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Stephan Kaiser
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Alte Handys
3G wird abgeschaltet

3G – 5G – 6G: Worauf sollten wir achten – was können wir erwarten?

Alte Handys

22. Februar 2021

  • In diesem Jahr wird 3G (UMTS) abgeschaltet, alte Smartphones sind dann möglicherweise nicht mehr für schnelles, mobiles Internet nutzbar.  

  • Der 5G Ausbau läuft auf Hochtouren, der Nutzen für Smartphone-Besitzer ist aber überschaubar. 

  • Weltweit beginnen Forscher und Unternehmen an der Entwicklung von 6G. 

 

2G – 3G – 4G – 5G? 

Wenn wir unser Smartphone in die Hand nehmen, wollen wir meist nur eins – schnell ins Internet um dort über unsere Themen zu lesen, etwas zu suchen oder um zu kommunizieren. Manchmal sehen wir dabei im Display Abkürzungen wie LTE, UMTS oder 4G. Das sind die Mobilfunkstandards, über die die Datenübertagungen funktionieren. Sie werden in Generationen eingeteilt. 2G war das erste rein digitale Netz, das bis 2000 die Entwicklungsstufen GSM, GPRS und EDGE durchlief. 3G wurde 2000 in Deutschland eingeführt und wird auch UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) genannt. Aktuell befinden wir uns im Übergang von der vierten Generation 4G (auch LTE+ genannt für Long Term Evolution Advanced) zum neuen Mobilfunkstandard 5G. 

3G – kein Anschluss mehr ans mobile Netz 

Im Juni ist voraussichtlich bei Vodafone und bei der Telekom Schluss, Ende des Jahres bei Telefonica/O2 – so sehen die 3G-Abschaltpläne der Mobilfunkanbieter für 2021 aus. Sie brauchen die alten Frequenzen für den neuen Standard 5G. Besitzer alter Smartphones und alter Verträge können dann nur noch telefonieren bzw. über das noch ältere 2G-Netz mobil ins Netz gehen. Allerdings empfiehlt uns die Verbraucherzentrale, einen Blick in unsere Laufzeitverträge zu werfen. Viele Anbieter haben 4G oder LTE im Vertrag integriert und die Umschaltung geschieht automatisch. Wer allerdings noch einen reinen UMTS-Vertrag besitzt, sollte – so der Tipp der Verbraucherzentrale – „präventiv kündigen und sich bei Vertragsende um einen entsprechenden Neuvertrag mit LTE bemühen“. Ähnlich sieht es auch bei Prepaid-Verträgen aus, die auch – wenn nicht schon automatisch geschehen - eine Aufrüstung auf LTE erlauben. 

5G – vieles wird versprochen  

Die meisten neuen Smartphones sind 5G-fähig und die Werbemaschinerie für die fünfte Generation des Mobilfunks läuft an - das Versprechen: In unter einer Minute sollen z.B. 35 App mobil aktualisiert werden können, von Datenraten bis zu 10 Gigabit pro Sekunde ist die Rede und überhaupt von ultraschnellen Reaktionszeiten. Klingt gut, aber… „ich bezeichne 5G momentan noch als Marketing,“ sagt Thorsten Neuhetzki, Mobilfunkexperte beim Technikmagazin „inside digital“. Denn vielerorts fehlen noch „echte 5G-Antennen“, meist wird 5G noch über die Vorgänger-Technologie 4G umgesetzt. Eine Ausnahme sind große Städte, in denen der Ausbau zum Teil schon weiter fortgeschritten ist. Aber grundsätzlich ist der 5G-Ausbau auch entscheidender für die Industrie. Der neue Mobilfunkstandard soll die Vernetzung von Maschinen verbessern, die Zusammenarbeit von Robotern ermöglichen und den Weg ebenen für das sichere, autonome Fahren. Die Vorteile für uns Privatnutzer sind dabei ein „Nebeneffekt“. 

6G – im Hintergrund brodelt es 

„6G kommt, um die Erwartungen zu erfüllen, die 5G geweckt hat,“ sagt Ivan Ndip vom Frauenhofer Institut IZM in einem Interview. Komplett autonomes Fahren oder Telechirurgie, bei der der Arzt mittels Roboter operiert und in Echtzeit über 3D-Hologramme die OP leitet, sind seiner Ansicht nach nicht mit 5G realisierbar. Da bräuchte es Datenraten von bis zu 1 Terrabyte pro Sekunde und eine Netz-Reaktionszeit (Latenz) von weniger als eine Millisekunde. Aber auch wenn er erst mit einer Einführung 2030 rechnet, hat im Hintergrund schon die Entwicklung und der Kampf um die Entwicklungs-Vorherrschaft begonnen. So hat China im November einen Satelliten ins All geschickt, um mögliche 6G Übertragungen zu testen. Die Frauenhofer-Gesellschaft hat vor 14 Tage ein Leitprojekt zur 6G-Entwicklung gestartet und am Wochenende wurde bekannt, dass Apple Ingenieure für die Entwicklung des 6G-Standards sucht. Die Zukunft hat schon begonnen. 

 

 


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