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Lars Niermann
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Fyre_Doku_01
Film [Dokumentation]

Fyre

Fyre (2018) 
Netflix

Dokumentation, Unterhaltung, Festival

Die besten Filme und Serien spielen mit der Fremdscham ihrer Zuschauer: aber vielleicht habe ich mich noch nie so skrupellos über eine Misere gefreut, wie in den 98 Minuten der Fyre Dokumentation. 

 

Zwischen Schadenfreude und Entertainment

 

Die Netflix-Produktion folgt dem Aufbau einer Veranstaltung, die sich selbst als größtes Influencer-Festivals 2017 bezeichnet - was jedoch als Glamour Event der Stars und Sternchen angekündigt wurde, entpuppt sich schnell als eine Katastrophe aus gescheiterter Organisation und uninformierten Teilnehmern. Anstatt der Luxus Szenerie einer traumhaften Insel werden die Gäste mit einer kargen Grasfläche und billigen Zelten konfrontiert: und der Weg dahin ist ein einziges Kopfschütteln. 

 

Selten sind schlichtweg alle Hauptprotagonisten eines Films so grund-unsympathisch wie die der Fyre Doku: dementsprechend wenig Mitleid gibt es für die Organisatoren, die am Ende vor den Scherben ihrer eigenen Ignoranz stehen. Gerade im Lockdown hilft der Film enorm dabei, Festivals und Gruppenaktivitäten nicht zu vermissen - vielleicht war die Doku nie geeigneteres Abend-Programm, als jetzt. 

 

Die Geschichte einer Misere

 

Fyre ist eine Produktion, die größtenteils oberflächlich bleibt - worüber man aber nicht unbedingt traurig ist. Man braucht teilweise wirklich starke Nerven, um den Wahnsinn der Doku zu überstehen. Einen unterhaltsamen Abend hat man mit dem Film in jedem Fall.

 

Fazit: 2.5 / 5 Influencer-Tränen

Die Doku versetzt einen in eine 98 müntige Katharsis zwischen Lachen und Entsetzen.