Shorts. Allerdings steht die Beta-Version momentan erst einmal nur in Indien zur Verfügung - ein geschickter Schachzug, ist doch TikTok dort aus politischen Gründen verboten.

Der Kern - Erstellen
Das neue Feature hat drei Schwerpunkte. Das Kernstück ist sicherlich der Bereich Erstellen. Hier können „Kreative und Künstler“, wie YouTube es selbst betont, kurze bis zu 15-sekündige Videos ganz einfach auf dem Smartphone mit einer Multisegment-Kamera aufnehmen und aneinander schneiden. Zur Produktion bietet YouTube seine hauseigene Musikbibliothek an sowie verschiedene andere Tools wie Timer, Countdown und Geschwindigkeitsregler. Darüberhinaus verspricht YouTube, in den kommenden Wochen und Monaten weitere Produktions-Feature anzubieten, die auch auf den Erfahrungen aus Indien fußen.

Werde entdeckt - Anschauen
Im „Werde-entdeckt-Bereich“ wirft YouTube seine ganze Power in die Waagschale. Im Blogpost wird betont, dass zwei Milliarden Nutzer monatlich auf YouTube vorbeischauen, um zu lachen, zu lernen und um sich zu verbinden. Unternehmer hätten ganze Firmen bei YouTube gestartet. Jetzt wolle YouTube „der nächsten Generation junger Entwickler ermöglichen, auch mit Shorts eine eigene Community aufzubauen.“ Um das Entdecken zu erleichtern, wird das Anschauen vereinfacht. Dafür führt YouTube eine neue Watch-Experience ein: Bei Shorts wird vertikal gewischt. Ähnlich wie die TikTok-Nutzer es schon kennen, können nun auch beim neuen YouTube-Feature Shorts die Kurz-Videos vertikal durchgeswipt werden. Dazu kündigt YouTube an: „Es wird noch viel mehr kommen und in den nächsten Wochen und Monaten werden wir weitere Erstellungstools und einfachere Möglichkeiten zum Anschauen von Videos auf YouTube einführen.“

Die Perspektive?
Aus Expertensicht kommt Google/YouTube mit dem Vorstoß ins Kurzvideo-Segment einerseits recht spät: Reels, der TikTok-Nachbau von Facebook, ist schon im Sommer gestartet. Er verfügt über ähnliche Funktionen wie das Original und ist in die Instagram-Anwendung integriert. Zuvor schon haben sich diverse, kleinere Anbieter wie Triller, Dubsmash oder Byte auf dem Markt positioniert und ihre Nutzer-Communities gefunden. Aber andererseits hat der große Konkurrent TikTok gerade viel mit politischen Themen zu tun - der von Trump bekannt gegebene Deal mit Walmart und Oracle ist erst wenige Stunden alt. Und außerdem steht YouTube natürlich für Bewegbild-Content und bietet mit Shorts nun im gleichen Segment „nur“ eine zusätzliches Angebot. Für junge Creator und Künstler könnte zudem der Fakt einer monatlichen Nutzer-Base von über zwei Milliarden Menschen ein starkes Argument sein, Shorts zumindest mal zu testen. Doch vorher testet jetzt erst einmal YouTube auf einem Markt ohne TikTok-Konkurrenz. Wann Shorts dann weltweit ausgerollt wird, ist noch unbekannt.


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