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Patrick Rickert
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Lohnt sich ein Wechsel?

Strompreiserhöhung und jetzt: Tipps zum Handeln und Strom sparen

Stecker eines Ladekabels

16. Mai 2022

  • Deutschland hat in Europa die höchsten Strompreise gefolgt von Dänemark und Schweden. (Stand 2021).
  • Der Preis für eine Kilowattstunde Strom hat 2022 erstmals die Grenze von 40 Cent durchbrochen.
  • Ein Stromanbieterwechsel ist in der aktuell unsicheren Zeit eher nicht förderlich.

Derzeit herrscht eine Ausnahmesituation auf dem Gas- und Strommarkt: die Beschaffungspreise sind seit Monaten sehr hoch, einige Anbieter haben einen Belieferungsstopp angekündigt, andere mussten Insolvenz anmelden. Viele Energieanbieter haben mit Preiserhöhungen reagiert.Verbraucherzentrale, 2. März 2022

Wie wird sich der Strompreis entwickeln?

Die erste Strompreiserhöhung haben die meisten von uns schon auf dem Schreibtisch liegen, weitere können durchaus folgen. Es ist die (vorläufige) Spitze einer atemberaubenden Preisentwicklung – allein in den letzten Jahren ist der Strompreis für eine Kilowattstunde Strom um satte 50% gestiegen. Und die weitere Perspektive ist nicht positiv: Die Website des Verbraucherportals Forbes Advisor nennt fünf Gründe für mögliche weitere Teuerungen wie u.a. die verteuerte Stromproduktion durch die steigenden Gaspreise, die immensen Strompreis-Sprünge an den Strombörsen und der fehlende Wettbewerb – aktuell schafften es die Stromanbieter gar nicht günstigere Preise anzubieten, weil sie generell erst einmal die höheren Strompreise finanzieren müssten.

Kann ein Stromanbieterwechsel helfen?

Auch hier keine guten Nachrichten für uns Verbraucher: „In einigen Städten ist momentan der Grundversorgungstarif der günstigste Tarif. Die Ersparnis beim Anbieterwechsel ist in vielen Liefergebieten gering,“ heißt der Rat auf der Seite der Verbraucherzentrale. Sie empfiehlt Kunden deswegen bei ihrem Anbieter zu bleiben, sollten sie noch keine Preiserhöhung bekommen haben. Wer hingegen schon eine entsprechende Nachricht bekommen hat, möge beim örtlichen Grundversorger oder anderen Stadtwerken bzw. Energieversorgern nach günstigeren Tarifen fragen. Vergleichsportale können uns in der aktuellen Situation – so die Einschätzung der Verbraucherzentrale – nur bedingt helfen, da sie vielfach mit veralteten Preisen arbeiten würden. 

Wie kann ich meinen Stromverbrauch checken?

Ein Strommessgerät ist die einfachste Möglichkeit, Stromfresser in unserem Haushalt zu identifizieren. Für Preise ab knapp 30 Euro können wir ein solches Gerät kaufen – hier geht es zu einem Test von z.B. Computerbild.

     


Die Stiftung Warentest hat in einem – schon älteren – Video die leichte Handhabung erläutert, aber auch ein paar Punkte, auf die wir achten sollten.

Wir können ein entsprechendes Strommessgerät aber auch in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale ausleihen. Und wenn wir unsere Strom- und Gaskosten generell berechnen wollen bzw. die möglichen Kostensteigerungen hilft auch die Verbraucherzentrale – mit ihrem Online-Energiepreisrechner.

Bis 2032 bekommen wir übrigens alle einen digitalen Stromzähler, das ist im neuen Messstellenbetriebsgesetz verankert. Aktuell sind die digitalen Messysteme schon Pflicht in Neubauten. Wann der flächendeckende Austausch in älteren Häusern startet, ist bislang aber noch unklar. Wir Verbraucher müssen aber nichts unternehmen, unser „grundzuständige Messstellenbetreiber“ wird sich automatisch bei uns melden – so die Stiftung Warentest.

Wie sinnvoll sind Stromspar-Apps?

Sie heißen Stromkostenrechner oder EnergieCheckApp (für iOS und Android), Energie-Verbrauchsanalysator (Android) oder Energiekostenrechner (iOS). Sie helfen uns, den Stromverbrauch einzelner Geräte aber auch unseren gesamten Verbrauch zu checken. Per App bekommen wir einen Überblick über unsere Verbräuche und können diese in Diagrammen anschauen. Allerdings listen die Apps gerade beim Verbrauchscheck der einzelnen Geräte eher theoretische Werte, denn die Apps sind nicht mit den Geräten verbunden und nutzen bei ihren Verbrauchsberechnungen die gespeicherten Herstellerangaben. Die EnergieCheckApp stach in einem App-Test hervor, da sie die Mess-Ergebnisse in ein persönliches Energiesparkonto einfließen lassen und diese mit Tipps zum Energiesparen kombinieren.

Wie kann ich meinen Stromverbrauch senken?

Stromfresser zu identifizieren ist sicherlich eine Variante, aber wir können noch viel aktiver werden. “In unseren Wohnungen wimmelt’s nur so von Möglichkeiten, Energie zu sparen. Wirklich. Das Wohnzimmer ist voll davon, ebenso das Bad, und die Küche sowieso“, schreibt der Energieversorger Polarstern auf seiner Website und bietet gleich 99 ganz praktische und leicht umsetzbare Energiespartipps für den eigenen Haushalt an. Eine ähnliche Aufstellung mit einigen Zusatzinfos finden wir auch bei der Verbraucherzentrale. Also Spartipps checken, Verbrauch messen und dann noch mal berechnen. Vielleicht lässt sich so doch noch der eine oder andere Euro sparen.


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