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Mit dem Fahrrad auf Tour in Lippe

Wir möchten wissen: Wo kommen Radfahrer bei uns im Kreis gut lang, wo haben Verkehrsplaner gute Ideen gehabt und an welchen Stellen gibt es noch Nachholbedarf?

Hier findet ihr nach und nach einige Positiv- und Negativbeispiele aus Lippe und die Geschichten dahinter.

Ihr kennt noch eine Problemstelle oder ein Beispiel, wo es für Radfahrer gut läuft? Schreibt uns über das Formular am Ende dieser Seite.


- Eineinhalb Kilometer Lücke im Radweg an viel befahrener Bundesstraße

Schon seit Jahren fehlt ein wichtiges Stück im Radweg zwischen Lemgo und Kalletal an der B238. Nach Ansicht von Kalletals Bürgermeister Mario Hecker ist es "das gefährlichste Stück" auf der Strecke. Radfahrer müssen hier am Ende des ausgebauten Radwegs auf die Straße wechseln und über die kurvige, schlecht einsehbare und vor allem viel befahrene Straße fahren.

Warum geht es hier nicht weiter?

Hintergrund sind schwierige Eigentumsverhältnisse. Auf Kalletaler Gebiet gibt es noch ein Stück Land, das der Besitzer nicht verkaufen möchte. Auf Lemgoer Gebiet geht es um mehrere Grundstücke. Die Stadt sagt: Wir wollen dranbleiben, weil es für einen Radweg planerisch keine Alternative gibt.

Bauherr des Radweges ist der Landesstraßenbaubetrieb. Von dort hieß es auf Radio Lippe-Anfrage, dass man auf Kalletaler Gebiet voraussichtlich im nächsten Jahr das nächste Stück Radweg bis zu dem kleinen Ortsteil Huxol bauen möchte. Für den Bereich sind die Eigentumsverhältnisse geklärt.

Unser Beitrag aus dem Programm zum Nachhören:


+ Frühzeitig grünes Licht bekommen und verlängern

Lemgo hat ziemlich clevere Lösungen für Radfahrer gefunden: An zwei Ampeln hat die Stadt Druckknöpfe angebracht, über die Radler sich schon vorzeitig Grün anfordern können.

Am Wall können sie die Grünphase damit sogar bis zu drei Mal verlängern.

Am Langenbrücker Tor bekommen Radfahrer passend Grün, indem sie unsichtbare Induktionsschleifen im Radweg überfahren.

Unser Beitrag aus dem Programm zum Nachhören:


- Schmaler Radweg, hohe Bordsteinkanten

Fährt man mit dem Rad von Lemgo nach Detmold entlang der B238, dann wird die Fahrt durch den Ortsteil Klüt schon fast zum Abenteuer. Erst geht es hier über einen sehr schmalen kombinierten Geh- und Radweg, auf dem Radfahrer um die Fußgänger herum Slalom fahren müssen. Dann sagen die Schilder: Bitte Straßenseite wechseln und danach geht's immer schön Bordstein hoch und runter - zum Teil sind das mehrere Zentimeter Höhenunterschied... Nicht gut und nicht ungefährlich für das Fahrrad und denjenigen, der draufsitzt.

Zuständig für diesen Radweg ist der Landesstraßenbaubetrieb. Der sagt: Früher wurde das mal so gebaut, um das Wasser zu leiten, damit es bei viel Regen nicht von der Straße auf den Radweg schwappen kann. Außerdem sollen die Kanten sehbehinderten Menschen als Orientierungshilfe dienen - auch dafür gibt es aber mittlerweile andere, bessere Lösungen.

Wird sich hier bald was ändern? Voraussichtlich nicht - bei Straßen.NRW sei "derzeit nichts in Planung".

Unser Beitrag aus dem Programm zum Nachhören:


- Tschüss, Fahrradstraße... Hallo, verkehrsberuhigter Bereich!

Auf dem Wall in Detmold gab es früher klare Verhältnisse: Eine Fahrradstraße für Radler und zwei Wege für Fußgänger. Das ist nach der Umgestaltung des Bereiches vor einigen Jahren anders und kaum einer weiß es. Damals musste der Versicherer der Stadt das Versicherungsrisiko neu einstufen und hat gesagt: Hier stehen jetzt Spielgeräte zwischen den beiden Wegen, wenn wir die Fahrradstraße lassen, ist uns das Risiko zu hoch. Deswegen hat die Stadt den Wall als verkehrsberuhigten Bereich ausgewiesen, um die Versicherung im Boot zu behalten.

Jetzt darf man mit dem Rad zwar auf allen drei Spuren fahren - das aber offiziell nur in Schrittgeschwindigkeit und man hat auch keinen Vorrang mehr vor Fußgängern. Faktisch wird hier nach Angaben der Stadt nicht kontrolliert, wie schnell ein Radfahrer unterwegs ist - auch, weil sich das wegen fehlender Tachos an Rädern schlecht messen lässt.

Der ADFC und auch der BUND Lippe kritisieren, dass Radfahrer hier, wenn sie mit normaler Geschwindigkeit fahren, unbewusst etwas Illegales tun und nicht darum Bescheid wissen, weil die neue Regelung kaum bekannt ist.


+ Umleitung bei Veranstaltungen

Die Interessenvertreter der Radfahrer hier uns haben sie gefordert und sie hat schon ein paar Mal ihren Dienst getan: die Umleitungsbeschilderung für Radfahrer in der Detmolder Innenstadt, wenn die Ameide wegen einer Veranstaltung gesperrt ist.

Früher gab es nur ein kleines, unübersichtliches Schild (siehe Foto) - jetzt klassische gelbe Umleitungsschilder, die nach Wunsch des ADFC und des BUND immer dann aufgestellt werden sollen, wenn die Ameide für Radfahrer tabu ist. Laut BUND gibt es an 45 bis 70 Tagen im Jahr dort Events - die meisten im Sommer, wenn auch die meisten Radfahrer unterwegs sind. Ortskundige Detmolder bräuchten die Umleitung nicht unbedingt, dafür aber die vielen Touristen, die die Stadt besuchen und dann an der Ameide stranden.

Die Stadt Detmold setzt sich jetzt dafür ein, dass die Umleitungsregelung in den millionenfach geklicken Radroutenplaner NRW aufgenommen wird, damit Touristen schon vor ihrer Anreise informiert sind.


- Umständliche Radwegeführung

An der viel befahrenen Klingenbergstraße in Detmold müssen Fahrradfahrer den Gehweg mitbenutzen und dann innerhalb einer ziemlich kurzen Ampelphase die Kreuzung überqueren. Der ADFC schlägt hier vor, Radfahrer mit auf die Straße zu holen und ihnen frühzeitig vor den Autos schon grünes Licht zu geben, damit sie schnell und einfach über die Straße kommen. Die Stadt Detmold sagt: Hier gibt es zu viel Schwerverkehr, die Radfahrer müssen auf dem Gehweg bleiben. Man wolle noch prüfen, ob sich an der Ampelschaltung etwas verbessern lasse.

Die Woldemarstraße in Detmold endet für Radfahrer abrupt vor einem Sperrbügel - hier muss man dann über einen kombinierten Geh- und Radweg fahren, dann über eine Ampel, wieder auf die andere Straßenseite... Ziemlich umständlich auf jeden Fall! Auf Nachfrage, ob und wann sich da etwas verbessern wird, hieß es von der Stadt, dass man noch keine saubere planerische Lösung gefunden habe. Eine separate Ampelschaltung nur für Radfahrer, um sie sicher und direkt über die Straße zu führen, sei schwierig, weil die grüne Welle dadurch kaputt ginge. Man wolle das Thema aber angehen - wann, konnte man uns nicht genau sagen.


+ Links abbiegen leicht gemacht

An der Kreuzung unterhalb des Klinikums in Lemgo gibt es eine clevere Lösung für Linksabbieger: Sie werden über eine separate Spur und eine separate Ampelphase sicher über die viel befahrene Kreuzung geleitet.


Weitere Beispiele folgen.

Meine Anregung:

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Aktion "Kritischer Punkt"

Mit einem großen Banner stellen sich die Verantwortlichen unregelmäßig an Stellen in Lippe auf, die aus ihrer Sicht kritische Punkte für Radfahrer sind. Ihr wisst auch so eine Stelle? Dann könnt ihr euch die Aktion dorthin holen mit einem Hinweis an rad@kritischer-punkt-lippe.de.

Unser Beitrag aus dem Programm zum Nachhören:

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Letzte Meldung: 20.6. - 14:51 Uhr

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