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Leslie Runde
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Prompten – sprechen mit ChatGPT und Co.

Frau mit Smartphone und Airpods-Kopfhörern

09. Oktober 2023

Was haben ChatGPT und Pac-Man gemeinsam? Sie markierten den Anfang einer technologischen Revolution. (…) Der Unterschied: Bei KI wird diese Entwicklung viel schneller gehen – umso wichtiger ist es, jetzt nicht den Anschluss zu verlieren.“

Timm Rott und Maria Dünninger: ChatGPT – so revolutioniert KI unseren Berufsalltag auf die-deutsche-wirtschaft.de

Die Basis der KI-Kommunikation - Prompten

„Je besser die Eingabe, desto besser das Ergebnis. Und fast nirgends gilt das so wie beim Prompt Engineering,“ schreibt der Digitalstratege Christian Kleemann in seinem KI-Café und trifft damit den Punkt. Denn die Sprachmodelle mit integrierter Künstlicher Intelligenz (KI) wie ChatGPT und Co. können uns nur gut Ergebnisse liefern, wenn wir auch die richtigen Prompts formulieren. Diese Anweisungen an die KI müssen möglichst exakt sein, damit die KI auch wirklich die Ergebnisse liefert, die wir erhoffen. Dabei sollten wir aber keine Wunderwerke erwarten: Der Schweizer Autor Matthias Wiemeyer stellt in seinem Buch „Besser schreiben mit KI“ (S. 22) fest, „am besten funktioniert KI, wenn man nüchterne, sachliche, schnörkellose Texte braucht.“ Und schreibt wenig später (S. 23): „KI-Modelle sind für Texte ungeeignet, die eine persönliche Note haben sollen.“

Präzise Anweisungen für die KI - Prompts

Ob ein Rezept mit einer beschränkten aber genau zu definierenden Anzahl von Zutaten, zehn Überschriften für einen Text oder einen Textvorschlag für die Karte zu Omas 77. Geburtstag – alle diese Aufgaben sind für ChatGPT und Co. kein Problem. Dafür braucht die KI aber exakte Anweisungen. Wir sollten sie wie einen Gesprächspartner behandeln und können sie duzen oder siezen. Wichtiger sind unsere Anweisungen, die wir klar und deutlich sowie möglichst in kurzen Sätzen formulieren: Welche Zutaten genau sollen im Rezept verarbeitet werden? Brauchen wir nur eine Überschrift oder zehn? Und soll der Text für die Geburtstagskarte eher lustig sein oder in einem ernsten Tonfall verfasst sein? Auch ergänzenden Angaben wie z.B. wichtige Stichpunkte für die Geburtstagskarte oder Schlüsselwörter, die unbedingt in den Überschriften enthalten sein müssen, gehören in einen erfolgreichen Prompt. Fremdwörter, Fachbegriffe und Slang-Formulierungen sind dabei meist hinderlich, weil das Sprachmodell sie nicht versteht.

Wichtige Infos in Prompts

Prompts können aus einem Satz bestehen, sie können aber auch gerne mal ein/zwei Seiten füllen. Wichtig ist, dass sie die entscheidenden Informationen beinhalten. Als Faustregel können wir diese fünf Punkte beantworten und so unseren Prompt aufbauen.

  1. Rolle: Du bist der Enkel von Oma Elise.
    Achtung: Diese Rollenbeschreibung ist nicht unumstritten. Generell soll sie der KI eine Art inhaltlichen Rahmen geben. Manche Experten sagen aber, dass diese Eingränzung unnötig sei. Einfach testen!
  2. Aufgabe: Du schreibst eine Karte zu ihrem Geburtstag.
  3. Hintergrund-Infos: Oma Elise wird am 12. Oktober 77 Jahre alt und wohnt in…
  4.  Ziel: Schreib` mir einen Kartentext in drei Varianten.
  5. Format: Jeder Textentwurf soll 150 Worte lang sein, freundlich formuliert und in deutscher Sprache.

Diese Basisversion können wir individuell verändert und angepasst als Beispiel-Ansatz für viele unserer Aufgaben nutzen.

Textvorschlag von ChatGPT für eine Geburtstagskarte

Kommunizieren erwünscht

Wenn wir mit der Antwort der KI nicht zufrieden sind, kein Problem: Dann formulieren wir dieses in einem weiteren Prompt und steigen sozusagen in einen Dialog mit der KI ein. Dazu sollten wir dann auch ganz genau und konkret formulieren, was uns nicht gefallen hat, möglicherweise zusätzliche Infos liefern und die Aufgabe so präzisieren. ChatGPT und Co. werden sich dann in der Regel entschuldigen oder sich für das Feedback bedanken und uns neue Lösungsmöglichkeiten bieten. Dieses Frage-Antwort-Spiel - auch Verfeinerung genannt - können wir so lange fortsetzen, bis wir mit dem Ergebnis zufrieden sind. Eine Alternative ist es, nach der ersten nicht zufriedenstellenden Antwort einfach mehr Variationen einzufordern – also nicht ein Rezept, sondern gleich fünf Rezepte erbitten oder nicht zehn Überschriften, sondern gleich zwanzig. So bekommen wir eine höhere Anzahl an potentiellen Lösungen. Wenn uns dann eine besonders gut gefällt, können wir die auch benennen und etwas schreiben wie „Variante drei finde ich besonders gut, könnte die bitte folgendes noch beinhalten...“

Kontrolle und Üben sind wichtig

Auch bei den präzisesten Prompts kann das Ergebnis der KI inhaltlich nicht richtig sein. Trotzdem werden die ausgegebenen Texte immer perfekt klingen. Die Konsequenz: Wir sollten KI-generierten Texte keinesfalls 1:1 übernehmen, sondern immer noch einmal gegenlesen. Matthias Wiemeyer schreibt in seinem Buch „Besser schreiben mit KI“, (S.33), „ich halte es jedenfalls so, dass ich KI-Texte nie unverändert übernehme.“ Das gilt übrigens auch bei einem längeren Verfeinerungs-Gespräch mit der KI: Plötzlich kann in Antwort 15 ein Zahlendreher enthalten oder können Fakten vertauscht sein.

Und nicht verzagen, wenn es beim ersten Prompt nicht klappt. Wir sollten die KI wie einen Assistenten sehen, dem wir Schritt für Schritt sagen/schreiben, was er tun soll. Die Arbeit mit ChatGPT und Co. ist gerade zu Beginn eine Folge von Trial and Error. Wir müssen unseren Tonfall im Umgang mit der KI finden, wir können auf die Antworten reagieren und probieren, wie wir sie optimieren können und das unendlich oft. Dabei lernen wir mit jedem Mal besser, wie wir die KI nutzen können und werden versierter im Umgang.


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