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Andreas Grunwald
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Serie [Comedy, Drama]

How to Sell Drugs Online (Fast)

How to Sell Drugs Online (Fast) (seit 2019)
Zwei Staffeln, je sechs Folgen (30 Minuten) 

Coming of Age, Comedy, Drama 

 

Rinseln. Die fiktive deutsche Kleinstadt hat alles, was es braucht, um im Bilderbuch zu stehen: Reihenhaussiedlungen, Großfamilien und Land-Idylle. Oder, wie der Hauptcharakter der Serie es beschreibt: Gymnasium, Gartenschlauch, Laubbläser. Schräg, dass ausgerechnet diese Szenerie zum Schauplatz einer Breaking Bad Hommage wird - aber es funktioniert erstaunlich gut. 

 

Ein Drogen-Business für die Ex 

 

Moritz, gespielt von Maximilian Mundt, muss nach einem Jahr der Trennung feststellen, dass seine Freundin Lisa (Lena Klenke) kein Interesse mehr an ihm hat: das Auslandsjahr hat sie verändert. Zeit für Moritz, das Gleiche zu tun: und was käme da Anderes in Frage, als einen internationalen Online-Shop für synthetische Drogen zu eröffnen? Klar, dass diese Idee einige Konsequenzen mit sich zieht. Aber die kommen Moritz gar nicht so ungelegen: immerhin sieht er sich bereits als nächster Mark Zuckerberg am Horizont. 

 

 

Zwei Staffeln gibt es aktuell auf Netflix zu sehen: und die Dritte ist bereits in der Mache. Die Serie aus dem Hause der bildundtonfabrik (u.A. auch Produzent des Neo Magazin Royale) zeigt nach Dark und Dogs of Berlin als dritte Serie das Potential, das deutsche Netflix-Produktionen haben. 

 

Nerd Today, Boss Tomorrow

 

Man spürt, dass ein junges Team hinter How to Sell Drugs Online (Fast) steht. Memes, Gags, realitätsnahe Dialoge - die Serie kann alleine schon damit punkten, wie kurzlebig und schwungvoll sie einen durch den Abend bringt. Der Cast macht einen fantastischen Job dabei, sich in authentische Teenager zu verwandeln und wird durch bekannte Gesichter wie Bjarne Mädel (Der Tatortreiniger, Stromberg) ergänzt. Es macht unheimlich viel Spaß, dabei zuzusehen, wie sich Netflix’s hohe Produktionsqualität mit deutschem Screenwriting verbindet und etwas ganz eigenes schafft: die sympathische, sehr nah erzählte Story von ein paar Teenagern, die sich in Breaking Bad versuchen und dabei bei Ferris macht Blau landen. 

 

Vor allem die erste Staffel kann mit Innovation und Ideenreichtum überzeugen: die zweite Staffel hängt leider leicht hinterher. Die Gags zünden zwar teilweise noch besser als im Vorgänger, können jedoch nicht die Erfahrung ersetzen, die Charaktere zum ersten Mal kennenzulernen und mit ihnen erneut das Abi zu durchleben - das Abi, und den Aufbau eines internationalen Drogen-Imperiums. 

 

Fazit: Absolute Binge-Empfehlung. Eine klassische Netflix-Serie - aber mitten in Rinseln, wo wir alle irgendwie ein bisschen Zuhause sind.