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Streaming-Review: Katla
Serie [Mystery, Thriller]

Katla

Eine Staffel, 8 Episoden
Netflix

Mystery, Thriller

First Episode(s) Review: In diesem Review werden nur die ersten drei Episoden der Serie besprochen.

Ewige, graue Fjorde. Gewaltige Schwaden aus Rauch und Qualm, die wie ein Gipfel in die Höhe steigen. Eine Welt bedeckt von Asche. Auch ohne die Handlung der Netflix-Serie Katla zu kennen ahnt man bereits, was einen erwartet: die trostlose, isländische Szenerie schreit förmlich nach düsteren Geheimnissen und voneinander entfremdeten Charakteren.

Quelle: Netflix

Ein isländisches Original 

Katla spielt nicht nur in Island, sondern wurde auch von isländischer Hand gemacht. Das zeigt sich in typisch kurz angebundenen, skandinavischen Dialogen, einnehmenden Nahaufnahmen und einer emotional eindringlichen Erzählung. Handlungsort ist ein abgeschnittener Ort in Island. Nach dem Ausbruch des Vulkans Katla befinden sich nur noch wenige Forscher und Anwohner vor Ort. Die Eruptionen halten an und enthüllen bald ein finsteres Geheimnis, das unter dem Gletscher schläft. 

Zwischen Schwedenkrimi und Science Fiction-Horror

Die Serie vereint zwei Genres, die erstaunlich gut zueinander passen. Die entlegene, einsame Kulisse bietet sich fantastisch an für ein mysteriöses, übernatürlich angehauchtes Szenario, ohne dabei zu sehr ins fantastische abzudriften. Das Setting und die grundlegende Idee der Geschichte schaffen es, von Anfang an für Gänsehaut zu sorgen. Aber wie so oft liegt die Kunst darin, diese Spannung auch zu halten.

Quelle: Netflix

Es braucht einen langen Atem, um die ersten Folgen der Serie zu schauen. Da hier nur die ersten drei Episoden besprochen werden, kann natürlich nur ein erster Eindruck wiedergegeben werden, aber das Pacing und die Atmosphäre der Serie wirken ab Ende der ersten Folge leider ein wenig einschläfernd. Irgendwann rücken einem die ständigen Nahaufnahmen beinahe ein wenig auf die Pelle und der Soundtrack macht beizeiten eher müde als gespannt. Trotzdem mag man die Serie nicht aufgeben. Immer wieder finden sich emotional eindringliche Szenen, atemberaubende Kulissen und die Faszination für die aschfarbene Szenerie. 

Lohnt sich das Durchhalten?

Die Hauptcharaktere der Serie wirken alle eher müde und abgestumpft, als dass sie die Zuschauer fesseln, und fügen sich damit wunderbar in die Bilder der eiskalten Gletscher ein. Im Hintergrund schwelt die stetig wachsende Sicherheit, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt und dass dieses Etwas früher oder später seinen furchtbaren Lauf nehmen wird. Ob die Serie es schafft, seine Zuschauer bis dahin am Ball zu halten, und dann auch noch den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, ist schwer zu sagen. In jedem Fall ist Katla eher etwas für Fans von langsam erzählten, atmosphärischen Geschichten. Schafft man es, sich auf die Erzählung einzulassen, trifft man auf eine interessante internationale Produktion, die nicht nur einen Einblick in die eigene Kultur bietet, sondern auch eine spannende Storytelling-Idee verwirklicht.

Quelle: Netflix

Fazit: Eingeschränkte Binge-Empfehlung. Für die ersten Episoden von Katla braucht man eine Menge Geduld. Dafür bekommt man aber auch zahlreiche schöne Bilder und ein atmosphärisches Setting.