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Lina Heitmann
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Smartphone mit Corona-Warn-App
Durch eine App mehr Lockerungen?

Corona-Warn-App und Luca-App: Zwei Apps für mehr Lockerungen?

Smartphone Corona-Warn-App

01. März 2021

  • Rund 26 Millionen Menschen haben die Corona-Warn-App schon runtergeladen
  • Für die Luca_App werden im Google Playstore 100.000+ Downloads angegeben, im iOS-App-Store führt sie die Liste der kostenlosen Apps an
  • Die Corona-Warn-App warnt nach dem aktuellen Update genauer.

Zwei Apps – zwei Ansätze

„Das sind zwei ganz verschiedene Dinge. (…) Die Corona-Warn-App ist ein individuelles Radar, das ein individuelles Risiko bemisst. Die ist mit Absicht passiv, läuft im Hintergrund und darf Daten nicht aufzeichnen,“ der Rapper Smudo von den Fantastischen Vier wird nicht müde zu betonen, dass die von ihm mitentwickelte App Luca keine Konkurrenz zur offiziellen Corona-Warnapp der Bundesregierung sein soll. Vielmehr könnte sie als Ergänzung dienen. Denn Luca ist eine aktiv zu nutzende App und eine Registrierungs-Option. Daten werden verschlüsselt aufgenommen.

 

Kampf der Zettelwirtschaft

Luca will die Nachverfolgungs-Arbeit der Gesundheitsämter erleichtern. Statt Zettel ausfüllen – wie wir es 2020 in Restaurants etc. machen mussten – bietet Luca ein digitales Einchecken an. Das funktioniert per QR-Code. Unser Besuch im Restaurant, im Kino oder auch bei einem Konzert wird so digital gespeichert. Die aufgenommenen Daten werden dezentral gespeichert und sind von Dritten nicht einsehbar. Nur bei einer Infektion können Gesundheitsämter die Daten anfordern, auslesen und direkt warnen. (siehe dazu auch den Netzservice vom 31. November 2020) Der Unterschied zu ähnlichen Apps wie z.B. shapefruit.de oder darfichrein.de – bei Luca ist die Nutzung für Betreiber und Nutzer kostenlos, lediglich die Gesundheitsämter müssen für die Nutzung zahlen.

Erste Einsatzorte im Norden

Verschiedene Nordsee-Inseln wie Sylt, Amrun oder Föhr nutzen Luca schon. „Sowohl für uns Insulaner als auch für unsere Gäste ist „luca“ der alternativlose Baustein für das Funktionieren von Alltag und Tourismus während der Pandemie,“ erläutert Moritz Fuchs, Geschäftsführer der Sylt Marketing Gesellschaft den Einsatz. Rund 200 Betriebe haben sich auf der Insel schon auf Luca registriert. Und Fuchs hofft auf bundesweite Kooperation, denn die „Erkenntnisse zur Implementierung von „luca“ eignen sich ideal als Inspiration für all die Regionen und Städte, die sich momentan mit dem Thema beschäftigen.“

Weitergehende Pläne

Rostock wird ab heute die Eröffnung der Friseure schon mit Luca begleiten und will damit seinen großen Plan unterstützen, „die Modellstadt für Lockerungen“ hierzulande zu werden. Jena nutzt die App auch schon, die Stadt Köln und das Land Baden-Württemberg haben erste Gespräche geführt. Rückenwind für Luca gab es letzte Woche auch von NRW`s Ministerpräsident Armin Laschet. Nach einem Telefonat mit Smudo hatte er - auch mit Blick auf das nächste Treffen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel - gefordert, dass neue Wege zum Umgang mit der Corona-Pandemie nötig wären. Positiv hob er dabei hervor, dass die App Luca schon mit der neuen, einheitlichen Gesundheits-Software Sormas (Surveillance Outbreak Response Management and Analysis System) verbunden ist. Diese sollte an sich bis Ende Februar bundesweit flächendeckend genutzt werden, tatsächlich sind bislang wohl aber nur die Hälfte der 376 Gesundheitsämter verbunden.

Mehr Risiko-Begegnungen

Viele Nutzer der Corona-Warn-App wunderten sich bislang, dass die App selten Risiko-Begegnungen auswies. Das könnte sich jetzt ändern. Mit dem neuen Update werden Kontakte mit Personen schon ab einer Dauer von fünf Minuten angezeigt – bislang lag die Schwelle bei zehn Minuten. Dieses engmaschigere Messen führt laut dem Blog der Corona-Warn-App für die Nutzer*innen dazu, „dass die Begegnungen, die einen tatsächlich relevanten Kontakt mit COVID-19 infizierten Personen darstellen, noch genauer erkannt und in der App entsprechend als Tage mit erhöhtem Risiko (rote Kachel) angezeigt werden können.“ Mehrere kurze grüne Begegnungen können danach zu einem roten Status führen. (Die Empfehlung dann: Die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren, Homeoffice und erst bei Symptomen den Hausarzt oder das Gesundheitsamt anrufen.) Weitere Infos finden sich auch unter dem Titel „Der digitale Virus-Wachhund“ im Podcast der App auf YouTube.

 

 


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