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Fernbedienung zielt auf den Fernseher
Disney+ geht an den Start

Was tut sich in der Streaming-Welt

Fernbedienung zielt auf Fernseher

2016 – 290 Millionen und 2021 - 650 Millionen, diese rasante Kunden-Entwicklung wird Online-Video-Diensten weltweit vorausgesagt. Streaming ist nicht nur bei der Musik einer der Wachstumsmärkte in der Unterhaltungsindustrie, sondern auch im Videobereich. Bisher ist dabei Netflix der ungekrönte König der Video-Streaming-Dienste: Der Konzern aus Kalifornien verzeichnete für 2018 fast 150 Millionen Nutzer weltweit, hier bei uns sollen es über fünf Millionen sein. Doch die sind momentan zum Teil  unzufrieden. Denn gerade hat Netflix seine Preise erhöht, das Monatsabo kostet uns nun bis zu 16 Euro.

Begründet wird der Schritt – im Januar hatte der Konzern auch schon die Preise in den USA erhöht – mit steigenden Kosten für Eigenproduktionen. Eine Entscheidung, die möglicherwiese nicht gut getimt war. Denn den möglicherweise unzufriedenen Kunden eröffnen sich schon bald ganz neue Alternativen. Gerade hat der Disney-Konzern seine Streaming-Pläne bekannt gegeben. Und die könnten Netflix gleich doppelt treffen – beim Abopreis und beim Angebot. Ein Blick auf die Streaming-Perspektiven für dieses Jahr.

Vorhang auf für Disney+

„Bambi“, „Der König der Löwen“ oder „Mickey Mouse“ – die Palette an Film- und Serienangeboten ist beim Unterhaltungsgiganten Disney breit und vielfältig. In den letzten Jahren hat der Konzern zudem sein klassisches Angebot durch Zukäufe kräftig erweitert. Er erwarb u.a. die Pixar-Studios und damit die Rechte von z.B. „Toy Story“ und die Lucas-Studios u.a. verantwortlich für „Star Wars“. Der (vorerst?) letzte Coup kostet rund 71 Milliarden Dollar und bezog sich auf Anteile von 21st Century Fox. Damit erwarb Disney auch die Rechte für Filmklassiker wie „Avatar“ oder „X-Men“ sowie für die Erfolgsserie „Die Simpsons“. Dieses geballte Film- und Serien-Angebot will der Konzern schon im Herbst auf der neuen hauseigenen Plattform Disney+ präsentieren und trifft damit direkt auch den Platzhirschen Netflix. Denn parallel zur Eröffnung der eigenen Plattformen lässt Disney die Lizenz-Verträge mit Netflix (aber auch Amazon) auslaufen. Damit wird es in absehbarer Zeit weniger Blockbuster-Inhalte bei der Konkurrenz zu sehen geben – „Stars Wars“ oder die Superhelden der Marvel-Reihe sind beispielsweise davon betroffen.

Der Preis ist heiß

Knapp sieben Dollar im Monat oder rund 70 Dollar im Jahr soll der Zugang zur neuen Disney-Streamingwelt in den USA kosten (Was Disney+ bei uns kosten wird, ist noch unbekannt). Das Angebot wird laut Disney direkt auf smarten Fernsehern, Spieleboxen und Streaming Boxen laufen, aber auch mobil und auf Webbrowsern verfügbar sein. Zudem sollen die Inhalte auch als Download zur Verfügung stehen. Und die Inhalte-Palette wird wohl auch noch kräftig wachsen. Disney kündigte gleich zahlreiche  Eigenproduktionen für Disney+ an: 25 neue Originalserien und 10 Originalfilme hat der Konzern geplant. Konkret nannte Disney-Chef Bob Iger dabei zum Beispiel eine Serie aus dem Märchenreich der megaerfolgreichen Computeranimations-Filmreihe „Toy Story“ an.

Von Kalifornien in die Welt

Disney+ will am 12. November zunächst in den USA starten. Anfang 2020 plant der Konzern das Angebot für Westeuropa freizuschalten und im Verlaufe des kommenden Jahres auch für weitere Regionen auf der Welt. Die geplanten Abonnentenzahlen sind höchst ehrgeizig. Laut Finanzdirektorin Christine McCarthy soll Disney+ bis 2024 60 bis 90 Millionen Abonnenten verzeichnen. Dabei will der Konzern - neben seinem reinen Film- und Serienangebot - auch auf Kombiangebote setzen z. B. mit dem hauseigenen Sport-Streamingdienst ESPN+.

Nicht allein auf weiter Flur

Der Herbst 2019 wird voraussichtlich eine mega-spannende Zeit für Streaming-Fans. Denn neben Disney+ haben auch schon weitere Unterhaltungsschwergewichte eigene Streaming-Angebote angekündigt. So will Apple seinen eigenes Angebot „Apple TV Plus“ noch in diesem Jahr launchen. Bei der Vorstellung präsentierte  der Konzern gleich zahlreiche Hollywood-Größen wie Steven Spielberg, Jennifer Anniston oder Reeth Witherspoon, die dann mit eigenen Produktionen zu sehen sein werden. Auch Warner Bros will 2019 noch mit einem eigenen Streamingdienst namens „WarnerMedia on air“ starten.

Möglicherweise kündigt sich damit ein weiterer Rückschlag für Netflix an. Denn Warner Bros besitzt die Rechte an so beliebten Serien wie „The Big Bang Theory“ oder „Riverdale“, auch die würden dann aus dem Netflix-Angebot fallen.

Eines ist aber auf jeden Fall klar – das Streaming-Angebot für uns wird zwar breiter, aber auch noch unübersichtlicher. Eine aktuelle Übersicht und zugleich ein Test der größten Anbieter bietet die Bewertungs-Plattform trusted.de. Und wenn wir schnell noch nach unserem Lieblingsfilm für einen gemütlichen Videoabend suchen, die Seite WerStreamt.es hilft den Wunschfilm zu finden.


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