Responsive image

on air: 

Oliver Behrendt
---
---
Wie man Fakenews erkennen kann
Gerüchte & Infoseiten

Corona-Fakenews-Update

23. November 2020

  • Jens Spahn macht Hoffnung, dass noch im Dezember die ersten Bürger gegen Corona geimpft werden können
  • Parallel verbreiten sich schon erste Fakenews zum Corona-Impfstoff
  • Verschiedenen Online-Seiten bieten Aufklärung und Übersichten zu kursierenden Fakenews

Keine Impfpflicht und keine DNA-Veränderung

„Es wird keine Impfpflicht geben, man muss sich also nicht impfen lassen. Aber ich denke, dass viele Menschen geimpft werden wollen,“ so hatte es Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einem Interview mit dem Spiegel Mitte November unmissverständlich formuliert. Trotzdem behauptete ein Post beim Messengerdienst Telegram, dass die Impfpflicht im Rahmen der Reformierung des Infektionsschutzgesetzes eingeführt werde. Im Post ist sogar von Zwangsimpfungen und Einschränkungen der Religionsfreiheit die rede. Kompletter Blödsinn bilanzieren die Kollegen der Deutschen Welle in ihrem Faktencheck. An den Behauptungen sei nichts dran. Ebenfalls falsch - so ihre Recherche - sei ein Tweet der amerikanischen Journalistin Emerald Robinson. Sie hatte geschrieben, dass der neue Impfstoff die menschliche DNA verändern würde. Im Faktencheck zitieren die Kollegen das Paul-Ehrlich Institut, dass sagt, eine solche Beeinflussung wäre „schon aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht möglich“. Es steht zu befürchten, dass diese ersten, falschen Nachrichten zu den bevorstehenden Impfungen und den Impfstoffen der Anfang einer weiteren Fakenews-Welle sein könnten, wie wir sie schon im Frühjahr erleben mussten.

Fakenews, „Angststurm“ und gefährlichen Folgen

„Falschinformationen (...) können potenziell schwerwiegende Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gemeinschaft haben, wenn sie evidenzbasierten Richtlinien vorgezogen werden,“ so heißt es in einer Studie (veröffentlicht im „American Journal of Tropical Medicine and Hygiene“), die schon Mitte des Jahres die Falschmeldungen rund um Corona und ihre Auswirkungen untersucht hatte. Ein internationales Forscherteam hatte über 2.300 Gerüchten und Mythen untersucht. Sie bestätigten den Begriff der „Infodemie“ - eine Formulierung, die die Weltgesundheitsbehörde WHO schon Anfang 2020 prägte. Das Ergebnis ist laut der Studie ein „Überfluss an teils akkuraten und teils unrichtigen Informationen, bei denen es Menschen schwer fällt, vertrauenswürdige Quellen und verlässliche Hilfestellungen" zu erkennen bzw. zu finden. Die Empfehlung des Experten - Regierungen und Behörden sollten umfassend und sachlich fundiert informieren.

36 Gerüchte und weitere Infoseiten

Einen breiten Überblick über die bekanntesten und „gängigsten“ Gerüchte liefert leicht und übersichtlich die Website der München Klinik. Unter dem Stichwort „Fake hoch 36“ werden über 30 „Gerüchte, Irrtümer, Behauptungen, Bizarres, Skurriles über das Coronavirus…“ dem Faktencheck unterzogen. Gute und vor allem stets aktualisierte Übersichten bieten auch der Faktencheck-Schwerpunkt des Recherche-Netzwerks Correctiv oder der ARD-Faktenfinder auf der Website der Tagesschau. Einen aktuellen Überblick - vor allem auch aus der Verbraucherperspektive - liefert die Corona-Extra-Website von Mimikama. Unter dem Motto „Erst denken, dann klicken“ weist der gemeinnützige Verein aus Österreich immer aktuell auf (versuchten) Internetmissbrauch hin und da ganz konkret auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Der Enkeltrick in der „Corona-Edition“

Eine alte Dame wird von ihrer vermeintlichen Tochter angerufen, die schlimme Nachricht: Die Tochter sei Corona-erkrankt und für die Krankenhaus-Behandlung seien 30.000 Euro fällig. So zitiert die Seite Mimikama eine der „neuesten" Betrugsmaschen unter dem Stichwort Corona. Der versuchte Betrug konnte zwar glücklicherweise verhindert werden, zeigt aber, dass Corona nicht nur Quelle für unzählige Fakenews sein kann. Betrüger nutzen die allgemeine Unsicherheit auch, um auf einem im Grunde bekannten Weg Geld oder Wertgegenstände zu erlangen. Der Tipp der Experten - wir sollten mit unseren älteren Angehörigen unbedingt über solche Gefahren sprechen. Im Grunde lächerlich wirkt dabei auch eine weitere, von Mimikama angeprangerte Betrugsmasche im Corona-Gewand an: In einer Mail wird versprochen, dass wir Geld aus einem Corona-Hilfsfond bekommen würden - zwischen einer und 2,8 Millionen Euro werden in Aussicht gestellt. Das Geld werden wir natürlich nie bekommen, so die Einschätzung der Experten. Es ist nur ein (weiterer) plumper Versuch, um an unsere Daten zu kommen. Eine Übersicht der aktuellen Phishing-Kamapagnen (auch abseits von Corona) listet auch regelmäßig das „Phishing-Radar“ der Verbraucherzentralen auf.


Der wöchentliche Blick ins Web

Eine Person die eine Computertastertur mit Maus bedient

Das Internet schläft nicht - ständig gibt es neue Trends, neue Plattformen, neue Apps und täglich Veränderungen. Mit uns behaltet ihr den Überblick - denn wir präsentieren Ihnen hier jede Woche was es Neues gibt in der digitalen Welt.