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Tim und Judith
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Nachrichten aus dem Kreis Lippe

Suche nach Virus-Ursprung: WHO-Experten in China

Das Coronavirus hat sich weltweit seinen Weg gebahnt, aber wo nahm es seinen Ursprung? Ein WHO-Team verfolgt die Spuren und reist nach Wuhan, schraubt im Vorfeld aber schon mal die

Arbeiter in Schutzkleidung sprechen mit Mitgliedern eines Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Flughafen in Wuhan. Das globale Forscherteam soll eine Untersuchung über den Ursprung des Coronavirus durchführen. Foto: Ng Han Guan/AP/dpa

In Wuhan eingetroffen

Wuhan (dpa) - Ein Team von Experten, die im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach den Ursprüngen des Coronavirus forschen sollen, ist am Donnerstag in der zentralchinesischen Stadt Wuhan eingetroffen.

Nach der Ankunft wurden die Forscher auf das Coronavirus getestet und müssen sich zunächst zwei Wochen in Quarantäne begeben. Um die Reise hatte es ein langes Tauziehen gegeben, so dass sich die Ankunft hinausgezögert hatte.

Zwei Experten des internationalen Teams dürfen nach einem Medienbericht allerdings nicht einreisen. Wie das «Wall Street Journal» am Donnerstag berichtete, verhinderten chinesische Beamte beim Transit in Singapur, dass zwei Wissenschaftler an Bord des Flugzeugs nach Wuhan gingen.

Ihr Gesundheitstest vor dem Abflug habe Covid-19-Antikörper gezeigt, was auf eine vorausgegangene Infektion hindeutet. Der Coronatest sei hingegen negativ gewesen, berichtete das Blatt unter Hinweis auf informierte Personen. Die anderen Mitglieder des rund 15-köpfigen Teams trafen in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ein.

Gemeinsam mit chinesischen Wissenschaftlern wollen die Experten erkunden, ob das Virus zu seiner Quelle zurückverfolgt werden kann. In der Metropole Wuhan waren vor mehr als einem Jahr die ersten Infektionen mit dem neuen Sars-CoV-2-Virus entdeckt worden, der weltweit Dutzende Millionen Menschen infiziert hat. Mehr als 1,9 Millionen Menschen sind nach offiziellen Statistiken schon gestorben.

Mitglieder des WHO-Teams haben im Vorfeld der Reise aber schon die Erwartungen heruntergeschraubt. Es gehe vor allem darum, im Austausch mit den chinesischen Kollegen zu schauen, welche Spuren noch verfolgt werden könnten, hieß es. Die erste Reise diene auch nur dazu, in einer ersten Phase zu schauen, was schon alles an Forschung laufe und an Daten vorliege, um dann einen Plan für die zweite Phase zu machen.

Die Suche nach dem Ursprung des Virus gilt als politisch brisant. China fürchtet, als Schuldiger für die Pandemie angeprangert zu werden. Seit Monaten streuen chinesische Behörden daher Zweifel, ob das Virus überhaupt aus China stammt. Es wird auf unbestätigte Berichte verwiesen, dass es mögliche Infektionen schon vorher in anderen Ländern gegeben haben könnte. So müssten WHO-Experten auch in andere Länder reisen, teilte ein Außenamtssprecher mit.

Chinas Propaganda verbreitet auch die These, dass das Virus über gefrorene Lebensmittel nach China eingeschleppt worden sein könnte. Es wird auf heutige Viruspuren auf importierten Tiefkühlwaren verwiesen. Doch ist unter Wissenschaftlern strittig, ob diese Spuren für eine Infektion ausreichen. Ausländische Forscher verdächtigen hingegen weiter Fledermäuse aus Südchina, die auch von chinesischen Behörden lange als möglicher Ursprung genannt worden waren.

© dpa-infocom, dpa:210114-99-20635/3