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Film [Krimi, Drama, Komödie]

Knives Out

Mann auf dunkler Straße mit Schriftzug "Knives Out"

Amazon Prime Video
Krimi, Drama, Komödie

Den Regisseur Rian Johnson verbinden die meisten spätestens seit 2017 mit dem eher kontrovers diskutierten Star Wars-Prequel The Last Jedi. Die meisten fanden den Film entweder fantastisch oder unerträglich - und genau diese Einstellung haben die meisten Zuschauer auch mit ins Kino gebracht, als sie 2019 in Knives Out saßen. 

Ein Genre-Film wie er im Buche steht

Knives Out ist die Personifizierung des Krimi-Genres. Jeder modische Shot, jeder geheimnisvolle Charakter und jeder verworrene Dialog lebt und atmet das Geheimnis. Das Setting könnte klassischer nicht sein. Ein zentraler Mord inmitten einer reichen, hochnäsigen Familie voller düsterer Geheimnisse. “Mord ist Familiensache” wählte man als deutschen Untertitel für den Film, was den Nagel auf den Kopf trifft, denn: im Laufe der Erzählung enttarnen sich beinahe alle Protagonisten als arrogante, egozentrische Unsympathen. Und die kennt man beinahe alle: Toni Collette, Chris Evans, Daniel Craig und Jamie Lee Curtis sind nur einige der Stars und Sternchen, die in dem Film auftreten. Rian Johnson scharrt einen echten Top-Cast um sich.

Spannende Wendungen und ein fesselndes Rätsel 

Wenn man gerade denkt, man weiß, wohin der Regisseur uns führt, ändert sich plötzlich wieder alle - und das mehrfach! Das Drehbuch ist scharfsinnig und unvorhersehbar geschrieben und ist immer wieder für Überraschungen gut. Dabei etabliert es alle möglichen Genres, Auto-Verfolgungsjagden und eindringliche Dialog-Szenen. Langweilig wird einem in den stolzen 130 Minuten Laufzeit bestimmt nicht.

Zu viel des Guten? 

Am Ende ist es vermutlich Geschmackssache, ob Knives Out überzeugt oder nicht. Zwar konnte der Film objektiv weit positivere Kritiken sammeln als Star Wars: The Last Jedi, allerdings trägt auch Knives Out die klare Handschrift von Johnson. Und das ist der teilweise krasse Kontrast der Atmosphären. Manchmal ist Knives Out düster, elegant und bedrückend, dann widerum actionreich, schnelllebig und klamaukig. Zwar ist das ein einzigartiger Mix, den es in dieser Art bei keinem anderen Regisseur gibt, eine wirklich einheitliche Atmosphäre entsteht dabei allerdings nicht. Teilweise fällt es sogar schwer, einzuordnen, in welchem Zeitraum die Geschichte spielt. In dem einen Moment werden noch viktorianisch anmutende Reden geschwungen und im nächsten Dialog wird über Instagram-Influencer diskutiert. Das kann cool und frisch wirken - für mich hat es aber leider verhindert, dass ich mich richtig auf den Film einlassen konnte. 

 

Fazit:  3/5 Löcher im Donut: Tolle Schauspieler, tolles Drehbuch, aber die Umsetzung ist Geschmackssache.