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Netzklick

Facebook & Co gegen Corona-Falschmeldungen

Tablet mit Facebook-App
  • Über 100 Ärzte und Virologen u.a. auch Christian Drosten von der Charité Berlin schreiben an Facebook, Twitter und Google
  • Forderung nach mehr Einsatz gegen „Tsunami an falschen und irreführenden Informationen zum Coronavirus“
  • Brief als ganzseitige Anzeige in der New York Times

Falschmeldungen verbreiten sich rasend schnell

„Als Ärztinnen und Ärzte, Krankenpfleger/innen und Gesundheitsexpert/innen aus der ganzen Welt müssen wir jetzt Alarm schlagen.“ Mit diesem Satz beginnt ein offener Brief von Experten aus der ganzen Welt (der Brief ist auch auf der Internetseite der Nichtregierungs-Organisation Avaaz nachzulesen). Er richtet sich an Google, Facebook und Twitter. Der Grund - wegen der vielen Falschmeldungen rund um Corona, müssten die Mitarbeitenden im Gesundheitsbereich nicht nur gegen das Virus, sondern auch vielfach gegen falsche Heilmittel kämpfen. Das Schlimme : Die Corona-Fakenews - ob vermeintliche Heilmittel oder krude Verschwörungstheorien - verbreiten sich „schneller als das Virus selbst“ und erreichen so viele tausende Menschen. „Ein Beitrag auf Facebook, laut dem Ingwer 10.000-mal effektiver bei der Krebsbekämpfung sein soll als eine Chemotherapie, wurde fast 30.000-mal geliked, geteilt und kommentiert.“

Forderung 1: Mehr Richtigstellungen

Die grassierenden Falschnachrichten würden die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen zusätzlich belasten, heißt es in dem Brief. Denn oft müssten sie sich für die Falschmeldungen auch noch verantworten. Das schwäche die Moral des sowieso schon sehr belasteten Gesundheitssystems zusätzlich. Die Unterzeichner fordern deswegen eine intensivere Form der Richtigstellungen: Die bisherige Praxis, dass Gesundheits-Fehlinformationen gekennzeichnet und richtig gestellt würden, reiche nicht mehr aus. Vielmehr müsse explizit Facebook alle Nutzer warnen, die „solchen Inhalten zum Opfer gefallen“ seien. Diese Richtigstellungen müssten auch rückwirkend funktionieren.

Forderung 2: Aus Algorithmen entfernen

Neben den rückwirkenden Richtigstellungen fordern die Gesundheitsexperten aus der ganzen Welt, dass Facebook und Co aber auch energischer gegen die Quellen vorgehen müsse. Die Posts von Seiten und Gruppen, die solche Falschmeldungen verbreiten, sollten herabgestuft werden und Wiederholungstäter müssten „aus den inhaltsempfehlenden Algorithmen herausgenommen werden“. Der Ist-Zustand ist aber: „Die Algorithmen konzentrieren sich derzeit mehr darauf, die Benutzer online zu halten, als ihre Gesundheit zu schützen.“  

Was machen Facebook, Twitter und Google dagegen?

Die Social-Media-Konzerne antworteten auf die Angriffe, indem sie auf ihre bisherigen Maßnahmen hinwiesen. So erklärte Twitter, dass schon 2.400 Tweets mit möglicherweise gefährlichen Inhalten gelöscht wurden. Facebook weist an gleicher Stelle darauf hin, dass zusätzliche Teams eingerichteten worden seien, um Fehlinformationen zu markieren bzw. gefährliche Inhalte zu entfernen. Gleichzeitig räumten Google und Facebook gegenüber dem Spiegel in der letzten Woche aber ein, dass sie aktuell unter Personalmangel leiden würden. Viele Mitarbeiter seien im Homeoffice und könnten dort „aus rechtlichen Gründen nur Teile Ihrer Aufgaben wahrnehmen.“ Trotzdem - so Facebook - habe man allein im März über 40 Millionen Warnungen angezeigt und hunderttausende möglicherweise gefährliche Falschmeldungen entfernt.

„Superspreader“ verzeichnen fast 1,5 Millionen Follower

Das Unternehmen NewsGuard bewertet Nachrichtenquellen im Netz auf ihre Glaubwürdigkeit und recherchiert u.a. auch Falschmeldungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Dabei untersuchen die Journalisten auch, welche Seiten mit ihren Corona-Falschmeldungen und Verschwörungstheorien besonders viele Menschen erreichen.

Elf solcher Superspreader genannten Seiten haben sie unlängst identifiziert und veröffentlicht. Darunter z.B. „Medizin Heute“ und „Anonymous Deutschland“. Sie sind - so die Autoren der Liste - weiterhin aktiv. Die Liste soll regelmäßig aktualisiert werden und auch auf Twitter und YouTube ausgeweitet werden. Gleichzeitig listet NewsGuard auch die zehn populärsten, internationalen Corona-Mythen auf.

Sich selbst vor Fakenews schützen

Um den vielfältigen Falschmeldungen und Lügen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus nicht zu erliegen, hilft uns nur eins - viel lesen und vor allem immer überprüfen: Woher kommt die Information? Ist das eine sichere Quelle?

So liefern uns die Extra-Seiten zum Corona-Virus des Gesundheitsministeriums oder des Robert-Koch-Instituts schon viele Infos. Fakenews und Lügen rund um das Corona-Virus checken immer aktuell u.a. die Faktenchecker von Correctiv und von Mimikama. Häufig hilft dabei aber auch schon unser gesunder Menschenverstand...


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