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Oliver Behrendt
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Alte Handys - viel mehr als nur Elektroschrott

18. März 2024

  • 210 Millionen alte Handys liegen in Deutschlands Schubladen, Tendenz steigend.  
  • In den Handys sind viele wertvolle Ressourcen, die durch Recycling wieder nutzbar gemacht werden können und so die Umwelt schonen.
  • Organisationen wie „handysammelcenter.de“ bieten die bequeme Möglichkeit, das eigene Altgerät kostenlos zu entsorgen.

„Die superschnellen Produktlebenszyklen sind das, was in dieser Branche falsch läuft. Jedes Jahr werden weltweit 1,4 Milliarden Handys verkauft. In Europa werden sie durchschnittlich 26 Monate verwendet, danach werden weniger als 15 Prozent recycelt. Das ist eine gewaltige E-Müll-Maschinerie.“

Eva Gouwens, CEO des Handyherstellers Fairphone

The Circle of (Smartphone-)Life

Endlich ist unser neues Handy da. Schnell packen wir es aus und machen uns daran, die Daten unseres alten Smartphones auf unseren neuen täglichen Begleiter zu übertragen. Dem alten täglichen Begleiter geht es dann meist so wie ca. 210 Millionen Handys allein in Deutschland: Er landet in der Schublade, um dort nie wieder hervorgeholt zu werden. Laut Branchenexpertin und Fairphone-CEO Eva Gouwens wird ein Smartphone im Schnitt nur knapp 26 Monate genutzt, bis es ausgetauscht wird. Viele solcher Schubladen-Handys sind noch voll funktionsfähig.

Ein wahrer Bodenschätze-Schatz

Die Schubladen-Handys sind zunehmend ein Problem. Denn auf der einen Seite wächst der Elektronik-Schrottberg, auf der anderen Seite steigt stetig der Bedarf an Rohstoffen für die Produktion. Allein für die jährlich in Deutschland verkauften Handys braucht es etwa 660 kg Gold, 242 kg Palladium, 6.710 kg Silber, 363 Tonnen Kupfer und 1.400 Tonnen Kunststoffe. Besonders die Metalle werden oft unter äußerst problematischen Bedingungen abgebaut. Dabei werden sowohl die Menschenrechte der Arbeiter als auch der Umweltschutz ignoriert. Zum anderen besteht immer das Risiko, dass die Lithium-Ionen-Akkus in den Geräten in der Schublade zu einem Brand führen können. Beide Probleme lassen sich mit einer einfachen und fachgerechten Entsorgung der Altgeräte lösen.

Raus aus der Schublade und weiter nutzen

Was wir mit unserem alten Handy anfangen können, hängt davon ab, ob es noch funktioniert und wie alt es ist. Funktionsfähige Smartphones können wir z.B. parallel zum neuen Gerät auch weiter nutzen. Experten empfehlen ein zweites Leben als Babyphon, als Zweithandy im Homeoffice oder als Musikplayer für die Joggingrunde. Vielleicht freut sich auch jemand aus dem Familien- oder Bekanntenkreis über das alte Gerät.

Raus aus der Schublade und Sammelaktionen unterstützen

Gemeinnützige Organisationen sammeln alte Smartphones: Handys für die Umwelt heißt z.B. die entsprechende Aktion der Deutschen Umwelthilfe. Auf der Aktions-Website werden vier Gründe für die Abgabe aufgelistet: Ein zweites Leben für unser Handy, das Recycling der Wertstoffe, eine sichere Datenlöschung und das Fördern von Umweltschutzprojekten. Denn die Sammelorganisation bekommt in der Regel einen Pauschbetrag für jedes gesammelte Handy. Die Telekom hat zusammen mit dem Elektronik-Reseller Foxway ein komplettes Handy-Rücknahmesystem entwickelt. Über die Website handysammelcenter.de haben Interessierte drei Optionen, das alte Handy abzugeben. Per Sammelbox, per Post oder per Abgabe an einer Sammelstelle. Die alten Geräte werden geprüft, ob sie weiter genutzt oder recycelt werden. In Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen und Institutionen werden zudem Sammelaktionen organisiert und Sammelstellen organisiert. So sind insgesamt schon über 3,7 Millionen alte Handys gesammelt und wieder verwertet worden.   

Raus aus der Schublade und einfach abgeben

Wir haben auch viele Optionen, unser altes Handy einfach abzugeben. So verpflichtete die Politik schon 2022 Händler wie Elektronikgeschäfte und auch Discounter dazu, Altgeräte kostenlos zurückzunehmen und deren Entsorgung zu gewährleisten. Manche bieten dafür auch smarte Handyautomaten. Diese prüfen das Gerät elektronisch, ermitteln einen möglichen Wert und machen uns vielleicht sogar ein Angebot. Alternativ können wir das alte Gerät auch bei einem Recyclinghof abgegeben. Alles besser als die Entsorgung im Hausmüll – dort wären die viele wertvollen Materialien verloren, die im Recycling zu 80 Prozent zurückgewonnen werden können.

Raus aus der Schublade und verkaufen

Viele Handys lassen sich auch immer noch für „einen netten Betrag“ verkaufen. Dabei zählt vor allem der Zustand des Geräts - je unversehrter, desto besser. Neben dem privaten Verkauf über Ebay und andere Plattformen, können wir unser Handy auch an Refurbished-Händler verkaufen. Das hat den Vorteil, dass wir direkt nach Einschicken unseres Handys einen festen Betrag angeboten bekommen. Die Händler tauschen dann oft einige Teile wie Akku und Display aus, um das Gerät dann gegen Aufpreis weiterzuverkaufen. Bei welchem Händler sich der Verkauf lohnt, hat das Portal Trusted.de getestet. Egal, an wen wir unser Handy verkaufen, das Wichtigste ist, alle Daten des Verkaufsgeräts zu löschen und es auf die Werkseinstellungen zurücksetzen.


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