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Lars Niermann
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fernbedienung (7)
Serie [Familie, Comedy, Sitcom]

Modern Family

Netflix

Familie, Comedy, Sitcom 

 

Lange mussten wir warten, und nun kommt sie nur zu einem bitteren Preis: die elfte und letzte Staffel Modern Family. Denn zeitgleich mit der Veröffentlichung des Serienfinales entscheidet sich Netflix dafür, die ersten drei Staffeln aus dem Angebot zu entfernen. Warum das Abschiednehmen so viel schwerer fällt, als bei anderen Sitcoms. 

 

Elf Jahre Familienleben

Beinahe jede gute Sitcom wird von ihren Hauptcharakteren getragen. Gemeinsam mit den Protagonisten durchlebt man Aufs und Abs, lebensverändernde Entscheidungen und so einige Krisen. Das ist auch bei Modern Family nicht anders: aber vielleicht geht das Ganze mehr ans Herz als bei jeder anderen Comedy-Serie. Denn wo in Staffel 1 noch Kleinkinder und Teenager unterwegs sind, geht es in Staffel 11 plötzlich um junge Erwachsene, während die Eltern der Serie Groß- und sogar Urgroßeltern werden. Immer wieder erwischt man sich dabei, wie man sentimental wird, wenn man alte Folgen rewatched: denn in den letzten elf Jahren konnte man mitverfolgen, wie die Kinderschauspieler erwachsen geworden sind.

 

Der Name ist Programm

Modern Family, “Moderne Familie” - das war der Titel, unter dem Christopher Lloyd und Steven Levitan 2009 ihre Sitcom starteten. Man spürt, dass viele persönliche Erfahrungen in das Drehbuch eingeflossen sind, denn keine andere Serie fängt das Chaos des Familienlebens so charmant und lebensecht ein wie Modern Family. In jeder Folge geht es um den Pritchett-Tucker-Delgado Clan, eine zusammengewürfelte, angeheiratete und bunte Patchwork-Familie. Familienvater Jay lebt in zweiter Ehe mit Kolumbianerin Gloria und ihrem Sohn Manny, seine Kinder sind mittlerweile erwachsen. Während Tochter Claire mit ihrem Ehemann Phil und den drei Kindern den Traum der perfekten amerikanischen Bilderbuchfamilie lebt, hat Sohn Mitchell mit seinem Lebensgefährten Cameron gerade erst seine erste Tochter aus Vietnam adoptiert. Hier trifft wirklich alles aufeinander: verschiedene Kulturen, sexuelle Identitäten und diverse Familienbilder. Und das funktioniert! Immer und immer wieder. Selbst nach elf Staffeln mit jeweils 24 Folgen hält die Serie immer wieder Highlights parat. Alle Charaktere wachsen sofort ans Herz und versetzen einen immer wieder in eine tiefe Nostalgie fürs Familienleben. Zwischen allen Gags und Spaß stecken immer wieder kleine, charmante Wahrheiten über das Leben zwischen den Zeilen. 

 

Modern Family, Modern Stories, Modern Gags

Modern Family ist eine Serie, die mit der Zeit geht. Keine andere Serie hat mich derart zum Lachen gebracht, und das konstant über alle Staffeln hinweg: und das liegt auch daran, dass die Geschichten immer wieder innoviert werden. Jeder Charakter ist einzigartig und integriert mindestens einen Gegensatz in sich. Es macht einfach unheimlich Spaß, der Familie durch das Jahrzehnt zu folgen und auch die letzte Staffel enttäuscht nicht. Obwohl das Serienfinale uns lachend zurücklässt, gibt es auch einen bitteren Beigeschmack: das Wissen, dass es jetzt tatsächlich zu Ende ist. Und dann will man eigentlich direkt von vorne schauen - also hier ein Appell an Netflix: bitte, gebt uns die Möglichkeit zum Komplett-Rewatch zurück!

 

Fazit:  Absolute Binge-Empfehlung. Die vielleicht lustigste Sitcom unserer Zeit macht einen Abgang, der garantiert nicht enttäuschen wird.