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Serie [Action, Marvel]

The Falcon and the Winter Soldier

Eine Staffel, Sechs Folgen (je 50 Minuten)

Disney+: Marvel, Superhelden, Action

Gleich drei Serien hält das Marvel Cinematic Universe dieses Jahr für seine Fans bereit: zwischen dem erfolgreichen Vorreiter Wandavision und dem heiß erwarteten Nachfolger Loki bekleidet The Falcon and The Winter Soldier die etwas undankbare Rolle des Sandwich-Kindes. Marvel bietet hier zwei Helden eine Bühne, die bisher eher in der Position des Sidekicks zu sehen waren: die Namensgeber der Serie, Sam Wilson (Anthony Mackie) und Bucky Barnes (Sebastian Stan) sehen sich nicht nur mit Captain Americas Erbe, sondern auch mit einer Reihe neuer Bedrohungen konfrontiert. Im bekannten, knallig-ulkigen Action-Stil setzt das ungleiche Duo sich mit einer politischen Terrororganisation, einem fragwürdigen Captain-America-Nachfolger und dem alten Bekannten Helmut Zemo auseinander. Wer hier jedoch das gleiche frische Ideenreichtum erwartet, das zuvor von Wandavision vorgemacht wurde, wird womöglich enttäuscht.

Waren die Erwartungen zu hoch?

Für mich persönlich war The Falcon and The Winter Soldier der Hoffnungsträger der drei angekündigten Serien - und vielleicht bleibt die Serie genau deswegen am Ende hinter meinen Erwartungen zurück. Die sechs Folgen hinterlassen den faden Beigeschmack eines mittelprächtig bis unterdurchschnittlichen Marvel Films: von den Gags zünden nur wenige, die emotionale Reise der Charaktere wirkt oft eher forciert als authentisch. Action und Effekte bleiben zwar ein solides Standbein, schaffen es dabei für mich allerdings nicht, die Spannung der Handlung wirklich zu tragen. Auch die schauspielerische Leistung der Hauptdarsteller, unter Anderem ergänzt durch Daniel Brühl als Baron Zemo, können an vielen Stellen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Szenen und Dialoge eher hölzern aneinander reihen, ohne dabei eine fesselnde Gesamthandlung zu bilden.

Politik, Pathos und Probleme

Und trotzdem überraschen den Zuschauer immer wieder unerwartet intensive Momente. Von beeindruckend choreographierten Action-Szenen bis hin zu sensibel erzählten, sozialen Beobachtungen: die Serie deckt ein breites Spektrum an Inhalten ab und positioniert sich dabei durch starke politischen Aussagen, die oft Rückbezug auf aktuelle Anlässe wie die #blacklivesmatter Bewegung nehmen. Gäbe es mehr dieser Szenen und weniger zusammenhangslose Nebenhandlungen, wie ellenlange Trainingsmontagen im Wald oder ein ziemlich kontextloser Ausflug ins Bootbau-Business, würde die Serie wohl eher im Gedächtnis hängen bleiben. 

Am Ende bleibt wenig Überraschendes

Es hält sich der Eindruck, dass die Macher einfach ein paar Handlungsstränge zu viel abdecken wollen - und dabei leider immer wieder den roten Faden verlieren. Der Platz als Nachfolger des Überraschungsshits Wandavision, der nächste Woche Dienstag ausführlicher besprochen wird, ist mit Sicherheit kein einfacher gewesen: The Falcon and the Winter Soldier eintscheidet sich für die klassische Marvel-Formel und liefert damit ein solides, aber keineswegs überwältigendes Ergebnis ab. 

Fazit: Eingeschränkte Binge-Empfehlung. The Falcon and the Winter Soldier fühlt sich an wie ein eher durchschnittlicher Marvel Film - im Fünf-Stunden-Format.