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Tim und Judith
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Was für neue Funktionen kommen mit dem Update?

Update Corona-Warn-App

19. Oktober 2020

  • Heute soll Version 1.5 der Corona-Warn-App starten mit zwei neuen Funktionen.
  • Fast 20 Millionen Menschen haben die App in Deutschland schon auf ihr Handy geladen.
  • Das RKI empfiehlt gerade mit Blick auf die steigenden Infektionszah-len den Download der App.

Bitte eintragen - ab sofort mit Symptom-Tagebuch
Nach übereinstehenden Medienberichten soll die Corona-Warn-App ab heute ein Update mit zwei neuen Funktionen bekommen. Eines davon ist das Symptom-Tagebuch. Darin können wir unsere Symptome - sollten wir uns mit Corona infiziert haben - in die App eingeben. Das erfolgt in einer Art Tagebuch und ist - laut Angaben aus dem Gesundheitsministerium - freiwillig. Die zusätzlichen Angaben sollen die Risikoberechnung der App optimieren und so eine bessere Einschätzung geben, wie hoch das Ansteckungsrisiko mit infizierten Personen für uns war. Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch Instituts (RKI) sagt dazu gegenüber dem ZDF: „Je mehr wir über die Symptome wissen und den Zeitraum der Symptome kennen, desto genauer können wir die Warnungen in der App einstellen.“

Symptome unterscheiden
Herbstzeit ist Erkältungszeit - diese Weisheit kennen wir alle. Aber in Zeiten von Corona bekommt unser verstärktes Niesen und Husten eine ganz andere Schwere - sind diese bekannten Symptome einer Erkältung möglicherweise auch Anzeichen für Corona. Das Robert Koch Institut hat die bekannten Symptome für eine Corona-Erkrankung in einer Liste zusammengefasst, der Patientenservice der kassenärztlichen Bundesvereinigung hat die Symptome ebenfalls in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst.  Hier finden wir auch Informationen, wann ein Corona-Test sinnvoll ist und wer ihn bezahlt.

Grenzenlose Nutzung
Neben dem Symptom-Tagebuch soll das neue Update der Corona-Warn-App aber auch einen weiteren, vielfach geforderten Nutzen bringen. Die App wird über die Grenzen Deutschlands hinaus wirksam. Die EU startet dafür heute eine neue, grenzübergreifende Warnplattform. 13 Millionen Euro kostet das Projekt, das auch von SAP und der deutschen Telekom umgesetzt wurde. Die Plattform soll die bislang nur national funktionierenden Warn-Apps sukzessive vernetzen. Zum Start sind Deutschland, Irland und Italien dabei, Dänemark, Lettland und Spanien sollen als nächstes folgen. Bis Ende 2020 ist so die Vernetzung von 16 Warn-Apps geplant. Die Kopplung soll für die deutschen Nutzer mit dem heutigen, neuen Update automatisch in die App integriert werden.

Und noch ein Tagebuch
Das Symptom-Tagebuch wird aber voraussichtlich nicht die letzte Tage-buch-Funktion der App sein. Nach einem Bericht des Spiegels prüft das Gesundheitsministerium auch die Integration eines Kontakt-Tagebuches. Eine solche Funktion ist in der irischen Warn-App beispielsweise schon integriert. Der Berliner Virologe Christian Drosten hatte ein solches Tagebuch erst kürzlich im preisgekrönten Podcast „Coronavirus-Update“ angeregt: „Das ist nicht aufwendig. Man kann sich jeden Abend zum Beispiel ins Smartphone, in den Notizblock oder auch auf irgendeinem Papierzettel schreiben, wo war ich heute, wo es mir eigentlich nicht ganz geheuer war.“ Damit können wir im Infektionsfall die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung unterstützen.

Die Coronawarn-App - ein Erfolgsmodell?
Nach Angaben des RKIs haben 18.4 Millionen Menschen die App schon runtergeladen (Zahlen vom 20. September), neuere Presseberichte sprechen von 19,6 Millionen Downloads. Damit sind die anfangs angepeilten 50 Millionen Downloads allerdings noch lange nicht erreicht. Zudem trägt wohl nur jede sechste von zehn positiv getesteten Personen das Ergebnis des Tests in die Warn-App ein. Das ist aber unbedingt nötig, damit die App auch wirken und warnen kann - wie es Regierungssprecher Steffen Seibert in einem Video zur Funktionsweise der App betont. Und in den Bewertungen der App in den App-Stores finden sich auch viele kritische Kommentare. Also Idee gut, Umsetzung naja? Henning Tillmann vom digitalpolitischen ThinkTank D 64 und der SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kommen in einem Artikel für die Wochenzeitung Die Zeit zu dem Ergebnis, dass die App seit ihrer Einführung grundlegend funktioniert habe. Aber sie könnte mit einigen Verbesserungen wie dem Kontakt-Tagebuch oder mehr Transparenz bei der Ansteckung noch deutlich besser werden.


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