Responsive image

on air: 

Philipp Bernstein
---
---
Nachrichten aus dem Kreis Lippe

Spektakel mit Fangesängen: Eintracht nah an Königsklasse

Eintracht Frankfurt hat das Spitzenspiel der Bundesliga spektakulär gewonnen und nähert sich mit großen Schritten der erstmaligen Champions-League-Teilnahme.

Die Frankfurter bejubeln das 4:2 von Erik Durm (unten). Foto: Thomas Frey/dpa

28. Spieltag

Angeführt vom Sturmduo Luka Jovic und André Silva besiegte der Tabellenvierte aus Hessen den VfL Wolfsburg mit 4:3 (2:1) und rückt damit bis auf einen Zähler an die Niedersachsen heran. Daichi Kamada (8. Minute), Jovic (27.), Silva (54.) und Erik Durm (61.) erzielten die Tore für die Eintracht, die eine Woche nach dem 2:1 in Dortmund die nächsten wichtigen Punkte für eine Königsklassen-Premiere sammelte.

Wolfsburg ging trotz eines starken Auftritts und zahlreicher Chancen erstmals nach drei Liga-Siegen in Serie wieder als Verlierer vom Feld. Das Führungstor des stark aufspielenden Nationalspielers Ridle Baku (6.) sowie die Tore von Wout Weghorst (46.) und Maximilian Philipp (85.) genügten nicht, um den Vorsprung auf den Verfolger zu halten oder sogar auszubauen.

Davor hatte der VfL die vier vergangenen Gastspiele in Frankfurts WM-Arena für sich entschieden. Mit 54 Punkten ist das Team von Oliver Glasner aber weiter auf Kurs Richtung Champions League, die Verfolger aus Dortmund und Leverkusen liegen nach einigen Patzern schon ein deutliches Stück zurück.

Vor coronabedingt leeren Rängen fiel nicht nur das hohe spielerische Niveau beider Teams auf, sondern auch lautstarke Fangesänge der Eintracht-Anhänger. Diese hatten sich vor dem Stadion postiert und legten pünktlich zum Anpfiff mit ihren Anfeuerungen los. In der Halbzeit waren vor den verriegelten Eingängen rund 75 Fans zu sehen, auch nach der Pause sangen sie munter weiter.

Auf dem Rasen hatte zunächst der VfL die ersten Akzente gesetzt. Die Führung durch Baku nach einem schönen Distanzschuss ins lange Eck war nur die logische Folge. Vorher hatte Eintracht-Keeper Kevin Trapp schon mit einer Fußabwehr gegen Yannick Gerhardt (3.) pariert.

Frankfurt hatte mit der enormen Wucht der Gäste zwar große Probleme, antwortete aber auf die eigene Art: mit großer Offensivklasse. Der schnelle Ausgleich nach Bakus Führungstor war Beweis der hohen Spielkunst, die Chefcoach Adi Hütter in den vergangenen Monaten gefördert hat. Nach Hereingabe von rechts ließ Sebastian Rode den Ball durch seine Beine rollen, Kamada vollendete präzise ins Eck.

Es entwickelte sich ein offenes Spiel, bei dem Wolfsburg immer wieder gefährliche Szenen hatte. Baku und Torjäger Weghorst (20.) schossen nur knapp am Tor vorbei, bevor Jovic nach exzellenter Vorarbeit von Sturmkollege Silva mit sattem Abschluss für das zweite Frankfurter Tor sorgte - die Partie war gedreht.

Auch nach dem Wechsel blieb das Duell packend - und reich an Höhepunkten. Weghorst traf direkt mit einem abgefälschten Schuss zum in dieser Phase verdienten Ausgleich. Doch die Eintracht ließ nicht locker und erspielte sich Chance um Chance. Erst erzielte Silva sein 23. Saisontor, kurze Zeit später vergab er eine 100-prozentige Gelegenheit an den Pfosten, doch den Nachschuss verwandelte der 2014er-Weltmeister Durm zum 4:2. Das Anschlusstor von Philipp kam für eine echte Aufholjagd zu spät.

© dpa-infocom, dpa:210410-99-154087/2