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Nachrichten aus dem Kreis Lippe

Keane wecken Erinnerungen an frühe Hits

Es gibt ein neues Album von Keane, nach sieben Jahren Pause. Damit wollen die Briten an alte Erfolge anknüpfen.

Die Balladenmacher

Berlin (dpa) - Es war ein kometenhafter Aufstieg, den die südenglische Indiepop-Band Keane vor 15 Jahren hinlegte. Charakteristisch war ihre ganz eigene Mischung aus akustischen Klavierklängen, Melodramatik und wuchtigen Sounds.

Pausbäckig und mit fast noch knabenhafter Stimme sang Tom Chaplin das hingebungsvolle «Somewhere Only We Know» und «Bend And Break», während Tim Rice-Oxley sein Klavier bearbeitete.

In Großbritannien wurde «Hopes And Fears» einer der meistverkauften Alben des Jahres 2004. Auch in Deutschland schaffte es eine Single nach der anderen in die «Hot Rotations» der Radiosender. Fünfmal Platz eins der britischen Album-Charts, 37mal Platin, 13 Millionen Verkäufe - das ist die glanzvolle Seite der Bandgeschichte.

Auf der Schattenseite liegen Streitigkeiten und schwere Drogenprobleme von Sänger Chaplin. Einmal, die Band tourte in Japan, machte er sich von jetzt auf gleich mit dem Flugzeug davon, um allem zu entfliehen.

Jetzt meldet sich die Band mit «Cause And Effect» zurück, sieben Jahre nach ihrem letzten Studioalbum. Die Pausbacken sind längst weg, Chaplins Stimme klingt reifer. Die wuchtige Produktion, die oft leicht verzerrten Klänge und vor allem die großen Melodiebögen sind geblieben, wobei sie manchmal in plätschernde Beliebigkeit abgleiten. Der Sound ist inzwischen fast komplett elektronisch, mit reichlich Anklängen an die 80er, das goldene Jahrzehnt des Synthie-Pops.

Thematisch dreht es sich wie auch beim Debüt-Hit ums Zerbrechen von Geliebtem. Songwriter Rice-Oxley sagt: «Damals ging es um eine Trennung, bei der ich 19 war. Es ist ein bisschen anders, wenn man älter ist und Kinder hat - deine ganze kleine Welt verschiebt sich auf ihrer Achse.» Doch auch wenn sich die ganze Welt zu verschieben scheint: Die Ballade ist bei Keane noch immer in guten Händen.