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Oliver Behrendt
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Ein QR-Code soll unser Reisen in den Sommerurlaub sichern

Digitale Impfsicherheit

15. März 2021

  • Das Kölner StartUp Ubirch und der amerikanische Konzern IBM sollen den Weg zur digitalen Impfsicherheit programmieren

  • Der digitale Impfnachweis soll spätestens zu den Sommerferien fertig sein 

  • Unser digitaler Impfnachweis in Form eines QR-Code soll vielfältig gespeichert und auch ohne Smartphone nutzbar sein   

 

Die Hoffnung Impfpass 

„Reisen in Europa wird im Sommer 2021 möglich sein - sicher und verantwortungsvoll“, das hatte TUI-Chef Fritz Joussen Ende Februar gesagt. Dabei hoffte er auf Schnelltests und einen europäischen Impfpass. Inzwischen steigen die Inzidenz-Zahlen, viele Öffnungen scheinen schon bald wieder Vergangenheit zu sein und die Verbraucher befinden sich gefühlt in einer Phase permanenter Unsicherheit. Derweil hat der europäische Impfpass aber eine wichtige Hürde genommen. In der letzten Woche hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) den Auftrag für die Entwicklung eines solchen Dokuments vergeben. Das Kölner Unternehmen Ubirch und der amerikanische Konzern IBM haben die deutsche Ausschreibung mit einem Volumen von 2,7 Millionen Euro für sich entschieden. „Die technische Umsetzung“ wird laut des BMG`s „ca. 12 Wochen in Anspruch nehmen.“ Am Mittwoch dieser Woche will die EU auf europäischer Ebene den rechtlichen Rahmen für den Impfpass sichern und einen entsprechenden Gesetzentwurf präsentieren. 

Ein QR-Code zum (Reise-)Glück 

Der neue Impfpass soll auf der Technologie des Kölner Unternehmens Ubirch funktionieren. Danach wird nach unserer Impfung im Impfzentrum oder bei einem Arzt ein QR-Code erzeugt. Er beinhaltet alle wichtigen Informationen: Unseren kompletten Namen, unser Geburtsdatum, den Impftermin mit dem Hinweis 1. und/oder 2. Impfung, den genutzten Impfstoff und voraussichtlich auch der Nummer unseres Personalausweises. Diesen QR-Code sollen wir dann auf den unterschiedlichsten Wegen zur Verfügung gestellt bekommen: Einmal ausgedruckt auf einem Stück Papier, als Plastikkarte oder digital in einer App bzw. als Mail. Wenn wir dann im Sommer reisen - so die Planung -, zeigen wir bei der Passkontrolle den QR-Code und können so unsere Impfung nachweisen.   

Sicherheit durch dezentrale Speicherung 

Blockchain ist das „Zauberwort“ der Sicherheit für unseren zukünftigen Impf-QR-Code. Dazu werden unsere Daten zwar an einer Stelle erfasst und eingegeben. Anschließend wird unser QR-Code aber digital verschlüsselt und als digitaler Fingerabdruck in fünf Blockchains gespeichert. Blockchains sind eine Speicherform, die besonders auch in der Kryptowährung zum Einsatz kommt. Die Daten werden dabei auf verschiedenen Servern verteilt, die sich gegenseitig überwachen. So soll es unmöglich sein, unsere Daten zu fälschen oder zu manipulieren.  

Digitale Impfpässe schon im Einsatz? 

„Ich finde es cool, dass diesmal nicht einfach nur irgendein etablierter Big-Tech-Konzern die Lösung liefert, sondern eine kluge Kombination aus Big-Tech und Start-Ups,“ erklärte Ubirch-Chef Stephan Noller dem Spiegel. Die Blockchain-Technik seines Unternehmens wird schon in Landkreisen in Oberbayern und Baden-Württemberg eingesetzt. Weltweit betrachtet setzt Israel schon einen digitalen Impfpass ein. In China gibt es seit letzter Woche ein Impfzertifikat, das Impfungen und Testergebnisse anzeigt und in der chinesischen App WeChat gezeigt werden kann. 

Entspanntes Reisen mit Impfpass garantiert? 

Leider gibt es bei dieser Frage noch viele Unklarheiten. Innerhalb der EU könnte der Pass uneingeschränktes Reisen ermöglich. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hatte dieses Ziel jedenfalls in einem Tweet bei Twitter klar formuliert. Aber dafür muss die deutsche Lösung auch erst einmal mit den europäischen Vorgaben kompatibel sein. Und Kanzlerin Angela Merkel hat die Aussichten auf uneingeschränktes Reisen auch schon gebremst. Um eine solche Entscheidung treffen zu können, seien momentan noch zu wenig Menschen geimpft. Sie geht davon aus, dass wir im Sommer wohl auch noch mit Tests agieren müssen. Auf jeden Fall. Brauchen wir auch bei diesem Thema wohl eines – Geduld. 

 


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