Apple Pay will unser Smartphone zum Portmonee machen

„Ich habe immer gerne etwas Kleingeld und 50 Euro in Scheinen in der Tasche“, so war der Tenor im Freundeskreis, als wir am Wochenende über Apple Pay und die Option Handy als Geldbörse sprachen. Ein typische Reaktion - wir Deutsche sind nun mal absolute Bargeld-Freunde: Nach einer Umfrage der Deutschen Bank (S. 25) zum Zahlungsverhalten hierzulande, legen wir bei drei von vier Einkäufen oder Bezahlvorgängen Bargeld auf den Tresen, die EC-Karte nutzen wir zu rund 18 Prozent und die Kreditkarte hat schon einen schweren Stand mit einer durchschnittlichen Nutzung von nur rund 1,5 Prozent.

Das Zahlen per Smartphone landet in der Abfrage komplett abgeschlagen mit 0,1 Prozent Nutzung im Nahezu-Nirwana. Zwei Gründe der Befragten – zu kompliziert und zu unsicher. Doch diese Zeiten sollen sich ändern – Treiber dabei die Angebote von Google, das seit dem Sommer mit Google Pay am Start ist, und jetzt Apple Pay: Nach vielen Ankündigungen und ebenso vielen Enttäuschungen ist das System seit wenigen Tagen in Deutschland verfügbar. Und die Pläne sind ehrgeizig: „Es ist unser Ziel, die Geldbörse abzuschaffen,“ erklärte Apple-Pay-Chefin Jennifer Bailey in einem Interview. Eine Voraussetzung auch auf Basis der Umfrage – Einfachheit und Sicherheit, wir haben es ausprobiert.

Mit ein paar Klicks...

...wird das Smartphone zur Geldbörse. Dafür muss ich auf meinem Handy nur die Wallet-App öffnen und auf das +-Symbol klicken. Dann scanne ich meine Kreditkarte per Kamera ein und gebe u.a. meine dreistellige Prüfziffer ein. Anschließend lasse ich per SMS die Kreditkarte noch von meiner Bank verifizieren und das Zahlen per Smartphone beim Online-Banking aktivieren – fertig. Das Ganze ist intuitiv einfach und innerhalb von fünf Minuten erledigt – beeindruckend.

Zahlen...

...mit Apple Pay klappt ebenfalls sehr einfach: Sobald alle Produkte eingescannt sind, gebe ich dem Verkäufer Bescheid – ich möchte per Smartphone bezahlen. Er aktiviert das Terminal und ich mein iPhone mit zweimaligem Drücken auf die rechte Seitentaste.

Meine Wallet-App öffnet sich und per Face-ID autorisiere ich meine hinterlegte Kreditkarte – bei älteren iPhones geschieht die Autorisierung über den Fingerabdrucksensor, bei der Apple Watch durch einen Doppelklick des unteren Hardware-Buttons. Anschließend wird das aktivierte Handy an das Terminal gehalten – wenige Sekunden später ist der Betrag abgebucht. Ähnlich einfach klappt es übrigens auch bei Google Pay.

Bisher...

...kooperiert Apple Pay zum Auftakt allerdings nur mit dieser überschaubaren Anzahl von Banken. Weitere sollen nächstes Jahr dazu kommen. Trotzdem könnten die beschränkten Zugriffe der einzelnen Systeme ein Problem sein. Denn der Markt der Bezahl-Apps ist zerfasert.

Google Pay hat dabei genauso „seine Banken“ wie Apple Pay, die Sparkassen haben ihre hauseigene, mobile Bezahl-App namens Kwitt und dazu gibt es noch zahlreiche andere Bezahl-Apps.

475.000 Kassenterminals...

...lassen die Zahlung per Smartphone bislang zu. Das sind 60 Prozent alle Terminals hierzulande. Diese Geräte sind NFC fähig. NFC steht dabei für Near Field Communication, ein Funkstandard, der die schnelle Datenübertragung ermöglicht. Die Apple Pay Möglichkeit ist an einem um 90 Grad gedrehten WLAN-Symbol und einem Pay-Button erkennbar.

Zahlreiche Supermarktketten wie z.B. Aldi, real oder Lidl, Tankstellen oder Elektronikmarktkette wie Saturn und Media Markt akzeptieren bislang Apple Pay. Auch hier soll das Netz stetig ausgebaut werden.

Sicher...

... soll das Zahlen mit dem Smartphone sein. Apple wirbt damit, dass keine Kundendaten beim Bezahlvorgang auf den hauseigenen Servern gespeichert werden. Für jeden Zahlungsvorgang wird stattdessen eine einmalige Transaktionsnummer – ein Token – vergeben. Auf diese Weise werden die Informationen zu Kreditkarte und Bank verschlüsselt. Apple kann nicht die Summe oder das gekaufte Produkt auslesen und der Händler bekommt keine Informationen über Kunde und Kreditkarte.

Das hebt Apple beispielsweise von Google ab, wo die Kreditkartendaten auf den eigenen Servern gespeichert werden. Weiterer Sicherheitsvorteil des Handyzahlens - keiner kann mehr die Pin-Eingabe mitlesen. Und wenn wir unser iPhone verlieren oder wenn es geklaut wird, verhindert die Authentifizierung per FingerScan oder Face-ID, dass ein Fremder ungehindert auf unsere Kosten einkauft.

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