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Nerv-Faktor lahmes Internet – wie wir messen und was wir machen können?

Messanzeige "slow"
Foto: pixabay

Freitagabend, die anstrengende Woche ist geschafft, im Fernsehen läuft nichts Besonderes, also ab ins Netz und ein wenig surfen oder aber in die Mediathek und die neueste Serie bei Netflix anschauen. Doch plötzlich die Ernüchterung: Das Internet in den eigenen vier Wänden ist mal wieder ultralangsam – von der vom Anbieter versprochenen berühmt-berüchtigten Datenübertragungsrate kommt irgendwie nur ein Bruchteil bei uns an. Was tun – beschweren, kündigen, neuen Anbieter suchen? Bislang schwierig: Es fehlten konkrete Regeln, wann wir Verbraucher uns wehren konnten. Diese Zeiten sind aber vorbei. Die zuständige Bundesnetzagentur hat jetzt festgelegt, wie eine langsame Internetleitung nachgewiesen werden kann. Die möglichen Gründe, dazu wie wir überhaupt messen und was wir tun können – wir haben die Fakten für Sie zusammen getragen.

Wann ist unser Anschluss zu langsam?
Um das bewerten zu können, hat die Bundesnetzagentur folgende Bewertungskriterien veröffentlicht. Dafür müssen wir an zwei Tagen insgesamt mindestens 20 Mal (in gleichem Umfang verteilt) per LAN messen – also nichts „für mal eben zwischendurch“. Eine - wie es offiziell im PDF der Bundesnetzagentur heißt - „erhebliche, kontinuierliche oder regelmäßige Abweichung bei der Geschwindigkeit“ liegt dann vor, „wenn...

  • nicht mindestens an zwei Messtagen mindestens einmal 90% der vertraglich vereinbarten Maximalgeschwindigkeit erreicht werden,
  • die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90% der Messungen erreicht wird oder
  • wenn die vertraglich vereinbarte minimale Geschwindigkeit an zwei Messtagen jeweils unterschritten wird.“
Breitbandmessung
Foto: breitbandmessung.de

Wie messen?
Das geht recht zügig über die Seite breitbandmessung.de. Diese Seite betreibt die Münchner zafaco-GmbH im Auftrag der Bundesnetzagentur. Wenn wir dort auf Teststart drücken, müssen wir allerdings zunächst einige Fragen beantworten wie z.B. zu unserem Standort oder zum Punkt - Messung per WLAN-Kabel oder nicht. Sinnvoll ist es auch, vor der Messung den Vertrag mit unserem Anbieter zur Hand zu haben. Denn wir werden auch zum Tariftyp und zur vereinbarten Übertragungsrate befragt. Zudem bekommen wir vor Start des Tests noch allgemeine Hinweise zur Messung wie beispielsweise die Gefahr der Ergebnis-Verfälschung falls wir parallel andere Anwendungen nutzen. Aber dann können wir zuschauen, wie gemessen wird und haben das Ergebnis auch direkt vorliegen. Bis zum Ende des Jahres hat die Bundesnetzagentur auch eine installierbare Messsoftware angekündigt.

Kündigen oder was?
Sollten die Messungen ergeben, dass unsere vertraglich versprochene Übertragungsrate ständig unterschritten wird, sollten wir unseren Anbieter anschreiben. Vielleicht liegt ja einfach eine Störung vor. Gerade in Großstädten führen die häufig vielfach nebeneinander liegenden Anschlüsse zu Problemen. Experten empfehlen, erst einmal eine Frist zu setzen, bis wann der Anbieter nachbessern kann. Passiert nichts, können wir kündigen. Das führt jedoch nicht zwingend zum Erfolg. Wie die Verbraucherzentrale im März auf ihrer Internetseite berichtete, haben sich zwar schon Kunden erfolgreich aus ihren Verträgen herausgeklagt, aber es fehlt noch eine höchstrichterliche Entscheidung. Verlieren wir also vor Gericht, müssen wir die Kosten des Prozesses tragen.

Andere Gründe?
Ein langsames Internet muss aber auch nicht immer der Fehler unseres Anbieters sein. Wenn wir ein lahmendes Netz bemerken, könnte eine „Erste Hilfe“ der Neustart des Routers und/oder des PC`s sein. Zudem sollten wir die Entfernung zwischen PC und der WLAN-Antenne checken oder auch mal einen zweiten Computer (wenn vorhanden) testen. Eventuell haben wir auch das Volumenlimit überschritten und unsere Geschwindigkeit wurde deswegen gedrosselt. Manchmal hilft es auch, die Software zu aktualisieren und am Router – so möglich – die WLAN-Signalstärke auf „hoch“ zu stellen. Das langsame Netz muss also nicht immer direkt auf einen Streit mit unserem Anbieter hinauslaufen.


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