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Jonas Rieck
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Nach ChatGPT kommt jetzt Grok

frau tippt am schreibtisch auf dem laptop

13. November 2023

 

  • Elon Musk hat seine auf X basierende KI „Grok“ vorgestellt. Sie soll in Zukunft über das XPremium-Abonnement genutzt werden können.
  • Viele Kritiker befürchten, dass Grok Hatespeech und Desinformationen von X aufnimmt und wiedergibt.
  • Konkurrent und ChatGPT-Entwickler OpenAI möchte zukünftig zum zentralen Marktplatz für KI-Anwendungen werden.

„We do all of this because we believe that AI is going to be a technological and societal revolution.“

Sam Altmann, CEO von OpenAI

Nach „X“ kommt „Grok“

Mit Namen tut sich Elon Musk immer etwas schwer. Nachdem er das seit Jahrzehnten etablierte Twitter mit mäßigem Erfolg durch „X“ ersetzte, heißt sein neuestes Projekt „Grok“. Der Chatbot wird von Musks Unternehmen „x.AI“ entwickelt und befindet sich aktuell noch in einer Beta-Phase. Der Service soll in unbestimmter Zukunft von allen zahlenden Abonnentinnen und Abonnenten von X-Premium genutzt werden können. Aktuell kostet dieses Abo zwischen 9,60€ und 11,00€ pro Monat. Interessierte können sich auf eine Warteliste setzen lassen. Der seltsam anmutende Name ist ein Rückgriff auf die Geschichte. Der Begriff „Grok“ wurde in den 60er Jahren von Sci-Fi-Autor Robert E. Heinlein erfunden und beschreibt den Prozess eines intuitiven Verstehens von Dingen.

Grok: Das mensch-gewordene Twitter?

Der Name ist Musk zufolge Programm: „Grok“ soll intelligenter und intuitiver sein als andere Chat-Bots, sogar Sarkasmus soll es beherrschen. Dafür lernt die noch in der Entwicklung befindliche KI gerade menschliche Kommunikation. Grundlage dafür sind Daten, die aus Musks X erhoben werden. Viele Kritiker schlagen deshalb Alarm. Hassrede und Desinformation sind seit Musks Übernahme zu einem großen Problem der Plattform geworden, da immer weniger Inhalte moderiert werden. Ein Chatbot auf Basis dieser Daten würde solche problematischen Inhalte übernehmen, verinnerlichen und potentiell selbst wiedergeben.

Der Kampf gegen ChatGPT: Rache von Musk?

Die Ankündigung von „Grok“ ist auch eine Kampfansage an den bisherigen Platzhirsch ChatGPT und dessen Entwickler von OpenAI – Sam Altmann. Mit ihm hat Musk noch eine persönliche Rechnung offen. Denn 2015 gründeten die beiden zusammen – damals noch als Freunde – das Unternehmen open.ai, eine gemeinnützige Organisation für KI-Forschung. 2018 kam es dann zum Bruch, weil Musk und Altmann unterschiedliche Pläne hatten, wie open.ai weiterentwickelt werden sollte. Die beiden trennten sich und seitdem arbeitete Musk an seiner eigenen KI.

OpenAI: Mehr als nur ChatGPT

OpenAI will ungeachtet von „Grok“ den nächsten großen Schritt gehen und stellte jüngst seine Zukunftspläne vor. Das Ziel: OpenAI möchte den größten Marktplatz für KI-Anwendungen - sogenannte GPTs (Generative Pre-trained Transformer) - schaffen. Was der AppStore für Apps ist, soll OpenAI dann für KI-Software werden. Schon Ende November will der Konzern diesen neuen KI-Store öffnen. Nutzerinnen und Nutzer können dort mit openAI selbst neue Anwendungen entwickeln und diese veröffentlichen. Gerade die Entwicklung soll – so sagte es OpenAI-CEO Sam Altmann – dabei so einfach sein wie noch nie: „Man kann ein GPT in der Tat mit Sprache programmieren, indem man einfach mit ihm spricht!"

Jeder wird zum KI-Entwickler

Das Versprechen klingt unglaublich. Jeder von uns soll ohne große Vorkenntnisse eigene Anwendungen erschaffen können. Grundlage dafür ist ChatGPT. Statt sich mit Programmiersprachen rumschlagen zu müssen, können wir per Chat oder sogar per Sprache ganz einfach sagen, was unsere Anwendung können soll. Durch die Interaktion zwischen uns und der KI trainieren wir die Software dann immer weiter. Unser finales GPT können wir anschließend auf OpenAIs Marktplatz veröffentlichen. Ob das Konzept aufgeht und inwieweit Musks „Grok“ damit mithalten kann, wird die Zukunft zeigen.


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