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Wifi 6 kommt
Netzklick

Highspeed im heimischen Netz – Wifi 6 steht in den Startlöchern

Wlan am Smartphone

Der Sohn spielt sein Lieblings-Computerspiel, die Tochter streamt ein YouTube-Video nach dem nächsten und ist parallel natürlich bei Instagram und Snapchat, die Mutter des Hauses ist auf ausgiebiger Onlineshopping-Tour und Sauger und Kühlschrank sind auch online - wer diese heimeigene Internet-Action regelmäßig erlebt, braucht sich nicht zu wundern, wenn der gleichzeitige Download des Wunschfilms für den Abend etwas länger dauert.

Gerade in Familien ist das heimische Netz oft überfordert, wenn Kinder und Eltern ihre Online-Wünsche ausleben. Doch die „Rettung“ naht – Wifi 6 heißt das Zauberwort, das mit einem Schlag die Probleme mit begrenzten Netzkapazitäten pulverisiert. Also alles wird gut? Nicht ganz, wir haben die Perspektiven, die Möglichkeiten und die Tücken der neuen Technologie für euch notiert.

Was bewirkt Wifi 6?

Die Versprechen von Wifi 6 sind zweiseitig. Zum einen soll der neue Wlan-Standard eine schnellere Übertragungsgeschwindigkeit ermöglichen. 25% mehr Höchstgeschwindigkeit sind angesagt. Zum anderen soll Wifi 6 die vorhandene Bandbreite besser ausnutzen. Statt wie Wifi 5 nur auf einem Frequenzband zu funken, nutzt Wifi 6 dafür zwei Frequenzbänder. Zudem teilt es die vorhandene Bandbreite stärker auf, bis zu 256 Unterkanäle sind so möglich, bei Wifi 5 waren es höchstens 64. „Wifi 6 ist ein großer Schritt. Erstmals wurde ein Standard entwickelt, bei dem es nicht darum geht, ein Gerät zu beschleunigen, sondern alle Geräte in unseren immer dichter gefüllten Netzwerken. Auch, wenn sie alle gleichzeitig aktiv sind,“ beschreibt Gordon Priebe, Leiter Presales und Education beim Netzwerksystem-Hersteller AVM, die Vorzüge von Wifi 6. Gerade in öffentlichen Netzwerken wie z.B. an Flughäfen, auf Messen oder Bahnhöfen soll der neue Wlan-Standard mehr Sicherheit und Stabilität bringen. Aber auch zuhause werden die verschiedensten Online-Dienste störungsfreier und schneller nebeneinander funktionieren.

Wann kommt Wifi 6?

Die ersten Wifi 6-Router sind jüngst auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin vorgestellt worden. Mit Preisen ab 300 Euro aufwärts sind sie bislang allerdings noch recht teuer. Weitere Modelle sind aber schon für die nächsten Monate angekündigt worden. Auf der anderen Seite sind auch die Endgeräte noch vielfach Mangelware, die mit Wifi 6 agieren können. So sind bei den Smartphones gerade die Spitzengeräte von z. B. Samsung, das Galaxy S10 sowie das Note 10, Wifi 6-fähig ebenso wie die neuen 11er iPhones. Aber auch hier soll - nach Experten-Ansicht - die Zahl der Wifi 6-fähigen Endgeräte schon im Herbst bzw. Winter deutlich steigen. Zudem erwarten sie, dass mittelfristig Wifi 6-Module vorgestellt werden, mit denen wir unsere vorhandenen Geräte aufrüsten können. 

Lohnt sich schon der Wifi 6-Router-Kauf?

Aufgrund der oben beschriebenen, erst langsam sich entwickelnden Gerätepalette können wir zuschlagen, müssen aber nicht.

Dabei punktet die neue Technologie aber auch trotz fehlender Endgeräte schon mit zwei Vorteilen. Jedes mit Wifi 6-funktionierende Gerät im heimischen Netzwerk entlastet das ganze System und macht es schneller. Zudem ist Wifi 6 abwärtskompatibel und funktioniert auch z.B. mit älteren Repeatern. Wir müssen also nicht alles direkt neu kaufen, sondern können peu-a-peu umrüsten. Ein weiterer Punkt, doch erst einmal entspannt die Sache zu beobachten: Die schlechte Internetverbindung. Die bisherigen DSL-Leitungen ermöglichen bestenfalls Geschwindigkeiten von im allgemeinen bis 250 Megabit pro Sekunde (per Kabel sogar bis 500 Megabit/Sekunde), da kann Wifi 6 seine Vorzüge nicht bzw. nur bedingt ausspielen.   

Heim-Wlan selbst optimieren

Wenn es bei Wifi 6 also noch etwas dauert, bis der neue Wlan-Standard seine wirklichen Stärken ausspielen kann, dann hilft bis dahin nur die Optimierung des eigenen Wlan-Systems. Entlasten, ausrichten, aktivieren – diese drei Tipps empfiehlt dazu die Stiftung Warentest.

So entlasten wir unser heimisches System beispielsweise, indem wir unsere Geräte direkt anschließen, wenn sie sowieso in der Nähe des Routers stehen. Ein hängender Router oder eine veränderte Position der Router-Antenne kann ebenfalls eine Leistungssteigerung des heimischen Netzes bewirken. Zudem können wir mit der einfachen Aktivierung von „automatisch“ im Einstellungsmenü dafür sorgen, dass sich der Router von selbst den Kanal mit den wenigsten Störungen sucht. Weitere Tipps für ein schnelleres Wlan zuhause sowie den kostenpflichtigen Test findet ihr hier.


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