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Stephan Kaiser
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Panic03
Serie [Thriller, High School]

Panic

Panic
Eine Staffel, 10 Folgen 

High School, Thriller, Coming of Age
First Episode(s) Review: der Artikel bespricht die erste Hälfte der Serie

 

Panic ist das perfekte Beispiel dafür, warum man gewisse Genres nicht vorverurteilen sollte. 

Das Konzept eines amerikanischen Teenie-Thrillers ist alles andere als neu: im Zentrum der Handlung steht eine Gruppe von High School Absolventen, die ihren letzten Sommer miteinander verbringen - das Setting ist eine abgelegene, verschlafene Kleinstadt, in der Jeder Jeden kennt. Große Ambitionen und Träume liegen in der Luft, genau wie unausgesprochene Gefühle für den besten Freund, die Faszination für den geheimnisvollen Barkeeper und die Abneigung gegen die unsympathische Clique der Schul-Coolsten. Grundsätzlich erinnert all das stark an Genre-Vorgänger wie 13 Reasons Why (Tote Mädchen lügen nicht), Riverdale oder Gossip Girl. Was also ist das Besondere an Panic?

 

Es ist vor allem eines, was mich dazu gebracht hat, in die erste Folge zu starten: der unheimlich stylische Auftritt des Trailers. Bild- und Lichtdesign präsentieren sich großartig in zahlreichen Nacht-Shoots machen die Serie unheimlich atmosphärisch. Musik und Schnitt sitzen perfekt und lassen die Serie sehr viel eleganter auftreten als ihre Verwandten im Genre - abgesehen von ein paar etwas überdramatisch anmutenden Momenten hatten mich die ersten Folgen zu jedem Zeitpunkt fest im Griff. Soweit zum Ersteindruck - und darunter?

 

Vielschichtige Charaktere in einer packenden Handlung

 

Panic verlässt sich auf eher unbekannte Schauspieler, die auf überzeugende Art und Weise in die Rollen von ziemlich unperfekten Teenagers schlüpfen: anstatt uns ein hochpoliertes Glanzbild zu zeigen, beweist die Serie ein gutes Gespür für lebensnahe Charaktere fernab von Klischees. Da wäre Heather, die Hauptprotagonistin (Olivia Welch), die immer mehr über ihren Schatten hinauswächst, während sie sich von ihrem toxischen Familienhaus freizukaufen sucht - Dodge (Mike Faist), der nach einem Jahr noch immer nur "Der Neue" in der Stadt ist, oder auch Ray (Ray Nicholson), der jede Folge auf der Linie zwischen Mistkerl und Antiheld tanzt. Man spürt, dass Showrunner Lauren Oliver sowohl das Skript, als auch die Romanvorlage geschrieben hat: es macht Spaß, den Schauspielern durch ihre Welt und den Plot zu folgen - und dieser hat es definitiv in sich.

 

"PANIC" - beinahe jeder kennt es, doch niemand spricht darüber. In dem waghalsigen Spiel geht es darum, einen kühlen Kopf zu bewahren: und der- oder diejenige der TeilnehmerInnen, der die waghalsigen Mutproben am besten absolviert, winken 50.000€ Preisgeld, die dabei helfen sollen, der Langeweile der staubtrockenen Kleinstadt zu entfliehen. Über die Jahre hat sich ein regelrechter Kult um das Spiel gebildet, der auch an anderer Stelle nicht unbemerkt geblieben ist - neben den gefährlichen Aufgaben selbst sehen sich die diesjährigen Spieler auch mit der Polizei konfrontiert, die seit zwei tödlichen Unfällen im Vorjahr ein Auge auf das Event geworfen hat.

 

Lohnt es sich?

 

Panic ist eine Serie, die sich modern und frisch anfühlt, ohne dabei Bahnbrechendes vorzubringen. Kurz gesagt: die perfekte Serie zum bingen. In meiner ersten Session habe ich direkt die ersten vier Episoden und damit die Hälfte der ersten Staffel gesehen. Zwar fehlt mir damit noch das Finale, allerdings kann ich jetzt schon mit gutem Gewissen empfehlen, der Show eine Chance zu geben. Wer kein Freund des Genres ist, wird es durch Panic zwar wohl auch nicht mehr werden. Für Fans von High-School-Dramen und Teenie-Thriller verspricht Panic allerdings einen frischen Ansatz, innovative Storylines und eine mehr als einnehmende Cinematographie.

 

Fazit: Eingeschränkte Binge - Empfehlung: ein stylisches Highlight für Freunde des Genres - für alle Anderen mindestens eine gute, kurzweilige Abendunterhaltung.

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