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Nachrichten aus dem Kreis Lippe

Leipzig rettet trotz Werners Torflaute Remis

In Sachen Fußballtaktik, Umschaltspiel und Ballbesitz war es ein Lehrstück, in Sachen Chancenverwertung eher ein Trauerspiel.

«Geiles Fußballspiel»

Leverkusen (dpa) - RB Leipzigs Nationalspieler Timo Werner hatte in dieser Saison schon bessere Tage als in seinem Jubiläumsspiel gegen Bayer Leverkusen.

Als seine Mannschaft nach einem rassigen und abwechslungsreichen Fußballspiel am Ende noch das 1:1 rettete und einen Punkt gewann, war der nach einer Stunde ausgewechselte Werner in seinem 100. Bundesligaspiel für seinen Club schon nicht mehr auf dem Platz. Zuvor hätte er in dem Spitzenspiel die Weichen auf Sieg stellen können, doch wie schon beim 0:2 in der Champions League gegen Olympique Lyon vergab der Mittelstürmer in Leverkusen zwei Riesenchancen kläglich.

«Wir hätten in der ersten Halbzeit sehr hoch in Führung gehen müssen. Wir müssen nicht jede Chance machen, aber wenn wir zwei von fünf machen, steht es 2:0», meinte Trainer Julian Nagelsmann, der die schlampige Chancenverwertung fassungslos am Spielfeldrand zur Kenntnis nahm. Wie es dann so läuft, geht der Gegner in Führung und mit drei neuen Stürmern schafften die Leipziger doch noch den Ausgleich und bleiben auswärts weiterhin unbesiegt.

Dass Werner nach einer Stunde vom Platz musste, erklärte Nagelsmann auch mit Belastungssteuerung. «Er hat bislang fast jede Minute gespielt und wird in der Nationalmannschaft sicher auch noch einige Minuten bekommen», sagte der RB-Coach.

Ausgerechnet dem für Werner eingewechselten Christopher Nkunku gelang mit einem raffinierten Heber der Ausgleich. «Da war auch ein bisschen Glück dabei», sagte der Torschütze, der später den Leverkusener Mittelfeldspieler Charles Aranguiz wohl schwerer verletzte, als er mit gestrecktem Bein in die Schussbewegung des Chilenen ging. «Das tur mir sehr leid», sagte Nkunku, der sich gleich nach der Partie in der Kabine bei Aranguiz entschuldigt hat. Weitere Untersuchungen sollen die Schwere der Fußverletzung ergeben.

Vor dem späten, aber verdienten Leipziger Ausgleich setzte der wesentlich auffälligere Mittelstürmer an diesem Nachmittag eine weitere Duftmarke. Der Leverkusener Kevin Volland, der im Kalenderjahr 2019 mit 12 Treffern und 13 Vorlagen bester deutscher Scorer ist, erzielte mit seinem vierten Saisontreffer das 1:0. Schon in der vergangenen Saison war er mit 26 Punkten der viertbeste Scorer der Liga vor Werner (25) - zur Nationalmannschaft wurde aber wieder der Leipziger Stürmer eingeladen. Volland absolvierte das letzte seiner bislang zehn Länderspiele am 15. November 2016 gegen Italien.

Werner kommt immerhin auf sieben Treffer in seinen bislang zehn Pflichtspielen und erzielte dabei sogar einen Dreierpack - in den letzten vier Spielen traf der 23-Jährige aber nicht mehr. Für Nagelsmann kein großes Problem, denn schließlich ging der Matchplan des Trainers auf und in Nkunku hat er den Torschützen zur rechten Zeit eingewechselt. Am Ende war der Leipziger Trainer aber doch hin- und hergerissen. «Ich bin schon traurig, dass wir nicht gewonnen haben, aber ich bin auch froh, dass es ein geiles Fußballspiel war.»