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Oliver Behrendt
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Handynutzung

Affiliate-Marketing: Reich werden durch Reichweite?

Hand hält Smartphone und tippt darauf

29. April 2024

  • Beim Affiliate-Marketing bewerben Personen auf ihren privaten Online-Kanälen Produkte gegen eine Provision.
  • Affiliate-Marketing wird zunehmend auch von minderjährigen Influencerinnen und Influencern genutzt, um das Taschengeld aufzubessern.
  • Affiliate-Marketing ist besonders attraktiv für Owner einer großen Online-Community.   

„Obwohl das Affiliate Marketing rasant wächst und für die kommenden Jahre enorme Umsätze prognostiziert werden, wird es zu einer immer größeren Herausforderung, sich von der Masse abzuheben – und zu einer unabdingbaren Voraussetzung für den Erfolg.

Blog des Amazon Affiliate WordPress Plugin

Das schnelle Geld im Internet

Wer heutzutage reich werden will, scheint Glück zu haben: Auf Social Media-Plattformen finden sich immer wieder vermeintliche Tipps, wie Menschen in sehr kurzer Zeit mit sehr wenig Arbeit sehr viel Geld verdienen können. Gerade das „Affiliate-Marketing“ wird dabei von jungen Content-Creatoren als einfache Möglichkeit beworben, um große Umsätze einzufahren. Hinter dem Begriff steckt tatsächlich ein riesiger Wirtschaftszweig. Analysten gehen von einer weltweiten Marktgröße in Höhe von rund 17 Milliarden Dollar aus.

Was ist Affiliate-Marketing?

Das Prinzip hinter Affiliate-Marketing ist so einfach wie wirkungsvoll: Reichweite gegen Provision. Sogenannte Affiliates vermarkten ihre mehr oder weniger große Reichweite im Internet, indem sie für Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen werben. Als Affiliates – auf deutsch „Partner“ oder „verbundenes Unternehmen“ – werden dabei Personen bezeichnet, die mit Content auf einer eigenen Website oder in ihrem Social Media-Auftritt eine eigene Community aufgebaut haben. Die Unternehmen nutzen das Vertrauen der Community zu den Affiliates, um Empfehlungen bzw. Werbung zu platzieren. Das wichtigste Werkzeug für diese Geschäftsform sind Affiliate-Links, über die inzwischen laut Schätzungen 16 Prozent aller Onlinebestellungen laufen. Diese führen die Interessentinnen und Interessenten direkt zu den Shops und Websites der Unternehmen. Sollte über diesen Link ein Kauf zustande kommen, erhalten die Affiliates eine Provision. Solche Links sind heutzutage praktisch unter allen Posts und Videos bedeutender Influencerinnen und Influencer zu finden.

Kann jeder einfach Affiliate-Marketing betreiben?

Generell kann jeder Affiliate über seinen Account Affiliate-Links verbreiten und entsprechend Umsatz generieren. Verpflichtend ist dafür aber die Anmeldung eines Gewerbes, auch wenn das Affiliate-Marketing nur als Hobby betrieben werden soll. Außerdem müssen „angehende“ Affiliates darauf achten, die Affiliate-Links und die damit beworbenen Produkte als Werbung kenntlich zu machen. Andernfalls drohen schnell empfindliche Strafen, wie regelmäßige Fälle aus dem Influencer-Universum zeigen. So musste z.B. die Kölner Influencerin Diana zur Löwen wegen mangelnder Werbekennzeichnung gut 10.000€ Strafe zahlen.

Affiliate-Marketing als Zusatz zum Taschengeld

Gerade für junge Menschen ist das Geldverdienen über das Internet äußerst attraktiv. Minderjährige dürfen jedoch nur in einem eng begrenzten Rahmen Geschäfte wie u.a. Affiliate-Marketing betreiben. So brauchen sie in der Regel die Zustimmung der Eltern, um Verträge z.B. mit Unternehmen abschließen zu können. Allerdings erlaubt § 110 des Bürgerlichen Gesetzbuches, manchmal auch scherzhaft Taschengeldparagraph genannt, dass Minderjährige ab sieben Jahren beschränkt geschäftsfähig sein können. Sie können danach in einem engen Rahmen Geschäfte auch ohne Zustimmung der Eltern abschließen. Seriöse Affiliate-Anbieter haben deswegen – neben den generellen Rahmenbedingungen der Werbung – entsprechende Mindestalter-Regelungen fixiert, um Minderjährige zu schützen.

Einfach verdientes Geld gibt es nicht

Also einfach ein paar Affiliate-Links erstellen und dann 5-stellige Beträge auf dem Konto eintrudeln lassen? So ist vielleicht landläufig der Eindruck, aber ganz so leicht ist es nicht. Wer mit Affiliate-Marketing Erfolg haben will, muss dafür hart arbeiten. Der größte Faktor für das potenzielle Einkommen ist die eigene Reichweite. Folgen nur ein paar hundert Leute einem Account, werden auch entsprechend wenige auf die angebotenen Affiliate-Links klicken. Bei den üblichen 1-10 Prozent Provision pro verkauftem Produkt, ist ein größeres Publikum notwendig, damit nennenswerte Gewinne gemacht werden können. In einem Blog-Text auf shopify.com warnen die Verfasser deswegen, „Affiliate-Marketing ist kein schnelles Get-Rich-Programm. Es erfordert Zeit und Geduld, um ein Publikum zu vergrößern und Einfluss zu gewinnen.“

Hände weg von unseriösen Angeboten!

Abzocker wissen um die geringen Provisionen und versuchen das auszunutzen. Sie bieten z.B. unter dem Deckmantel eines Partnerprogramms deutlich höhere Provisionen an, um Influencerinnen und Influencer zur Zusammenarbeit zu bewegen. Das böse Erwachen folgt dann häufig, wenn sich herausstellt, dass die beworbenen Shops nur Fakes bzw. die Produkte und Services nur minderwertig bis schlecht sind. Dann ist der gute Ruf und das Vertrauen der Follower in den Affiliate dahin. Allerdings ist das auch nur eine Variante des Affiliate Betrugs, der vom Cookie-Dropping bis zum Affiliate Hopping reicht. Wichtig ist es also, in erster Linie auf die Vertrauenswürdkeit von Unternehmen zu achten und zu schauen, wie gut ihre Produkte sind.


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Eine Person die eine Computertastertur mit Maus bedient


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