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Oliver Behrendt
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Studioblog

Die Lolli-Tests an Schulen - so funktioniert's

Es ist die vermutlich größte Corona-Massentestung mit PCR-Tests weltweit: Ab Montag werden alle Grund- und Förderschüler in NRW zweimal die Woche per Laborbefund getestet. Das heißt: Eben nicht mit einem Schnelltest.

So läuft es mit den Lollitests ab

Die Proben der Lollitests, die ab Montag (10. Mai) in NRW-Schulen durchgeführt werden, werden morgens schnell entnommen und dann per Kurier ins Labor geschickt. Für 735.000 Kinder - zwei mal in der Woche. Und das beste: Die Tests sind nicht unangenehm für die Kinder und der Ablauf sogar sehr simpel.

Es muss nichts durch die Nase oder den Mund bis zur Rachenwand durchgeschoben werden - die Schüler muss sich quasi selbst eine Speichelprobe entnehmen, erklärt Schulminister Gebauer: "Diese ganzen Abstriche einer gesamten Lerngruppe kommen in einen Behälter, der wird von einem Kurier zum nächsten Labor gefahren, dort über Nacht ausgewertet und dann weiß man, ob mindestens eine der Proben positiv ist." Übrigens sind das ja PCR-Tests und keine Schnelltests - das heißt, die sind um ein Vielfaches genauer und sicherer.

Wie der Lollitest abläuft erfahren Eltern und Kinder in diesen Erklärvideos.

Lollitest: Wer positiv ist, ist nicht bekannt - vorerst

In der sogenannten Pooltestung wird sozusagen anonym sammelgetestet. Das geht schnell und ist günstiger. Das Testergebnis muss immer bis zum nächsten morgen um 6 Uhr bei der Schulleitung vorliegen. Sollte es eine Positiv-Testung geben, dann müssen alle Kinder dieser Lerngruppe erstmal kontaktiert werden und zu Hause bleiben. Sie müssen dann zu Hause einen weiteren Lollitest machen. Diese Probe muss bis 9 Uhr am selben Tag noch bei der Schule abgegeben werden und wird so ausgewertet, dass man sehr wohl dann weiß, welches Kind länger in Quarantäne muss und welche Kinder weiter in den Präsenzunterricht dürfen. 

Lollitest: Der organisatorische Aufwand

Alle Grundschulen müssen zunächst ihren Rhythmus von Präsenz- und Distanzunterricht anpassen. Zwangsläufig muss es so sein, dass auf einen Präsenztag immer ein Distanztag folgt, damit diese Pooltestungen von der Logik her funktionieren. Es gab aber auch NRW-Schulen, die mal zwei Präsenztage hintereinander hatten - hier muss umgestellt werden. Die Kommunikationswege sind ebenfalls eine große Herausforderung. Wie soll zum Beispiel die Schulleitung alle betroffenen Eltern innerhalb weniger Stunden erreichen und informieren - wohl gemerkt "WhatsApp" zum Beispiel darf nicht verwendet werden. Zurzeit wird im Moment also im Hintergrund noch viel hin- und her organisiert.

Autor: Jose Narciandi

Astrazeneca für alle freigegeben: das müsst Ihr wissen

Die Menschen in Deutschland können sich in ihrer Arztpraxis künftig ohne Priorisierung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Wir haben das Wichtigste für euch zusammengefasst.

Impfwillige können sich nach dem Willen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den Ländern künftig ohne Rücksicht auf die gültige Vorrangliste gegen Corona impfen lassen können - wenn sie sich für Astrazeneca entscheiden. Das haben Bund und Länder am Donnerstag (6. Mai) beschlossen. Was zu beachten ist und alles Wissenswerte zum Impfstoff Astrazeneca findet ihr in diesem Artikel

Astrazeneca für alle

Bundesweit wird für die Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff künftig keine Priorisierung mehr gelten. "In den Arztpraxen können

Impfungen mit diesem Impfstoff an Impfwillige (...) ausschließlich nach ärztlichem Ermessen erfolgen", heißt es im Beschluss. Der Bund beruft sich dabei auf

einen Passus der Impfverordnung. Demnach kann von der Reihenfolge etwa nach Alter, Vorerkrankungen und Berufsgruppen abgewichen werden, wenn dies für eine effiziente Organisation oder eine zeitnahe Verwendung vorhandener Impfstoffe notwendig ist.

Nutzen und Risiken von Astrazeneca

Der britisch-schwedische Hersteller war immer wieder in den Schlagzeilen - obwohl Experten dessen Impfstoff Vaxzevria für gleichermaßen geeignet halten wie die Vakzine anderer Hersteller. Beim Einsatz in jüngeren Altersgruppen traten 4 bis 16 Tage nach der Impfung selten teils tödliche Blutgerinnsel im Gehirn auf. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) den Einsatz für Menschen ab 60 Jahren. In der Altersgruppe falle die Nutzen-Risiko-Abwägung "eindeutig zu Gunsten der Impfung" aus. Denn mit dem Alter steigt das Risiko für schwere und tödliche Verläufe. Auch für Jüngere ist die Impfung mit dem Präparat aber möglich - "nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten", so die Impfkommission. Laut Robert Koch-Institut wurden inzwischen rund 6,3 Millionen Astrazeneca-Dosen geimpft. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurden 9,3 Millionen Astrazeneca-Dosen an Länder und Großhändler ausgeliefert.

Priorisierungsgruppen an sich

Die Impfkommission plädiert dafür, zunächst weiter an der Bevorzugung besonders gefährdeter Gruppen bei den Impfungen festzuhalten. Es gebe

bei anhaltend hoher Impfbereitschaft einen "noch beträchtlichen Anteil an impfbereiten Personen mit hohem Risiko für einen schwerenCovid-19-Verlauf, die noch keine Möglichkeit zur Impfung hatten". Das betreffe viele 70- bis 79-Jährige und noch mehr 60- bis 69-Jährige - insgesamt Millionen Menschen. Auch bei jüngeren Vorerkrankten sei nur etwa ein Viertel einmal geimpft. Wenn zunehmend Impfstoff verfügbar werde, könnten in den nächsten Monaten Priorisierungsstufen regional zeitversetzt angepasst werden. Voraussichtlich im Juni soll die Priorisierung laut Spahn in Deutschland aufgegeben werden.

Flexibilität

Künftig kann ein Arzt in Absprache mit dem Impfling freigestellt werden, den Abstand für eine Astrazeneca-Zweitimpfung zwischen vier und zwölf Wochen festzulegen.

Astrazeneca-Geimpfte müssten dann weniger lang warten bis zum Wegfall von Corona-Einschränkungen. Erleichterungen für Geimpfte passierten nun den Bundestag und sollen an diesem Freitag im Bundesrat besiegelt werden. Allerdings hätten Astrazenca-Geimpfte im Fall einer früheren zweiten Spritze den Nachteil einer womöglich geringeren Wirksamkeit. Die Impfkommission empfiehlt für das Präparat nämlich einen Abstand von 12 Wochen zwischen erster und zweiter Dosis. Hintergrund sind

Beobachtungen, dass der längere Abstand zu einer besseren Wirksamkeit führt. Die Wirksamkeit einer zweimaligen Impfung im Abstand von vier bis acht Wochen liege laut einem Bericht der europäischen Zulassungsbehörde EMA bei 50,4 Prozent. Bei 12 und mehr Wochen steige sie auf 72,1 Prozent bis 82,4 Prozent an.

Impfungen für 12-16 Jährige

In Kanada darf der zunächst erst ab 16 freigegebene Impfstoff von Biontech/Pfizer bereits 12- bis 15-Jährigen verabreicht werden. In den USA könnte die Zulassung ab 12 schon in den kommenden Tagen erfolgen. Die europäische Zulassungsbehörde EMA will ihr Votum im Juni abgeben. Eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA hatte eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt. Laut Beschlussentwurf des Bundes für die Runde mit den Ländern soll das Ziel beschlossen werden, allen 12 bis 18-Jährigen bis zum Ende der Sommerferien ein Impfangebot mit Biontech zu machen. Für Erst- und Zweitimpfung dieser Jahrgänge seien etwa zehn Millionen Dosen notwendig. Die Länder sollen entsprechende Konzepte erstellen -  beispielsweise mit ausdrücklichen Einladungen in die Impfzentren oder Reihenimpfungen in den Schulen.

Text: dpa

Klimaneutral bis 2045 - was heißt das?

Klimaneutrales Deutschland - ein Ziel, das sich die Bundesregierung bis zum Jahr 2045 gesetzt hat. Aber was heißt eigentlich genau klimaneutral - und wie will man dieses Ziel erreichen? Fragen, um die es unter anderem heute Nachmittag bei Mara Wedertz geht.