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Stephan Kaiser
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Serie [Action, Satire, FSK18]

The Boys

Streaming-Review: The Boys

Zwei Staffeln, 16 Folgen
Amazon Prime Video

Action, Satire, FSK18

Batman, Superman, Batman vs. Superman, JOKER, Justice League, Avengers... Derzeit gibt es Superhelden-Content, wohin man blickt. Eigentlich ist es verwunderlich, dass noch nicht mehr Menschen der formelhaften Erzählungen müde geworden sind. Für alle, die das Genre eigentlich mögen, aber sich nach etwas Neuem sehnen - und auch für alle, die einfach nicht genug von Superhelden und Action bekommen können - ist Rettung in Sicht. Schnallt euch an, denn das hier wird anders, als alles Andere: The Boys ist nicht hier, um zu scherzen.

(c) Amazon Studios

Unzensiert auf die Zwölf 

The Boys gibt wirklich alles, um die gängigen Regeln des guten Geschmacks zu brechen: Sex, Gewalt, Drogen - all das wird einem so permanent um die Ohren gehauen, dass man irgendwann denkt, da geht gar nicht noch mehr. Und dann schafft es die Serie doch wieder irgendwie, seine Zuschauer halb geschockt, halb lachend zurückzulassen. 

The Boys ist alles, was DC und Marvel nicht sind: dreckig, unzensiert und mitleidlos. Ausnahmsweise sehen wir die Superhelden nicht als strahlende Ritter der Moderne, nein - in dieser Gesellschaft werden Superkräfte vom Kommerz regiert. Marken, Filme, Baumarkteröffnungen: jeder, der eine besondere Fähigkeit hat, vermarktet diese ohne Skrupel und versinkt in Narzissmus und Größenwahn. The Boys dreht das Superhelden-Universum auf links und lacht damit allen großen Franchises ins Gesicht.

Die feine Grenze zwischen Superheld und Superschurke 

Wie Marvel und DC basiert auch The Boys auf einer Comicvorlage. Diese parodiert seine Mitbewerber allerdings mitleidlos und ist damit nie aktueller gewesen, als jetzt. Die Hauptprotagonisten Hughie und Butcher besitzen selbst keine Superkräfte und haben jeder eigene Gründe dafür, den Superhelden das Handwerk legen zu wollen. Dabei sehen sie sich allerdings gnadenlosem Kapitalismus und blutiger Gewalt gegenüber gestellt. The Boys ist nichts für schwache Nerven, denn es folgt ein Schocker auf den Nächsten. Und trotzdem wird die Handlung nie zu flach. Sympathische Charaktere und einnehmende Stories kontrastieren mit den derben Witzen und Bildern, aber formen zusammen am Ende doch etwas, was man sich gerne ansieht...zumindest meistens. 

Von der Liebe fürs blutige Handwerk 

Trotz aller Drastik ist spürbar, dass Liebhaber am Werk sind. Denn nicht nur die Dialoge sitzen, auch Special Effects, MakeUp und Kostüme strahlen Liebe zum Detail aus. Die Anspielungen auf bekannte Superhelden-Ikonen sind teilweise sehr offensichtlich, teilweise wunderbar versteckt. Es ist spürbar, wie viel Spaß und kreative Energie in der Serie steckt, und diese wird auch belohnt. Nach zwei Staffeln wurde bereits die dritte angekündigt. Vielleicht liefert The Boys so lange einen Gegenentwurf zum Marvel- und DC-Lager, wie es dieses gibt. Und so lange werde ich auch einschalten, um einen anderen Blick auf die Welt der Superhelden zu bekommen.

Fazit: Klare Binge-Empfehlung für alle, die frischen Wind in ihrem Superhelden-Kosmos brauchen - aber ihr solltet starke Nerven mitbringen!