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Natascha Wittmaack
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Studioblog

Omikron: So zuverlässig sind die Antigen-Schnelltests für zuhause

In den vergangenen Tagen wurde die Präzision von Antigen-Schnelltests in Frage gestellt, da sie offenbar nicht oder nur gering auf die Omikron-Variante anschlagen. Das Paul-Ehrlich-Institut hat sich über 200 verschiedene Schnelltests angeschaut und sie ausgewertet.

Antigentests stehen gerade im Fokus der Aufmerksamkeit. Das sind die Schnell- und Selbsttests für zu Hause. Viele haben sich gefragt: Wie zuverlässig sind diese Antigentests, sodass sie auch die Omikron Variante erkennen können? Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat über 250 Tests untersucht und ist auf das Ergebnis gekommen: Circa 80 Prozent der Tests erkennen die Omikron-Variante. PEI-Leiter Klaus Cichutek hat sich gegenüber dem "ZDF" wie folgt geäußert: "Wir haben über 250 Tests inzwischen evaluiert, vergleichend evaluiert und dabei festgestellt, dass mindestens 80 Prozent all der Tests die wir auf dem Markt haben tatsächlich das höhere Level schaffen."

Wie einzelne Tests abschneiden, könnt ihr sehen, wenn ihr auf diesen Link klickt

Die Sensititvität der Antigen-Schnelltests

Bei der Zuverlässigkeit von Corona-Tests sind zwei Werte wichtig. Der eine ist die Sensitivität, der andere die Spezifität. Einfach formuliert sagt die Sensitivität, wie zuverlässig ein Test eine Infektion erkennt. Die Spezifität gibt an, wie viele Nicht-Infizierte auch wirklich ein korrektes, negatives Ergebnis erhalten also, dass Gesunde auch als Gesunde erkannt werden. Es sind ja wahnsinnig viele Tests auf dem Markt und da gibt es schon Unterschiede in Sachen Feintuning.

Ein Beispiel: Wir haben uns auf der Tabelle vom Paul-Ehrlich-Institut mal die Werte von dem Test angeschaut, von dem wir ein paar Exemplare aus dem Drogeriemarkt haben. Dieser Test weist eine sehr hohe Zuverlässigkeit aus, bei sehr hoher Viruslast. Bedeutet: Wenn man vor Corona-Viren nur so strotzt, dann findet der Test das zu 100 Prozent heraus. Eine Stufe weniger - bei einer hohen Viruslast - sind wir nur noch bei 48 Prozent, bei einer niedrigen Viruslast findet der Test gar nichts mehr und landet bei 0 %. Das ergibt eine Gesamtsensitivität von 56 Prozent.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ein negativer Selbsttest nicht zwangsläufig bedeutet, dass man nicht infiziert ist, es kann auch sein, dass man im Moment des Test einfach nur zu wenig Viren in sich trägt, als dass die erkannt werden könnten. Das Paul-Ehrlich-Institut weist aber auch darauf hin, dass die Antigentests auch nur dafür entwickelt wurden, Menschen mit sehr hoher Viruslast schnell und einfach zu identifizieren.

Autoren: Timo Schnitzer und Joachim Schultheis

Vor zehn Jahren: Leiche von Arzu Özmen gefunden

Es war einer der erschütterndsten Ehrenmorde der Republik: der Fall Arzu Özmen.

Die damals 18-jährige Jesidin aus Detmold wurde von ihrer eigenen Familie verschleppt und hingerichtet - weil sie einen jungen Mann liebte, der kein Jeside ist.

Vor zehn Jahren (13.1.2012) wurde Arzus Leiche gefunden - nach monatelanger Suche. Einer ihrer Brüder wurde später zu lebenslanger Haft verurteilt, ihr Vater zu sechseinhalb Jahren.

Der Fall Arzu als Podcast in der Reihe "Verbrechen von nebenan" - Folge 18: Hingerichtet. Der Tod von Arzu Özmen.

Ab Donnerstag in NRW: 2G-plus in der Gastronomie

Ab Donnerstag gelten in Nordrhein-Westfalen weitreichende neue Zugangsbeschränkungen. Auch Grundimmunisierte und Genesene dürfen viele Bereiche dann nur noch betreten, wenn sie zusätzlich einen negativen Test vorlegen (2G-plus-Regel). Wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ankündigte, wird das unter anderem für die Gastronomie, den Freizeit-, Sport- und Fitnessbereich gelten.

Selbsttest unter Aufsicht möglich

Neu: vor Ort kann auch ein Selbsttest unter Aufsicht durchgeführt werden. Die Aufsichtspersonen können allerdings keine Testnachweise ausstellen, die auch andernorts zum Eintritt berechtigten, heißt es vom Gesundheitsministerium.

Geboosterte brauchen keinen Test

Menschen mit Corona-Booster-Impfung werden demgegenüber in vielen Bereichen von der zusätzlichen Testpflicht befreit. Wer die Auffrischungsimpfung hat, muss demnach unter anderem im Freizeitsport keinen Test mehr vorlegen. Diese Erleichterung werde in NRW auch für diejenigen gelten, die zweimal geimpft und genesen seien, sagte Laumann. Sie könnten ebenso wie Geboosterte Sport treiben oder Gaststätten besuchen, ohne einen zusätzlichen Test machen zu müssen.

Als Personen mit Auffrischimpfung gelten in der Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) Geimpfte, die eine Drittimpfung mit einem der Vakzine von Biontech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca beziehungsweise nach einer Impfung mit dem Stoff von Johnson & Johnson eine weitere Dosis erhalten haben. Den RKI-Zahlen zufolge hat in NRW annähernd jeder zweite Einwohner bislang eine Auffrischungsimpfung erhalten - insgesamt mehr als 8,2 Millionen.

Ähnliche Regeln gelten in anderen Bundesländern schon jetzt

In einer Reihe von Bundesländern gelten entsprechende 2G-plus-Regeln schon heute (Dienstag), etwa in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und in Hessen zumindest in Corona-Hotspots. Bund und Länder hatten sich in der vergangenen Woche mehrheitlich auf entsprechende Verschärfungen geeinigt.

Veranstaltungen: 750 Zuschauer erlaubt

Veranstaltungen in NRW, sowohl regionale als auch überregionale, dürfen ab sofort bei einer Zuschauerobergrenze von 750 Personen stattfinden.

Hier gibt es die komplette NRW-Coronaschutzverordnung (gültig ab 13. Januar).