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Nico-Laurin Schmidt
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Tipps und Hilfe

Die wachsende Gefahr aus dem Web: Cybermobbing

11. Januar 2021

  • Fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche sind betroffen von Cybermobbing.

  • Gegenüber 2017 ist die Zahl der Betroffenen um über 30% gestiegen, einen besonders starken Schub gab es im letzten Jahr.

  • Die Opfer werden immer jünger.
     

Mehr Homeschooling gleich mehr Cybermobbing  

Die Umstellung des Schulbetriebs auf Fernunterricht und Kontaktbeschränkungen in Folge der COVID-19-Pandemie hat die Situation noch verschärft,“ zu diesem Ergebnis kommt eine unlängst erschienene Studie. Das Bündnis gegen Cybermobbing e.V. und die Techniker Krankenkasse hatte dafür 6.000 Jugendliche und Eltern befragt. Die Studie belegte, dass die intensivere Nutzung des Internets und die verstärkte Verlegung der sozialen Kontakte ins Netz die Zunahme von Cybermobbing fördert. Für die Betroffenen ist Cybermobbing meist Auftakt eines Alptraumes, dessen oft auch emotionalen Schäden lange nachwirken können. Für die Eltern ist es oft auch schwer, denn zum einen erleben sie die Veränderungen ihres Kindes, ahnen aber nicht die Ursache. Zum anderen sind sie häufig mit dem Thema Cybermobbing überfordert, weil sie nicht wissen, was zu tun ist.  

Was ist Cybermobbing? 

Ein heimlich in der Umkleide aufgenommenes Foto wird gepostet, ein Gerücht wird online verbreitet oder eine Person wird auf unterschiedlichen Social Media Plattformen lächerlich gemacht – Cybermobbing hat viele Gesichter. Doch das Muster ist immer gleich – ein „Bully“ – so wird der Täter genannt – sucht ein Opfer aus, das er verspottet, beleidigt, bedroht oder bloßstellt. Das passiert übers Internet und/oder übers Smartphone - beispielsweise über Messenger-Dienste wie WhatsApp und andere. Damit kennt Cybermobbing im Vergleich zum „klassischen Mobbing“ weder zeitliche noch räumliche Grenzen – die Folge, teils schlimmere seelische Schäden. In der Mehrzahl kennen sich beim Cybermobbing Täter und Opfer, so dass die Opfer häufig einen Verdacht haben, wer sie mobben könnte.  

Was sind die ersten Anzeichen für Cybermobbing? 

Die Folgen von Cybermobbing sind vielfältig, die Symptome auch. Ein erster Hinweis könnte es sein, wenn sich eine Jugendliche oder ein Jugendlicher plötzlich anders und ungewöhnlich verhält. Erste körperliche Symbole sind Appetitlosigkeit, Bauch- und/oder Kopfschmerzen sowie auch Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Weitere Anzeichen können sein, ein Rückzug in den Schulpausen, eine wachsende Angst in die Schule zu gehen bis hin zur Weigerung. Das mögliche Opfer zieht sich zurück, ist regelmäßig traurig, wenn es Smartphone oder Laptop genutzt hat. Ein Hinweis könnte auch das sofortige Ausschalten der Geräte sein, wenn Eltern und/oder Freund*innen ins Zimmer kommen. 

Was können bzw. sollten betroffene Jugendliche machen? 

Ruhig bleiben, nicht reagieren, drüber reden und den Bully bzw. Täter sperren und blockieren – das sind die ersten Tipps, wenn wir etwas Verletzendes über uns auf Laptop oder Smartphone entdecken. Dazu erklären die Experten, eine solche Verhöhnung oder Beleidigung ist kein Grund, komplett zu verzweifeln. Es hilft aber auf jeden Fall, mit jemanden darüber zu sprechen, ob nun die Eltern, ein/e Lehrer*in oder die beste Freundin und der beste Freund. Ein weiterer wichtiger Punkt – dokumentieren. Das Cybermobbing sollte per Screenshot gespeichert werden. Das hilft bei der Identifizierung der Täter und bei der späteren Beweisführung. Zudem macht es Sinn, die eigenen Rechte und Gesetze zu kennen wie z.B. das Recht am eigenen Bild. Eine Übersicht über die gesetzlichen Rahmenbedingungen hat die Seite Klicksafe gelistet, Infos über erste Anlaufstellen bei Cybermobbing findest Du hier. Das „Bündnis gegen Cybermobbing“ hat zudem eine Broschüre „Erste Hilfe-Anleitung für Schüler“ veröffentlicht.

Was können Eltern machen? 

Rückhalt geben, Verständnis zeigen, reden – wenn Eltern erfahren, dass ihr Kind Opfer von Cybermobbing ist, dann sind sie noch mehr gefordert als sonst. Mit viel Gefühl sollten sie versuchen deutlich zu machen, dass ihr Kind über alles mit ihnen reden kann, dass sie die Situation verstehen, das sie gerne helfen wollen und vielleicht schaffen sie es ja sogar, dass das Kind ein Mobbing-Tagebuch führt. Im nächsten Schritt geht es darum, Partner bei der Bewältigung des Problems zu finde – die Schule, andere Eltern oder auch die Polizei sind hier erste Anlaufstationen. Erste Orientierung und Unterstützung finden betroffene Eltern auch hier beim Bündnis gegen Cybermobbing, das auch eine „Eltern-Broschüre“  zum Thema anbietet. 

Wer hilft? 

Cybermobbing ist zwar (leider) noch kein klar bestimmter Strafbestand, trotzdem besteht aber schon ein großes Hilfsangebot. Betroffene Jugendliche können sich beispielsweise bei „Juuuport.de“ oder bei der „Nummer gegen Kummer“ melden. Auf beiden Plattformen helfen hier Jugendliche den jugendlichen Opfern  - sozusagen Hilfe auf Augenhöhe. Weitere Informationen finden sich auf Seiten wie Klicksafe, eine Initiative der EU für eine kompetentere Internetnutzung, beim schon mehrfach zitierten Bündnis gegen Cybermobbing (hier findet sich auch eine Liste der Beratungsstellen in Deutschland) oder auch bei der Polizei auf der Seite der polizeilichen Kriminalprävention.


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Eine Person die eine Computertastertur mit Maus bedient

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